Robards | Die Gefangene des Piraten | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 462 Seiten

Robards Die Gefangene des Piraten

Roman: Eine Piraten-Romance zum Dahinschmelzen!
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-96898-298-4
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman: Eine Piraten-Romance zum Dahinschmelzen!

E-Book, Deutsch, 462 Seiten

ISBN: 978-3-96898-298-4
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Er ist ihr Feind, doch das hält ihr Herz nicht davon ab, immer schneller zu schlagen ... Mitte des 19. Jahrhunderts. Die junge Lady Catherine ist auf der Heimreise nach England, als ihr Schiff von Piraten überfallen wird und sie in die Hände des berüchtigten Captain Jonathan Hale fällt. Der ebenso unverschämte wie attraktive Hale hat noch eine Rechnung mit der vornehmen Londoner Gesellschaft und Lady Catherines Familie offen. Und so entführt er sie in sein Versteck, auf die exotische Insel Las Palmas. Doch Catherine spürt, dass er nicht mit einer Frau wie ihr gerechnet hat. Ein Tanz mit dem Feuer beginnt, an dessen Ende sich zeigen wird, welche Macht stärker ist: die des Hasses - oder die der Liebe? Dieser historische Liebesroman vor der wunderschönen Kulisse von Las Palmas Gran Canaria wird Fans von Emily Bold und Julia Quinn zum Lesen verführen ...

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Kapitel 1


Lady Catherine Aldley war bildschön, und das wußte sie. Sie wußte auch, welchen Anblick sie bot, als sie jetzt auf dem Oberdeck der ›Anna Greer‹ an der Reling lehnte, wo der Wind mit ihrer rotgoldenen Haarflut spielte, die von der untergehenden Sonne in lodernde Flammen verwandelt wurde. Die frische Seeluft hatte ihre Wangen gerötet; sie bildeten nun einen lebhaften Kontrast zu ihren strahlend blauen Augen.

Catherine war erst siebzehn und Zeit ihres kurzen Lebens behütet und verwöhnt worden. Seit dem Tod ihrer Mutter vor zehn Jahren hatten ihr Kindermädchen und eine ganze Reihe von Gouvernanten sich um ihre Erziehung gekümmert, die hauptsächlich darin bestand, ihrem Zögling all das beizubringen, was für eine junge Lady im Jahre 1842 als wichtig erachtet wurde: die Harfe und das Pianoforte zu spielen, die langweilige Kunst der Aquarellmalerei zu erlernen, ein akzentfreies Französisch zu sprechen und stets ein liebenswürdiges, unbekümmertes und kindliches Benehmen zur Schau zu tragen. Ihren Schützling in letzterer Tugend zu unterweisen, war den ehrenwerten Damen nur bedingt gelungen. Wenn es Cathy gefiel, konnte sie sehr wohl die Rolle der höflichen, wohlerzogenen jungen Lady spielen. Doch wehe, wenn sie schlechter Laune war – dann gebärdete sie sich wie ein Teufel. Ihre Wutausbrüche hatten mehr als eine leidgeplagte Gouvernante dazu getrieben, unter Tränen und mit inbrünstigen Schwüren, dieses Haus nie wieder zu betreten, Hals über Kopf ihre Wirkungsstätte zu verlassen. Und Cathy hatte ihnen keine Träne nachgeweint. Sie war es schon lange überdrüssig, das zu lernen, was in klugen Büchern stand. Sie wollte das Leben erleben, nicht darüber lesen!

»Das Mädchen ist schlicht und einfach ignorant!« hatte ihr Vater bei einer dieser Gelegenheiten geknurrt, und damit absolut recht gehabt. Obwohl jede der zahlreichen Gouvernanten sich wirklich redlich bemüht hatte, ihrem widerspenstigen Zögling die Grundlagen von Anstand und geistiger Reife einzutrichtern, konnte Cathys Bildungsniveau bestenfalls als mittelmäßig bezeichnet werden. Und als man dann entdeckte, daß sie die Früchte des Unterrichts, den man ihr zuteilwerden ließ, nur dazu verwandte, schlüpfrige Romane zu lesen, steckte ihr duldsamer Vater schließlich die Waffen. Die ebenso mühevollen wie vergeblichen Versuche, seiner Tochter Wissen zu vermitteln, wurden eingestellt.

Stattdessen nahm sie Tanzunterricht, und so leichtfüßig wie sie schwebte im Umkreis von Meilen keine andere junge Lady übers Parkett. Sie lernte, mit leicht nach innen gekehrten Zehen zu gehen, so daß ihre Röcke wie Glocken um ihre Waden schwangen. Sie lernte, unter halb geschlossenen Wimpern hinreißend zu lächeln, mit glockenheller Stimme zu lachen und so die jungen Männer um sich zu scharen, die ergeben auf ein freundliches Wort oder – noch sehnsüchtiger – auf einen Kuß von ihr hofften.

Vor allem aber lernte sie, ihre wahre Natur vor den Männern zu verbergen, die sie umschwärmten. In Gesellschaft – vornehmlich in Begleitung interessanter junger Herren – befleißigte sie sich eines Benehmens, das mindestens so anmutig und entzückend war wie die Züge ihres Gesichts. Ihren scharfen Verstand und ihr hitziges Temperament bekam nur ihre Nanny zu spüren, die ihren Schützling inbrünstig ermahnte, diese Untugenden nicht zu zeigen, bis sie einen Ehemann gefunden habe.

Cathys Vater, Sir Thomas Aldley, der neunte Earl von Badstoke und königlicher Gesandter in Portugal, liebte sein einziges Kind abgöttisch. Er sah sie jedoch nur sehr selten und hatte demzufolge keine Ahnung, wie starrköpfig und egoistisch sie in Wirklichkeit sein konnte. Er wußte nur, daß sie charmant und außerordentlich hübsch war und daß sie ihm in seiner Position alle Ehre machte. Unglücklicherweise hatte sie sein zügelloses Temperament geerbt, was sie anscheinend jedoch gut zu kaschieren vermochte. Abgesehen davon war er der Meinung, daß es nicht unbedingt ein Fehler war, wenn eine Frau ein bißchen Feuer besaß; das hielt den Ehemann bei der Stange. Im Großen und Ganzen war sie ein braves Mädchen und hatte ihm erst in jüngster Zeit Anlaß zur Besorgnis gegeben. Denn in den letzten sechs Wochen konnte er sich des Eindrucks nicht erwehren, daß ihr wirklich jeder junge Schnösel in Lissabon den Hof machte – und seine Tochter mit einem Ausländer zu verheiraten, wäre seiner politischen Karriere alles andere als zuträglich gewesen. Sir Thomas spielte daher schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, seine Tochter aus der Gefahrenzone zu bringen, indem er sie zum Beispiel auf Besuch zu ihrer Tante nach England schickte. Er selbst würde im nächsten Jahr nachkommen, wenn seine Amtszeit als Gesandter hier in Lissabon abgelaufen war. Bis dahin konnte er davon ausgehen, daß sich Cathy kopfüber in den Strudel der Londoner Ballsaison stürzen und keine Zeit haben würde, den portugiesischen Schönlingen nachzutrauern. Zudem setzte er vollstes Vertrauen in seine Schwester Elizabeth, daß diese die neuen Bekanntschaften ihrer Nichte sehr genau unter die Lupe nehmen würde. Ja, Cathy nach England zu schicken, war gewiß eine sehr kluge Entscheidung.

Cathy hatte Zeter und Mordio geschrien, als sie von dem Plan erfuhr, doch ihr Vater konnte, hatte er einmal einen Entschluß gefaßt, mindestens ebenso stur sein wie seine Tochter.

Schließlich gelang es ihm, ihren Widerstand zu brechen und sie mit Unterstützung ihrer Nanny von der Weisheit seiner Entscheidung zu überzeugen. Freilich stimmte es, daß es ihr gefallen würde, am Hofe von Königin Victoria eingeführt zu werden, die im fünften Jahr ihrer Regierungszeit stand und mit ihren dreiundzwanzig Jahren kaum älter war als Cathy. Aber England war so schrecklich weit weg, und seit sie London verlassen hatten, waren bereits sieben Jahre vergangen. Was, wenn die Männer dort sie nicht attraktiv fanden? Vielleicht waren in London dunkelhaarige Frauen en vogue, und nicht charmante Blondinen? Doch ihr Vater und ihre Nanny hatten ihr beide, jeder auf seine Art, versichert, daß ihre außergewöhnliche Schönheit überall Aufsehen erregen würde, wovon Cathy sich denn auch überzeugen ließ. Sie war immer als ausgesprochen hübsch bezeichnet worden, schon in ihrer Kindheit, und sie konnte sich eigentlich nicht vorstellen, daß es einen Mann gab, der sie nicht bewundern würde.

Als der Sturm ihrer Einwände sich schlußendlich gelegt hatte, erlaubte der Earl sich einen Seufzer tiefster Erleichterung. Die notwendigen Schritte, um Cathys Eigentum in salonfähige Bahnen zu lenken, wollte er in einem Jahr nach seinem Eintreffen in England unternehmen, sagte er sich. Einstweilen beruhigt, verwandte er seine Aufmerksamkeit nun darauf, alles Nötige für eine sichere Reise seiner Tochter vorzubereiten – kein leichtes Unterfangen in solch turbulenten Zeiten wie diesen. Erst kürzlich hatte man von einer Bande Piraten gehört, die in den portugiesischen Gewässern ihr Unwesen trieb und unbewaffnete Schiffe ausplünderte. Der Earl erschauderte bei dem Gedanken daran, daß seine Tochter in die Hände von Männern fallen könnte, die gewiß weder Respekt vor ihrer Unschuld noch ihrem hohen Stand haben würden.

Als Sir Thomas dann durch einen Freund erfuhr, daß die ›Anna Greer‹ demnächst nach England absegeln sollte, schien es ihm, als seien seine stillen Gebete erhört worden. Die ›Anna Greer‹ war eine Leihgabe Englands an die portugiesische Kriegsflotte und als solche mit einer beachtlichen Zahl von Kanonen ausgerüstet. Kein Pirat würde es wagen, ein derart respektables Schiff anzugreifen!

Es war überraschend einfach gewesen, für Cathy eine Passage auf der ›Anna Greer‹ zu bekommen. Zusammen mit einer kleinen Gruppe weiterer Passagiere würde sie auf einem Schiff reisen, das bis dahin ausschließlich für militärische Zwecke eingesetzt worden war. Weder der Earl noch seine Tochter machten sich Gedanken darüber, weshalb die ›Anna Greer‹ plötzlich die Erlaubnis bekommen hatte, Zivilisten zu befördern.

Als es an der Zeit war, Abschied zu nehmen, sagte Cathy ihrem Vater fröhlich und ohne eine Träne zu vergießen Lebewohl. Nun, sie war auch viel zu aufgeregt ob der Aussicht, die Londoner Gesellschaft im Sturm zu erobern, als daß es sie über die Maßen betrübt hätte, sich von ihrem Vater zu trennen, den sie ohnehin so selten gesehen hatte. Außerdem wollte er in Kürze nach England nachkommen und hatte ihr versichert, daß bis dahin ihre Tante Elizabeth sie auf der Stelle ins Herz schließen würde.

Daß Martha ihre junge Herrin auf der Reise begleiten sollte, stand von Anfang an fest. In Marthas Gesellschaft würde Cathy gewiß nicht unter Heimweh leiden, und der Earl konnte sicher sein, daß seine Tochter sich in guten Händen befand.

Zwei Wochen später, als die ›Anna Greer‹ sich bereits mitten auf dem Meer befand, verfluchte Cathy den Tag, an dem sie sich dazu hatten hinreißen lassen, dieser Reise zuzustimmen. Ihr war so langweilig, daß sie am liebsten geheult hätte. Die anderen Passagiere waren steinalt, eine Gruppe von Wachsfiguren, die eigentlich ins Museum gehörte, und der Kapitän zeigte mehr Interesse daran, sein Schiff zu manövrieren als sich auf einen kleinen Flirt mit der bezauberndsten Lady an Bord einzulassen. In ihrer Verzweiflung hatte Cathy sogar versucht, gegenüber den Matrosen ihren Charme spielen zu lassen, von denen einige auf ihre rauhe, ungehobelte Art recht interessant schienen; doch Martha, die keine Sekunde von ihrer Seite wich, verdarb ihr selbst diesen kleinen Zeitvertreib.

Das Kinn in die Hände gestützt, stand Cathy an der Reling, starrte mit trostloser Miene auf das endlose Meer und seufzte bitterlich. Wenn doch nur etwas – irgendetwas – passieren würde, um diese grauenvolle Langeweile zu...



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