E-Book, Deutsch, Band 142024, 144 Seiten
Reihe: Julia
Roberts Der heißblütige Herzensdieb
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2485-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 142024, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-2485-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein riskantes Doppelspiel: Getarnt als Go-go-Tänzerin, soll die junge Detektivin Darcy Cawson herausfinden, wer auf dem exklusiven Partyschiff des Clubbetreibers Manuel López die Passagiere bestiehlt. Aber kaum sticht die 'Euforia' in See, beginnt es heiß zwischen der sexy Tänzerin und Manuel zu knistern. Immer unbezähmbarer brennt das Verlangen zwischen ihnen, bis Darcy in seinen Armen schwach wird. Dabei beschleicht sie bei ihren Ermittlungen ein schrecklicher Verdacht: Steckt etwa ihr Traummann höchstpersönlich hinter den Diebstählen an Bord?
Hinter Penny Roberts steht eigentlich ein Ehepaar, das eines ganz gewiss gemeinsam hat: die Liebe zum Schreiben. Schon früh hatten beide immer nur Bücher im Kopf, und daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Und auch wenn der Pfad nicht immer ohne Stolpersteine und Hindernisse war - bereut haben beide ihre Entscheidung, das Hobby zum Beruf zu machen, nie. Denn was kann es Schöneres geben, als mit der Kraft der eigenen Fantasie immer wieder neue Geschichten zu erzählen?
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
„Tut mir leid, aber ohne Passierschein kann ich Sie beim besten Willen nicht durchlassen, Señora.“ Der Mann in der dunkelblauen Uniform des Sicherheitsdienstes der Marina Port Ibiza schüttelte den Kopf. „Ich sagte Ihnen ja bereits, Sie müssen mit der Agentur, die Sie geschickt hat, Kontakt aufnehmen und sich die notwendigen Dokumente schicken lassen.“
„Und ich erklärte Ihnen bereits, dass ich nicht von einer Agentur geschickt wurde, sondern von Mara Luz López, der Miteignerin der Jacht.“ Darcy Cawson stemmte die Hände in die Seiten. „Und ich habe keinen Passierschein, weil niemand gewusst hat, dass ich einen brauchen werde.“
„Warum rufen Sie Señora Luz dann nicht einfach an und besorgen sich die Dokumente von ihr? Damit wären alle Probleme mit einem Schlag gelöst.“
„Señora López ist nur leider gerade nicht erreichbar, wie ich Ihnen ebenfalls bereits mitteilte.“
Darcy fühlte sich wie auf heißen Kohlen. Señora López hatte ihr gesagt, dass sie sich spätestens um halb zwölf an Bord der Euforia melden musste, weil die Motorjacht ansonsten ohne sie auslaufen würde. Eine Tänzerin mehr oder weniger, wen kümmerte das schon? Aber jede Verzögerung im Hafen kostete Geld. Und außer Señora López wusste niemand, warum sie wirklich engagiert worden war. Selbst ihren Bruder hatte ihre Auftraggeberin nicht informiert.
Um zu tanzen, sicher. Ihr Background als Tänzerin war der Grund, warum sie für diesen Job ausgewählt worden war. Denn nur weil sie nach ihrer Knieverletzung nicht mehr professional als Tänzerin arbeiten konnte, bedeutete das nicht, dass sie ihr Handwerkszeug verlernt hatte. Oder dass sie nicht ein paar Wochen auf einer Partyjacht, die durch das Mittelmeer cruiste, ein bisschen zu heißen Beats mit dem Hintern wackeln konnte.
Nein, das war unfair. Go-go-Tänzerinnen machten sehr viel mehr als das. Es gab in der Regel keine festen Choreografien, keine vorausgewählte Musik. Pure Improvisation, keine Regeln, keine Beschränkungen. Alles, was zählte, war, die Gäste auf die Tanzfläche zu locken und für Stimmung zu sorgen. Und das war nicht immer so leicht, wie es sich vielleicht anhören mochte. Zudem gab es auch feste Auftritte, in denen sie zusammen mit anderen Tänzern ein Showprogramm aufführen würde. Und nach allem, was man hörte, hatten die es durchaus in sich.
Darcy war in klassischem Ballett und Contemporary Dance ausgebildet worden und war gut darin, zu improvisieren. Sie zweifelte nicht daran, dass sie in ihrer vorübergehenden Rolle überzeugen konnte.
Immerhin war sie ein Profi.
Gewesen.
Jetzt ging sie einem etwas anderen Beruf nach. Und wenn das so bleiben sollte, dann musste sie zumindest erst einmal an Bord gelangen. Und das gestaltete sich als weitaus schwieriger als ursprünglich angenommen.
Komm schon, Darcy, denk nach! Denk nach!
Lautes Lachen und Schritte, die sich näherten. Darcy blickte sich um. Eine größere Gruppe kam den Steg hinunter auf sie zu, redend und lachend. Junge Männer und Frauen, die sich in einer Sprache unterhielten, die Darcy nicht verstand. Es klang osteuropäisch. Die Frauen hatten die Köpfe zusammengesteckt und tuschelten leise miteinander, während sich die Männer schubsten und spielerisch in den Schwitzkasten nahmen. Es sah so aus, als würden sie gerade von einer Party oder einem Besuch im Club kommen, übernächtigt, aber bester Dinge. Und während der Sicherheitsmann sich um die Neuankömmlinge kümmerte, witterte Darcy ihre Chance, schnappte sich den Griff ihres Trolleys und schlich sich geduckt am Sicherheits-Checkpoint vorbei.
Jeden Moment rechnete sie damit, dass der muskelbepackte Türsteher sie zurückrufen oder ihr nachlaufen würde. Doch irgendwie schaffte sie es, unbemerkt zu bleiben.
Schließlich, als sie mehrere Hundert Meter zwischen sich und den Checkpoint gebracht hatte, wagte sie es, innezuhalten, um zu verschnaufen.
Geschafft.
Sie schloss die Augen und holte tief Luft. Der Geruch von Salzwasser, vermischt mit einem Hauch von Seetang, stieg ihr in die Nase. Einen Moment lang gestattete sie es sich, einfach nur den Wind zu genießen, der mit ihren kupferroten Locken spielte. Doch dann straffte sie die Schultern. Sie hatte keine Zeit zu verlieren!
Die Euforia lag nicht direkt im Jachthafen von Ibiza-Stadt, denn dazu war sie schlicht und einfach zu groß. Sie lag ein Stück außerhalb im offenen Meer, und ein Shuttleboot würde sie dorthin bringen.
Sie fragte zwei Männer, die auf einer mittelgroßen Jacht saßen und sich von der Sonne bräunen ließen, nach dem Weg zum Shuttleanleger. Zum Glück war es nicht besonders weit, sodass sie, ihren Trolley hinter sich herziehend, nur knapp fünf Minuten brauchte.
Es standen schon zwei Frauen und ein Mann auf dem Steg, die sich bereits zu kennen schienen. Sie unterhielten sich jedenfalls so angeregt miteinander, dass es eine Weile dauerte, bis sie sie bemerkten. Dann schauten sie in ihre Richtung, und Darcy spürte die abschätzenden Blicke, mit denen die anderen sie von oben bis unten musterten.
Sie wusste genau, wonach sie suchten. Nach ihren Schwachstellen und ihren Stärken. Nach Dingen, die sich notfalls nutzen ließen, um die eigene Position zu behaupten. Darcy war praktisch in der Tanzszene aufgewachsen. Sie wusste nur zu gut, dass dort mit harten Bandagen gekämpft wurde. Jeder war sich selbst der Nächste. Und das war unter Go-go-Girls und Go-go-Boys mit Sicherheit auch nicht anders.
Mit einem selbstsicheren Lächeln trat sie auf die kleine Gruppe zu. „Hallo“, sagte sie. „Ich bin Darcy. Ihr arbeitet auch auf der Euforia?“
Eine der Frauen, eine hübsche Dunkelhaarige, schlank mit Rundungen, bei denen sie bei keinem ernst zu nehmenden Ballettensemble eine Chance gehabt hätte, musterte Darcy skeptisch, bevor sie antwortete. „Ja, wir sind Mitglieder der Tanztruppe. Ich bin Alina, und das hier sind Valeria und Andrei.“ Sie deutete auf die beiden anderen, die sie begleiteten. „Wir kommen gerade von unserem Landgang zurück. Du bist neu?“
Darcy, der die subtile Spannung, die in der Luft lag, nicht entging, zwang sich ein Lächeln auf die Lippen. „Ja, ist heute mein erster Tag. Ihr seid schon länger dabei? Wie ist das Arbeitsklima denn so?“
„Du stellst wirklich eine Menge Fragen“, sagte Valeria, eine Rothaarige mit einer auffälligen Tätowierung in Form einer Rosenranke am Arm. „Aber ja, wir sind schon vom ersten Tag an dabei.“ Sie ließ unter den Tisch fallen, dass dieser „erste Tag“ gerade einmal etwas mehr als zwei Monate zurücklag, doch Darcy ließ diesen Umstand unkommentiert. „Du bist vermutlich der Ersatz für Lydia. Die hat es einfach nicht gebracht. Man kann nur hoffen, dass du dich besser anstellst.“
„Nun, du siehst auf jeden Fall schon mal aus wie eine Tänzerin“, stellte Andrei, der sein Haar kurz geschoren trug, fest. „Was hast du vorher gemacht?“
„Ach, verschiedene Dinge“, entgegnete Darcy ausweichend. „Vor allem Modern Dance und Ballett.“
„Du hast also gar keine Erfahrung im Clubbereich?“, fragte Valeria stirnrunzelnd.
Bevor Darcy etwas entgegnen konnte, hörten sie das Motorboot, das sich dem Steg mit hoher Geschwindigkeit näherte. Weniger als zehn Minuten später befanden sie sich auf dem Weg zur Euforia.
Die Jacht.
Darcy blickte zurück und beobachtete, wie der Hafen hinter ihr zurückblieb. Die weißen Luxusjachten in allen Größen lagen nebeneinander im klaren türkisblauen Wasser wie die Perlen einer Kette. Es war ein eindrucksvoller Anblick. Dahinter erstreckten sich die Küste mit Hotels und im Hintergrund die Berge, die sich majestätisch gegen den makellos blauen Himmel abzeichneten. Die massiven Mauern der Dalt Vila ragten majestätisch in den strahlend blauen Himmel empor. Die engen, gepflasterten Gassen wanden sich wie ein Labyrinth durch die Stadt, durchzogen von charmanten weiß getünchten Häusern. Blumenkästen schmückten die Fensterbretter. Hoch über allem thronte die Catedral de Santa María de los Neus, majestätisch und erhaben.
Schließlich drehte sie sich um und sah zu der Jacht, auf der sie die kommenden Wochen verbringen würde, bis sie am Ende wieder in Marbella vor Anker gingen, und sie atmete scharf ein. Aus der Nähe betrachtet war sie sogar noch eindrucksvoller, noch überwältigender als vom Hafen aus oder von den Fotos, die sie im Internet gesehen hatte.
Sie war riesig.
Anders als die meisten Jachten im Hafen war sie nicht einfach nur weiß, sondern zweifarbig. Der untere Teil des Rumpfes war in einem stumpfen Schwarz gestrichen, und auch im oberen Bereich gab es immer wieder schwarze Akzente.
Die Jacht verfügte über mehrere Decks, die sich stufenweise nach oben erstreckten. Durch große Fenster auf den Seiten konnte Darcy einen ersten Eindruck vom Inneren erahnen.
Klare Linien und Formen dominierten, alles wirkte elegant und schick und unglaublich luxuriös. Sie konnte die Gäste sehen, die an Deck standen, auf Loungesesseln saßen oder in exklusive Bademode gekleidet in das kühle Nass des Pools eintauchten.
Kaum zu glauben, dass auf so einer Jacht ein Krimineller sein Unwesen trieb. Doch genau wegen dem war Darcy hier. Offiziell war sie die neue Tänzerin, die abends auf der Tanzfläche für Stimmung sorgte. Doch in Wahrheit war sie auf der Suche nach einen Juwelendieb.
Und sie würde ihn erwischen, selbst wenn es das Letzte war, was sie tat. Denn sie brauchte diese Chance....




