E-Book, Deutsch, Band 36, 100 Seiten
Reihe: Caprice
Sardy Traumschiff der Lust - Caprice
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7325-1027-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Erotikserie
E-Book, Deutsch, Band 36, 100 Seiten
Reihe: Caprice
ISBN: 978-3-7325-1027-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Kaum hatte sie die große Wohnung betreten, zog er Sophie an sich und küsste sie. Er riss sich das Hemd herunter, zog sich die Hose aus und stand in seiner ganzen Pracht vor ihr. Mit brennenden Augen, die schwarz wie Kirschen waren, sah er sie an. 'Ausziehen.' Seine Stimme hatte auf einmal einen harten, metallischen Klang bekommen. 'Sofort!'
Er ging zu einer kleinen Kommode und nahm rote Seidenbänder heraus, die er ihr sanft um die Hand- und Fußgelenke band. Dann zog er ein weiteres, diesmal weißes Band hervor. Es war aus weichem Leder und Rodrigo schlug damit ein paar Mal sacht auf ihre Schenkel. Sophie wand sich vor Lust, soweit sie in der Lage war, sich zu bewegen. Sie hatte das Gefühl, jeden Moment zu explodieren, dabei ahnte sie, dass es noch lange nicht vorbei war ...
Maren und Sophie sind beste Freundinnen und Journalistinnen bei Deutschlands größtem Boulevardmagazin BLITZ. Sie berichten von Events überall auf der Welt, die der internationale Adel, die High Society und Prominente aus dem Showgeschäft besuchen.
Für ihre Artikel recherchieren sie knallhart - mit vollem Körpereinsatz. Caprice ist eine Erotikserie, die monatlich in abgeschlossenen Folgen erscheint. In den einzelnen Folgen geht es mal härter und mal sanfter zu. Dafür sorgen die unterschiedlichen Autoren, die für diese Serie schreiben. Da jeder Autor seinen eigenen Stil hat, ist Caprice Folge für Folge ein neues erotisches Leseerlebnis.
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»Eine Galerieeröffnung! Ich glaube, ich hör nicht richtig!« Sophie Caprice sah ihre Freundin Maren empört an. Die grünen Augen sprühten Blitze, und das rote Haar, das ihr in weichen Wellen bis fast zur Taille fiel, schien zu lodernden Flammen zu werden. »Walter spinnt wohl! Ein Bericht über eine Vernissage gehört nun wirklich nicht zu unseren Aufgaben.«
»Aber Ellen Hostermann ist krank geworden, also muss jemand heute Abend einspringen. Und ich hab zurzeit nichts Wichtiges vorliegen. Was ist mit dir?« Maren blieb gelassen. In Situationen wie dieser kam ihr die angeborene norddeutsche Gelassenheit zupass.
»Ich? Ich hab was vor! Darauf kannst du Gift nehmen!« Sophie griff nach ihrem Smartphone, das wie immer griffbereit auf dem Schreibtisch lag.
»Such nicht erst nach einem Vorwand, ich übernehme das.« Maren zwinkerte der Freundin zu. »Und ich werde dir haarklein berichten, was dir entgangen ist.«
»Das kann nicht allzu viel sein.« Sophie tippte auf ihr Smartphone. »Ich hab ein Date mit Patrick, das ist höchst vielversprechend.«
»Wer ist Patrick?«
»Ein ganz süßer Sänger. Seit ein paar Wochen tritt er bei König der Löwen auf. Gut aussehend, smart und gelenkig.«
»Gelenkig? Was spielt er denn?«
»Keine Ahnung. Bei mir jedenfalls die Erste Geige.« Sophie lachte. »Zumindest heute Abend. Da hat er keinen Auftritt.«
»Typisch!« Maren sah die Freundin kopfschüttelnd an. »Vor zwei Tagen war Victor noch dein Favorit und der Traummann des Jahres.«
»Victor! Hör mir mit dieser Niete auf. Mehr als ’ne schnelle Nummer kriegt der doch nicht auf die Reihe. Einfallslos und uninspiriert. Dazu noch halb impotent.« Sie schüttelte sich, grinste aber dabei. »Den muss man als Irrtum abhaken.«
»Deshalb bist du also so schlecht drauf.« Maren grinste.
»Quatsch.«
»Ach komm, ich kenn dich doch. Wenn dich ein Typ im Bett enttäuscht hat, bist du unausstehlich.«
»Und damit die Laune besser wird, ist heute Patrick dran.« Sophie lachte. »Ich weiß eben, was gut für mich ist, ma chère. Ich brauch meinen Spaß und bin nicht halb so arbeitswütig wie du. Da kommt eben die Französin in mir durch.«
»Gott erhalte dir deine Ausreden.«
»Tut er. Da bin ich sicher.« Sophie stand auf und ging hinüber ins Büro der Chefsekretärin. An diesem sonnigen Frühlingstag trug die rassige Rothaarige ein schmal geschnittenes hellgrünes Leinenkleid. Den spitzen Ausschnitt, der einen großzügigen Blick auf ihre prallen Brüste bot, bedeckte sie im Büro mit einem Seidenschal in gleicher Farbe, nur ein paar Nuancen heller. Die langen Beine, von nudefarbenen Seidenstrümpfen bedeckt, steckten in schwindelerregend hohen Pumps.
»Ich frage mich, wie du es schaffst, damit zu laufen«, bemerkte Lori Schneider und wies auf Sophies High Heels. »Ich würde mir schon nach zehn Schritten die Beine brechen.«
»Mon dieu, Lori, bloß nicht! Wir brauchen dich hier.« Sophie kicherte. »Ohne dich läuft in dem Laden doch gar nichts. Also trag weiter bequeme Schuhe, bitte.«
»Lass deine Ironie, Sophie«, tadelte Steins Sekretärin, doch das Lachen in ihren Augen nahm den Worten die Schärfe. »Sieh zu, dass du verschwindest, ehe der Chef dich hier sieht. Sonst landest du doch noch auf der Vernissage.«
»Nur das nicht!« Sophie warf Lori eine Kusshand zu. »Bis morgen dann!« Und schon war sie an der Tür.
»Hey, deine Tasche!« Maren wies auf den großen Shopper von Mandarina Duck, der farblich exakt zu Sophies Kleid passte. Sophie liebte große Handtaschen, konnte man in ihnen doch alles Wesentliche verstauen – und das begann beim I-Pad, ging übers private Handy bis zu dem üppigen Kosmetikbeutel, der zu Sophies Grundausstattung gehörte.
»Merci!« Mit einem schnellen Griff schnappte sich Sophie die Tasche und verschwand.
»Du lässt dich von ihr ausnutzen.« Lori warf Maren einen ernsten Blick zu. »In der letzten Zeit pickt sie sich wirklich nur noch die Rosinen aus dem großen Kuchen heraus.«
»Ach was.« Maren nahm die Freundin sofort in Schutz. »Sie hat nur keine Lust, über Kunst und Kultur zu schreiben. Ich find’s hingegen ganz spannend, mal zu erfahren, was sich in der Szene so tut.« Sie ging zur Kaffeemaschine. »Magst du auch eine Tasse?«
Lori Schneider nickte. Sie stand auf und nahm aus der Ablage hinter sich eine kleine weiße Dose mit rotem Kreuz. Jeder Fremde hätte das Ding für eine Notfall-Box gehalten, doch die Eingeweihten der BLITZ-Redaktion wussten, dass Lori dort Pralinen oder Gebäck aufbewahrte.
»Ich hab gestern eine neue Bäckerei entdeckt«, sagte sie. »Das Nussgebäck musst du probieren!« Sie verdrehte genießerisch die Augen. »Göttlich, sag ich dir!«
Die beiden Frauen gönnten sich eine Kaffeepause, dann erklärte Maren:
»Bevor ich zu der Galerie fahre, muss ich noch ein bisschen recherchieren. Was hast du an Infos?«
»Leider nicht allzu viel. Der Maler ist noch jung, gilt aber als großes Talent. Dafür spricht, dass er bei Terjungsen ausstellen darf.«
Von der Galerie ganz in der Nähe der Mönckebergstraße hatte Maren schon einiges gehört, war aber noch nie dort gewesen. Sie und Sophie hatten nur ein paar ausgewählte Kunstdrucke an den Wänden ihrer Wohnung hängen, für Originalwerke reichte das Geld nicht.
»Klingt vielversprechend.« Maren nahm sich noch einen der wirklich köstlichen Kekse. »Ich geh mal ins Internet und schaue nach, was ich über den Maler finde.«
Leider wurde sie im Netz nicht fündig, also würde sie sich am Abend über den Künstler und sein Schaffen schlau machen müssen. »Ich geh dann mal. Bis morgen, Lori.«
»Warte! Der Chef will noch was von dir.«
Maren seufzte, ging aber rasch hinüber zu Walter Steins Büro.
Der Chefredakteur saß hinter seinem Schreibtisch und las in einer Hochglanz-Broschüre.
»Ach, Maren … hier, das ist der Maler!« Er hielt ihr die Zeitschrift entgegen. Es war eine Schweizer Illustrierte, die einen zweiseitigen Bericht über den Künstler gebracht hatte.
»Er kommt aus Zürich, ist gerade mal fünfundzwanzig und der Sprössling eines bekannten Privatbankiers.« Walter Stein strich sich übers spärliche Haar. »Von Beruf also Sohn. Hoffentlich kannst du was halbwegs Gescheites über sein Geschmiere schreiben.«
»Nur weil sein Vater Geld hat, muss er nicht zwangsläufig untalentiert sein«, warf Maren ein.
»Muss er nicht, kann aber sein.« Walter griff nach einem Glas Wasser und schluckte zwei Tabletten. »Aber mir soll’s egal sein. Hauptsache, der Artikel umfasst eine halbe Seite. Die hab ich eingeplant.«
»Ich geb mir Mühe, Walter, das weißt du doch.« Maren sah ihn besorgt an. Ihr Chef wirkte elend, noch tiefer waren die Ringe unter seinen Augen, und das Gesicht hatte eine ungesunde Röte.
»Raus mit dir«, knurrte er. »Ich hab Kopfschmerzen und brauch ein bisschen Ruhe.«
»Du solltest mal wieder zum Arzt gehen.«
»Raus!«, war alles, was er darauf erwiderte.
Leise zog Maren die Tür hinter sich zu.
Vier Stunden später traf sie vor der Galerie ein. Hohe Gaslampen flackerten im Eingang, in den beiden Blumenkübeln rechts und links der breiten Glastür standen weiße Hortensienbüsche. Weitere Hortensien, große und kleinere, waren zwanglos im ganzen großen Raum verteilt und bildeten einen angenehmen Kontrast zu den bunten Bildern, die an den Wänden hingen.
Langsam schob sich Maren an den etwa fünfzig Menschen vorbei, die den Raum bevölkerten und sich angeregt unterhielten. Drei Lohnkellner gingen hin und her, boten Sekt und kleine Appetithappen an.
Ein junger Mann im lilafarbenen Samtjackett stand etwas linkisch neben einem der Bilder und ließ sich fotografieren.
»Der Künstler.« Ein großer, dunkelhaariger Mann trat neben Maren und hielt ihr ein Sektglas hin. »Sie kennen ihn schon?«
»Nein, noch nicht.« Maren nahm das Glas und sah den Dunkelhaarigen kurz an. Im nächsten Moment spürte sie, dass sich ein leichtes, wohlbekanntes Kribbeln in ihrem Magen einstellte und sich rasch im ganzen Körper ausbreitete.
Gut, nein, unverschämt gut sah der fremde Typ aus. Ein George-Clooney-Verschnitt, wie gemacht für Hamburger Journalistinnen! Maren grinste bei diesem Gedanken, und sie spürte, wie kleine lustvolle Schauder sie durchrieselten.
»Was amüsiert Sie?«
Sie drehte sich ganz zu ihm um. »Ich find’s einfach nett hier.« Ein diskreter Blick taxierte den Dunkelhaarigen. »Kennen Sie den Maler näher? Ich hab noch nie von ihm gehört, aber die Bilder sind sehr ausdrucksstark, finden Sie nicht?«
»Kennen sollte ich ihn. Ich bin der Galerist.« Er streckte ihr die Hand entgegen. »Steffen Claasen. Ich freue mich, Sie hier zu sehen, Frau …?«
»Maren. Maren Janson von der BLITZ.« Sie wollte nach ihrem Presseausweis greifen, doch mit dem Sektglas in der einen und der Tasche in der anderen Hand ging das schlecht.
»Schon gut, ich glaub Ihnen auch so, und ich freue mich, dass mein Schützling das Interesse der Presse geweckt hat.« Er griff unter ihren rechten Arm und zog sie ein Stück mit sich in eine ruhigere Ecke. Die Berührung seiner Finger war wie ein kleiner elektrischer Schock. »Wenn Sie mögen, erzähle ich Ihnen etwas über den Künstler.«
»Gern.«
»Später. Ich führe Sie erst mal rum und zeige Ihnen meine Galerie. Und natürlich die Bilder.«
»Einverstanden.«
Einer der Kellner kam vorbei, und Maren stellte ihr Glas auf dem Tablett ab, das er ihr entgegenhielt. Dabei warf ihr der junge Mann einen bewundernden Blick zu.
Maren hatte für den...




