Ross | Der Tinnitus ist nicht das Problem | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 244 Seiten

Reihe: Fachbücher für jede:n

Ross Der Tinnitus ist nicht das Problem

Gut leben mit moderner Hypnose
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-8497-8509-3
Verlag: Carl-Auer Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Gut leben mit moderner Hypnose

E-Book, Deutsch, 244 Seiten

Reihe: Fachbücher für jede:n

ISBN: 978-3-8497-8509-3
Verlag: Carl-Auer Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf dem Weg zu sich selbst Tinnitus ist ein Phänomen der Hörverarbeitung im Gehirn. Wenn Ohrgeräusche als störend empfunden werden, ist das jedoch die Folge einer negativen emotionalen Bewertung. Das bedeutet: Das Leiden an Tinnitus ist kein Naturgesetz - es lässt sich beenden. Eines der wirksamsten Hilfsmittel bietet die moderne Hypnose. Als wissenschaftlich anerkanntes Tool zur Selbststeuerung kann sie das persönliche Wohlbefinden positiv beeinflussen. Das wiederum bestimmt, ob und wie wir Phänomene wie Tinnitus oder Hyperakusis wahrnehmen. Uwe H. Ross, Arzt fu?r HNO-Heilkunde, Psychotherapeut, Coach und Supervisor, vermittelt zunächst auf verständliche Weise aktuelle Erkenntnisse zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Tinnitus, Hyperakusis und Misophonie. Er richtet dann die Aufmerksamkeit auf die persönlichen Stärken, Lösungen und Entwicklungspotenziale der Betroffenen. Den Kern des Buches bilden praktische Übungen, die auf einem neuartigen hypnotherapeutischen Behandlungskonzept basieren. Sie werden ergänzt durch Audio-Trancen, die zum Download zur Verfu?gung stehen. Das Programm macht damit einen signifikanten Unterschied zur vorhandenen Tinnitus-Literatur. Die Aussage 'Bei Tinnitus kann man nichts machen' wird mit diesem Buch widerlegt. Der Autor: Uwe H. Ross, PD Dr. med.; Arzt für HNO-Heilkunde; Psychotherapeut (Verhaltenstherapie, Hypnose); Zusatzqualifikationen u. a.: Erickson'sche Hypnose, Business- & Health-NLP, Systemische Strukturaufstellungen, Systemische Paar- und Sexualberatung, Hypnosystemische Organisationsberatung, Teamentwicklung & Coaching, Systemische Supervision. Leitender Oberarzt der Psychosomatischen Nexus-Privatklinik Baden-Baden; Coach und systemischer Supervisor in eigener Praxis; Lehrtätigkeit im Bereich Psychosomatik und Medizinische Hypnose für die Universität Freiburg i. Br., die Bezirksärztekammer Südbaden sowie für die Milton Erickson Gesellschaft (MEG) und die Schweizerische Ärztegesellschaft für Hypnose (SMSH).

Uwe H. Ross, PD Dr. med.; Arzt für HNO-Heilkunde; Psychotherapeut (Verhaltenstherapie, Hypnose); Zusatzqualifikationen u. a.: Erickson'sche Hypnose, Business- & Health-NLP, Systemische Strukturaufstellungen, Systemische Paar- und Sexualberatung, Hypnosystemische Organisationsberatung, Teamentwicklung & Coaching, Systemische Supervision. Leitender Oberarzt der Psychosomatischen Nexus-Privatklinik Baden-Baden; Coach und systemischer Supervisor in eigener Praxis; Lehrtätigkeit im Bereich Psychosomatik und Medizinische Hypnose für die Universität Freiburg i. Br., die Bezirksärztekammer Südbaden sowie für die Milton Erickson Gesellschaft (MEG) und die Schweizerische Ärztegesellschaft für Hypnose (SMSH).
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TINNITUS – WAS TUN?


Sie wissen jetzt eine Menge über Ihr Hörsystem, die Entstehung von Tinnitus und verschiedene Formen von Geräuschintoleranz. Nun geht es darum, wie diese Störungen behandelt werden können, sodass sie verschwinden oder zumindest erträglich werden. In diesem Kapitel bekommen Sie einen Überblick über die gängigen Methoden. Sie erfahren, wie diese funktionieren und was sich in der Therapie besonders bewährt hat.

2.1 Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten


Tinnitus ist nicht gleich Tinnitus! So wie jeder Mensch einzigartig ist, so sind auch die Ohrgeräusche bei jedem Betroffenen verschieden. Eine Standardbehandlung nach Schema F, die jedem hilft, kann es also nicht geben. Vielmehr muss die Behandlung eines Tinnitus sorgsam und vor allem ganzheitlich auf die persönliche Situation des Einzelnen abgestimmt werden. Wir sind immer ganzheitlich »unterwegs«: Selbst eine scheinbar rein körperliche Erkrankung, etwa ein Knochenbruch oder ein grippaler Infekt, hat mehr oder weniger spürbare Auswirkungen auf unser seelisches Befinden und auch auf unsere sozialen Beziehungen, auf Partnerschaft, Familie und Beruf. Für den Tinnitus gilt diese ganzheitliche Verknüpfung von biologischen, seelischen und sozialen Einflussfaktoren in ganz besonderer Weise.

2.1.1 Ruhe bewahren – Akuter Tinnitus ist kein Notfall


Entgegen der immer noch verbreiteten, aber überholten Einschätzung ist ein plötzlich auftretender Tinnitus oder Hörsturz kein Notfall, der sofort behandelt werden muss. Denn die Wahrscheinlichkeit der spontanen Besserung innerhalb der ersten Tage nach dem Auftreten ist hoch. Panikmache wie »Wenn man nicht innerhalb von 24 Stunden behandelt, ist das Gehör verloren!«, die sich bereits in dem Unwort Hör»sturz« ausdrückt, ist also unangebracht und zudem stressfördernd (besser: »akuter Hörverlust«). Nicht selten ist so eine alarmierende Fehlinformation der Beginn des eigentlichen Leidens. Denn das, was uns Angst macht, wird auf diese Weise noch mehr ins Scheinwerferlicht unserer Aufmerksamkeit gerückt!

Dennoch sollten Tinnitus und/oder Hörsturz zügig von einem HNO-Arzt untersucht und behandelt werden. Untersuchungen zeigen: Für die Erholung des Gehörs (bei Hörsturz oder Tinnitus) spielt es keine Rolle, wann nach dem Erstauftreten von Tag eins bis sieben mit der Behandlung begonnen wird. Es sollte allerdings innerhalb einer Woche geschehen (Egli Gallo et al. 2013). Ein Tinnitus oder Hörsturz ist somit kein Notfall, sondern eher ein Eilfall mit aufgeschobener Dringlichkeit (Michel 2022).

Oftmals hilft der Körper sich selbst

Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Ausheilung ohne jegliche Behandlung bei akutem Tinnitus ebenso wie beim Hörsturz bemerkenswert hoch: Verschiedenen Untersuchungen zufolge geschieht das in bis zu 68 von 100 Fällen (Überblick in Labus et al. 2010, Singh a. Irugu 2020). Der Organismus ist somit offenbar in hohem Maße in der Lage, Hörstörungen selbst zu heilen.

Die richtige Beratung

Bereits in der Frühphase des Auftretens von Ohrgeräuschen ist eine gute Beratung durch den betreuenden HNO-Arzt wichtig. Er sollte Sie beruhigen, Ihnen die Angst vor dem Tinnitus nehmen. Leider hören Tinnitus-Betroffene immer wieder Äußerungen wie: »Da kann man nichts machen, damit müssen Sie leben.« In diesem Fall sollten Sie sich als Betroffener einen Ansprechpartner suchen, der mehr Erfahrung mit dem Thema Tinnitus hat und Ihnen hilfreiche Therapiemöglichkeiten aufzeigen kann.

2.1.2 Therapieangebote sorgfältig prüfen


»Alternative« Verfahren haben Konjunktur, und die Verfahren der Schulmedizin werden heutzutage bisweilen etwas abschätzig betrachtet. Doch auch in der Alternativmedizin ist nicht alles Gold, was glänzt. Wenn Sie also eine »alternative« Heilmethode außerhalb der Schulmedizin ausprobieren möchten, prüfen Sie diese vorher bitte sehr genau! Folgende Fragen sollten Sie offen ansprechen:

  • ? Was ist als Behandlungserfolg zu erwarten? Und was wird in diesem Fall als Erfolg definiert?
  • ? Wie viele gleichermaßen Betroffene wurden bereits behandelt?
  • ? Welche Art von Erfolg ist eingetreten? In wie viel Prozent der behandelten Fälle?
  • ? Nach welcher Zeit und nach wie vielen Behandlungen ist mit dem Erfolg zu rechnen?
  • ? In wie viel Prozent der behandelten Fälle hatte die Methode nachhaltige Wirkung?
  • ? Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  • ? Und schließlich: Was kostet die Behandlung?

Bei der Auswertung der Informationen, die man Ihnen gibt, sollten Sie auch berücksichtigen: Wie lange haben die Ohrgeräusche bereits bestanden? Denn insbesondere bei akutem Tinnitus – wie auch beim »Hörsturz« – sind die Chancen einer kompletten spontanen Ausheilung auch ohne Behandlung sehr hoch, nämlich bis zu 68 Prozent. Eine wirkungsvolle Behandlung sollte daher in deutlich mehr als 68 von 100 behandelten Fällen zu einer Ausheilung führen.

WICHTIG: Gestalten Sie Ihre Therapie mit!

Bereits in der Frühphase des Auftretens von Ohrgeräuschen müssen körperliche, seelische und soziale Einflussfaktoren berücksichtigt und ganz individuell gewichtet werden. Ziel ist es herauszufinden, von welcher Ebene aus (der biologisch-körperlichen, seelisch-geistigen oder sozialen) die störende Tinnitus-Wahrnehmung am ehesten positiv beeinflusst werden kann – wohlwissend, dass sich Veränderungen auf der einen auf alle anderen Ebenen auswirken.

Worüber Sie mit Ihrem Arzt sprechen sollten

Gehen Sie mit dem Arzt Ihres Vertrauens auf folgende wichtige Aspekte ein:

  • ? Fragen Sie nach Informationen über die Entstehung von Ohrgeräuschen und danach, was sie aufrechterhält.
  • ? Teilen Sie Ihre Ängste und Sorgen in Bezug auf die Ohrgeräusche mit, nur so kann Ihr Arzt darauf eingehen.
  • ? Äußern Sie Ihre eigenen Vermutungen und Vorstellungen, wie das Ohrgeräusch bei Ihnen entstanden sein könnte.
  • ? Schildern Sie Ihre aktuelle Lebenssituation in Bezug auf besondere Stressfaktoren, vorangegangene oder momentane kritische Ereignisse in Partnerschaft, Familie und/oder Beruf.
  • ? Erfragen Sie, was Sie darüber hinaus wissen möchten.

Auf diese Weise kann in Übereinkunft zwischen Ihnen und Ihrem Arzt ein ganzheitlicher Behandlungsplan entwickelt werden, der sowohl den medizinischen Erfordernissen als auch Ihren ganz persönlichen Bedürfnissen gerecht wird.

Ungeeignete Methoden

Experten sind sich einig, dass folgende Behandlungsverfahren wegen zweifelhafter Wirksamkeit beim Hörsturz und auch zur Behandlung beziehungsweise Beseitigung von Tinnitus kritisch zu sehen sind:

  • ? Sauerstoff-Atmung bei normalem Umgebungsdruck,
  • ? Ozon-Therapie,
  • ? jede Form von Laserbehandlung,
  • ? Eigenblutbehandlung,
  • ? Akupunktur oder Elektroakupunktur als alleinige Behandlungsform,
  • ? Suggestive Psychotherapie,
  • ? Klangtherapie nach Tomatis.

Wie Studien zeigten, kann auch eine Amalgamsanierung den Tinnitus nicht tatsächlich heilen oder beseitigen. Die alleinige Anwendung von Homöopathie, Traditioneller Chinesischer Medizin oder Bachblütentherapie ist zur Behandlung von Tinnitus ebenfalls ungeeignet, was erfahrene und ernstzunehmende Anwender dieser Verfahren bestätigen.

Auch die Behandlung von Tinnitus mit Geräuschen (Noiser) oder Klangtherapie erbrachte keinen zusätzlichen Vorteil gegenüber Placebo oder Aufklärung und Beratung. Rauschgeneratoren oder Noiser, die in der ursprünglichen Form der Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT, Jastreboff a. Hazell 1993) Anwendung fanden, werden bei Tinnitus daher nicht mehr empfohlen (AWMF 2021). Musiktherapeutische Ansätze und Sound Therapie werden im Kapitel »Akustische Ansätze« (ab S. 93) gesondert besprochen.

Auf die transkranielle Magnetstimulation bei Tinnitus zur Beeinflussung der Nervenzellaktivität des Hörgehirns (auditorischer Kortex) sollte wegen mangelnder Wirksamkeitsnachweise verzichtet werden (AWMF 2021).

Bewährte Methoden

In den folgenden Kapiteln bekommen Sie einen Überblick über wirklich erfolgreiche Behandlungsansätze. Damit können Sie sich den langen und kostspieligen Weg erfolgloser Behandlungen und wiederholter Enttäuschungen ersparen, den viele Betroffene hinter sich haben. Ich stelle Ihnen Methoden vor, deren Wirksamkeit wissenschaftlich...


Uwe H. Ross, PD Dr. med.; Arzt für HNO-Heilkunde; Psychotherapeut (Verhaltenstherapie, Hypnose); Zusatzqualifikationen u. a.: Erickson'sche Hypnose, Business- & Health-NLP, Systemische Strukturaufstellungen, Systemische Paar- und Sexualberatung, Hypnosystemische Organisationsberatung, Teamentwicklung & Coaching, Systemische Supervision.
Leitender Oberarzt der Psychosomatischen Nexus-Privatklinik Baden-Baden; Coach und systemischer Supervisor in eigener Praxis; Lehrtätigkeit im Bereich Psychosomatik und Medizinische Hypnose für die Universität Freiburg i. Br., die Bezirksärztekammer Südbaden sowie für die Milton Erickson Gesellschaft (MEG) und die Schweizerische Ärztegesellschaft für Hypnose (SMSH).



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