Sawyer | Lied meines Herzens | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 368 Seiten

Sawyer Lied meines Herzens


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7751-7169-4
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 368 Seiten

ISBN: 978-3-7751-7169-4
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Für ihre Familie würde Sadie alles tun. Als ihr Stiefvater sich verletzt, beschließt sie, selbst Geld nach Hause zu bringen. Im weit entfernten Goldtree, Kansas, kann sie als Verkäuferin arbeiten. Dort hat sie auch endlich Gelegenheit, ihr himmlisches Gesangstalent unter Beweis zu stellen. Selbst wenn das Opernhaus so gar nicht ihren Vorstellungen entspricht: Sadie darf jetzt nicht wählerisch sein. Sheriff Thad McKane will endlich den Schmugglern von Goldtree auf die Schliche kommen. Doch die hübsche neue Opernsängerin verdreht ihm gehörig den Kopf. Sie scheint in die Machenschaften verstrickt zu sein, die er aufdecken soll. Wird die junge Liebe dennoch überleben?

Kim Vogel Sawyer mag Kinder, Katzen und Schokolade. Sie hat zwölf Romane verfasst, vier sind bis heute auf Deutsch erschienen. Sie engagiert sich in ihrer Kirche, wo sie Bibelunterricht für Erwachsene gibt und sowohl im Kirchen- als auch im Handglockenchor musiziert. In ihrer Freizeit geht sie gern ins Theater, näht Patchworkdecken und übt sich in der Kalligrafie. Kim und ihr Mann Don leben in Kansas. Sie haben drei Kinder und sechs Enkelkinder.
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2


Goldtree, Kansas
Ende Mai 1895

Thaddeus McKane schob den Riegel hoch, um die Klappe des Buckboards1 zu fixieren, und schlug dann kräftig auf das Holz. »Das war's, Sid. Vielen Dank.«

Der junge Mann auf dem Sitz des Wagens legte grüßend die Hand an den Hut und ließ dann die Zügel auf die goldbraunen Rücken der Pferde klatschen. Mit quietschenden Rädern rollte der Wagen davon und Thad blieb mitten auf der staubigen Straße neben seinen aufgestapelten Besitztümern stehen. Es war ein kleiner Stapel, stellte er fest. Für einen achtundzwanzigjährigen Mann war es wenig, was er sein Eigen nennen konnte. Aber so war es bedeutend einfacher, von Ort zu Ort zu reisen. Aber ich hätte nichts dagegen, wenn du, Gott, endlich beschließen würdest, dass es für mich an der Zeit ist, mich irgendwo auf Dauer niederzulassen.

Mit zusammengekniffenen Augen sah er die Straße hinauf und hinunter und begutachtete seinen neuen Wohnort. Es gab wenig Geschäfte, vor allem verglichen mit Kansas City, aber er bewunderte unwillkürlich, wie sauber jedes Gebäude wirkte. Weiß gestrichene Schindelverkleidungen leuchteten in der Nachmittagssonne, und grüne, gelbe, rote und blaue Verzierungen und Schnörkel gaben den Häusern ein festliches Aussehen. Die Menschen hier waren offenbar stolz auf ihre Gemeinde. Das gefiel ihm.

Ein müder alter Gaul kam mit klappernden Hufen auf ihn zu, eine wacklige offene Kutsche hinter sich. Thad griff nach dem Henkel seiner abgenutzten Reisetasche und zog sie rasch aus dem Weg der Kutschenräder. Der Mann auf dem Sitz starrte Thad an, sein ernster Gesichtsausdruck war neugierig, aber keineswegs unfreundlich. Thad tippte grüßend an seinen brandneuen Stetson. Der Mann nickte zögernd und konzentrierte sich dann wieder auf die Straße vor ihm.

Thad lachte leise in sich hinein. Mr Hanaman hatte ihn vorgewarnt, dass die Menschen vielleicht eine Weile brauchen würden, um mit ihm warm zu werden. Offenbar hatte er recht gehabt. Aber Thad würde sich nicht beklagen. Er würde sich an seine Bibel halten – die Menschen so behandeln, wie er von ihnen behandelt werden wollte – und sie würden sich an ihn gewöhnen.

Er richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die Stadt und hielt nach dem Bankgebäude Ausschau. Im Brief des Bürgermeisters hatte er die Anweisung erhalten, sich direkt nach seiner Ankunft in Goldtree zur Bank zu begeben, jedoch unauffällig. Thad hatte sich über diese seltsame Aufforderung gewundert, aber da er sich normalerweise nicht über Anweisungen hinwegsetzte, hatte er den jungen Mann, der ihn in die Stadt gebracht hatte, gebeten, ihn in der Nähe des Gemischtwarenladens abzusetzen und nicht an der Bank. Er würde Hanamans Gründe bald genug erfahren.

Thad stellte die Reisetasche auf seinen Holzkoffer, griff nach den Ledergriffen des Koffers und machte sich bereit, seine Besitztümer hochzunehmen.

»Junger Mann!«, unterbrach ihn da plötzlich eine durchdringende Stimme.

Thad spähte über die Reisetasche und entdeckte eine große, spindeldürre Frau auf der Veranda des Ladens. Der Schatten des Verandadachs fiel über ihren Oberkörper, doch selbst im Schatten leuchtete ihr Haar so weiß wie Schnee an einem sonnigen Nachmittag. Ihr schimmerndes Haar war so fest nach hinten gezogen, dass ihre buschigen Augenbrauen ein wenig in die Höhe standen. Er richtete sich mit einem Ruck auf und riss sich den Hut vom Kopf. »Ja, Madam?«

Sie starrte stirnrunzelnd auf seinen Koffer und die Tasche, als verunreinigten die Gepäckstücke ihre Straße. »Hatten Sie die Absicht, diese Sachen irgendwohin zu bringen?«

Thad kratzte sich am Kopf. Dachte sie, er wollte sie mitten auf der Straße lassen? »Ja, natürlich, Madam.«

Die Frau richtete den Blick nach oben und verdrehte die Augen. »Diese jungen Burschen! Warum sind sie nicht mit einem Körnchen Vernunft ausgestattet?«

Ein Grinsen zuckte um Thads Mundwinkel. Es war lang her, als er das letzte Mal ein junger Bursche genannt worden war. Trotz ihres mürrischen Tonfalls mochte er die Frau auf Anhieb. Sie besaß Mumm.

Den finsteren Blick wieder auf ihn gerichtet, schüttelte sie den Kopf. »Man holt sich leicht eine Zerrung im Rücken, wenn man Kisten hin und her schleppt.« Sie zeigte mit einem knochigen Finger zur Ecke des Gebäudes. »Auf der Hinterseite steht eine Schubkarre. Die gehört nicht mir, wohlgemerkt – die gehört Asa. Aber Sie können sie gern benutzen. Das sollte Ihnen die ganze Sache bedeutend leichter machen.«

Thad lächelte. »Danke, Madam.«

»Achten Sie nur darauf, sie gleich zurückzubringen, wenn Sie fertig sind.« Sie tippte sich über dem rechten Auge an die Stirn. »Ich vergesse nie ein Gesicht und ich weiß genau, auf wen ich Asa hetzen muss, wenn die Karre nicht zurückkommt.«

Thad hatte keine Ahnung, wer Asa war, aber nachdem die Frau seinen Namen wie eine Waffe im Mund führte, war es sicher das Beste, den Mann nicht zu verärgern. »Sie können Asa versichern, dass ich sie gleich wieder zurückbringe, Madam. Das verspreche ich.«

Sie stützte die Fäuste in die Hüften. »Darauf verlasse ich mich.« Sie drehte sich schwungvoll um, wobei ihr grauer Rock flatterte, und bewegte sich zur Tür. Ihr Murren war noch einen Moment lang zu hören. »Diese jungen Burschen … die brauchen einfach mehr Verstand, wenn man mich fragt …«

Lächelnd ging Thad durch die schmale Lücke zwischen dem Kaufmannsladen und dem Haus daneben, das dem Duft nach, der aus der offenen Tür strömte, ein Restaurant sein musste. Eine hölzerne Schubkarre lag umgedreht auf der hinteren Stufe des Ladens. Er pfiff, als er seinen Koffer und seine Tasche mühelos zur Bank karrte, einem beeindruckenden Ziegelgebäude an der Kreuzung der Goldtree Avenue und Hauptstraße. Nach kurzem Nachdenken ließ er die Schubkarre zusammen mit seinen Habseligkeiten vor den verzierten hölzernen Eingangstüren stehen. Die leeren Straßen – war es jeden Mittwochnachmittag so ruhig in Goldtree? – gaben keinen Anlass, mit Ärger zu rechnen.

Er nahm sich einen Moment Zeit, sich so viel Reisestaub wie möglich von der Hose zu klopfen und den obersten Knopf seines besten Hemdes zu schließen. Der enge Kragen machte es unangenehm, tief Luft zu holen, aber für die Dauer eines kurzen Gesprächs würde er das aushalten. Er nahm den Hut vom Kopf und fuhr mit der Hand durch sein dunkles Haar, um es ein wenig in Ordnung zu bringen, so gut es eben ohne Kamm oder Spiegel möglich war. Nachdem er sich nach besten Kräften vorzeigbar gemacht hatte, trat er durch den Eingang, auf dessen Boden sechseckige blaue Ziegel vor einem gelbweißen Hintergrund das Jahr »1874« verkündeten.

Ein sorgfältig gekleideter Mann starrte Thad durch eine Reihe von vier Eisenstäben hindurch an. Er zog seine Krawatte unter dem Kinn gerade und sagte: »Guten Tag.« Seine Stimme klang brüchig, als habe er sie länger nicht mehr benutzt. »Kann ich Ihnen helfen?«

Thad stiefelte zu der engen Theke und legte den Kopf schräg, um durch das Gitter hindurchzuschauen. »Ja, Sir. Man hat mir gesagt, ich solle –«

»McKane!«

Ein beleibter Herr mit grau gesprenkeltem Haar und einem buschigen grauen Schnurrbart schritt mit ausgestreckter Hand auf Thad zu. Ein fruchtiger Geruch von Pomade umwehte ihn. Sein Dreiteiler und die schwarze Seidenkrawatte gaben Thad das peinliche Gefühl, unpassend gekleidet zu sein, aber er schüttelte ihm trotzdem die Hand. »Mr Hanaman?«

Der Mann nickte und sein breites Lächeln verschwand beinahe unter seinem Schnauzer. Thad stutzte seinen Schnurrbart immer ordentlich über der Lippe, aber er ließ sich seine dichten dunklen Koteletten ein wenig weiter ins Gesicht wachsen. Er hatte seine Gründe dafür.

Der Bankier strahlte Thad an. »Ganz recht – ich bin Roscoe Hanaman. Ich freue mich, dass Sie endlich in unserem schönen Ort angekommen sind.« Er ließ Thads Hand los und trat einen Schritt zurück, um Thad von oben bis unten zu mustern. »Sie sehen genauso kräftig und fähig aus, wie Ihr Onkel es mir versprochen hat.«

Thad kam sich vor wie ein Pferd auf dem Auktionspodest. Er versuchte, nicht nervös zu werden.

Hanaman legte eine Hand auf Thads Schulter und wandte sich lächelnd an den Kassierer, der hinter seinen Gitterstäben hervorstarrte wie ein Affe, den Thad einmal in einem Zirkuskäfig gesehen hatte. »Rupert Waller, ich möchte Ihnen Thaddeus McKane vorstellen, den neusten Bürger von Goldtree. Ich hoffe, ich kann ihn überreden, als Vorarbeiter auf meiner Ranch zu arbeiten.«

Thad warf dem Mann einen überraschten Blick zu. »Ich dachte –«

Hanamans joviales Glucksen übertönte Thads Einwand. »Also, dann kommen Sie erst einmal mit in mein Büro, McKane« – er schob Thad über den glänzenden Marmorboden – »damit wir uns ein wenig besser kennenlernen.« Er führte Thad in sein holzgetäfeltes Büro und schloss schwungvoll die Tür hinter ihnen. Seine Schultern schienen einen Moment lang herabzusinken, doch dann holte er Luft und straffte sie wieder. Er zeigte mit dem Daumen Richtung Eingangshalle der Bank. »Sie wundern sich bestimmt über meine Bemerkung zu Waller, dass Sie mein Vorarbeiter werden sollen.«

Thad nickte. »So ist es.« Er schob seine Hand in die Hosentasche und verlagerte sein Gewicht auf eine Seite. Wenn Hanaman etwas Unredliches im Sinn hatte, würde er Fersengeld geben und auf der Stelle nach Kansas City zurückkehren, auch wenn dieser Mann und sein Onkel alte Freunde waren.

»Setzen Sie sich«, sagte Hanaman und deutete auf einen Holzstuhl vor seinem gewaltigen Schreibtisch. Er ließ seine Körperfülle in einen ledergepolsterten,...


Sawyer, Kim Vogel
Kim Vogel Sawyer mag Kinder, Katzen und Schokolade. Sie hat zwölf Romane verfasst, vier sind bis heute auf Deutsch erschienen. Sie engagiert sich in ihrer Kirche, wo sie Bibelunterricht für Erwachsene gibt und sowohl im Kirchen- als auch im Handglockenchor musiziert. In ihrer Freizeit geht sie gern ins Theater, näht Patchworkdecken und übt sich in der Kalligrafie. Kim und ihr Mann Don leben in Kansas. Sie haben drei Kinder und sechs Enkelkinder.

Kim Vogel Sawyer mag Kinder, Katzen und Schokolade. Sie hat zwölf Romane verfasst, vier sind bis heute auf Deutsch erschienen. Sie engagiert sich in ihrer Kirche, wo sie Bibelunterricht für Erwachsene gibt und sowohl im Kirchen- als auch im Handglockenchor musiziert. In ihrer Freizeit geht sie gern ins Theater, näht Patchworkdecken und übt sich in der Kalligrafie. Kim und ihr Mann Don leben in Kansas. Sie haben drei Kinder und sechs Enkelkinder.



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