E-Book, Deutsch, Band 5, 400 Seiten
Reihe: Black-Reihe
Rocky Black Neverland - Das Ende in uns
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-69157-011-3
Verlag: Sternfeder Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Band 5 der Dark Reverse Harem, Forbidden Love Black-Reihe im Morata-Universe
E-Book, Deutsch, Band 5, 400 Seiten
Reihe: Black-Reihe
ISBN: 978-3-69157-011-3
Verlag: Sternfeder Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Kindle-#1-Bestsellerautorin Ana D. Rocky ... Düster, leidenschaftlich, tiefgründig und verheerend emotional. Ana führt euch aus der tiefsten Finsternis ins Licht. Dabei schöpft die Autorin aus ihren eigenen Erfahrungen und einer Schwäche für die verlorenen Seelen, die ihr dunkles Herz höher schlagen lassen. Grenzen werden überschritten, Tabus gebrochen, die Reise durch den liebevollen Wahnsinn beginnt. Doch am Ende wird alles gut. Ganz nach dem Motto: Dream a little (dark) dream ... Um keine Neuerscheinung zu verpassen, klicke auf den Folge-Button. Ana freut sich über jede persönliche Nachricht. Schau gern auf Instagram, TikTok & Co. vorbei, oder auf ihrer Webseite. Dort gibt es News und vieles mehr.
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Wie alles endete
99,9%
100 Bürstenstriche am Tag sorgen für glänzendes Haar. So sagt man. Emi kümmert sich um mich und bringt in Ordnung, was schon wieder falsch gelaufen ist. Vor Stunden bin ich zurückgekommen, wurde sofort von Eve in Augenschein genommen und habe Antibiotika bekommen. Wundinfektion war ihre wenig überraschende Diagnose unter vier Augen, weshalb bereits zwei Tabletten geschluckt sind. Auf meine sonstige Verfassung ist sie nicht eingegangen. Stattdessen hat sie mir ein Röhrchen Blut abgezapft und mich genötigt, ins Töpfchen zu pinkeln. Seitdem liegt über dem Haus eine Grabesstille. Das Zimmer wurde zu meinem Sarg und die in mir wütende Hitze ersetzt das Krematorium. Nicht genug! Nachdem, was heute passiert ist, verbrenne ich noch nicht genug.
»Hatte Mum nach mir gefragt, Em?« Diesmal ist es kein Themenwechsel, in den ich mich flüchte, sondern Furcht. Früher wäre sie mir nicht von der Pelle gerückt. Jetzt werde ich ausgesperrt.
Meine Freundin schüttelt den Kopf. »Als ihr aufgebrochen seid, ging der Streit zwischen Caitlyn und ihr in die zweite, dritte und vierte Runde. Deutliche Worte sind gefallen, Fleuri. Ich denke, dass sie nun Zeit braucht. Auch wenn ich Cat nicht einschätzen kann, war sie schonungslos ehrlich und traf mit vielem wunde Punkte. Gloria trägt an dem verunsicherten Mädchen im Spiegel durchaus eine Mitschuld.«
Wieder gleitet die Bürste durch feuchtes Haar, weil ich trotz Eves Empfehlung, strikte Bettruhe zu halten, mir den Tag vom Körper waschen musste. Ein Ring. Eine Frage. Eine Waffe. Endstation.
»Wurde er ... gefunden?« Noch mehr Furcht flutet mich.
»Das weiß ich ehrlicherweise nicht. Wenn eine Familie in der Lage ist, still und heimlich zu operieren, dann die Moratas. Caitlyn rekrutierte die Sippe mit nur einem Fingerschnippen und schwuppdiwupp saß ich allein im Spa. Sogar Holly ist mit aufgebrochen. Wenig später bin ich dir ja nicht mehr von der Seite gewichen. Fleuri ..., Kopf hoch, es kommt schon wieder alles in die Reihe.«
»Diesmal nicht, Emma.«
Anstatt ins gleiche Horn zu blasen, startet sie damit, meine verspannten Schultern zu massieren. »Was hältst du davon, wenn wir die guten alten Zeiten aufleben lassen und jetzt die Facetime mit Danielle nachholen? Das bringt dich sicher auf andere Gedanken.«
»Meinst du denn, sie ist noch wach? Morgen ist doch Schule.«
»Seit wann juckt dich das?«
»Seit ich keine Ahnung mehr habe, wer ich bin, Emi.« Aus Reue senke ich die Lider. Immer waren wir ehrlich zueinander. Jetzt schlucke ich herunter, halte sie auf Abstand und empfinde keine Freude mehr über die Rückkehr in vergangene Zeiten und in unser Dreiergespann. Dort, wo etwas fehlt, wurde ein schwarzes Loch geboren.
Ein paar Zentimeter rutsche ich mit dem Stuhl zurück, schlage mir die Wolldecke enger um den Körper und schlurfe wackelig hinüber zum Fenster. »Genauso ..., bis tief in die Nacht hinein habe ich als kleine Flores auf meinen Dad gewartet, gehofft und gebetet, dass er zu mir zurückkehrt. Dreizehn Jahre später war es dann endlich so weit. Christopher McGhee öffnete mir die Tür, ließ mich hinein in sein bescheidenes Reich und ich habe auf ihn geschossen. Im Nachdem er Zeuge wurde, wie mich meine Stiefbrüder liebten. In Phoenix hatte er seinen Sündenbock gefunden, wollte ihn büßen lassen. Dann geriet alles außer Kontrolle und der Mann, der mich zur Frau will, fiel aus dem Leben.« Meine Finger formen eine Waffe und ich blicke mir über die Schulter. »Peng. Peng. Zwei Schuss, überall Blut. Ich trage Roccos Ring und dennoch gehöre ich nicht ihm allein.«
»Seinen Ring? Rocco Moratas Ring? Der Ring des tattooed Guys? Ein Ring von Mr. Hottness Himself? Der mit dem Piercing zwischen deinen Beinen tanzt? Oh. Mein. Gott. Ich muss ihn sehen.«
»Hast du mir nicht zugehört?«, frage ich irritiert, weil ich ihr meine Schuld offenbart habe und sie überhaupt nicht darauf eingeht. Dennoch strecke ich ihr meine linke Hand entgegen. Vergeblich wird jeder Finger einzeln begutachtet, dann wieder fragend mit mir Blickkontakt aufgenommen.
»Wo?«
»Als Anhänger an Phoenix Armband. Rocco war es, der einen Platz neben dem Kleeblatt passend fand. Vorerst.«
Hände werden sich über den Kopf geschlagen, die Backen aufgeplustert, mehrmals geblinzelt, nach den richtigen Worten gesucht. »Uff ...«
»Siehst du mich denn gar nicht mit anderen Augen?«
»Wie könnte ich, Fleuri. Dein Dad ist selbst schuld. Er hat seiner Tochter unvorstellbares Leid zugefügt. Damals und heute.«
Leise klopft es an der Tür, sodass wir unser Gespräch sofort beenden und in Richtung des Geräuschs blicken. »Darf ich hereinkommen, Honey?«
Herzklopfen. Herzstolpern. Herzrasen. Herzensangst. »Ja«, antworte ich schmal. Natürlich lässt sich Caitlyn das nicht zweimal sagen. Umgehend tritt eine Frau ein, die stundenlang fürchterlich geweint haben muss. Ihre Augen wirken verquollen, das Gesicht übersät mit rötlichen Flecken. Der pure Schrecken hat Einzug gehalten, springt sofort auf mich über.
»Nein. Nein. Nein. Bitte nein.« Wie ein Mantra wiederhole ich die Worte, als könnte ich dadurch Geschehenes abwenden. In wenigen Schritten bin ich bei ihr und falle vor Phoenix Mum auf die Knie. »Nein ..., sag mir, dass er nicht ...« Zutiefst verzweifelt schlage ich mir die Hand vor den Mund, weil ich das nicht aussprechen kann. »Cat ...«
Schweigend hilft sie mir wieder auf die Füße, streicht mir die Haare aus der Stirn und küsst mich liebevoll auf die Wange, verharrt so für einen Moment. Wir haben uns so gehasst. Davon ist nichts mehr übrig. Sie versteht mich. »Es war nicht leicht, Flores. Pausenlos hat er deinen Namen gesprochen. Nur deshalb bin ich nicht zu spät gekommen. Deinetwegen. Und dafür werde ich dir auf ewig dankbar sein. Mein Sohn wartet im Kaminzimmer auf dich.«
In Lichtgeschwindigkeit fällt die Wolldecke zu Boden und ich stürme barfuß drauflos, um doch noch einmal zu stoppen, mich zu ihr zu drehen. »Trotz später Stunde möchte ich etwas verkünden, Cat. Kannst du alle in zwanzig Minuten in den Pavillon bitten? Auch Gloria?«
»Bist du dir sicher, Honey?«
»Zu eintausend Prozent!« Mit diesen gewichtigen Worten streife ich mein ewiges Fluchtverhalten ab, stelle mich den unvermeidbaren Tatsachen.
Nur mit einer zerschlissenen Jogginghose bekleidet und in ein ausgeleiertes T-Shirt gehüllt, mache ich mich auf den Weg. Spitzes Geröll bohrt sich in meine Fußsohlen, das Fieber zerrt an mir, der Wind pustet mich ordentlich durch. Meter für Meter arbeite ich mich den Weg entlang, bis ich kurz vor dem Ziel das Tempo herausnehme. Jedes Härchen richtet sich auf, weil ich ihre Schatten erkenne. Drei der Moratas stehen Spalier.
»Bitte verkauft das Strandhaus nicht.« Ich spreche ohne Barriere, frei heraus. Verflogen ist jeglicher Zweifel an dem, was ich brauche. »Der ist mein Fixpunkt, der zweite Stern rechts. Vielleicht finde ich irgendwann nach Hause zurück.« Sie könnten mich aufhalten. Sie könnten verhindern, dass ich uns offenbare. Sie könnten so vieles. Angel, Sage und Rocco lassen mich gewähren. Weil ich ihre Königin bin.
Von einer unendlichen Ruhe erfasst trete ich durch die Glastür, bleibe vor dem Durchgang zum Kaminzimmer stehen. Überrascht lausche ich einer Melodie, die ich nicht erwartet habe. Spielt er? Kaum traue ich mich, weiterzugehen, ihn bei diesem zerbrechlichen Moment zu stören. Fest bausche ich den Stoff des Shirts in meiner Hand, als wäre ich so in der Lage, mein Herz zusammenhalten. Ebenso, wie es bei dem melancholischen Klang seiner Stimme bricht, heilt es.
Stück für Stück arbeite ich mich vor. Im Kamin züngelt das Feuer, was den Raum rotgolden tüncht. Gemächlich knackt es. Mal lauter, mal leiser. Vereinzelte Funken sprühen und frisch aufgeschichtete Holzscheite sorgen für eine intensive Wärme, die meine eigene Hitze weiter verstärkt. Er hat es nicht getan, ist nicht dorthin fortgegangen, wo ihm keiner von uns folgen kann. Schluchzer für Schluchzer verselbstständigen sich und ich bin außerstande, etwas dagegen zu tun. Ich liebe diesen Kerl so verdammt sehr.
»Wir beide oder keiner«, flüstere ich seine Worte von vor Wochen nur für mich bestimmt. Dennoch hört er sie, schenkt mir einen kurzen, unendlich verlorenen Augenaufschlag.
»Komm näher, Baby.«
Kratzig, weich, rau, dreckig und so sinnlich. Phoenix ruft mich und ich folge. Leicht nach vorn gebeugt sitzt er auf einem der Stühle, hält die E-Gitarre wie einen Anker, der ihn das hier durchstehen lässt. Irgendwie.
»Du bist zurückgekommen. Trotz allem.«
»Und du bist krank, schaffst es kaum, dich auf den Beinen zu halten. Bitte setz dich, Flores. Ich will nicht, dass du gleich umkippst.«
»Das passiert schon nicht. Mittlerweile bin ich hart im Nehmen.«
Haare werden sich aus dem Gesicht gestrichen, diesmal länger Blickkontakt aufgenommen. »Das bist du. Verdammt, das bist du.« Eindeutig, zweideutig, mehrdeutig. Er und ich. Wir sind Feuer, Wasser, Wind und Erde in einem.
Vorsichtig rutsche ich so dicht heran, dass ich wie ein Kind unterm Weihnachtsbaum erwartungsvoll die funkelnden Lichter bestaune. Zaghaft lege ich meine glühende Stirn auf sein Knie. »Versprichst du mir, dass du nie wieder verschwindest, Phinx?«
Mir bleibt nicht verborgen, dass er mich berühren möchte, es sich jedoch verbietet. So verharren wir für eine Weile, bis er sich mir öffnet. »Mum hat mich heute gefunden, Flores. Und mir von Jackson erzählt. Wie er war, was sie an ihm geliebt hat und verzweifeln ließ. Ich bin wie er. Es ist in mir drin. Der Exzess, die Sucht, immerwährende...




