E-Book, Deutsch, 320 Seiten
Rudolf Zuhause im Katzencafé
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-7909-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 320 Seiten
ISBN: 978-3-7526-7909-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Seit der Umwandlung von Annetts Café in ein Katzencafé läuft alles bestens. Ihre Gäste und auch die Katzen fühlen sich wohl bei ihr.
Brigitta Rudolf lebt mit ihrem Mann am Rande einer kleinen Kurstadt in der Nähe des Wiehengebirges. Mit dem vorliegenden Buch ist ihr 17. Werk erschienen und weitere sind geplant.
Autoren/Hrsg.
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Das Katzenkind blieb zuerst ein wenig verwirrt sitzen, erhob sich dann aber, um mit unsicheren Schritten auf Lady Lavinia, die in ihrem Körbchen saß und das Ganze argwöhnisch beobachtete, zuzuwanken. Gebannt beobachteten Annett und ihre Mutter das Geschehen. Auch die Mutterkatze auf ihrem Arm hatte sich beruhigt, und hing schlaff in Annett´s Armen. Pünktchen und auch Vincent hielten sich zunächst ein wenig abseits, verhielten sich aber ruhig und schauten zu was da vor ihren Augen geschah. Als das Katzenkind bei Lady Lavinia ankam, neigte diese hoheitsvoll ihren Kopf und leckte der Kleinen mit ihrer rauen Zunge äußerst vorsichtig über das zarte Köpfchen. Das schien dem winzigen Katzenmädchen wohl zu gefallen, denn es begann zu schnurren. Inzwischen war die Katzenmutter aus ihrer Erstarrung erwacht und begann erneut zu strampeln. Also ließ Annett sie ebenfalls zu Boden gleiten. Sie lief sie zu ihrem Kind, um es notfalls vor den anderen Katzen zu beschützen. Pünktchen stieß einen leisen Gurrlaut aus und ging dann langsam auf die Mutterkatze zu. Dann blieben die beiden einen Augenblick voreinander stehen, aber Annett und ihre Mutter wollten keinesfalls vorzeitig eingreifen, sondern warteten zunächst einmal ab. Was würde geschehen? Gespannt hielten sie den Atem an und wagten nicht sich zu rühren. Schließlich kam Pünktchen noch etwas näher und gab der fremden Katze, die bis dahin unbeweglich abgewartet hatte, während ihr Baby langsam den Raum erkundete, einen freundlichen Nasenstüber „Ich glaube, jetzt kannst Du die andere Schwester auch runter lassen“, meinte Annett. Und schon tapste das zweite Katzenkind auf Vincent zu. Der schaute zwar immer noch etwas verwirrt, erhob aber keinen Protest, als sich die kleine Katze direkt vor seiner Nase niederließ und ihn mit großen Augen anschaute. Er hatte offenbar entschieden, dass dieser Winzling keine Gefahr für ihn darstellte. Als das kleine Kätzchen sich dann an ihn schmiegte, ließ er sich auch das großmütig gefallen. Lady Lavinia erhob sich, und kam noch einmal herbei geschlendert, um das zweite Katzenkind auf die gleiche Weise zu begrüßen wie das erste. Die Katzenmutter behielt ihre Kitten währenddessen vorsichtshalber argwöhnisch im Auge, verhielt sich ansonsten aber ruhig. Annett zog eine Tüte mit Leckerlis aus der Tasche und begann nun damit sie gleichmäßig zu verteilen. Damit war das Eis endgültig gebrochen, wie es schien. Diese erste Annäherung hatte Erfolg gehabt. Nach einem Viertelstündchen wurden die junge Mutter und ihre Kinder allerdings wieder in ihren eigenen Raum gebracht. „Ich denke, fürs Erste ist es genug. Die beiden Mädchen können es am Abend noch einmal probieren“, meinte Annett. Ihre Mutter stimmte ihr lächelnd zu. Sie ahnte schon, dass auch diese drei Katzen hier ihr Zuhause finden würden, schließlich kannte sie ihre Tochter. Und als Michael später anrief, um sich zu erkundigen wie dieser erste Versuch die Katzen aneinander zu gewöhnen geklappt hatte, konnte Annett ihm stolz berichten, dass es keinerlei Probleme gegeben hatte. „Bei den Babys hatte ich das auch nicht erwartet, aber mit der älteren Katze ist das eine andere Sache, das hätte genauso gut danebengehen können“, bemerkte er. „Ach weißt Du, sie ist ja selbst noch so jung, die geht fast noch als Baby durch hat die Tierärztin gesagt“, erzählte Annett ihm. „Es ist mit Sicherheit ihr erster Wurf“, berichtete sie weiter. „Das könnte gut sein, und falls Du Dich entschließen solltest, sie zu behalten, dann sollten wir sie alle schnellstens kastrieren und auch chippen lassen, so wie die anderen Katzen auch. Man weiß ja nie was passiert, sollten sie Dir doch mal entwischen“, sagte Michael. „Stimmt, aber das habe ich noch nicht entschieden“, entgegnete Annett. Ihre Mutter nickte zwar, sagte aber: „Du solltest Dir aber auf jeden Fall schon einmal passende Namen für den Familienzuwachs überlegen.“ „Die große Katze möchte ich auf jeden Fall behalten. In Gedanken habe ich ihr schon den Namen Calypso gegeben. Und ich habe mir überlegt, dass die beiden Mädchen sich bestimmt freuen würden, für die Kleinen einen Namen aussuchen zu dürfen, was meinst Du?“ „Das ist ein prima Idee, dann können wir sie ganz sicher bald mit ihren Namen rufen“, bestätigte ihre Mutter und schaute auf ihre Armbanduhr. „Ich glaube, Du musst jetzt öffnen, sonst denken Deine Gäste wir hätten heute geschlossen“, mahnte sie. „Stimmt auffallend“, nickte Annett und eilte zur Tür, um schnell zwei Damen einzulassen, die offenbar schon darauf gewartet hatten. Damit hatte ihr Arbeitsalltag begonnen, und auch Pünktchen, Vincent und Lady Lavinia erschienen zum Entzücken der beiden Damen kurz darauf im Gastraum. Wieder hatte ein Tag im Katzencafé begonnen, und als Christine eine Stunde später ihren Dienst antrat, konnte Annett ihr erzählen, dass sich die Katzen beim ersten Kennenlernen schon recht gut miteinander arrangiert hatten. „Das hatte ich nicht anders erwartet, unsere drei sind ja aus dem Tierheim, die sind es gewohnt sich mit anderen Katzen zu vertragen“, kommentierte Christine diesen Bericht. Nach der Schule erschienen auch Regine und Verena, und natürlich mussten auch die beiden Mädchen gleich über diese Neuigkeit informiert werden. „Möchtet Ihr die Paten der Kleinen sein und für sie einen Namen aussuchen?“, fragte Annett. Beide Mädchen strahlten, und Regine sagte sofort: „Ich finde, das mit dem hellen Pelz sieht aus wie Karamell – ich würde sie gern Melly nennen, wenn das für Dich in Ordnung ist.“ „Ja klar, das klingt doch gut“, fand Annett. „Für das dunkle Kätzchen fällt Dir doch sicher auch ein schöner Name ein oder?“, ermunterte sie Verena, die etwas unschlüssig zugehört hatte. „Es muss ja nicht sofort sein, lass Dir ruhig Zeit“, sagte sie. Sie wusste, Verena reagierte immer ein wenig langsamer als sie quirlige Regine. „Nach Feierabend versuchen wir noch mal die Katzen zusammenzubringen“, schlug sie vor, und beide Mädchen nickten begeistert. Zu ihrem Glück war es heute im Café etwas ruhiger, sodass sie einige Male nach der Katzenmutter mit ihren Kitten schauen konnten. Am Ende des Tages hatte sich auch Verena für einen Namen entschieden, den sie dem anderen Katzenbaby geben wollte. „Ich glaube, ich werde sie Fee nennen, weil sie so zierlich ist“, verkündete sie. „Also Annett, ich glaube, nun musst Du die beiden Kleinen auch behalten, sonst kündigen Regine und Verena Dir die Freundschaft“, sagte Christine trocken. „Eigentlich war das doch längst klar“, meinte Michael als er kam, um nach Annett zu schauen und sich bei ihr zu erkundigen, wie die Zusammenführung der Katzen gelaufen war. Im Grunde hat er völlig recht, dachte Annett, trotzdem fühlte sie sich verpflichtet, wenigstens der Form halber, zu protestieren: „Nein, geplant war das so nicht!“ Michael und Christine lachten lauthals, und schließlich lachte Annett mit. „Das kannst Du uns beiden doch nicht weismachen“, meinte Michael und nahm seine Liebste in den Arm. „So gut kennen wir Dich doch alle, Du bist einfach nur gutmütig und würdest ein Wesen in Not, egal ob mit zwei oder vier Beinen nie im Stich lassen, aber gerade das liebe ich so an Dir!“ Annett nickte und sagte: „Aber es scheint doch wirklich zu klappen mit der Familienzusammenführung, und ich könnte mir gut vorstellen, dass unsere Gäste gerade an den Kleinen viel Freude haben“, versuchte sie ihren Entschluss zu rechtfertigen. „Ist schon klar, Du musst uns wirklich nichts erklären, außerdem sind die Kleinen doch wirklich unwiderstehlich, da fiele es mir auch sehr schwer sie herzugeben“, begütigte Michael. „Du kannst ja schauen, wie sie mit dem Cafébetrieb klarkommen und Dich dann endgültig entscheiden.“ Das war ein kluger Rat, fand Annett, so würde sie es machen, aber natürlich hoffte sie, dass es auch in dem Fall kein Problem geben würde. Natürlich hatten Christine und Michael recht, die kleine Katzenfamilie war ihr schon so sehr ans Herz gewachsen, da würde es ihr mehr als schwer fallen sich auch nur von einem Tier zu trennen. Das meinte Claudia auch, als sie mit Annett am Telefon darüber sprach. Sie freute sich mit ihrer Freundin, als sie hörte, dass es so aussah, als würde die Katzenmutter mit ihrem Nachwuchs im Katzencafé bleiben können. Claudia hatte angerufen, um ihre Freundin daran zu erinnern, dass sie Annett und Michael am Samstagabend erwartete, um endlich allen ihre große Neuigkeit zu verkünden. „Du glaubst doch nicht, dass ich so eine wichtige Einladung vergessen könnte“, protestierte Annett ein wenig verstimmt. „Wir freuen uns schon darauf.“ „Sei nicht böse, aber Du hast doch immer so viel um die Ohren, da...




