E-Book, Deutsch, 199 Seiten
Reihe: Quartiersforschung
Rode / Wanschura Kunst macht Stadt
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-531-91920-1
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Vier Fallstudien zur Interaktion von Kunst und Stadtquartier
E-Book, Deutsch, 199 Seiten
Reihe: Quartiersforschung
ISBN: 978-3-531-91920-1
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
DI Dr. Philipp Rode ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Landschaftsarchitektur an der Universität für Bodenkultur in Wien und Partner des Planungsbüros zwoPK Landschaftsarchitektur.
DI Bettina Wanschura ist Gesellschafterin des Planungs- und Kommunikationsbüros PlanSinn mit Sitz in Wien.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Geleitwort;6
2;Geleitwort des Auftraggebers;7
3;Kunst macht Stadtlandschaft? – Landschaftsarchitektonische Vorbemerkung;9
4;Inhaltsverzeichnis;11
5;Kurzfassung ‚Kunst macht Stadt‚;14
6;1 Kunst macht Stadt: Was heißt das?;20
6.1;1.1 Arbeitsweise und Gliederung;21
6.2;1.2 Kunstproduktion mit Bezug zum Quartier – Begriffsklärung;23
7;2 Forschungsfragen und Methodik;29
7.1;2.1 Forschungsfragen;29
7.2;2.2 Forschen im Dialog – Methoden;30
8;3 Kunst macht Stadt – Wechselwirkungen;39
8.1;3.1 SOHO IN OTTAKRING und andere Kunst- und Kulturprojekte;40
8.2;3.2 Soziale Netzwerke im Brunnenviertel;54
8.3;3.3 Baulich-räumliche Entwicklungsdynamik;65
8.4;3.4 Stadtökonomie;84
8.5;3.5 Imagewandel des Brunnenviertels;108
8.6;3.6 Soziodemografische Entwicklung;117
8.7;3.7 Zusammenfassung;137
9;4 Kunst in der Stadt - drei Blitzlichter;144
9.1;4.1 Aktionsradius Augarten;144
9.2;4.2 Cultural sidewalk;152
9.3;4.3 WOLKE 7;158
10;5 Stadt macht Kunst;168
10.1;5.1 Macht Kunst Stadt? - Generalisierungen;168
10.2;5.2 Stadt macht Kunst - Kunst als Strategie der Quartiersentwicklung?;175
10.3;5.3 Hemmende und fördernde Faktoren für Kunstprojekte auf Quartiersebene;177
10.4;5.4 Hemmende und fördernde Faktoren für Kunstprojekte auf Projektebene;180
11;Literaturverzeichnis;185
12;Abbildungsnachweis;191
13;Anhang;193
13.1;Siglenverzeichnis;193
1 Kunst macht Stadt: Was heißt das? (S. 21)
Kunst- und Kulturprojekte übernehmen im stadtteilplanerischen Diskurs das Potential, als Impulsträger für quartiersbezogene Erneuerungsprozesse zu fungieren. Aktuell werden Überlegungen zur Übertragbarkeit von einzelnen Kunstprojekten auf andere stadträumliche Zusammenhänge angestellt.
So wird beispielsweise von der Stadt Wien das Ausgreifen des Kunstfestivals SOHO IN OTTAKRING auf das benachbarte Bezirksgebiet von Rudolfsheim / Fünfhaus thematisiert. Das dafür vorgesehene Quartier kann als benachteiligter Stadtteil mit hoher baulicher Dichte, schlechtem Zustand der Gebäude und Wohnungen, einem hohem Anteil an migrantischen Bevölkerungsgruppen und einer schlechten infrastrukturellen Ausstattung beschrieben werden.
Diese Diskussion steht im Kontext der Aufwertung benachteiligter Stadtgebiete, die in Wien seit 35 Jahren mit unterschiedlichen Instrumenten und Ansätzen im Rahmen der ‚sanften Stadterneuerung‘ geführt wird. Die dabei eingesetzten Instrumentarien wurden mit der Zeit verfeinert und auch verändert.
Kunstprojekte wurden in diese Diskussion erst relativ spät eingeführt, thematisch zu weit entfernt und wenig steuerbar muteten sie möglicherweise für stadtteilplanerische Herangehensweisen an. Mit dem Erfolg von SOHO IN OTTAKRING und anderer Kunstprojekte in Wien werden seit den 2000er Jahren diese Ansätze auch für die Stadtteilplanung als relevant erachtet. Die Stadt Wien sucht nunmehr nach innovativen Mitteln und Wegen, um benachteiligte Quartiere aufzuwerten.
Allerdings fehlte bisher sowohl eine querschnittorientierte Bearbeitung der Interaktion von Kunstprojekten und dem Stadtraum auf Quartiersebene, als auch eine Darstellung möglicher Faktoren, die die Etablierung und Entwicklung von Kunstprojekten beeinflussen. Von der Stadt Wien wurde deshalb die vorliegende Forschungsarbeit beauftragt, um aus bisher gemachten Erfahrungen zu lernen und bereits realisierte Entwicklungszusammenhänge besser zu verstehen.
Den Ausgangspunkt für die vorliegende Arbeit bilden folgende Fragestellungen: Was hat SOHO IN OTTAKRING bewirkt? Wie profitiert die Quartiersbevölkerung von diesem Kunstprojekt? Wie interagieren andere Wiener Kunst- und Kulturprojekte mit Quartiersentwicklung?
Welche Förder- und Hemmfaktoren können aus der Beispielanalyse für die Quartiersentwicklung und Kulturförderung abgeleitet werden? Am Beispiel von SOHO IN OTTAKRING und drei anderer Wiener Kunstprojekte werden diese Fragen in Fallbeispielen beantwortet. Der Fokus der Untersuchung liegt auf Prozessen der Quartierserneuerung im dicht bebauten Stadtraum. Mit der Darstellung dieser vielschichtigen Prozesse wird sichtbar, welche Wechselwirkungen zwischen Kunst-/Kulturprojekten, Quartiersstruktur, Förderinstrumenten und Community-Building bestehen. D
araus soll Wissen und Verständnis für zukünftige Prozesse in Quartieren vergleichbarer Städte generiert werden. Ziele und Nicht-Ziele Die vorliegende Publikation beschränkt sich auf die Darstellung von Phänomenen und der Formulierung von Hypothesen als Anregung für weitere Studien und Umsetzungsprojekte sowie auf die Darstellung hemmender und fördernder Faktoren für Kunst- und Kulturprojekte, die mit dem Quartier interagieren.
Das Ziel der Forschungsarbeit liegt in der Erarbeitung eines fundierten Beitrags zum Diskurs über Rolle und Potenziale von Kunst und Kultur in Prozessen der Quartiersentwicklung. Die vorliegende Publikation bietet keine Handlungsanleitung an, mit der Kunst- und Kulturprojekte ‚installiert‘ und für Zwecke der Stadt(teil)planung nutzbar gemacht werden kann. Im Gegenteil kann es gerade nicht um die Formulierung einer Rezeptur gehen, die in unterschiedlichen Stadträumen angewandt wird.
Ebenso unterschiedlich wie die dargestellten Projekte sind deren stadträumliche und sozio-kulturelle Kontexte, deren jeweilige spezifische Bearbeitung einen wesentlichen Erfolgsfaktor darstellt. Die vorliegende Arbeit versucht zwar, Faktoren zu artikulieren, die ein erfolgreiches Kunst- und Kulturprojekt wahrscheinlicher machen, dies ersetzt jedoch nicht die Auseinandersetzung mit dem konkreten Ort und dessen Bedürfnisse nach eingesetzten Strukturen, Ressourcen und Kunstformen.




