Rosenthal | Die Ehre des jüdischen Soldaten | Buch | 978-3-593-38497-9 | sack.de

Buch, Deutsch, Band 24, 259 Seiten, Format (B × H): 141 mm x 213 mm, Gewicht: 331 g

Reihe: Campus Judaica

Rosenthal

Die Ehre des jüdischen Soldaten

Die Judenzählung im Ersten Weltkrieg und ihre Folgen

Buch, Deutsch, Band 24, 259 Seiten, Format (B × H): 141 mm x 213 mm, Gewicht: 331 g

Reihe: Campus Judaica

ISBN: 978-3-593-38497-9
Verlag: Campus


Viele Juden meldeten sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zum Militär. Doch bald hieß es, es gäbe nur wenig jüdische Soldaten, die noch dazu meist in der Etappe dienten. 1916 ordnete das preußische Kriegsministerium eine Zählung der jüdischen Soldaten an. Jacob Rosenthal untersucht erstmals, wie es zu dieser beispiellosen antisemitischen Maßnahme kam und wie die jüdischen Soldaten, aber auch die jüdische und nichtjüdische Öffentlichkeit im In- und Ausland darauf reagierten. Er zeigt, dass die 'Judenzählung' lange Schatten warf. Die Legende von den 'jüdischen Drückebergern' hielt sich viele Jahrzehnte lang. Erst 1961 wurde die Zahl der jüdischen Gefallenen – 12 000 – von der Bundesrepublik offiziell bestätigt.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Persönliches Vorwort
Einleitung

I. Vorgeschichte

Die Kampagne der deutschen Juden für den "Reserve-Offizier"
Die neue antisemitische Welle nach den Reichstagswahlen von 1912

II. Der Erste Weltkrieg

"Keine Parteien mehr, nur Deutsche" - der Burgfrieden von 1914
Das Abflauen des Burgfriedens
Der Ausschuss für Kriegsstatistik der jüdischen Organisationen
Erzbergers Antrag im Haushaltsausschuss des Reichstags
Die Stellungnahme führender deutscher Politiker zur "Judenzählung"
Der Erlass vom 11. Oktober 1916 und sein Echo im Reichstag
Der jüdische Protest gegen die "Judenzählung" und die Antwort der Regierung
Die Reaktion der Juden in Frankfurt am Main
Das Ende der Kontroverse
Berichte über die Zählung im Feld
Die jüdischen Organisationen und die "Zählung"
Die "Judenzählung" in der ausländischen jüdischen Presse
Weitere "Judenstatistiken" in Deutschland
"Jüdische" Debatten der letzten Kriegsjahre in deutschen Parlamenten
"Jüdische Drückebergerei" - Vorwürfe und Antworten in anderen Ländern
Die "Judenzählung" in den Erinnerungen jüdischer Soldaten
Erneuter außerparlamentarischer Antisemitismus in der zweiten Kriegshälfte
Das Ende einer Epoche

III. Die Nachwirkungen des Krieges in Revolution und
Weimarer Republik

Die Revolution von 1918 und die deutschen Juden - eine kurzlebige Illusion
Der "Statistikerstreit"
Die Debatte im 4. Unterausschuss des Parlamentarischen
Untersuchungsausschusses
Die "Dolchstoßlegende"
Die Reichswehr und die Juden in der Weimarer Republik
Der Kampf um die Ehre des jüdischen Soldaten und
der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten
Deutsche Kriegervereine und ihre Beziehung zu den Juden
Exkurs: Die Beerdigung meines Vaters
Offizielle Gefallenen-Gedenkfeiern und jüdische Anwesenheit
"Waren wir Drückeberger?"
Exkurs: "Ludendorff und Gondosch"
Ehrungen jüdischer Gefallener
Die Feierstunde des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten

IV. Im "Dritten Reich" und danach

Reichsarchiv gegen Reichsbund jüdischer Frontsoldaten
Die Nachprüfung des Gefallenen-Gedenkbuches
Die Anerkennung in der Bundesrepublik
Historiker und andere Intellektuelle, Juden und Nichtjuden,
über die "Judenzählung" und ihre Folgen

V. Antisemitismus und "Judenzählung" im Spiegel der Literatur

VI. Die Teilnahme der Juden am Ersten Weltkrieg in den Armeen der kriegführenden Nationen

VII. Rückblick - 90 Jahre danach

Anhang
Abkürzungen
Literatur
Personenregister


Nach dem Bekanntwerden des Erlasses vom 11.10.1916 breitete sich in Deutschland ein neues Klima aus. In den Parlamenten der deutschen Länder sowie in staatlichen und regionalen Institutionen begann man nach der Religion zu fragen und den Prozentsatz jüdischer Angestellter zu veröffentlichen (siehe Teil II in diesem Buch). Die "Risches-Episode" verschwand praktisch nicht mehr von der Tagesordnung. In der Nachkriegszeit - noch weit vor dem 30. Januar 1933 - gewann sie im sogenannten "Statistikerstreit" neue Bedeutung. Es handelte sich um die Veröffentlichung zweier Statistiken über die Beteiligung der deutschen Juden am Krieg. Die eine enthielt die Zahlen der offiziellen Statistik von 1916, die aus dem republikanischen Verteidigungsministerium in eine tendenziöse antisemitische Broschüre eingeflossen waren und von ihm bestätigt wurden. Die andere Statistik war das Ergebnis der seit Kriegsausbruch namentlich geführten Registrierung der jüdischen Kriegsteilnehmer durch die jüdischen Organisationen. Die Diskrepanz zwischen beiden wurde zum Gegenstand einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den deutschen Juden und ihren Feinden im nationalistischen Lager. Sie war eng verquickt mit der "Dolchstoßlegende", mit der die Rechtsparteien den vermeintlichen jüdischen "Drückebergern" ihre aktive Rolle in der Revolution von 1918 zum Vorwurf machten und ihnen die Schuld an der Niederlage und überhaupt an allen Miseren der Nachkriegszeit zuschoben. Zwar führt von diesen antisemitischen Parolen kein direkter Weg zum tragischen Ende der deutschen Judenheit, doch sie waren ein zentraler Faktor in der Propaganda der Nazis, die ihnen zu ihrer "Machtergreifung" am 30. Januar 1933 verhalf.


Jacob Rosenthal, 1922 in Nürnberg geboren und 1939 nach Palästina emigriert, promovierte an der Hebräischen Universität Jerusalem und ist Mitarbeiter der Gedenkstätte Yad Vashem.


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