Ritter | Silvia-Duett - Folge 01 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 128 Seiten

Reihe: Silvia-Duett

Ritter Silvia-Duett - Folge 01

Die Frau, die dich niemals vergisst
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7325-0865-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die Frau, die dich niemals vergisst

E-Book, Deutsch, Band 1, 128 Seiten

Reihe: Silvia-Duett

ISBN: 978-3-7325-0865-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Zwei Liebesromane in einem Band.

Die Frau, die dich niemals vergisst.

Nach dem viel zu frühen Tod ihres Mannes hat Anne Marhold ihr Leben ausschließlich auf ihre Kinder ausgerichtet. Inzwischen sind die drei erwachsen und gehen ihre eigenen Wege.

Anne bleibt allein zurück und spürt die Einsamkeit, doch sie hat verlernt, auf ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu hören ...

Zu enttäuscht, um zu vertrauen.

Im zweiten Teil des großartigen Romans steht Anne Marhold vor den Trümmern ihrer Familie. In Petras Ehe kriselt es. Robert, ihr Sohn, hat sich in den Netzen einer raffinierten Frau verfangen.

Und auch Beate erlebt die erste schwere Enttäuschung. Viele Tränen müssen fließen, bevor das Glück für alle drei doch noch vor der Tür steht ...

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»Du?«, fragte Anne Marhold erstaunt. Dann aber glitt ein Strahlen über ihr Gesicht. Sie zog ihren Sohn in den Flur, als habe sie Angst, Robert könne ihr davonlaufen. »Wie schön, dass du mich besuchst!«

Der junge Mann fühlte sich sehr unbehaglich, obwohl er sich krampfhaft bemühte, unbefangen zu wirken.

Anne bat ihn in die Küche und setzte sofort das Kaffeewasser auf.

»Möchtest du ein Stück Kuchen haben?«, fragte sie. »Von gestern ist noch etwas übrig geblieben. Selbst gebackener Topfkuchen, du isst ihn doch so gern.«

»Ja.« Robert setzte sich und trommelte mit den Fingern nervös auf die Tischplatte. Seine Mutter versuchte, kein Schweigen aufkommen zu lassen, erzählte von Beate und dem Rechtsanwalt von Hattfeld. »Stell dir nur vor, wir sind schick essen gegangen, und ich habe sogar getanzt.«

»Ja …«

Anne Marhold merkte, dass ihr Sohn gar nicht zuhörte, sprach aber trotzdem weiter. Sie kannte ihn ja so gut und wusste, dass er jetzt mit seinen Hemmungen kämpfte.

»Ich habe noch Noten hier«, brachte Robert schließlich stockend hervor. »Ich … will mich nämlich morgen wieder am Konservatorium einschreiben lassen.«

»Robert!« Anne schloss ihn in die Arme. »Das freut mich!«

Keine Vorwürfe, keine triumphierenden Blicke, nur echte Freude, das fand Robert bei seiner Mutter. Sein Gesicht bedeckte sich mit einer tiefen Röte der Scham.

Er musste sie um Entschuldigung bitten, aber er konnte es nicht, obwohl er mehrfach Ansätze machte.

»Würdest du mir etwas vorspielen?«, bat sie. »Ich habe es immer so geliebt, wenn du auf dem Klavier übtest. Mir fehlt geradezu etwas, seitdem niemand mehr spielt.«

»Gern.« Geradezu fluchtartig schnell stand ihr Sohn auf und ging ins Nebenzimmer. Er war froh, etwas tun zu können, und Anne setzte sich ganz still in den Sessel und hörte ihm zu.

»Am Sonntag gibt es übrigens Hühnersuppe«, sagte sie, als der letzte Akkord verklungen war. Sie sprach keine direkte Einladung aus, sondern wartete mit klopfendem Herzen, ob Robert den Wink verstehen würde.

»Wenn du einen Teller für mich übrig hättest?«

»Aber natürlich!« In ihrer Stimme schwang ein leises Schluchzen mit. »Ach Robert!« Sie ging hastig in die Küche, denn es war nicht nötig, dass ihr Junge die Tränen sah.

Robert war wieder zu Hause, auch wenn er nicht bei ihr wohnte, sondern sich nach wie vor bei dieser kaltherzigen Frau aufhielt. Sein Herz war heimgekehrt, und darauf allein kam es an.

Es wurde ein schöner Nachmittag. Robert erzählte zwar nicht viel, ließ meistens die Mutter sprechen, aber er saß ihr gegenüber, und das allein genügte schon, um Anne Marhold glücklich zu machen.

Als er ging, bevor Beate nach Hause kam, sagte er nichts mehr von den Noten, die er angeblich holen wollte, und die Mutter erinnerte ihn nicht daran. Sie wusste genau, dass er alles, was er brauchte, damals mitgenommen hatte.

Und sie verstand auch, dass er sich scheute, seiner Schwester unter die Augen zu treten. Beate war jung, sie würde vielleicht eine zutreffende, aber taktlose Bemerkung machen.

Am Sonntag würde Robert erneut kommen, und auf keinen Tag hatte Anne sich bisher mehr gefreut. Beate stutzte, als sie die zweite Kaffeetasse sah, dann erst fiel ihr das verklärte Gesicht der Mutter auf.

»Robert war da.« Anne strahlte sie an. »Ich weiß, was du sagen willst, behalte es für dich«, fuhr sie hastig fort.

Beate schwieg. Es fiel ihr schwer, aber sie brachte es einfach nicht übers Herz, die Freude der Mutter zu mildern.

***

Der junge Mann ging zu Fuß in die Villenvorstadt, obwohl es ein weiter Weg war. Er wusste, dass ihm noch eine Auseinandersetzung mit Sylvia bevorstand. Heute Morgen hatte sie behauptet, unerträgliche Migräne zu haben und wirklich sehr leidend ausgesehen.

Er hatte sie im Salon getroffen, die Vorhänge waren zugezogen.

»Ich kann das Licht nicht ertragen, Robert«, hatte sie mit müder, leiser Stimme geklagt.

Sie tat ihm leid, und außerdem hatte Robert ein schlechtes Gewissen, weil er wusste, dass er ihre Migräne verschuldet hatte. Gestern Abend war er nicht nett gewesen, und heute, am hellen Tag, verstand er sich selbst nicht mehr. Er hatte Zeit gehabt, sich klarzumachen, was er Sylvia alles verdankte. Es war sehr viel, und er fühlte sich tief in ihrer Schuld.

Frauen, besonders wenn sie verwöhnt waren, hatten nun einmal Launen. Er durfte es nicht zu ernst nehmen, wenn sie ihn einmal anfuhr. Sie liebte ihn ja, darauf allein kam es an.

Aber noch immer stand ihre Frage von der gestrigen Nacht unbeantwortet zwischen ihnen.

»Willst du mich heiraten?«, hatte sie gefragt.

Robert wusste, dass er sie nicht heiraten konnte. Er liebte sie nicht, er achtete sie, er bewunderte sie, aber lieben konnte er sie nicht.

Es kam ihm wie ein gemeiner Verrat vor, dass er nicht mehr bereit war, sie zu seiner Frau zu machen. Unwillkürlich verlangsamte er seinen Schritt, bis er vor der Villa stand und das kunstvoll geschmiedete Tor öffnete.

Sein Blick huschte kurz über die Fensterreihe. Er sah Sylvia nicht und atmete unwillkürlich auf. Insgeheim hatte er befürchtet, dass sie ihn ungeduldig zurückerwarten würde.

Er kannte sich eben nicht in den Herzen raffinierter Frauen aus. Sylvia stand hinter einem Vorhang und beobachtete ihn, und an seiner Haltung sah sie deutlich, dass er ein schlechtes Gewissen hatte. Sie legte sich schnell wieder auf die Couch und presste den feuchten Umschlag auf die Stirn.

Robert kam auf Zehenspitzen herein.

»Sylvia«, flüsterte er, »schläfst du?« Er stand neben der Couch und schaute auf sie hinab. Noch immer war ein Teil der Vorhänge zugezogen, und Sylvia hielt seine Hand fest, als er die Stehlampe anknipsen wollte.

»Bitte nicht«, bat sie matt.

»Fühlst du dich nicht wohl?« Robert setzte sich auf den Rand der Couch. »Soll ich einen Arzt holen?«

»Nein, lass nur, es wird schon wieder besser werden. Bekomme ich keinen Kuss?«, fragte sie.

»Ich dachte … Deine Kopfschmerzen …« Robert beugte sich nieder und küsste sie flüchtig.

Er ist immer noch nicht zu mir zurückgekehrt, machte dieser Kuss Sylvia klar.

»Ich habe über uns nachgedacht«, sagte sie leise. »Über dich und mich, Robert. Du hast mich oft gefragt, ob wir nicht heiraten wollen. Ich liebe dich.«

Robert fühlte sich in die Enge getrieben.

»Ich liebe dich auch«, murmelte er lahm.

Seine Stimme wirkte auf Sylvia wie eine Ohrfeige. Sie richtete sich heftig auf, schleuderte die Kompresse irgendwohin und funkelte ihn wütend an.

»Wann wollen wir heiraten?«, fragte sie hart. »Sag mir nicht, wir hätten noch Zeit. Wann wollen wir heiraten?«

Robert biss auf seine Lippen. »Du musst dich schonen, Sylvia, ich finde, wir können noch immer darüber sprechen, wenn es dir wieder besser geht.«

»Mir geht es gut genug. Du willst mich nicht mehr. Du hast eine andere!«

Ihr hasserfüllter Ton erschreckte den Mann.

»Lass uns vernünftig miteinander sprechen«, bat Robert.

»Willst du mich heiraten?«, wiederholte Sylvia ihre Frage.

Robert versuchte, einen Kompromiss zu finden.

»Du weißt, dass ich dich liebe«, erwiderte er gedrückt.

»Du willst mich also nicht heiraten.« Sylvia ließ sich zurücksinken und schloss die Augen. Sie lag ganz ruhig da, aber ihre Haltung täuschte Robert keine Sekunde. Er wusste, dass es in ihr arbeitete, dass sie überlegte, und er fürchtete sich vor dem, was sie gleich sagen würde.

»Gut«, sagte sie, ohne die Augen zu öffnen. »Lass mich jetzt allein. Meine Kopfschmerzen …«

Das war alles. So endete die Unterhaltung, vor der Robert sich gefürchtet hatte. Sie schickte ihn fort, als sei sie bereit, sich in die Lage zu finden. Der junge Mann atmete befreit auf.

Er kannte sie eben nicht.

***

Nach langer Zeit war Anne Marhold wieder einmal so recht mit ihrem Leben zufrieden.

Beate hatte sich noch einmal mit dem Rechtsanwalt Dr. von Hattfeld getroffen, Robert würde weiter am Konservatorium studieren, und um Petra, ihre älteste Tochter, brauchte sie sich sowieso keine Sorgen zu machen.

Das glaubte sie. Bis Petra eines Tages, wie immer unangemeldet, zu Besuch kam.

»Hast du eine Tasse Kaffe für mich übrig?«, fragte sie ihre Mutter.

Petra sah elegant aus, aber ein müder Zug lag auf ihrem schönen glatten Gesicht.

»Hast du Sorgen?«, fragte die Mutter beklommen.

»Wer hat die nicht?«, stieß Petra hervor. »Manchmal geht alles nicht so glatt, wie man es sich vorstellt. Hier bei euch ändert sich nie etwas«, stellte sie fest und schaute sich in der kleinen Küche um. »Eigentlich seid ihr zu beneiden.«

Anne nickte. »Wie geht es der Kleinen?« Sie versuchte, ihre Frage ganz nebenbei zu stellen.

»Gut natürlich«, versicherte sie. »Lena ist gesund und bei der Kinderfrau bestens aufgehoben.«

»Ja, du suchst dein Personal gut aus«, bestätigte die Mutter eine Spur zu bitter. »Ich verstehe nicht, dass du selbst keine Lust hast, dich um dein Kind zu kümmern.«

»Keine Zeit«, verbesserte ihre Tochter nervös. »Du ahnst ja gar nicht, was für Verpflichtungen wir haben. Jeden Abend Gäste, manchmal sitzen sie die halbe Nacht herum, und wir müssen immer...



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