Roth | Die Bestimmung – Fours Geschichte | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 336 Seiten

Reihe: Die Bestimmung

Roth Die Bestimmung – Fours Geschichte

Die packende Fantasy-Dystopie aus Fours Perspektive
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-14923-9
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die packende Fantasy-Dystopie aus Fours Perspektive

E-Book, Deutsch, Band 4, 336 Seiten

Reihe: Die Bestimmung

ISBN: 978-3-641-14923-9
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Four – das ist der attraktive Protagonist von Veronica Roth‘ Bestseller-Trilogie »Die Bestimmung«. Seine Geschichte unterscheidet sich von Tris‘ – und ist mindestens genauso interessant. In »Fours Geschichte « erfahren die Leser endlich mehr über ihren Lieblingshelden: Wie kam er zu den Ferox? Wie wurde er ein Anführer? Und wie lernte er Tris kennen? In fünf Kurzgeschichten erzählt er von seinem Leben. Ein Muss für alle Fans der »Bestimmung«.

Die grandiose Trilogie "Die Bestimmung" von Veronica Roth ist eine unendlich spannende Zukunftsvision voller überraschender Wendungen, heftiger Emotionen und kraftvoller Einblicke in die menschliche Natur – fesselnd bis zur letzten Seite!

Alle Bücher der Die-Bestimmung-Reihe:
Band 1 – Die Bestimmung
Band 2 – Tödliche Wahrheit
Band 3 – Letzte Entscheidung
Fours Geschichte ("Die Bestimmung" aus Fours Pespektive)

Veronica Roth ist die Autorin des Nr.-1-New-York-Times- und SPIEGEL-Bestsellers Rat der Neun und der Trilogie Die Bestimmung, von der sich weltweit über 35 Millionen Exemplare verkauft haben und die in drei Teilen mit hochkarätiger Besetzung verfilmt wurde. Auch Rat der Neun, ihr spektakulärer neuer Fantasy-Zweiteiler, hielt sich wochenlang auf der New-York-Times-Bestsellerliste.
Veronica wuchs außerhalb Chicagos auf und studierte an der Northwestern University. Heute lebt sie mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Hund in der Nähe von Chicago.

Roth Die Bestimmung – Fours Geschichte jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Im Trainingsraum riecht es nach Anstrengung, Schweiß, Staub und Schuhen. Jedes Mal, wenn meine Faust auf den Boxsack knallt, brennen meine Knöchel, die ich mir in der Woche voller Kämpfe bei den Ferox aufgeschürft habe.

»Du hast den Anschlag am Schwarzen Brett also gesehen«, sagt Amar, der am Türrahmen lehnt. Er verschränkt die Arme vor der Brust. »Und dir ist klar geworden, dass du morgen gegen Eric antrittst. Sonst wärst du nicht hier, sondern in der Angstlandschaft.«

»Hier bin ich auch öfter«, erwidere ich, lasse vom Boxsack ab und reibe mir die Knöchel. Manchmal balle ich die Hände so fest zu Fäusten, dass meine Fingerspitzen taub werden. Meinen ersten Kampf gegen Mia, eine Amite, hätte ich beinahe verloren. Ich wusste nicht, wie ich sie besiegen sollte, ohne ihr wehzutun, und ich wollte ihr nicht wehtun – bis sie mich im Schwitzkasten hatte und mir schwarz vor Augen wurde. Ab da haben meine Instinkte die Kontrolle übernommen, und mit einem einzigen kräftigen Stoß mit dem Ellenbogen gegen ihr Kinn habe ich sie umgeworfen. Ich fühle mich immer noch schuldig, wenn ich daran denke.

Den zweiten Kampf, gegen Sean, den größeren der beiden Candor-Jungen, hätte ich ebenfalls fast verloren. Dass ich immer wieder irgendwie auf die Füße gekommen bin, wenn er schon glaubte, ich sei erledigt, hat ihn fertiggemacht. Er wusste nicht, dass ich von früh auf gelernt habe, Schmerz auszuhalten, eine Angewohnheit wie das Nägelkauen oder die Benutzung einer Gabel mit der linken Hand statt mit der rechten. Zwar ist mein Gesicht jetzt ein Flickwerk aus Blutergüssen und Platzwunden, aber ich habe mich durchgesetzt.

Morgen tritt Eric gegen mich an. Um ihn zu besiegen, braucht man mehr als eine clevere Taktik oder Durchhaltevermögen. Dazu fehlen mir sowohl die Fähigkeiten als auch die nötige Kraft.

»Ja, das weiß ich.« Amar lacht. »Ich habe nämlich viel Zeit damit verbracht herauszufinden, was mit dir los ist, und mich ein bisschen umgehört. Wie es aussieht, bist du jeden Morgen sowohl hier als auch in der Angstlandschaft. Nie machst du etwas zusammen mit den anderen Initianten. Du bist ständig erschöpft und du schläfst wie ein Stein.«

Ein Schweißtropfen läuft mir hinterm Ohr herunter. Ich wische ihn mit meinen getapten Fingern weg, dann fahre ich mir mit dem Arm über die Stirn.

»Beim Eintritt in eine Fraktion geht es nicht nur darum, durch die Initiation zu kommen, musst du wissen«, bemerkt Amar und zieht an der Kette, an der der Boxsack hängt, um ihre Festigkeit zu überprüfen. »Die meisten Ferox lernen ihre besten Freunde, ihre Geliebten, wen auch immer, während der Initiation kennen. Und ihre Feinde. Aber du wirkst, als wolltest du dich aus allem raushalten.«

Ich habe gesehen, wie sich die anderen Initianten zusammen piercen lassen, mit Schmuck in den geröteten Nasen, Ohren oder Lippen zum Training auftauchen oder am Frühstückstisch gemeinsam Türmchen aus Essensresten bauen. Mir ist nicht mal der Gedanke gekommen, dass ich einer von ihnen sein könnte oder es auch nur versuchen sollte.

Ich zucke mit den Schultern. »Ich bin es gewohnt, allein zu sein.«

»Also, ich habe das Gefühl, dass du bald durchdrehst, und ich möchte ungern dabei sein, wenn das passiert«, sagt er. »Komm schon. Ein paar von uns spielen heute Abend ein Spiel. Ein Ferox-Spiel.«

Ich knibbele am Tape an meinen Knöcheln. Es wäre besser, jetzt keine Spiele zu spielen. Ich sollte lieber hierbleiben und trainieren und dann schlafen, damit ich für den Kampf morgen gerüstet bin.

Aber diese Stimme, die »sollte« sagt, klingt für mich wie die meines Vaters, der mich mahnt, mich zu benehmen, mich von den anderen zurückzuziehen. Und ich bin schließlich hierhergekommen, weil ich auf diese Stimme nicht mehr hören will.

»Ich biete dir hier einen Blick auf das Leben der Ferox, und zwar einzig und allein, weil du mir leidtust«, sagt er. »Sei nicht so blöd, dir diese Gelegenheit entgehen zu lassen.«

»Na schön«, antworte ich. »Was wird denn gespielt?«

Amar lächelt nur.

»Bei dem Spiel geht es um Mutproben.« Eine Ferox namens Lauren hält sich am Griff an der Außenseite des Waggons fest, aber sie schaukelt so heftig hin und her, dass sie fast herunterfällt. Dann schwingt sie sich kichernd wieder herein, als schwebe der Zug nicht zwei Stockwerke über der Straße und als würde sie sich nicht das Genick brechen, wenn sie fiele.

In der freien Hand hält sie eine silberne Flasche. Das erklärt einiges.

Sie legt den Kopf schief. »Der Erste sucht sich jemanden aus und fordert ihn heraus. Der nimmt dann einen Schluck, macht die Mutprobe und kann danach den Nächsten herausfordern. Und wenn alle ihre Mutprobe hinter sich haben – oder bei dem Versuch gestorben sind –, betrinken wir uns ein wenig und torkeln nach Hause.«

»Und wann hat man gewonnen?«, ruft ein Ferox vom anderen Ende des Waggons. Er lehnt sich an Amar, als seien sie alte Freunde oder Brüder.

Ich bin nicht der einzige Initiant im Waggon. Mir gegenüber sitzt Zeke, der als Erster gesprungen ist, und ein Mädchen mit braunem, gerade geschnittenem Pony und einem Piercing in der Lippe. Die anderen sind älter, ausnahmslos Ferox. Sie gehen völlig unbefangen miteinander um, sitzen eng nebeneinander, schlagen sich auf die Schultern und wuscheln sich gegenseitig durchs Haar. Sie benehmen sich kumpelhaft und freundschaftlich, es wird geflirtet, und das alles ist mir gänzlich fremd. Ich versuche, mich zu entspannen, und schlinge die Arme um die Knie.

Ich bin wirklich ein Stiff.

»Auf jeden Fall nicht, wenn man sich wie ein Feigling aufführt«, meint Lauren. »Und übrigens, neue Spielregel: Man kann nur gewinnen, wenn man keine blöden Fragen stellt.« Dann fügt sie hinzu: »Ich bin als Erste dran, als die Hüterin des Alkohols. Amar, du traust dich doch sicher, in die Bibliothek der Ken zu gehen, während dort alle lernen, und etwas Obszönes zu brüllen.«

Sie schraubt die Flasche zu und wirft sie zu ihm hinüber. Alles applaudiert, als Amar den Deckel aufdreht und einen Schluck von was auch immer nimmt.

»Sag mir einfach Bescheid, wenn wir an der richtigen Haltestelle sind!«, ruft er über das Gejohle hinweg.

Zeke gestikuliert mit der Hand in meine Richtung. »Hey, du bist ein Fraktionswechsler, stimmt’s? Heißt du nicht Four?«

»Genau«, antworte ich. »Schöner erster Sprung.« Mir fällt zu spät ein, dass das vielleicht ein wunder Punkt für ihn ist – sein triumphaler Augenblick, der durch einen Fehltritt und den Verlust des Gleichgewichts ruiniert worden ist. Aber er lacht nur.

»Ja, keine Glanzleistung«, gibt er zurück.

»Aber es hat sich schließlich kein anderer als erster Springer angeboten«, sagt das Mädchen an seiner Seite. »Ich bin übrigens Shauna. Stimmt es, dass du nur vier Ängste hattest?«

»Daher der Name«, bestätige ich.

»Wow.« Sie wirkt beeindruckt, woraufhin ich mich sofort aufrechter hinsetze. »Wahrscheinlich bist du einfach ein geborener Ferox.«

Ich zucke mit den Schultern, als könnte das sein, obwohl ich mir sicher bin, dass es nicht so ist. Sie weiß nicht, dass ich hierhergekommen bin, um dem Leben zu entfliehen, für das ich bestimmt war, dass ich so erbittert kämpfe, die Initiation durchzustehen, damit ich nicht zugeben muss, ein Betrüger zu sein. Als Altruan geboren und mit Altruan als Testergebnis habe ich mich zu den Ferox geflüchtet.

Ihre Mundwinkel sinken herunter, als sei ihr etwas Trauriges eingefallen, aber ich frage nicht nach.

»Wie sind deine Kämpfe bisher gelaufen?«, erkundigt sich Zeke.

»Ganz gut«, antworte ich. Ich deute auf mein geschundenes Gesicht. »Wie du deutlich erkennen kannst.«

»Guck mal.« Zeke dreht den Kopf und zeigt mir einen riesigen Bluterguss an seinem Kinn. »Das verdanke ich diesem Mädchen hier.«

Er deutet mit dem Daumen auf Shauna.

»Er hat mich zwar besiegt«, erklärt Shauna, »aber ausnahmsweise habe ich auch mal einen richtig guten Treffer gelandet. Ich verliere sonst ständig.«

»Macht es dir nichts aus, dass er dich geschlagen hat?«, frage ich.

»Warum sollte es?«, antwortet sie.

»Ich weiß nicht«, sage ich. »Weil … du ein Mädchen bist?«

Sie zieht die Augenbrauen hoch. »Wie bitte? Du denkst, ich könne nicht einstecken wie jeder andere Initiant, nur weil ich Mädchenteile an mir dran habe?« Sie deutet auf ihre Brust, und ich ertappe mich dabei, dass ich hinstarre, nur für eine Sekunde, bevor ich schnell den Blick abwende. Ich werde rot.

»Entschuldigung«, murmele ich. »So habe ich das nicht gemeint. Ich bin einfach noch nicht an das alles hier gewöhnt.«

»Schon klar«, antwortet sie, und sie klingt nicht sauer. »Aber eins solltest du über die Ferox wissen – Mädchen, Junge, was auch immer, hier spielt das keine Rolle. Was zählt, ist, dass du Mumm hast.«

Da steht Amar auf, wirft sich mit den Händen in den Hüften in Positur und marschiert auf die offene Tür zu. Der Zug fährt jetzt bergab und Amar hält sich nicht einmal fest, er balanciert einfach die Bewegungen des Waggons aus. Alle stehen auf, und Amar ist der Erste, der in die Nacht hinausspringt. Die anderen strömen ihm nach und ich lasse mich von den Leuten hinter mir zur Öffnung schieben. Die Geschwindigkeit des Zuges stört mich nicht weiter, nur Höhen machen mir Angst, aber gerade jetzt ist der Zug nah am Boden, also springe ich furchtlos. Ich lande auf beiden Füßen und bleibe nach ein paar stolpernden Schritten stehen.

»Sieh einer an, du wirst langsam zugtauglich«, bemerkt...


Roth, Veronica
Veronica Roth ist die Autorin des Nr.-1-New-York-Times- und SPIEGEL-Bestsellers Rat der Neun und der Trilogie Die Bestimmung, von der sich weltweit über 35 Millionen Exemplare verkauft haben und die in drei Teilen mit hochkarätiger Besetzung verfilmt wurde. Auch Rat der Neun, ihr spektakulärer neuer Fantasy-Zweiteiler, hielt sich wochenlang auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Veronica wuchs außerhalb Chicagos auf und studierte an der Northwestern University. Heute lebt sie mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Hund in der Nähe von Chicago.

Link, Michaela
Michaela Link lebt mit ihrem Mann und engstem Mitarbeiter auf einem aufgelassenen Bauernhof in Norddeutschland. Sie hat zahlreiche Romane aller Art aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und auch selbst einige phantastische und historische Romane geschrieben.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.