E-Book, Deutsch, 256 Seiten
Reihe: Historical Gold
Sands Der Teufel und die Lady
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-3803-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 256 Seiten
Reihe: Historical Gold
ISBN: 978-3-7337-3803-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Er wird der 'Teufel' genannt! Cullen Duncan ist der berüchtigste Clanführer von Schottland: stolz, kaltherzig und vielleicht noch Schlimmeres. Trotzdem hat die liebliche Evelinde gerade zugestimmt, diesen Mann zu heiraten. Denn was kann schon furchtbarer sein als das Leben mit ihrer grausamen Stiefmutter? Zwar sollte Evelinde besser auf der Hut sein wegen des schlechten Rufs, der Cullen vorauseilt. Doch wie, wenn sie sich seiner schier unglaublichen Anziehungskraft einfach nicht erwehren kann? Die Küsse des Highlanders entzünden ein verzehrendes Feuer in ihr, anders als alles, was sie jemals kannte.
In ihrem unnachahmlich witzigen Stil erzählt Lynsay Sands eine wunderbare Liebesgeschichte voller Intrigen und Überraschungen.
www.romantictimes.com
Amüsant, sinnlich, romantisch: Der Teufel und die Lady und Lynsay Sands zaubern ein Lächeln auf Ihr Gesicht.
www.aromancereview.com
Bekannt ist die kanadische Autorin Lynsay Sands für ihre historischen sowie übernatürlichen Geschichten, die sie mit ihrem speziellen Humor ausstattet. Sie hat eine Buchreihe über die Familie Argeneau verfasst, dabei handelt es sich um eine moderne Vampirfamilie. Für ihre über 30 Bücher hat sie bereits mehrere Auszeichnungen erhalten. Ihr erstes Manuskript sandte sie nach Abschluss der Highschool an einen Verlag, der in seiner Antwort bat, das Manuskript umzuschreiben. Diese Antwort deutete sie als Ablehnung, deshalb begann sie ein Psychologie-Studium an der Windsor Universität. Ihr erstes Buch veröffentlichte sie im Jahr 1997. Mit den Kenntnissen der menschlichen Seele sowie ihrem Humor bewältigt sie die Arbeit und ihr Leben. Mit einer genialen Mischung aus mittelalterlicher Romantik sowie mit den sympathischen Heldenpaaren schafft sie es, kurzweilige Geschichten zu schreiben. Bisher stand Lynsay Sands bereits auf zahlreichen Bestseller-Listen, unter anderem bei der New York Times, dem Spiegel, außerdem ist sie Romantic Times-Bestseller Autorin. Wie Lynsay Sands über sich selbst sagt, wurde sie im Jahr 1142 geboren, und zwar weil sie das Historische liebt. Die kanadische Autorin liebt ihren Beruf, da sie in ihren Büchern entscheiden kann, dass das Gute über das Böse siegt.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Lady Brenna genoss ihre Verbannung in den moderigen Nordturm durchaus.
Höchst befriedigt über ihr Aufbegehren ließ sie ihre Tunika zu Boden sinken, setzte sich nackt auf einen dreibeinigen Hocker und griff nach einem ihrer vielen Pinsel, um das festzuhalten, was sie im Spiegel erblickte.
Allein und abgeschieden von den übrigen Burgbewohnern genoss sie es zutiefst, endlich die Kleider ablegen zu können, die sie als bloße Schachfigur in einer kriegerischen, von Männern beherrschten Welt auswiesen. Ihre Weigerung zu heiraten und ihr Bestehen darauf, in ein Kloster einzutreten, hatte nicht gerade die Zustimmung ihres Vaters gefunden.
Der Duft von Lavendelöl breitete sich aus, als sie mit dem Pinsel über das Pergament strich, und verwandelte so die Kammer, in der man sie gefangen hielt, in einen beinahe geheiligten Zufluchtsort.
Hier konnte sie malen. Hier konnte sie träumen. Hier war sie befreit von allen gesellschaftlichen Zwängen und Pflichten.
Die Pinselspitze hinterließ einen blutroten Strich auf dem Pergament – die Farbe der Leidenschaft, mit der Brenna das Abbild einer nackten jungen Frau mit widerspenstigem kupferrotem Haar auf dem Kopf und am Schoß wiedergab. Ein Aktbild von ihr selbst, gemalt, während sie immer wieder in den kleinen Spiegel sah. So viel lebendiger und reizvoller als die vielen braven Gemälde von Heiligen und Engeln, die überall in der Kammer herumstanden.
Jemand machte sich am Riegel ihrer Kammertür zu schaffen. Brenna sprang auf und verschmierte prompt die gerade aufgetragene Farbe. „Verdammt!“, fluchte sie. In fieberhafter Eile zog sie ihre Tunika an und warf hastig ein Tuch auf das Pergament, gerade noch rechtzeitig, bevor die Tür aufflog. In diesem Moment fiel auch der dreibeinige Hocker geräuschvoll um.
„Brenna, du musst uns helfen!“ Ihre Schwester Gwyneth stürzte in die Kammer, gekleidet in eine zerknitterte silberblaue Hochzeits-Houppelande mit langen Flügelärmeln. Eine riesige Hörnerhaube mit langem Schleier wippte bedenklich auf ihrem Kopf. Ihre blonden Locken flogen, zusammen mit den Pompons aus weißem Hermelin, die ihre Kleidung halten sollten.
Mit klopfendem Herzen stellte Brenna sich vor ihre Miniatur, wie eine Mutter, die ihr Kind beschützt. Sie war vor einem Jahr in diesen Turm verbannt worden, weil sie sich ein eigenes Leben gewünscht hatte, eine Chance, selbst ihren Weg in der Welt zu machen. Sie hatte ihrem Vater getrotzt, hatte sich geweigert zu heiraten und ihm angedroht, ins Kloster zu gehen. Wenn er ihre erotischen Arbeiten fand, würde er ihre Malutensilien verbrennen. Wenn der oberste Geistliche der Stadt, Bischof Humphrey, sie entdeckte, würde Brenna selbst verbrannt werden.
„Mein Bräutigam … James … die Hochzeit …“ Die Worte sprudelten nur so über Gwyneths Lippen, von Wort zu Wort wurde ihre Stimme schriller. Immer mehr goldblonde Strähnen lösten sich aus ihrer Frisur, als hätte Gwyneth sich vor lauter Angst und Furcht die Haare gerauft. Die Hörnerhaube rutschte endgültig zur Seite und wurde nur noch von einer Haarnadel gehalten.
Brenna stellte ihren Pinsel in einen Krug mit Lavendelöl und zwang sich zu einer gefassten Miene, als ihre Schwester auf sie zutrat. „Die Hochzeit hat doch heute Morgen stattgefunden, nicht wahr?“ Sie hatte nach Jubelrufen gelauscht, die in der Großen Halle schon vor Stunden hätten ertönen müssen, war dann aber zu dem Schluss gekommen, dass es vielleicht zu wenig Gäste waren, um sie bis hier hinauf hören zu können.
„Papa … in den Wäldern … Sonnenaufgang …“ Mit bebenden Händen hastete Gwyneth in der Kammer hin und her. Dabei stolperte sie fast über ein Gemälde, das die Geburt Christi darstellte und zum Trocknen auf dem Boden lag.
Brenna schürzte die Lippen, ihre Sorge wegen des erotischen Bildes verflog. Gwyneth war viel zu aufgelöst, ihr wäre nicht einmal aufgefallen, was es zum Ausdruck brachte, selbst wenn sie es gesehen hätte. „Nun atme erst einmal tief durch, Schwester.“
Nach Luft schnappend, legte Gwyneth die Hand auf den Ärmel von Brennas schlichtem Gewand. Die weiche Hand wirkte irgendwie fehl am Platz auf dem farbverschmierten, abgetragenen Stoff. „Papa ist gefangen genommen worden!“, stieß sie endlich hervor.
Brennas Magen fühlte sich an, als wäre er ein eiskalter Klumpen. „Großer Gott! Was ist passiert?“
„Papa hat die Hochzeitsgäste auf ihrem Weg hierher aus dem Hinterhalt angegriffen – und ‚der Vollstrecker‘ hat ihn als Geisel genommen.“
Der Vollstrecker.
James Vaughn, Earl of Montgomery. Ein Freibeuter des Königs mit der Aufgabe, Schmuggler und Rebellen zur Strecke zu bringen.
Der Verlobte ihrer Schwester.
„Hölle und Verdammnis“, fluchte Brenna, zuckte aber sofort zusammen, als sie sich daran erinnerte, wie ihr Vater sie geschlagen hatte, als sie das letzte Mal solche Worte in den Mund genommen hatte. Sie packte die Schultern ihrer Schwester. Der Vollstrecker bestrafte jeden, der es wagte, die Autorität des Königs infrage zu stellen. Man sagte ihm nach, dass er ganze Schiffsmannschaften tötete und die redlich erworbenen Waren beschlagnahmte, dass er mordete und stahl – und alles im Namen der Krone.
Sie und ihr Vater mochten ihre Auseinandersetzungen haben, aber er war immer noch ihr Vater. Sie wollte nicht, dass er durch die Hände eines Ungeheuers umkam.
„Papa hat versucht, die Hochzeit zu verhindern.“
Das eisige Gefühl schlug um in Zorn. Verzweiflung überfiel sie, weil sie hier in dieser Kammer eingesperrt sein musste und so wenig von den Vorgängen außerhalb dieser erfuhr. „Das ist doch wohl … Papa ist ein Dummkopf, wirklich! Warum, zum Teufel, hat er dem Earl einen Hinterhalt gelegt? Ich dachte, er wollte, dass du ihn heiratest!“ Am liebsten hätte sie noch hinzugefügt: „Und du tust schließlich immer alles, was man dir sagt.“ Aber sie hielt sich gerade noch zurück.
„Das wollte er auch. Aber ich … ich …“ Tränen strömten über Gwyneths blasses, herzförmiges Gesicht.
Brenna widerstand nun dem Bedürfnis, ihre Schwester zu schütteln. „Erzähle es mir.“
„James of Montgomery ist ein U…Ungeheuer! Er hat seine letzte Gemahlin kaltblütig ermordet.“ Gwyneth schlug die Hände vor das Gesicht und begann laut zu weinen. „Ich wollte ihn nicht heiraten – und das sagte ich Vater – und da …“
Brenna schnalzte mit der Zunge. Sie fasste Gwyneth an den Schultern, führte sie zu dem großen Himmelbett und setzte sich mit ihr darauf. Sie nahm ihre Schwester fest in den Arm, während Gwyneth Unzusammenhängendes vor sich hinstammelte. Ihre Augenbrauen waren frisch gezupft, und die typischen Hochzeitsdüfte hafteten ihr an – frischer Lavendel, der Geruch von Seide und Wildblumen.
Tief im Herzen empfand Brenna einen Stich der Eifersucht. Sie beide hatten sich geweigert zu heiraten. Doch ihr Vater hatte sie deswegen zur Strafe eingesperrt, während er zu Gwyneths Verteidigung einen Krieg angezettelt hatte!
Entschlossen verdrängte sie das unangenehme Gefühl und betrachtete die Vase mit dem dunkelroten Fingerhutstrauß auf ihrem Maltisch. Alle anderen hatten sie vergessen, nur Gwyneth brachte ihr immer wieder Blumen mit. Es war nicht die Schuld ihrer Schwester, dass ihr Vater sie Brenna gegenüber bevorzugte.
Gwyneth schniefte und rieb sich die Augen. Vom Bett aus spähte Brenna durch die offene Tür und drückte ihre Schwester noch heftiger an sich. Jetzt war die perfekte Gelegenheit zu fliehen. Sie war vorbereitet – Gold und Lebensmittel befanden sich in einem Bündel unter ihrem Bett, dazu Tontöpfe mit Farben und ihr Lieblingspinsel, der winzige aus Schweineborsten. Sie besaß einen Brief von Mutter Isabella, der Äbtissin von La Signora del Lago, einem Nonnenkloster in Italien irgendwo am Meer.
Bruder Giffard, der Wanderprediger, hatte für sie die Passage auf einem Schiff gebucht, das Ende der Woche in See stechen sollte. Es war eine Reise voller Gefahren, aber es war eine Eskorte für sie bereitgestellt worden. Brenna hatte vor, bei ihrem Bruder Zuflucht zu suchen, bis sie nach Italien aufbrechen konnte. Wenn Nathan gewusst hätte, dass sie kommen wollte, hätte er sicher versucht, sie daran zu hindern. Aber er würde sie niemals abweisen, wenn sie plötzlich vor seiner Tür stand. Außerdem hatte sie monatelang den Umgang mit einem Messer geübt, um sich notfalls selbst verteidigen zu können. Es würde ein Leichtes sein, ihr Bündel zu nehmen und zu fliehen, solange die Tür offen stand und Chaos in der Burg herrschte. Ihre Schwester würde Montgomery heiraten, ihr Vater die Freiheit wiedererlangen, und sie, Brenna, würde bereits weit fort sein, ehe überhaupt jemand bemerkte, was geschehen war.
Gwyneth schien sich ein wenig zu beruhigen. Sie wandte ihr tränenüberströmtes Gesicht Brenna zu und begann, an den Perlmuttknöpfen ihrer Houppelande zu nesteln.
„Gwyneth! Was tust du da?“
„Montgomery will Vater bei Sonnenuntergang hängen lassen, wenn ich nicht einwillige, ihn zu heiraten. Aber das kann ich nicht. Du musst mir helfen.“
Ach, du liebe Güte. Brenna löste Gwyneths Finger von den Knöpfen und strich beruhigend über ihre Hand. „Ruhig, Schwester. Montgomery ist ein Earl, ein sehr wohlhabender noch dazu. Es ist kein Opfer, ihn zu heiraten.“
„Brenna“, stieß Gwyneth schluchzend hervor, „ich …...




