Robrahn | Hidden Worlds 1 – Der Kompass im Nebel | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 352 Seiten

Reihe: Hidden Worlds

Robrahn Hidden Worlds 1 – Der Kompass im Nebel


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7336-0374-8
Verlag: Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 352 Seiten

Reihe: Hidden Worlds

ISBN: 978-3-7336-0374-8
Verlag: Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein packendes Urban-Fantasy-Abenteuer über den Kampf zwischen der Inquisition und den letzten verbliebenen magischen Wesen in unserer Welt. Der Kirche war es vor vielen Jahrhunderten gelungen, das Portal nach Avalon zu schließen. Elfen, Zwerge und andere Wesen strandeten in unserer Welt. Elliot Craig, Anfang 20 und wohnhaft in Edinburgh, taucht in die Welt des Merlin-Centers ein, einem Kaufhaus für alles Phantastische. Als er auf Informationen über einen Kompass nach Avalon stößt, beschließt er, das Geheimnis um die sagenumwobene Insel zu entschlüsseln ... Band 1 der packenden Urban-Fantasy-Trilogie von Mikkel Robrahn. Alle Bände der »Hidden-Worlds«-Trilogie: Band 1: Der Kompass im Nebel Band 2: Die Krone des Erben Band 3: Das Schwert der Macht

Mikkel Robrahn, geboren 1991 in Norddeutschland, verbrachte einen Großteil seiner Jugend in phantastischen und virtuellen Welten unzähliger Videospiele. Da überraschte es auch niemanden, dass er nach der Schulzeit schnell eine Karriere in der Games-Branche begann. Mittlerweile reicht es ihm nicht mehr, nur die Welten anderer zu besuchen, sondern er entwickelt für seine Geschichten auch eigene.
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Kapitel 1


2019, Edinburgh, Schottland

»Du bist zwei Minuten zu spät«, sagte Bill mit einem Blick auf die Uhr.

»Sorry, der Bus stand im Stau«, erwiderte Elliot, wusste aber gleich, dass das seinen Chef nicht interessierte.

»Dann nimmst du das nächste Mal einen Bus früher, verstanden? Und nun ab nach vorne, wir brauchen dringend noch jemanden an der Kasse.«

Elliot streifte sich schnell sein senfgelbes Poloshirt über. Es war ihm zu groß, und er sah darin wie ein Junge aus, der die Klamotten seines großen Bruders auftragen musste. Aber Bill weigerte sich, Geld für passende Kleidung auszugeben.

Elliot fuhr sich mit der Hand durch die dunklen, lockigen Haare und eilte dann nach vorne. Zügig lief er durch die Küche, grüßte beim Vorbeigehen die Jungs an den Grills und kam in den Gästebereich. Beim Anblick der Schlange vor dem Tresen musste er schlucken.

Es war Freitagnachmittag, und im Schnellrestaurant war die Hölle los. Von den drei Dutzend Plätzen war jeder einzelne besetzt, manche Kunden aßen ihre Mahlzeit im Stehen. Eine lange Schlange hatte sich gebildet, und Cindy, die erst vor zwei Wochen hier angefangen hatte, war hoffnungslos überfordert. Im Sekundentakt gab sie Cola, Pommes und Burger raus, trotzdem wurde die Schlange nicht kürzer. Bills Burgerbude war für einen solchen Ansturm einfach zu klein. Es war wie ein Clownauto. Bloß ohne Clowns, aber mit hungrigen Gästen und vor Fett triefenden Burgern.

Elliot meldete sich an dem Kassiergerät an.

»Sie können sich auch hier anstellen.« Als hätte er Freibier für alle angekündigt, bildete sich sofort eine große Menschentraube vor seinem Tresen. Die Leute hatten Feierabend und verlangten ungesundes Essen.

Ihm standen heute acht anstrengende Stunden bevor. Er hasste diesen Job.

Seit drei Stunden hatte er jetzt schon Fastfood ausgehändigt und Geld einkassiert, da stand ein älterer Herr vor ihm. Schicker Anzug, frisch geschnittene Haare und Aktenkoffer. Typ Bankkaufmann.

»Eine Pommes und einen Cheeseburger ohne Käse bitte.«

»Dann bestellen Sie am besten den Hamburger. Der ist wie der Cheeseburger, bloß …«

Der Mann schnitt Elliot das Wort ab. »Wenn ich einen Hamburger hätte haben wollen, hätte ich ihn bestellt, junger Mann.« Er sprach in einem Ton, als wollte er Elliot gleich kündigen. So, wie er aussah, hatte er schon vielen Menschen gekündigt und konnte nachts trotzdem, oder gerade deshalb, gut schlafen.

»Das habe ich verstanden. Ich wollte …«

»Es ist mir egal, was Sie wollten. Ich will einen Cheeseburger ohne Käse, und ich bezahle dafür. Also tun Sie endlich, was ich verlange. So schwer kann das doch nicht sein, oder bringen sie euch nicht mal mehr das bei?«

Elliot wurde definitiv zu schlecht bezahlt für diesen Job. Resigniert tippte er im Kassensystem ein und schickte die Bestellung nach hinten in die Küche. Er wartete und sah dabei nach draußen, spürte aber den durchdringenden Blick des Geschäftsmanns, der auf einem Cheeseburger ohne Käse bestand. Elliot sah stoisch aus dem Fenster und beobachtete einen Vogel, der Burgerpapier aus einer Mülltonne pickte. Abgelenkt überhörte er das Klingeln aus der Küche, das verriet, dass die Bestellung fertig war.

»Wollen Sie mir das noch geben, bevor es kalt ist?« Mit der Schärfe eines Skalpells zerschnitten die Worte Elliots Gedanken.

Er schlurfte zur Durchreiche, die die Küche mit dem Verkaufsbereich verband, nahm die Pommes und den Cheeseburger ohne Käse und reichte sie dem Kunden.

»Guten Appe…«

»Sparen Sie sich das.« Eine Stimme, die Milch sauer werden ließ. Der Bankkaufmann drehte sich um und setzte sich an einen soeben frei gewordenen Tisch.

»Ich geh mal kurz vor die Tür und mach eine Pause«, sagte Elliot zu Cindy. Er marschierte nach hinten in den Mitarbeiterbereich und verließ das Restaurant durch die Hintertür. Dort lehnte er sich an einen Müllcontainer, in den sie abends immer die Reste schmissen, und atmete tief durch. Es war dunkel und die Luft angenehm kühl. Elliot brauchte einen Moment, um runterzukommen. Er durfte sich solche Begegnungen nicht zu Herzen nehmen, aber es gelang ihm nicht. Wieder zweifelte er daran, dass er das Richtige tat.

Mit Anfang zwanzig sollte man studieren, auf Partys gehen und Freunde treffen. Aber es waren weder Freunde noch Geld da, und würde er nicht arbeiten, kämen sein Vater und er nicht über die Runden. So simpel war die Rechnung.

Also brachte Elliot den Rest der Schicht hinter sich. Weitere unangenehme Begegnungen blieben ihm zum Glück erspart. Zwar kamen noch ein paar Leute, die weder Bitte noch Danke sagten, aber das war für Elliot okay.

Kurz vor Mitternacht war endlich Feierabend, er verabschiedete sich vom Team in der Küche und verließ den Laden, dann nahm er den Bus nach Hause. Eine halbe Stunde dauerte die Fahrt, und er freute sich immer darauf. Es half ihm, den Ärger und Stress von der Arbeit abzulegen, wenn er aus dem Bus starrte und seine Gedanken schleifen lassen konnte. Über Kopfhörer genoss er einen Song der Red Hot Chili Peppers, als die Musik plötzlich unterbrochen wurde. Elliot brauchte einen Augenblick, bis er realisierte, was der Grund dafür war.

In seiner Hosentasche vibrierte es. Elliot zog das Smartphone raus und sah auf das Display. »Billy«. Sein Chef. Er zögerte, immerhin hatte er Feierabend. Aber dann wischte er den Telefonhörer doch nach rechts und nahm das Gespräch an.

»Ja?«

»Hey Elliot, hier ist Billy. Wir beide haben wohl ein Problem.«

Er wusste nicht, was sein Chef meinte. »Was ist denn los?«

»Es fehlen fucking vierhundert Pfund in deiner Kasse.« Das spuckte er regelrecht aus. »Wo ist mein Geld?«

»Ich habe keine Ahnung«, erwiderte Elliot, und das war die Wahrheit. Er hätte es nicht vergessen, wenn er vierhundert Pfund aus der Kasse entwendet hätte. »Hast du nachgezählt?«

»Fucking drei Mal habe ich nachgezählt, Elliot!« Wieder lagen die Betonung und die ganze Wut auf dem .

»Das muss ein Fehler sein«, nuschelte Elliot. Die Situation überforderte ihn.

»Das ist kein Fehler, sondern Mathematik. Kann ich davon ausgehen, dass die vierhundert Pfund morgen wieder auf meinem Tisch liegen?«

»Ich hab das Geld nicht, wirklich«, beteuerte er. Elliot überlegte fieberhaft, und dann wurde ihm alles klar. Er hatte sich vor der Pause nicht von der Kasse abgemeldet. Cindy!

»Cindy hat …«

»Halt deinen Mund«, unterbrach ihn Billy. »Entweder das Geld ist morgen wieder da, oder du brauchst nicht wiederzukommen. So jemanden wie dich kann ich hier eh nicht gebrauchen. Schaffst es ja nicht mal pünktlich zur Arbeit.«

Elliot wollte etwas erwidern, ihn anflehen, ihm zuzuhören. Aber Billy hatte schon aufgelegt. Elliot hatte gerade mal fünfzig Pfund auf dem Konto und keine Möglichkeit, das restliche Geld aufzutreiben. Die Lösung aus dieser Gleichung bedeutete, dass er arbeitslos war. Und das war eine grauenvolle Nachricht.

Die Gedanken in seinem Kopf rotierten. Er dachte an seinen Vater, der seit einem Arbeitsunfall nur noch zu Hause rumsaß. Bei einer Verpuffung war er schwer verletzt worden, und sein halbes Gesicht war von Brandnarben geziert. Elliot würde zwar bestimmt in absehbarer Zeit einen neuen Job in einem Schnellrestaurant finden, aber sie waren mit der Miete im Verzug. Absehbar war zu spät.

Kurze Zeit später stieg er aus. Es war die Endhaltestelle, und wie immer war er der Letzte im Bus. Bis hierhin verirrte sich selten jemand. Mit hängendem Kopf schlurfte er nach Hause, in Gedanken, wie er aus dieser Nummer wieder rauskäme. Es schien ausweglos. Sein Vater und er würden mehr Schulden anhäufen müssen und letztlich aus dem Haus fliegen.

Gut, wegen des Hauses war er nicht sonderlich traurig. Es war total verschimmelt, die Tapeten kamen runter, und zwischen den Wänden hatten sich Ratten eingenistet. Ein Auszug war grundsätzlich also keine schlechte Sache, wenn man die Fakten betrachtete. Wenn die Alternative aber die Straße war, zog er ein verschimmeltes Loch mit Ratten als Untermieter vor.

Elliot ließ den Schlüssel ins Schloss gleiten, drückte die Türklinke runter, öffnete die Tür und wurde sofort vom Dröhnen des Röhrenfernsehers begrüßt. Das Teil lief Tag und Nacht und zog seinen Vater in den Bann. Seit dem Arbeitsunfall humpelte er, hatte Schmerzen und war auf eine Krücke angewiesen. Um die Zeit, die er einsam zu Hause verbrachte, zu füllen, saß er den ganzen Tag vor dem Fernseher und sah sich Dokumentationen über Afrika, Tiere und den Zweiten Weltkrieg an.

»Ich bin zurück.«

Aus dem Wohnzimmer kam ein Grunzen.

Elliot stand ein unangenehmes Gespräch bevor. Er zögerte es hinaus, ging in die Küche und goss sich ein Glas Wasser ein. Er trank es in einem Zug aus, dann massierte er seine Schläfen. Sein Kopf pochte mittlerweile, und er hatte das Gefühl, keinen klaren Gedanken mehr fassen zu können.

Aber es führte kein Weg daran vorbei. Die Info darüber, dass er seinen Job verloren hatte, war nichts, was sich herauszögern ließ wie die Fünf in Mathe in der Grundschule. Die ließ sich bis zum Elternabend vor seinem Vater geheim halten. Hausarrest hatte es trotzdem eingebracht.

Er stellte das Glas in die Spüle und trottete ins Wohnzimmer wie ein Tier zur Schlachtbank. Es war übersichtlich eingerichtet. Der Fernseher stand auf einem kleinen Beistelltisch, davor der Sessel mit seinem Vater. Neben einer Couch gab es ein Regal mit Büchern, die seit Jahren keiner mehr angefasst hatte,...


Robrahn, Mikkel
Mikkel Robrahn, geboren 1991 in Norddeutschland, ist seit vielen Jahren in der Gaming-Branche tätig. Da ihm aber nur Videospiele zu langweilig sind, schreibt er auch noch Bücher und versucht seinen Mops Oskar zum täglichen Gassigehen zu überreden. Das mit den Büchern klappt sehr gut, so ein Mops ist aber ein ziemlicher Dickkopf.

Mikkel Robrahn
Mikkel Robrahn, geboren 1991 in Norddeutschland, ist seit vielen Jahren in der Gaming-Branche tätig. Da ihm aber nur Videospiele zu langweilig sind, schreibt er auch noch Bücher und versucht seinen Mops Oskar zum täglichen Gassigehen zu überreden. Das mit den Büchern klappt sehr gut, so ein Mops ist aber ein ziemlicher Dickkopf.



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