Buch, Deutsch, 640 Seiten, Format (B × H): 126 mm x 194 mm, Gewicht: 662 g
Das Drehbuch
Buch, Deutsch, 640 Seiten, Format (B × H): 126 mm x 194 mm, Gewicht: 662 g
ISBN: 978-3-498-06214-9
Verlag: Rowohlt Verlag
Allerding zeigt Sartre keinerlei Bemühen um ein dem Film angemessenes Maß. Wenn das Drehbuch angenommen worden wäre, hätte es einen Film von ungefähr sieben Stunden ergeben. Sartre machte sich keine Illusionen: „ … man kann zwar einen vierstündigen Film über Ben Hur drehen, aber das Publikum von Texas würde keine vier Stunden über Komplexe aushalten.“ Huston machte Einwände, Sartre streicht zwar zahlreiche Sequenzen, aber er fügt neuen Szenen, neue Figuren hinzu und weitet die theoretischen und didaktischen Darlegungen aus. Als der erheblich gekürzte und umgeschriebene Film aufgeführt wird, ist auf Sartres Verlangen sein Name aus dem Vorspann verschwunden. Sartre sieht Freud als einen widersprüchlichen, ungestümen und zugleich beherrschten, starrköpfigen und zerrissenen Mann im ständiger, Kampf mit selbst und der Umgebung: die Psychoanalyse ist das Ergebnis einer langen Arbeit Feuds an sich und vor allem gegen sich selbst, mit Durchbrüchen ,Sackgassen, Kehrtwendungen. Seine Unnachgiebigkeit, seine Kompromißlosigkeit, seine hartnäckige Opposition gegen die herrschende Medizin und Psychiatrie, seine Selbstbehauptung als Jude gegen den Wiener Antisemitismus, all diese Züge mußten Sartre zur Darstellung reizen. Der Freud, der sich Sartre in diesem Jahr offenbart, kündigt den „Idiot der Familie“ an: Neurose und Schöpfung sind eng miteinander verbunden. Die deutsche Ausgabe des ,,Scenario Freud“ folgt der Auswahl des französischen Psychoanalytikers und Sartre- Freundes Jean-Bernard Pontalis, der in seinem Vorwort die Umstände der Entstehung, die
Manuskriptlage, Sartres Quellen, den Bezug zu anderen Werken Sartres und das Problem der bildlichen Darstellbarkeit der Psychoanalyse behandelt.




