Roberts | Unsere italienische Affäre | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Roberts Unsere italienische Affäre


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-2138-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-2138-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Bei einer Wanderung an der Amalfifküste wird Mika von dem faszinierenden Rafe vor dem Absturz bewahrt. Schnell fasst sie Vertrauen zu ihm. Als er sie zärtlich in seine Arme zieht, gibt sie sich rückhaltlos hin. Ein Fehler? Noch ahnt sie nicht, wer ihr Retter wirklich ist ...



Alison wurde in Dunedin, Neuseeland, geboren. Doch die Schule besuchte sie in London, weil ihr Vater, ein Arzt, aus beruflichen Gründen nach England ging. Später zogen sie nach Washington. Nach längerer Zeit im Ausland kehrte die Familie zurück nach Dunedin, wo Alison dann zur Grundschullehrerin ausgebildet wurde. Sie fand eine Stelle als Lehrerin im Norden des Landes, wo sie ihren Traummann kennenlernte, der einen Wirbelsturm aus romantischen Gefühlen in ihr auslöste. Der Sturm gipfelte in der Hochzeit mit dem jungen Doktor und jetzigen Professor Mark. Es folgten zwei Jahre in Glasgow, Schottland. In dieser Zeit vollendete sie ihren ersten Roman - einen Medizinthriller mit einer ordentlichen Portion Romantik. Mit der Rückkehr nach Neuseeland begann ein neues turbulentes Kapitel in ihrem Leben, in dem sich alles darum drehte, sich um ihre kleine Tochter zu kümmern, ein altes Farmhaus zu renovieren, einen großzügigen Garten zu gestalten und ihre kleine Menagerie - Esel, Schafe, Hühner, Hunde und Katzen - zu versorgen. Neben ihrem Zuhause, der Familie und dem Schreiben engagiert sich Alison leidenschaftlich beim Rettungsdienst. Bei dieser Arbeit erhält sie viele Anregungen für ihre Arztromane. Die aufregenden Stunden im Einsatz und die Rettung von Patienten bilden den perfekten Ausgleich für die einsamen Stunden des Schreibens.

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1. KAPITEL

So fühlte sich also die Freiheit an!

Raoul de Poitier sog tief die Luft in seine Lungen, als er sich nach einem Aufstieg von rund zweitausend Stufen endlich der unglaublichen Aussicht widmen konnte.

Die ganze Welt lag zu seinen Füßen.

Nun ja … zumindest ein großer Teil der Amalfiküste am Mittelmeer. In weiter Ferne konnte er unten in Praiano einen blauen Punkt ausmachen – den Swimmingpool auf dem Dach des Hotels, in dem er übernachtet hatte. Daneben ragte der Glockenturm der uralten Kirche aus den weißen, mit Terrakottaziegeln gedeckten Häusern des kleinen Küstendorfes.

Hinter dem Dorf erstreckte sich bis zum Horizont das Meer, das im schwindenden Abendlicht in einem atemberaubenden Saphirblau leuchtete. Irgendwo dort draußen war seine Heimat, das Fürstentum Les Iles Dauphins. Die Delfininseln …

Raoul atmete mit einem Seufzen aus und spürte mit einem Mal so etwas wie Heimweh. Oder Schuld?

Sein Großvater war sehr krank. Sein Herz wurde zusehends schwächer und es war an der Zeit, die Verantwortung und Herrschaft an den Thronfolger zu übergeben.

Seine Großmutter würde sehr besorgt sein. Nicht nur um ihren geliebten Ehemann, sondern auch um ihren Enkel, den sie nach dem tragischen Tod seiner Eltern wie ihren eigenen Sohn aufgezogen hatte. „Ich verstehe dich nicht, Raoul. Urlaub … ja. Zeit, um dich auf das vorzubereiten, was vor dir liegt, und auf deine Ehe … Aber allein? Inkognito? Das bist nicht du und das passt einfach nicht zu dir.“

„Vielleicht ist es genau das, was ich herausfinden muss, Großmama, wer ich eigentlich bin. Und jetzt ist meine allerletzte Chance dazu.“

Nein, es war kein Schuldgefühl, was Raoul spürte. Er brauchte diese Zeit, um sich auf sich selbst zu besinnen. Um sicher zu sein, dass er bereit war, seine eigenen Bedürfnisse hintanzustellen, wenn dies dem Schutz und Wohle einer gesamten Nation diente – so klein diese auch sein mochte. Er war zweiunddreißig, doch bisher hatte er sich noch nie beweisen müssen. Natürlich hatten sich seine offiziellen Verpflichtungen auch auf sein Privatleben ausgewirkt, ein Prinz musste schließlich gewisse Regeln beachten. Doch trotz dieser Einschränkungen hatte Raoul den Beruf erlernen können, der ganz oben auf seiner Wunschliste gestanden hatte: Helikopterpilot.

Und über einen Mangel an schönen Frauen an seiner Seite konnte er sich auch nicht beklagen …

Doch all dies sollte sich sehr bald ändern. Die Grenzen, in denen Raoul sich bewegte, würden enger werden. Bald würden seine Tage bis auf die Minute genau durchgeplant sein.

Dass dieser Moment kommen musste, war ihm immer klar gewesen. Er war sich nur nicht sicher, ob er jetzt schon dafür bereit war.

Genau das musste er irgendwie herausfinden. Er wollte sich selbst testen, ganz auf sich allein gestellt sein. Aus diesem Grund hatte Raoul einen Ort gewählt, an dem niemanden wusste, wer er war.

War es vielleicht doch Heimweh, was er spürte? Er hatte ein eigenartiges Gefühl von Einsamkeit, das er nicht an sich kannte. Nein. Schon vor vielen Jahren, als er auf die besten Schulen Europas geschickt worden war, hatte er lernen müssen, mit Heimweh umzugehen. Raoul war gern auf Reisen, wenngleich die Liebe, die er für seine Familie und seine Heimat fühlte, ihn immer wieder nach Hause zog.

Es war wohl Erleichterung, was er fühlte. Er hatte Zeit gewonnen. Eine Gnadenfrist, bevor er sich der enormen Verantwortung stellen musste, eine Nation zu führen. Außerdem würde er heiraten müssen. Es handelte sich um eine Ehe, die seine Großeltern bereits arrangiert hatten, als er noch ein Kind war. Sie hatten dabei darauf abgezielt, zwei vergleichbare Fürstentümer miteinander zu verbinden, um damit beide zu stärken.

Raoul wandte seinen Blick vom Meer ab. Sein Fürstentum war von hier aus nicht zu sehen und er würde versuchen, Les Iles Dauphins für eine Weile aus seinen Gedanken zu verbannen.

Er war frei. Ein Rucksack mit dem Allernötigsten war alles, was er bei sich trug, und er konnte gehen, wohin auch immer er wollte. Seit gestern wusste niemand mehr, wo er war, und mit ziemlicher Sicherheit würde ihn hier auch niemand erkennen. Sein Haar wuchs schnell und er hatte bewusst den letzten Friseurtermin ausgelassen. Auch sein Bart war schon recht ansehnlich geworden. Mit der dunklen Sonnenbrille konnte er ohne Weiteres als Tourist aus Italien, Frankreich oder Spanien durchgehen.

Auf seinen Lippen formte sich ein Schmunzeln. Wenn er anstelle des Rucksacks auch noch einen Gitarrenkoffer auf dem Rücken hätte, würde er wahrscheinlich aussehen wie ein Zeitreisender aus den Sechzigern. Er war vollkommen auf sich selbst gestellt, und das – so schien es ihm – zum ersten Mal in seinem Leben. Keine Familie, keine Freunde und vor allem keine Bodyguards oder lauernden Paparazzi. Raoul konnte einfach er selbst sein.

Jetzt musste er nur noch herausfinden, wer genau das eigentlich war, denn er hatte den Eindruck, dass bestimmte Schichten seiner Persönlichkeit seit einer Ewigkeit verschüttet lagen. Bereits seine frühesten Kindheitserinnerungen waren mit dem Gefühl verbunden, sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten zu müssen. Im Gegensatz zu anderen Kindern wurden an einen Thronfolger schon von klein auf gewisse Forderungen gestellt.

Als Fünfjähriger hatte er die nationale Trauerfeier für seine Eltern ohne eine einzige Träne bis zum Ende durchgestanden. Danach hatte er sich ins Bett gelegt und so getan, als würde er tief und fest schlafen. Selbst bei den sorgsam für ihn ausgewählten Freunden hatte der kleine Thronfolger immer darauf geachtet, was er sagte. Und als junger Erwachsener war ihm stets bewusst gewesen, welche großen Opfer seine Großeltern gebracht hatten, die bereits ein Kind großgezogen hatten und danach noch einmal von vorn beginnen mussten. Das Gefühl, für immer und ewig in der Schuld seiner Großeltern zu stehen, hatte Raoul ständig begleitet.

Nie hatte er durch ein Besäufnis oder durch eine indiskrete Affäre einen Skandal verursacht. Beim Studium und bei der militärischen Ausbildung hatte er herausragende Leistungen erbracht, und danach hatte er als Helikopterpilot für Militärtransporte und Rettungseinsätze geglänzt. Die Reise hierher war im Grunde seine erste Auszeit!

Manchmal kam es ihm so vor, als sei sein Leben nichts als eine Aneinanderreihung von für die Öffentlichkeit inszenierten Fotografien. Das Bilderbuchleben eines glücklichen Prinzen. Und im nächsten Fotoalbum würde der ganze Prunk seiner Thronbesteigung abgebildet sein. Dann würden Bilder von seiner Hochzeit folgen und danach Fotos des nächsten Thronerben.

Das auf den Fotos abgebildete Glück war keine Illusion. Raoul liebte sein Leben und war sich darüber im Klaren, wie privilegiert er war. Doch sein Hunger nach dem Unbekannten war in letzter Zeit immer stärker geworden. Gab es etwas Greifbares, das die Essenz seiner Person bildete? Etwas, das auch dann existiert hätte, wenn er nicht als Prinz geboren worden wäre?

Ihm blieben vier Wochen. Um eine Antwort auf seine Fragen zu finden, wollte Raoul sich einer Herausforderung stellen, die ihn an seine Grenzen bringen würde. Sein Rucksack enthielt nur, was zum Überleben unbedingt nötig war – ein Telefon, einen gefälschten Ausweis, etwas Geld und Wechselkleidung. Der anstrengende Aufstieg zum Wanderweg von Praiano nach Positano war der Beginn zu einer sehr persönlichen Reise.

Doch war Raoul wirklich ganz allein? Das hatte er zumindest geglaubt.

Mit einem Stirnrunzeln blickte er auf den verschlungenen Pfad, der vor ihm lag. Er konnte Stimmen hören. Oder zumindest eine Stimme.

Eine Frauenstimme.

„Aiuto! Per favore aiutatemi …“

Das Schwindelgefühl war wie aus dem Nichts gekommen.

Und es hatte sie vollkommen gelähmt.

Tamika Gordon klammerte sich verzweifelt an die Felswand und wagte nicht, die Augen zu öffnen. Wenn sie es versuchte, würde ihr nur wieder schwindelig werden. Alles würde sich wieder zu drehen beginnen und nichts würde sie dann noch davor bewahren, diesen entsetzlich steilen Abhang hinunter in die Tiefe zu fallen. Doch selbst mit geschlossenen Augen konnte Mika den ungesicherten schmalen Wanderweg in aller Deutlichkeit vor sich sehen.

Hinzu kam noch, dass die Panik, die sie dazu gebracht hatte, um Hilfe zu rufen, fast genauso schrecklich war wie der gähnende Abgrund.

Noch nie zuvor hatte Mika aus heiterem Himmel einen Panikanfall bekommen. Das passte gar nicht zu ihr! Sie war ein Freigeist, stolz auf ihre Unabhängigkeit – und stolz darauf, sich nicht so leicht unterkriegen zu lassen! Natürlich war sie hart im Nehmen. Kein Wunder, wenn man als Kind von einer schrecklichen Pflegefamilie zur nächsten geschleift worden war, um dann als Teenager auf der Straße zu landen.

Alles, was sie in ihren neunundzwanzig Jahren auf dieser Erde bisher erreicht hatte, hatte Mika sich selbst erkämpft. Und sie war davon überzeugt, dass sie auch in Zukunft mit allen Herausforderungen, die das Leben für sie bereithielt, fertigwerden würde.

Doch das hier … das überstieg ihre Kräfte. Mit reiner Willensstärke hatte sie so lange sie konnte dagegen angekämpft, doch die Symptome waren nicht mentaler, sondern eher körperlicher Natur. Das Schwindelgefühl war immer schlimmer geworden, bis sie den Punkt völliger Hilflosigkeit erreicht hatte und nur noch ein schlotterndes Häuflein Elend war, das sich an einem Büschel trockenen Berggrases festhielt. Es war unendlich erniedrigend....



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