Robards | Die Geliebte des Piraten | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 353 Seiten

Robards Die Geliebte des Piraten

Historischer Liebesroman
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-96898-309-7
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Historischer Liebesroman

E-Book, Deutsch, 353 Seiten

ISBN: 978-3-96898-309-7
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ihrem Liebsten droht der Tod ... Amerika im 19. Jahrhundert. Noch vor wenigen Jahren hätte sie es niemals für möglich gehalten, doch Lady Catherine hat ihr Glück mit dem berüchtigten Piraten Captain Jonathan Hale gefunden. Aber dann erreicht sie eine schlimme Nachricht: Ihr Vater ist schwer erkrankt und sie muss sofort nach England. Dort angekommen, geht es plötzlich Schlag auf Schlag: Man teilt ihr mit, ihre Ehe wäre ungültig. Jonathan wird in den Kerker geworfen und zum Tode verurteilt - und ihre einzige Chance, ihn zu retten, eine Heirat mit dem unliebsamen Lord Stanhope ... Eine prickelnde Piraten-Romance für Fans von Emily Bold und Julia Quinn

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Kapitel 2


England war weitaus kühler als South Carolina, das war aber auch der einzige Vorteil, den Cathy finden konnte. Es regnete, als sie durch die Straßen fuhren; es war ein ungemütliches, nicht enden wollendes Nieseln, wie es im Spätseptember typisch für London war. Cathy, die, mit Cray auf dem Schoß, Martha gegenüber in der gemieteten Kutsche saß, fröstelte es, und sie zog ihren pelzbesetzten Mantel fester um ihre Schultern. Das ständige Klappern der Hufe auf den gepflasterten Straßen, das Klatschen der Wagenräder, wenn sie durch die zahllosen Pfützen rollten, schienen ihr die einsamsten Klänge der Welt zu sein. Riecht es denn im ganzen Land nach Würmern? fragte sich Cathy trübsinnig. Sie versuchte etwas Trost zu finden, indem sie Cray noch fester an sich drückte. Sie wünschte sich nichts sehnlicher, als bei Jon zu sein.

Er hatte natürlich auf Woodham bleiben müssen. So kurz vor der Baumwollernte wäre es verantwortungslos von ihm gewesen, die Plantage zu verlassen. Cathy wußte das, hatte es ihm sogar selbst erklärt, als er vorgeschlagen hatte, sie zu begleiten. Aber der wahre Grund, der Grund, der Cathy dazu gebracht hatte, ihn förmlich zu beschwören, zu Hause zu bleiben, war ein anderer: In England war Jon ein entflohener Sträfling, verurteilt wegen Freibeuterei und Mord. Wenn man ihn schnappte, würde man ihn kurzerhand aufhängen.

»Die Kutsche hat angehalten, Miß Cathy.« Zum ersten Mal, seit sie sich vor fast einer Stunde von den Docks auf den Weg gemacht hatte, sprach Martha wieder. Der Klang ihrer Stimme holte Cathy in die Gegenwart zurück. Sie lehnte sich vor, um aus dem Seitenfenster zu sehen, wobei sie mit der blanken Hand über die beschlagene Scheibe wischte. Von außen sah das Stadthaus ihrer Tante Elizabeth, Lady Stanhopes, am Grosvenor Square, noch genauso aus, wie zwei Jahre zuvor. Mit seinen drei Stockwerken, den roten Ziegelsteinen und dem fein geschmiedeten, schwarz gestrichenen Zaun, der die Straße vom Grundstück trennte, war das Haus ebenso imposant wie die Lady selbst. Und Cathy konnte sich nur zu gut an den einen, früheren Besuch erinnern, bei dem sie gelernt hatte, daß es im Innern des Hauses genauso korrekt zuging, wie es von außen aussah. Formell und steif waren nicht nur die Umgangsformen, ebenso waren auch die Möbel. Cathy hatte während ihrer Schwangerschaft mit Cray hier fast drei Monate zugebracht und war sich dabei von ihrem Gatten richtig verlassen vorgekommen. Jede Erinnerung an jenen Besuch war unangenehm.

»Steigen Sie aus, Lady?« Die rauhe Stimme des Droschkenfahrers, der die Tür geöffnet hatte und dem das Wasser von der Hutkrempe tropfte, riß sie aus ihren Träumen. Sie reichte Cray, der endlich eingeschlafen war, Martha hinüber und erhob sich. Martha war sichtlich erbost über das ungehörige Benehmen des Kutschers. Cathy, die keine Lust hatte, sich auch noch einen Streit anzuhören, warnte sie nur mit einem stummen Blick.

Nachdem sie ausgestiegen waren, nahm sich der Kutscher, der darauf bestanden hatte, im Voraus bezahlt zu werden, gerade noch die Zeit, ihre Koffer auf die Straße zu werfen, bevor er wieder auf den Kutschbock kletterte und davonfuhr. Verärgert starrte Cathy den Berg Gepäck am Straßenrand an, während ihre Kleidung langsam vom Regen durchweicht wurde. Dann zuckte sie resigniert mit den Schultern, wandte sich von dem bedrückenden Anblick ab und marschierte mit festen Schritten zur Tür.

»Guten Abend, Milady«, sagte Sims, der Butler, als er auf ihr kurzes Klopfen öffnete. Er schien nicht erstaunt zu sein, sie hier zu sehen. Cathy nahm an, ihre Tante hatte vermutet, sie würde kommen und das Personal entsprechend instruiert. Sie hatte keine Zeit gehabt, den schicksalhaften Brief zu beantworten, ehe sie sich sofort auf den Weg machte.

»Guten Tag, Sims.« Cathys Antwort war ebenso gleichgültig. Der Butler öffnete die Tür weit, und sie lief an ihm vorbei und betrat den Marmorfußboden der Empfangshalle, dicht gefolgt von Martha mit Cray. Martha und Sims warfen sich eisige Blicke zu als sie aneinander vorbeiliefen. Sie hatten sich während des gesamten letzten Aufenthalts bekriegt.

»Lady Stanhope hält sich im kleinen Salon auf, Milady«, informierte Sims sie mit seiner Totengräberstimme.

»Und mein Vater?« fragte Cathy leise.

»Er ist oben, im grünen Zimmer, Milady. Es tut mir leid, Ihnen sagen zu müssen, daß sich sein Zustand nicht gebessert hat. Darf ich Ihnen sagen, wie leid es uns allen tut, daß so etwas mit Sir Thomas geschieht, Milady.«

»Danke, Sims. Ich werde sofort zu ihm hinaufgehen. Bitte zeigen Sie Martha, wo wir schlafen werden, und lassen Sie unsere Sachen hereinbringen. Ich fürchte, sie werden völlig durchnäßt sein.«

»Sehr wohl, Milady.« Mit keiner Miene ließ sich Sims seine Überraschung ob Cathys fehlender Manieren anmerken. Korrekterweise hätte sie zunächst ihre Tante, die ja schließlich ihre Gastgeberin war, begrüßen und vielleicht eine Tasse Tee mit ihr trinken müssen, bevor sie nach oben ging. Cathy war sich des Bruchs der Etikette durchaus bewußt, aber in Wahrheit fühlte sie sich im Augenblick nicht in der Lage, ihrer Tante zu begegnen. Seit Jon sie in einer verschneiten Januarnacht vor fast zwei Jahren aus dem Haus entführt hatte, war sie Lady Stanhope nicht mehr begegnet, und sie konnte sich nicht vorstellen, daß ihre Tante sehr erpicht darauf war, sie willkommen zu heißen. Nachdem sich nach der berüchtigten Entführung durch den Piraten auch noch eine Schwangerschaft angebahnt hatte, kam ihr erstes Erscheinen in der Londoner Gesellschaft einem Skandal gleich. Die Geschichte, die ihr Vater und ihre Tante in Umlauf gebracht hatten, in der sie sie zur trauernden Witwe erklärten, die bereits zum Zeitpunkt der Entführung durch die Piraten das Kind ihres verstorbenen Gatten unter dem Herzen trug, nahm ihnen keiner ab. Und dann mußte sie auch noch verschwinden, gerade als das Gerede nachzulassen begann ...! Cathys Lippen begannen zu beben, und sie mußte ein Grinsen unterdrücken. Wie hatte Lady Stanhope das wohl erklärt?

»Meine Liebe!« Cathys Vorhaben, direkt nach oben zu gehen, ohne erst ihre Tante zu begrüßen, schlug fehl, denn diese betrat gerade die Eingangshalle. Noch ehe Cathy begriff, wie ihr geschah, versank sie in einer Umarmung, die von einer Wolke von Parfüm begleitet war. Was für einen Empfang sie auch erwartet hatte, es war mit Sicherheit nicht dieser!

»Hallo, Tante Elizabeth«, murmelte Cathy höflich, als sich die Umarmung schließlich wieder löste, und gab ihrer Tante einen Kuß auf die Wange, die diese ihr zu diesem Zweck entgegenstreckte. »Es ist schön, dich zu sehen.«

»Oh, meine Liebe!« Lady Stanhopes Stimme war emotionsgeladen. Cathy blinzelte. Ihre Tante war sonst immer reserviert gewesen, eine kalte, majestätische Lady, die sich nur für zwei Dinge interessierte: ihren Sohn Harold, der nach dem Tod seines unglücklichen Vaters den Titel Lord Stanhope geerbt hatte, und ihre Stellung in der Gesellschaft. Vielleicht stand sie ihrem einzigen Bruder doch näher, als Cathy es vermutet hatte. Zumindest war das der einzige Grund, der Cathy einfiel, der eine solche Sinnesänderung verursachen konnte.

»Wie ich sehe, hast du das Kind mitgebracht.« Lady Stanhopes Gesichtsausdruck war irgendwie seltsam, als ihr zum ersten Mal Martha aufzufallen schien, die den noch immer schlafenden Cray im Arm hielt. Beim Tonfall ihrer Stimme hob sich Cathys Kinn. Für Lady Stanhope und ihren Sohn würde Cray immer eine Schande darstellen. Allein der Gedanke daran brachte Cathys Blut zum Kochen.

»Natürlich habe ich meinen Sohn mitgebracht! Sollte dir das nicht recht sein, können wir uns gerne ein Zimmer in einem Gasthof nehmen.« Ihre Stimme klang eisig. Lady Stanhope war sichtlich schockiert. Dieses selbstsichere Wesen besaß keinerlei Ähnlichkeit mit dem schüchternen, jungen Mädchen, das bereits einmal unter ihrem Dach gewohnt hatte!

»Nein, nein, davon will ich nichts hören! Du bist hier herzlich willkommen! Außerdem willst du sicherlich in Thomas’ Nähe sein!«

Cathy überlegte einen Augenblick und senkte dann den Kopf. Lady Stanhopes leichte Betonung auf dem »du«, als sie sagte, sie seien herzlich willkommen, war ihr nicht entgangen. Aber im Augenblick war das Wohlergehen ihres Vaters wichtiger als ihr Stolz.

»Danke, Tante. Und jetzt möchte ich gerne Vater sehen, wenn es dir nichts ausmacht. Und ich wäre dir dankbar, wenn du Sims bitten könntest, Martha ein Schlafzimmer zu zeigen. Wie du siehst, schläft mein Sohn bereits.«

»Aber ja, meine Liebe, natürlich«, stimmte ihr Lady Stanhope eilig zu. Dann schien sie zu zögern. »Da gibt es etwas Dringendes, was ich mit dir besprechen müßte, Cathy. Vielleicht könnten wir uns erst unterhalten, und du gehst dann zu Thomas. Schließlich gibt es nichts, was du für ihn tun könntest.«

»Ich würde lieber erst meinen Vater sehen, falls du gestattest. Ich bin sicher, es gibt nichts, was nicht noch etwas warten kann.«

»Ja, ja, ich denke, du hast recht«, murmelte Lady Stanhope, ohne große Überzeugung. »Es gibt jedoch etwas, Cathy, was du wissen solltest ...«

»Später, Tante, bitte«, erwiderte Cathy mit fester Stimme, wandte sich ab und begann, die Treppe hinaufzusteigen. Martha folgte ihr mit Cray, und Sims, der erst noch einen fragenden Blick zu seiner Herrin geworfen hatte, bildete den Abschluß. Lady Stanhope blickte ihnen stirnrunzelnd nach.

»Miß Cathy! O Miß Cathy, daß Sie gekommen sind!« rief Mason, der Hausdiener ihres Vaters aus, als er die Tür zum Grünen Zimmer auf ihr Klopfen hin öffnete. Der kleine Mann strahlte, und seine Augen schimmerten verdächtig feucht, als er das Mädchen begrüßte, das er schon von seiner Wiege an kannte. »Sir...



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