Roberts | Versuchung für Schwester Bella | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Roberts Versuchung für Schwester Bella


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0562-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-0562-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Bella ist hin- und hergerissen: Soll sie als Privatschwester für Dr. Oliver Dawsons Mutter arbeiten? Dann müsste sie unter einem Dach mit ihm leben. Mit einem Mann, dessen Blicke sie sinnlich erschauern lassen - und der für sie doch nur Verachtung zu empfinden scheint ...



Alison wurde in Dunedin, Neuseeland, geboren. Doch die Schule besuchte sie in London, weil ihr Vater, ein Arzt, aus beruflichen Gründen nach England ging. Später zogen sie nach Washington. Nach längerer Zeit im Ausland kehrte die Familie zurück nach Dunedin, wo Alison dann zur Grundschullehrerin ausgebildet wurde. Sie fand eine Stelle als Lehrerin im Norden des Landes, wo sie ihren Traummann kennenlernte, der einen Wirbelsturm aus romantischen Gefühlen in ihr auslöste. Der Sturm gipfelte in der Hochzeit mit dem jungen Doktor und jetzigen Professor Mark. Es folgten zwei Jahre in Glasgow, Schottland. In dieser Zeit vollendete sie ihren ersten Roman - einen Medizinthriller mit einer ordentlichen Portion Romantik. Mit der Rückkehr nach Neuseeland begann ein neues turbulentes Kapitel in ihrem Leben, in dem sich alles darum drehte, sich um ihre kleine Tochter zu kümmern, ein altes Farmhaus zu renovieren, einen großzügigen Garten zu gestalten und ihre kleine Menagerie - Esel, Schafe, Hühner, Hunde und Katzen - zu versorgen. Neben ihrem Zuhause, der Familie und dem Schreiben engagiert sich Alison leidenschaftlich beim Rettungsdienst. Bei dieser Arbeit erhält sie viele Anregungen für ihre Arztromane. Die aufregenden Stunden im Einsatz und die Rettung von Patienten bilden den perfekten Ausgleich für die einsamen Stunden des Schreibens.

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1. KAPITEL

„Oh nein … nicht Sie schon wieder!“

Verwirrt drehte sich Bella Graham um. War etwa sie gemeint? Als sie den Besitzer dieses entsetzten Ausrufs sah, rutschte ihr das Herz in die Hose. Eigentlich wusste sie bereits, wer es war, bevor sie den Kopf gedreht hatte. Sie kannte diese knappe Art zu sprechen, die, zumindest ihrer Meinung nach, den sexy Klang einer so tiefen Stimme völlig zunichtemachte.

Allerdings war so ein Ausbruch vollkommen untypisch für ihn, er musste also noch entsetzter sein, sie zu sehen, als sein Tonfall vermuten ließ. Bella seufzte resigniert.

Oliver Dawson, der angesehene Neurochirurg hier im Krankenhaus St. Patrick, stand wie erstarrt vor dem Aufenthaltsraum der Station. Als wäre er vom Blitz getroffen.

Nachdem sie vom OP-Dienst auf die Geriatriestation gewechselt war, hatte sie sich so gefreut, nie wieder vor ihm wie eine Idiotin dazustehen, weil sie irgendwo dagegenrannte, ihren Mundschutz nicht vorschriftsmäßig trug, nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.

Einfach nicht … gut genug war. Bei allem.

Ihr hätte klar sein müssen, dass er auch auf dieser Station Patienten betreute. Alte Menschen erlitten Schlaganfälle oder bekamen Hirntumore, sie fielen hin und zogen sich Kopfverletzungen zu. Bellas Herz rutschte noch tiefer. Wenn sie so darüber nachdachte, würde sie Dr. Dawson hier womöglich häufiger antreffen …

Und ja, sie war gemeint, daran ließ sein finsterer Blick keinen Zweifel, der auch nicht vom warmen Schokoladenbraun seiner Augen abgemildert wurde. Und Himmel, in einem dreiteiligen Nadelstreifenanzug wirkte er noch einschüchternder als in der locker sitzenden OP-Kleidung.

Auch der entsetzte Tonfall war ihr leider vertraut, so oft, wie er sie schon zurechtgewiesen hatte. Bella seufzte erneut.

Dann setzte sie ein freundliches Lächeln auf. „Wie geht es Ihnen, Dr. Dawson?“

Seinen ungläubigen Blick bemerkte Bella kaum. Dazu war sie zu sehr damit beschäftigt, den Chirurgen, den sie zum ersten Mal ohne OP-Kleidung sah, zu mustern. Seine Haare waren sogar noch dunkler als seine Augen und genauso perfekt geschnitten wie sein Anzug. Oliver Dawson umgab eine Aura von Präzision und Kontrolle, die für einen Chirurgen wahrscheinlich ein enormer Pluspunkt war, leider wirkte er dadurch anderen gegenüber sehr kühl. Ihr Lächeln schien an einer Art Kraftfeld abzuprallen. Er ignorierte nicht nur ihre höfliche Frage, sondern schaute auch an ihr vorbei.

Was tun Sie hier?“

„Ich habe gerade meinen Dienst auf der Geriatriestation begonnen.“ Bellas erste Station im St. Patrick war der OP gewesen. Wenn sie drei Monate auf der gefürchteten Station der Älteren und Gebrechlichen hinter sich gebracht hatte, konnte sie sich auf die Kinderstation freuen – ihr eindeutiger Favorit. Da es noch ein paar Jahre dauern würde, bis sie eine eigene Familie gründen konnte, wollte Bella bis dahin die Zeit mit den Kindern anderer Leute genießen. Aber auch bei Kindern traten häufig neurochirurgische Fälle auf, oder? Wo wäre sie davor sicher, in Oliver Dawsons Augen nicht zu bestehen? Vielleicht in der Dermatologieambulanz, auf der Gynäkologie- oder der Geburtshilfestation?

Sein kurzes Kopfschütteln sagte ihr, dass sie seine Frage falsch beantwortet hatte. Welch Überraschung!

„Die Einzelheiten Ihres Dienstplanes interessieren mich nicht“, blaffte er. „Ich will wissen, was Sie jetzt gerade tun. Mit diesen Patienten.“

„Oh …“ Bella drehte sich um und sah die mitfühlenden Blicke von fünf älteren Menschen, von denen die meisten Brillen mit ziemlich dicken Brillengläsern trugen. Erst da hörte Bella wieder die Musik, die aus dem niedlichen kleinen Lautsprecher ertönte, den sie an ihren iPod angeschlossen hatte. Gute, alte Countrymusik, die einen mit den Füßen stampfen ließ. Sie konnte verstehen, dass es leicht unpassend wirkte. Außerdem war es laut.

„Ich stelle leiser“, sagte sie hastig und ließ ihren Worten gleich Taten folgen. „Ich musste lauter stellen, weil Wally schwerhörig ist und sonst den Takt nicht hören kann.“

Der rundliche, ältere Mann, der neben Bella stand, nickte heftig. „Stocktaub bin ich.“

Wally wurde ignoriert, etwas, was unhöflich genug war, um Bella zu verärgern. Typisch Chirurg, denkt, er ist so wichtig, dass er nicht höflich sein muss. Als er auch die anderen vier älteren Leute ignorierte, die still dastanden und immer nervöser wurden, wurde aus ihrer Verärgerung echte Antipathie. Vielleicht war dieser Mann Chirurg geworden, weil er lieber mit bewusstlosen Menschen zu tun hatte, oder es war ihm vollkommen egal, wie unwohl sich andere in seiner Gegenwart fühlten.

Der abschätzige Blick landete wieder auf Bella.

„Sie haben meine Frage nicht beantwortet.“

Sein Tonfall ließ vermuten, dass er an ihrem Verstand zweifelte. Ungefähr so wie in dem Moment, als er ihr erklärt hatte, sie sollte besser in einer Kinderkrippe arbeiten, wenn sie ihren Mundschutz wie ein Lätzchen trug.

Jetzt erwachte ihre rebellische Seite.

„Wir üben Line Dance“, informierte sie Oliver Dawson kurz angebunden. „Genauer gesagt lernen wir den Electric Slide.“ Sie lächelte ihre Patienten an, die ihr so unglaublich gelangweilt vorgekommen waren, als sie letzte Woche auf dieser Station angefangen hatte.

Sie zwang die älteren Leute zu nichts, und sie selbst hatte Pause. Verdammt noch mal! Also tat sie nichts Falsches. Bis dieser aufgeblasene Facharzt für Chirurgie sie unterbrach, hatten sie Spaß gehabt. Jetzt könnte es schwer werden, diese älteren Herrschaften davon zu überzeugen, wieder mitzumachen. Die arme Edna wirkte völlig verwirrt, und Wally schnaufte empört. Wahrscheinlich brauchte er bald seinen Inhalator. Beruhigend lächelte sie in die Runde.

„Wir waren schon richtig gut, oder? Machen wir für heute Schluss und versuchen es morgen weiter. Ich wette, dann klappt das Stampfen und Klatschen.“

Verity, die den Line Dance mutig mit der Hilfe ihres Rollators versucht hatte, erwiderte als Einzige ihr Lächeln.

„Das wäre schön, Liebes. Aber denken Sie daran, dass ich erst die Hühner füttern muss.“

Oliver schüttelte ungläubig den Kopf und wandte sich ab, als er sah, dass die Schwester ihre Patienten zurück zu ihren Stühlen vor dem Fernseher begleitete. Dort lief gerade eine Seifenoper. Dabei hörte er, wie sie mit der verwirrten alten Dame über die Vorzüge von verschiedenem Hühnerfutter diskutierte, nachdem sie dem übergewichtigen Gentleman empfahl, in seiner Bademanteltasche nach seinem Inhalator zu suchen.

Line Dance? Mit gebrechlichen, älteren Menschen, die so schon gefährdet waren zu fallen und sich zu verletzen?

Unverantwortlich … und leichtsinnig. Was hatte er auch von dieser Krankenschwester, deren Namen er nicht einmal kannte, erwartet?

Trotzdem hatte er sich an sie erinnert. Sogar in OP-Kleidung war sie eine Ablenkung mit ihren ungewöhnlich dunklen blauen Augen und den blonden Locken, die sich scheinbar nicht unter eine OP-Haube zwängen lassen wollten. Ihr Mund schien permanent zu lächeln – unpassend in der ernsten Umgebung eines OP-Saales. Und dann hatte sie seinen OP betreten, während ihr Mundschutz wie ein Latz um ihren Hals baumelte.

Auf dem Weg zum hinteren Teil der u-förmigen Station kam Oliver an der Schwesternstation vorbei und entdeckte eine weitere Schwester hinter dem Tresen.

„Sally?“

Die Stationsschwester sah vom Computerbildschirm auf. „Oliver! Du bist heute aber früh dran für deinen Besuch.“

„Ich habe gerade etwas Zeit, darum dachte ich, ich komme mal vorbei.“ Er räusperte sich. „Hast du eine Ahnung, was gerade in deinem Aufenthaltsraum vor sich geht?“

Sally lächelte. „Der Line-Dance-Kurs?“

Oliver konnte ihr Lächeln nicht erwidern. „Ja.“

„Das ist toll, nicht? Sie ist erst seit ein paar Tagen hier, aber ich habe noch niemanden gesehen, der so schnell einen Draht zu den Patienten bekommt wie sie.“

„Das kann ich mir vorstellen.“

Sally schien seinen trockenen Kommentar zu überhören.

„Sie bringt die Leute besser dazu, sich zu bewegen, als die Physio- oder Ergotherapeuten, weil es mit ihr Spaß macht. Daniel überlegt schon, Line Dance in seine Physiotherapieübungen einzubauen. Daran hat er vorher noch nicht gedacht, weil er sonst einzeln mit den Leuten arbeitet.“ Sally schüttelte den Kopf. „Wer hätte das gedacht? Eine junge Krankenschwester startet eine Revolution.“

Verärgert presste Oliver die Lippen zusammen. Wenn die Physiotherapeuten und andere Fachkräfte darüber glücklich waren, brachte es nichts, sein Missfallen zu äußern. Musste erst einer der Patienten stolpern und sich ein Handgelenk oder Schlimmeres brechen, bevor er einschreiten und diese unkonventionelle und dubiose Aktivität beenden konnte?

So frustrierend es war, leider war es nicht seine Entscheidung. Natürlich könnte er mit seinen älteren Kollegen in der Geriatrie sprechen. Ja … das sollte er tun. Normalerweise nutzte er diesen Einfluss nicht, aber vielleicht war das in diesem Fall nötig. Das hätte ihn zufriedenstellen sollen, aber stattdessen kam ihm ein sehr beunruhigender Gedanke. Er biss die Zähne zusammen.

„Lady Dorothy?“, fragte er kurz. Seine Mutter hatte doch sicher nicht ihre schwache Gesundheit gefährdet, indem sie an den unerhörten Aktivitäten einer dummen Krankenschwester teilnahm?

Sally sah ihn freundlich an. „Sie ist in ihrem Zimmer“,...



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