E-Book, Deutsch, 84 Seiten
Reihe: TRIAS Rücken-Doc
Romagna Der Rücken-Doc: Spinalkanalstenose
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-432-11773-7
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die richtige Diagnose, die besten Therapien und die 20 wichtigsten Übungen
E-Book, Deutsch, 84 Seiten
Reihe: TRIAS Rücken-Doc
ISBN: 978-3-432-11773-7
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Gut leben mit Spinalkanalstenose
Wenn der Wirbelkanal, durch den das Rückenmark verläuft, verengt ist, spricht man von einer Spinalkanalstenose. Die Nerven haben nicht mehr ausreichend Platz und werden eingeklemmt. Das kann starke Rückenschmerzen und ausstrahlende Schmerzen in Arme und Beine verursachen. Zählen Sie zu den Betroffenen? Wollen Sie Ihre Schmerzen lindern und in Ihr Leben zurückfinden? Dann kann der Rücken-Doc Ihnen helfen.
- Mehr Wissen über Ihre Erkrankung: Was steckt dahinter, welche Therapieoptionen gibt es und wann hilft eine OP oder eine konservative Therapie?
- Selbst aktiv werden: Von Übungen bis Alltagstipps – was können Sie selbst tun, um Ihre Wirbelsäule zu unterstützen?
- Große Expertise: Dr. med. Alexander Romagna, Oberarzt an der München Klinik Bogenhausen, ist auf Wirbelsäulenerkrankungen spezialisiert und unterstützt Sie empathisch und kompetent.
Rückenschmerzen im Griff mit dem Rücken-Doc.
Zielgruppe
Gesundheitsinteressierte
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Die Anatomie: ein Blick hinter die Kulissen
Entdecken Sie die komplexe Struktur der Wirbelsäule, die als Hauptstütze des Körpers dient. Erfahren Sie, wie ihre verschiedenen Teile Flexibilität und Stabilität ermöglichen.
Die Wirbelsäule ist das zentrale Stützgerüst des menschlichen Körpers. Sie ermöglicht Flexibilität und die Fähigkeit zum aufrechten Stehen und setzt sich aus mehr als 30 Wirbeln zusammen: 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln, 5 Lendenwirbeln sowie 5 Kreuzbeinwirbeln und 3–4 Steißwirbeln, die das Steißbein formen.
Die Wirbelsäule
Von der Seite betrachtet zeigt die Wirbelsäule vier sanfte Krümmungen: zwei nach vorne gerichtete (Lordosen) im Hals- und Lendenbereich und zwei nach hinten gerichtete (Kyphosen) im Brust- und Kreuzbeinbereich. Diese Krümmungen ermöglichen der Wirbelsäule, Stöße und Belastungen flexibel zu absorbieren. Je nach Körpergröße misst sie bei Männern durchschnittlich etwa 70 Zentimeter, bei Frauen etwa 60 Zentimeter.
Die Wirbelsäule erlaubt vielseitige Bewegungen des Rumpfes und absorbiert dabei effektiv die entstehenden Lasten. Dank ihrer Flexibilität ist sie auch äußerst widerstandsfähig. Im Alltag, insbesondere bei sportlichen Aktivitäten und körperlicher Arbeit, ist sie großen Belastungen ausgesetzt, denen sie nur durch ihre spezielle Bauweise standhalten kann. Der Knorpelüberzug der Wirbelgelenke ist daher im Verhältnis zur Gelenkgröße der dickste im gesamten Körper.
Zusätzlich erfüllt die Wirbelsäule eine wichtige Schutzfunktion für das Rückenmark und für die aus ihm austretenden Nervenwurzeln, die im Wirbelkanal verlaufen. Ähnlich wie der Schädel für das Gehirn, bietet die Wirbelsäule knöchernen Schutz für das Rückenmark.
Bewegungssegmente: Grundbausteine der Wirbelsäule
Die sogenannten Bewegungssegmente sind dafür verantwortlich, dass sich die Wirbelsäule in verschiedene Richtungen bewegen kann. Sie ermöglichen ein Vor-, Rück- und Seitwärtsneigen sowie eine Rotation und bestehen aus der Bandscheibe, den Nervenwurzellöchern, den Wirbelbogengelenken und den Bändern.
Das Bewegungssegment
Bandscheiben – elastische Stoßdämpfer
Eine Bandscheibe befindet sich zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und ist so etwas wie der »Stoßdämpfer« unserer Wirbelsäule. Sie ist vor allem für die Federung des Segmentes verantwortlich und besteht aus einem weichen inneren Kern und einem äußeren Faserring. Bei Belastung gibt die Bandscheibe Flüssigkeit ab, der innere weiche Teil wird breiter und das führt zu einer Spannung des äußeren Faserringes: Druckkraft wird zu Zugkraft. Zusätzlich ermöglicht die Bandscheibe, dass die Wirbelkörper gegeneinander verschiebbar sind und damit die gesamte Wirbelsäule beweglich bleibt.
Nervenwurzellöcher – Öffnungen für empfindliche Fasern
Die Nervenwurzellöcher bezeichnen in der segmentalen Anordnung der Wirbelsäule die knöchernen Austrittspunkte der Nervenwurzeln der Wirbelsäule, der »Spinalnerven«. Ein Spinalnerv verlässt beidseits zwischen zwei Wirbeln den Wirbelkanal und zieht dann in die entsprechende Muskulatur bzw. in die spezifische Körperregion. Die Größe eines Nervenwurzelloches ist durch Änderung der Körperposition (z. B. Vornüberbeugen) in einem bestimmten Ausmaß variabel.
Wirbelbogengelenke – vielseitige Scharniere
Die Wirbelbogengelenke, oft auch »Facettengelenke« genannt, sind die kleinen Gelenke zwischen den Gelenkfortsätzen der benachbarten Wirbel. Anatomisch unterscheiden sich diese Gelenke an den verschiedenen Wirbelsäulenabschnitten in Form und Krümmung, was auch für die Wirbelkörper selbst gilt. Je näher am Kopf die Gelenke liegen, desto flacher und kleiner sind sie. Facettengelenke an der Lendenwirbelsäule sind gekrümmt und deutlich größer.
Bänder – stützende Verbindungen
Die Bänder der Wirbelsäule sind feste Bindegewebsstränge. Sie verlaufen sowohl zwischen eng benachbarten Wirbeln als auch über längere Abschnitte. Ihre Hauptaufgabe ist die Stabilisierung der Wirbelsäule, wobei sie auch die Rückenmuskulatur unterstützen können. Besonders relevant bei der Entwicklung einer Spinalkanalstenose ist das sogenannte »gelbe« Band (»Ligamentum flavum«). Es erhält seine gelbe Farbe durch elastische Fasern und verbindet die Wirbelbögen zweier benachbarter Wirbel hinter den Gelenken. Im Alter kann es verdicken sowie verhärten und letztlich zu einer Einengung des Wirbelkanals führen.
Rückenmark & Nervenwurzeln: Zentrum der WS
Das Rückenmark, als Teil des zentralen Nervensystems, verläuft innerhalb des Wirbelkanals und erstreckt sich vom Gehirn bis etwa zur Höhe des ersten oder zweiten Lendenwirbels. Es dient als zentrale Verbindung für Nervenimpulse zwischen Gehirn und restlichem Körper. Auf Höhe des ersten oder zweiten Lendenwirbels endet das Rückenmark und die unteren Spinalnerven verlaufen wie in einem Pferdeschweif weiter im Wirbelkanal bis zum Kreuzbein und darüber hinaus. Sämtliche Nerven entspringen dabei paarweise aus den Nervenwurzeln, steigen zunächst im Wirbelkanal ab und treten schließlich durch die Nervenwurzellöcher aus.
Die Spinalnerven sind für die Versorgung spezifischer Körperregionen zuständig, wobei sie jeweils einen bestimmten Hautbereich oder bestimmte Muskeln »innervieren«. Das bedeutet, dass sie Bewegungssignale vom Gehirn an die Skelett- und Organmuskulatur übermitteln und gleichzeitig sensorische Informationen wie Berührung, Schmerz oder Temperatur vom Körper zurück an das Gehirn leiten. Verletzungen des Rückenmarks oder der Spinalnerven können daher weitreichende Folgen für sämtliche Organsysteme haben.
Muskeln: kraftvolle Stütze
Die Muskulatur des Rückens besteht aus tiefen und oberflächlichen Muskeln, die unterschiedliche Funktionen haben. Besonders wichtig für eine aufrechte Haltung und eine Vielzahl von Bewegungen sind die tiefen Muskeln, die direkt an der Wirbelsäule liegen. Dabei sind die langen Muskeln für Bewegungen nach vorne und hinten zuständig, während die quer verlaufenden Muskeln Drehbewegungen unterstützen. Auch die Bauchmuskeln spielen eine wichtige Rolle: Sie entlasten die Wirbelsäule und verringern den Druck auf die Bandscheiben, was bei vielen Rückenproblemen hilfreich ist.
Die Rückenmuskulatur lässt sich in zwei Hauptgruppen unterteilen: die primären (ortsständigen) und die sekundären Muskeln. Die primären Muskeln verlaufen entlang der Wirbelsäule und werden von den hinteren Ästen der Spinalnerven gesteuert. Sie sind in zwei Haupttrakte unterteilt: den lateralen Trakt (seitlich) und den medialen Trakt (mittig). Der laterale Trakt umfasst Muskeln wie den M. iliocostalis und den M. longissimus, die oft zusammen als »sakrospinales System« bezeichnet werden. Der mediale Trakt umfasst Muskeln wie den M. spinalis und den M. semispinalis.
Die Muskeln des Rückens sind von einer Faszie (Bindegewebe) umhüllt, die auch die oberflächlichen Muskeln im Nackenbereich bedeckt. Zusätzlich gibt es sekundäre Muskeln, die meist die obere Körperhälfte bewegen, sowie die Muskulatur, die für die Beweglichkeit der Arme zuständig ist (z. B. der M. trapezius und der M. latissimus dorsi).
Zusammengefasst spielen die Muskeln des Rückens eine entscheidende Rolle bei der Körperhaltung und Bewegung, indem sie sowohl die Wirbelsäule stabilisieren als auch komplexe Bewegungen ermöglichen.
Drei Säulen, dreifacher Rückhalt
Ein Blick auf die Lenden-, Brust- und Halswirbelsäule: drei Bereiche mit einzigartigen Eigenschaften, die Stabilität und Flexibilität für den Körper bieten.
Die Lendenwirbelsäule
Der unterste Teil der Wirbelsäule wird als Lendenwirbelsäule (LWS) bezeichnet. Dieser Bereich besteht aus fünf Wirbeln, welche im sogenannten Kreuzbein enden. Die LWS hat eine lordotische Krümmung, was einem umgedrehten C entspricht: Wenn die Wirbelsäule als eine S-förmige Struktur betrachtet wird, stellt die Lendenregion den unteren Teil dieses S dar. Wirbel in der LWS sind die größten der gesamten Wirbelsäule, was zur Folge hat, dass auch der Wirbelkanal in diesem Bereich größer ist als der in der Hals- und Brustwirbelsäule.
Diese anatomischen Gegebenheiten machen die Lendenwirbelsäule jedoch auch anfällig für Schmerzen. Der Grund liegt in der hohen Belastung und den zahlreichen Bewegungen, die durch die Verbindung der Lendenwirbelsäule mit dem Becken entstehen. Diese Region ist somit besonders stark beansprucht, beispielsweise beim Heben schwerer Lasten oder beim Tragen schwerer Gegenstände.
Die Brustwirbelsäule
Die Brustwirbelsäule (BWS) besteht aus den 12 mittleren Wirbeln der Wirbelsäule. Diese Wirbel sind eng mit den Rippen verbunden und bilden den hinteren Teil des Brustkorbes zwischen Nacken und Zwerchfell. Dieser Teil der Wirbelsäule hat sehr schmale...




