Rylee | Kalte Gefühle | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 158 Seiten

Rylee Kalte Gefühle

Thriller
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7438-0698-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Thriller

E-Book, Deutsch, 158 Seiten

ISBN: 978-3-7438-0698-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Viktoria ist zuverlässig, effizient und verschwiegen. Eiskalt geht sie ihrem Job nach: der Beseitigung von Ungeziefer. Und damit sind nicht nur Kakerlaken oder anderes Kleintier gemeint. Gefühle sind für sie nur körperliche Symptome, die sie normalerweise abschüttelt wie lästige Insekten. Als sie ihren nächsten Auftrag, die Beseitigung eines Drogenbarons in San Francisco, ausführen will, spürt sie, dass sich etwas verändert hat. Bedroht diese Veränderung nun ihr Leben? (2017 neu überarbeitet)

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Erfolge
Im Blended Inn roch es nach Rauch und Alkohol. Die Bar versprühte den Charme eines alten englischen Pubs. Der braune Teppich war fleckig und durch die mit dunklem Holz verkleidete Theke wirkte der Club noch beengter. Von den fünf Tischen war nur einer besetzt. Es war gerade nicht viel los. Viktoria saß an der Bar und genehmigte sich einen Long Island Iced Tea. Es war ihr favorisierter Cocktail, wenn sie in eine Bar ging, denn es war einer der wenigen Drinks, den jede Bar wohlschmeckend zubereiten konnte. Damit war sie noch nie auf den Bauch gefallen.

Die Tür ging auf und warme, reine Luft vermischte sich mit den abgestandenen Ausdünstungen im Raum. Als sie den Luftzug spürte, sah sie hinüber und ihn hereinkommen. Wie sie, war er zu gut gekleidet für dieses Lokal. An seiner Haltung erkannte sie, dass er auf der Jagd nach Frischfleisch war. Sein Blick wanderte zur Theke und er nickte dem kahlköpfigen Barkeeper zu. Dieser nickte zurück und deutete mit einer leichten Kinnbewegung in ihre Richtung, gefolgt von einem breiten Grinsen, das eine Zahnlücke in seinem ansonsten perfekten Gebiss enthüllte. Trotz der hohen Temperaturen trug der Neuankömmling einen dunklen Maßanzug, jedoch keine Krawatte. Der oberste Knopf seines Hemdes war offen. Sie schätzte ihn auf Mitte oder Ende dreißig. Somit war er um einiges älter als sie. Sein Charisma machte ihn sehr attraktiv. Sie nahm einen Schluck von ihrem Cocktail und schenkte dem Neuankömmling ab jetzt keine weitere Beachtung mehr, wohl wissend, dass er die ganze Zeit über seine Augen auf sie gerichtet hatte. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie er elegant wie ein Panther, der seine Beute ins Visier nahm, zielstrebig auf die Theke zuging. Den linken Arm auf den Tresen gelehnt, musterte er die unbekannte Schöne von der Seite. Ihr glattes, fast bis zur Hüfte reichendes Haar, trug sie offen und es schmeichelte ihrer schmalen Figur. Das hautenge, dunkelgrüne Etuikleid wirkte dagegen schon eher geschäftsmäßig. Ohne zu fragen, ob der Platz frei sei, setzte er sich auf den Barhocker neben sie und schnippte mit den Fingern. Nachdem der Barkeeper ein abgetrocknetes Glas ins Regal zurückgeräumt hatte, wandte er sich wieder dem neuen Gast zu, um dessen Bestellung aufzunehmen.

»Einen Whisky Sour, Jim«, bestellte er beim Barkeeper, ohne dessen Frage abzuwarten. »Kommt sofort.« Der Barkeeper zog einen Whiskeytumbler hervor und füllte diesen. Dann stellte er das Glas auf den Tresen vor dem neuen Gast und sah, wie dessen Augen an Viktoria herunterglitten. Sofort zog er sich wieder zurück und trocknete weitere Gläser ab. »Darf ich Ihnen einen Drink spendieren?«, lud er sie mit seiner angenehm warmen Stimme ein. Langsam drehte sie sich ihm zu und sah, wie sein Atem für einen Moment stockte. Seine Pupillen weiteten sich, als sie sich in die Augen sahen und er einen leisen, anerkennenden Pfiff ausstieß. »Wow!« Er löste den Blickkontakt, um seine Augen genüsslich über ihren Körper wandern zu lassen, bis sein Augenmerk schließlich in ihrem Schoß verharrte. Als er eine kleine, fast unauffällige Erhebung an ihrem Oberschenkel bemerkte, legte sie dezent ihre Hand darauf. Zufrieden stellte er fest, dass sie keinen Ehering trug. »Gern. Ich nehme noch einen Long Island Iced Tea«, lächelte sie, doch das Lächeln erreichte ihre Augen nicht. »Mein Name ist André Murony. Und Sie sind?« »Viktoria. Viktoria Stern.« Seine Mundwinkel verzogen sich zu einem zarten Lächeln und ließen ein kleines Grübchen an der linken Wange entstehen. Viktoria wusste sofort, dass er ein Mann war, der alles bekam, was er wollte. »Sie überstrahlen den Abendhimmel mit Ihrer Schönheit, Viktoria.« Er nahm ihre Hand vom Oberschenkel und hauchte einen Kuss auf den Handrücken. Ungerührt ließ sie ihn gewähren. »Kommen Sie, diese Bar ist nicht der richtige Ort für eine Dame. Ich kenne da etwas Passenderes.«
Es war ersichtlich, dass er mehr wollte. Er wollte sie. Jetzt. Sofort. Sie konnte es in seinen braunen Augen lesen. »Welches Lokal haben Sie denn im Sinn?« »Vertrauen Sie mir und lassen Sie sich überraschen. Keine Angst. Ich werde Ihnen nichts tun.« Viktoria musterte ihn, während er sein einnehmendes Lächeln aufsetzte. »Was wäre, wenn es mir hier gefällt?« Andrés Stirn legte sich in Falten. Kurz überlegte er, schüttelte dann jedoch den Kopf. »Das glaube ich kaum«, entgegnete er selbstbewusst. »Haben Sie heute schon gegessen?« Sie starrte ihn an und schüttelte kaum merklich den Kopf. Kurz dachte sie darüber nach, die Einladung auszuschlagen, doch er kam ihr zuvor. »Der Club, den ich im Sinn habe, machte die ausgefallensten Canapés und besten Drinks in der Stadt. Er ist nicht weit von hier. Sie müssen sich also keine Gedanken machen«, erklärte er seelenruhig. Dann zog er ein Bündel Dollarscheine, das mit einer silbernen Klammer zusammengehalten wurde, aus der Innentasche seines dunkelblauen Jacketts hervor. Daraus entnahm er einen Hundertdollarschein und platzierte ihn auf dem Tresen. Ganz selbstverständlich legte er die Hand um Viktorias Hüften und führte sie hinaus.

Wie André es versichert hatte, brauchten sie nicht lange, bis sie das In Style, den angesagtesten Club der Stadt in der Nähe des Pier 39, erreichten. André öffnete die massive Holztür und ließ Viktoria den Vortritt. Bereits am Eingang wurden sie von den heftigen Beats der Musik empfangen.

»Guten Abend, Mr. Murony«, begrüßte sie der junge Mann hinter dem hohen Mahagonipult mit erhobener Stimme, während er einem anderen Gast das Wechselgeld aushändigte. »Hallo Tom. Ist der Tisch vorbereitet?«, grüßte André freundlich zurück.
Sie hatte den Eindruck, dass André hier häufiger einkehrte und zu den Stammgästen dieses elitären Nachtklubs gehörte. »Sicher. Roberto wird Sie zu Ihrem Platz führen.« Sein Arm schnellte in die Höhe und ein etwas dicklicher Mann mit Kinnbart näherte sich ihnen. »Folgen Sie mir bitte, Sir«, forderte er André höflich auf.

Sie kamen an einer kleinen Tanzfläche vorbei. Auf dem blanken Boden huschten bunte Lichter wild durcheinander und tauchten die Gesichter der Tanzenden in ein farbiges Bild, wie es außer der Realität nur ein Andy Warhol hätte erschaffen können. Schließlich erreichten sie den hinteren Teil des Clubs, in dem sich drei Separees befanden. Ein riesiges Steuerrad aus Holz und dicke, rote Ledercouches, verpackt in ein maritimes Ambiente, hießen sie willkommen. Roberto wies ihnen die linke Nische zu. Sie war halbrund und bot nur einen kleinen Blick auf die Tanzfläche, da die halbhohe Wand alle anderen Gäste außen vor ließ. Ein quadratischer Tisch befand sich in der Mitte, umsäumt von einem Ecksofa. Es bot Platz für drei Personen. Gegenüber stand ein bequemer Stuhl, sodass nur die Seite zum Gang hin offen war.

»Bitte sehr, Sir. Ihr Tisch.« Mit einer Geste befehligte Roberto einen der Kellner, sich um die Gäste zu kümmern. Die Musik war auch hier noch gut zu hören, doch sie war nicht mehr so laut. Ganz Gentlemanlike, bot André ihr den Platz auf dem Sofa an und wartete, bis Viktoria sich gesetzt hatte. Dann erst nahm er ihr gegenüber auf dem Stuhl Platz. Nun konnten sie ungestört plaudern. »Möchtest du etwas  trinken? Oder etwas essen, Viktoria? Es ist doch in Ordnung, wenn wir uns duzen?«, fragte er sie über die Musik hinweg. »Zu dieser späten Stunde esse ich nichts mehr. Ich nehme nur eine Bloody Mary!« André hob den Arm. Der Kellner, der am Durchgang zu den Nischen stand und wartete, kam ohne zu zögern. Als dieser sich herunterbeugte, flüsterte André ihm etwas ins Ohr. Der Kellner machte einen kurzen Diener und verschwand. »Erzähl mir etwas von dir«, forderte er sie auf, als sie endlich unter sich waren. Sie hatte das Gefühl, als würde sein Blick sie gerade entkleiden. Um sich bei der Unterhaltung nicht zu sehr anstrengen zu müssen, beugte sie sich ein wenig nach vorn. »Was möchtest du denn wissen?« Mit der Zunge leckte er sich über die Unterlippe, als er einen Blick in ihren Ausschnitt erhaschte. »Fangen wir mit den einfachen Dingen an. Was machst du beruflich?« In der Frage schwang ein lasziver Unterton mit, doch Viktoria reagierte kühl. »Ich bin selbstständig.« »In welcher Branche?« »Ungezieferbeseitigung!« Verblüfft lehnte er sich zurück. Mit dieser Antwort hatte er nicht gerechnet. Plötzlich kamen stoßweise seltsame Töne aus seinem Mund, die schließlich zu einem lauten Lachen anschwollen. Viktoria runzelte die Stirn. André hatte Mühe, sich zu beherrschen. Bisher hatte es noch keine Frau geschafft, ihn so zu überraschen. »Du bist eine Kammerjägerin?«, prustete er. Viktoria blickte ihn mit zusammengekniffenem Mund an, was André veranlasste, sein Lachen runterzuschlucken. »Du bist die...



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