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E-Book

E-Book, Deutsch, 178 Seiten

Risse Genom


1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-0007-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 178 Seiten

ISBN: 978-3-6957-0007-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lenne ist Doktorand am Institut für Gentetik in Stockholm. Sein Leben war das Leben, das er sich immer gewünscht hatte. Eine Frau mit zwei Kindern und einem netten Häuschen. Doch dann kam alles anders als gedacht. Dinge veränderten sich und der Schatten einer längst vergessenen Welt breitete sich in ihm aus.

Alexander wurde geboren am 25.09.1973 in Aachen. Nach seinem seinem Studium an der Universität zu Köln, gründete er eine Firma im Bereich Gartengestaltung. Diese besteht nun mehr seit zwanzig Jahren. Doch das Schreiben war schon immer Teil seiner Lebnswirklichkeit gewesen und so war es an der Zeit seinem Gefühl zu folgen und endlich seine Gedanken zu Papier zu bringen. Bisher verfasste Bücher: Temek, Genom
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Kapitel I


Lenne saß hinter dem Lenkrad seines V70 und war auf dem Heimweg. Seine Gedanken kreisten um die Arbeit, was sie übrigens meistens taten. Im Radio lief Jazz und im Aschenbecher verqualmte eine Zigarette. Auf den Straßen war es ruhig, nur vereinzelt kam ihm ein Auto entgegen oder er wurde von einem überholt. Er fuhr nicht gerne schnell.

Zu allem Übel begann es auch noch zu regnen und dicke Tropfen prasselten auf die Frontscheibe seines Youngsters. – Was für eine Scheiße, auch das noch –, dachte er und zog an dem Rest seiner Zigarette. Er hustete und auf seinem Finger prangerte eine dicke Brandblase. Die Uhr seines Wagens zeigte 17:30

Für ihn war das früh. Im Normalfall bekamen seine Frau und die Kinder ihn nicht vor acht Uhr abends zu Gesicht. Sollte sein Forscherdrang die Oberhand gewinnen, so konnte es auch noch später werden. Doch Helena konnte damit umgehen, schließlich kannten sie sich bereits seit der Uni, was gefühlt eine Ewigkeit her war. Ein verschwommenes Schild tauchte vor ihm am Straßenrand auf:

Der Bildschirm seines Handys blinkte auf und der Name Helena stand im Display. Eilig nahm er es vom Beifahrersitz.

»Hi Süße!«

»Hallo mein Schatz, wann denkst du, dass du zu Hause sein wirst?«, fragte eine sanfte Stimme.

»Halbe Stunde, wenn alles glattläuft«, gab er ihr zu verstehen.

»Ist was mit den Kindern, oder warum fragst du?«

»Nein, nein, alles okay. Ich wollte bloß deine Stimme hören. Übrigens, dein Sohn raubt mir heute noch den letzten Nerv. Ständig muss ich hinter ihm her sein, weil er der Meinung ist, er sei irgendein Superheld … Na ja, fahr vorsichtig, mein Schatz … bis gleich.«

»Ja, ok Maus, bis gleich, und denk daran, Jungen müssen so sein, sonst stimmt etwas nicht mit ihnen, okay?«, beschwichtigte er sie lachend und warf sein Handy zurück auf den Beifahrersitz.

Es war bereits spät. Gustav blickte erschöpft auf die Uhr, die über einer Glastüre des Labors hing: 18:12.

Er schob seine Lesebrille nach oben und trank einen Schluck aus dem Glas, das neben ihm auf einem Rollwagen stand. Als er durch den Flur in Richtung seines Büros eilte, ertönte plötzlich eine Stimme mit ausländischem Akzent:

»Guten Abend, Herr Sandberg. Sollten sie nicht längst zu Hause sein? Wissen Sie eigentlich, wie spät es ist?«

Sogleich erblickte der Institutsleiter eine kleine Frau, die ihm am Ende des Flurs mit einem Putzwagen entgegenkam.

»Ja, ja, Anastasia. Schon gut, ich war ohnehin gerade im Begriff zu gehen. Für heute reicht es. Also, machen sie es gut«, nahm er die mahnenden Worte der Frau zur Kenntnis. Er wusste zu schätzen, was diese Frau für das Institut leistete, schließlich hatte er dafür gesorgt, dass man ihr eine Festeinstellung gegeben hatte. Später würde zwar noch eine Firma eintrudeln, die mit der Reinigung, des gesamten Gebäudekomplexes beauftragt war, doch Anastasia war für die Labore und sein Büro zuständig.

Als sich die Aufzugtüre öffnete, stand er im grellen Licht der Tiefgarage. Er ging zu seinem Auto, und einen Moment später hatte er das Institutsgelände bereits verlassen.

Ella saß auf der Couch, während ihr kleiner Bruder seine Arme um sie geschlungen hatte. Im Fernsehen lief „ Helena kramte in der Küche, als sie das leise Quietschen der Haustür vernahm. Sofort eilte sie hinaus in den Flur.

»Da bist du ja endlich. Mein Gott, du bist ja klitschnass, regnet es etwa so?«, begrüßte sie ihn voller Mitleid.

»Geht schon, Süße. Von Regentropfen ist noch keiner gestorben«, beruhigte er sie, woraufhin sie ihn anlächelte und ihm einen feuchten Kuss auf die Wange gab.

»Leif? … Leif?« Nichts geschah. Lenne begab sich ins Wohnzimmer.

»Hallo? Sagt man seinem Vater nicht guten Tag, oder gilt diese Regel etwa nicht für achtjährige Jungs?«, scherzte er und sprang mit einem Satz auf die Couch. Er legte den Arm um seinen Sohn und drückte ihn fest an sich. Leif senkte bedröppelt den Kopf, doch schon einen Augenblick später, starrten die beiden gebannt auf den Fernseher.

»So, mein Lieber, ich werde jetzt erst mal unter die Dusche springen«, gab Lenne seinem Sohn nach ein paar Minuten zu verstehen und verließ das Wohnzimmer in Richtung Treppe.

Das warme Wasser tat gut auf seiner Haut. Er liebte es, zu duschen, wenn es draußen nass und kalt war. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er noch Stunden so weitermachen können, doch Helena hatte andere Pläne.

»Lenne, ich bringe Leif kurz ins Bett. Es ist schon fast acht und für halb neun haben sich Holger und Alva angekündigt«, rief sie die Treppe hinauf, und es dauerte nicht lange, da hörte er auch bereits die Protestrufe seines Sohnes.

Pünktlich um halb neun klingelte es und sein Freund Holger, stand vor der Eingangstüre. Ein breites Grinsen tauchte hinter dem Türfenster auf, als Lenne darauf zuging. Es freute ihn, dass er und Helena ein so gutes Verhältnis zu den beiden hatten. Die Türe schwang auf und zwei völlig durchnässte Personen betraten den Flur.

»Hi, schön, dass ihr endlich da seid. Mein Gott, wie lange ist es jetzt her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben? Das ist ja bestimmt Wochen her«, empfing er die Besucher freudig.

»Du sagst es, alter Freund«, erwiderte Holger und legte ihm freundschaftlich seine Hand auf die Schulter

»Ewigkeiten, nicht Wochen«, grätschte Alva dazwischen und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

»Na, kommt rein. Ab vor den Kamin. Helena holt gerade den Wein aus der Küche.«

»Oh, was vernehmen meine Ohren denn da? Wein, sagtest du. Hat jemand Geburtstag oder was gibt es zu feiern?«

Holger sah seinen Freund lächelnd an.

»Das nicht, aber wenn ich morgen schon frei habe, dann sollten wir das ausnutzen.«

»Kommt ihr?«, hörte man Helenas Stimme.

Wenige Augenblicke später saßen die befreundeten Pärchen vor dem offenen Kamin und man ließ sich den Wein schmecken. Es war bereits spät und das Kaminfeuer neigte sich langsam dem Ende zu, als Holger nach Lennes Hand griff.

»Du, sag mal, hast du dich geschnitten, oder woher kommt der Kratzer auf deiner Hand?« Kurz senkte Lenne seinen Blick.

»Keine Ahnung, das muss im Labor passiert sein. Hab es eben erst beim Duschen bemerkt«, beantwortete er beiläufig Holgers Frage und nippte an seinem Glas.

»Ja, okay, verstehe«, erwiderte sein Freund und erhob sich langsam von seinem Stuhl.

»Ich denke, Alva und meine Wenigkeit machen uns mal besser auf den Heimweg, es ist schon spät.« Holger blickte zu seiner Frau. Helena sah die Unentschlossenheit in den Augen ihrer Freundin und klatschte in die Hände.

»Also, es ist noch Wein in der Küche. Wer weiß, wann wir jemals wieder so jung zusammenkommen?«, rief sie in die Runde.

»Und wie ihr wisst …?« Sie blickte nach oben.

»… haben wir Platz genug. Es muss also keiner seinen Führerschein riskieren, nicht wahr?« Das Funkeln in Alvas Augen war nicht zu übersehen, und so war die Sache entschieden.

Es war ein klarer Morgen, hatte sich der Regen über Nacht endlich verzogen. Die Sonnenstrahlen legten sich bereits wärmend über die Landschaft, als Holger den Balkon betrat, der sich an den hinteren Teil des Holzhauses anschmiegte.

»Ah, das tut gut. Was für ein Morgen. Findest du nicht auch, Schatz?«, rief er über seine Schulter. Einen Augenblick später trat Alva durch den Türrahmen und ihr langes Haar wirbelte um ihr Gesicht. Sie gab ihrem Mann einen zärtlichen Kuss auf den Mund und ihre Hand glitt vorsichtig an seinen Beinen hinauf.

»Ja, wunderschön. Du hast Recht«

»Was hältst du von einer anständigen Begrüßung, mein Schatz? Ich denke, das hat sich dieser schöne Morgen redlich verdient.«

Holger spürte ihr Verlangen und presste sie fest an sich. Er gab ihr einen Kuss auf die Wange und zog sie hinter sich her, zurück ins Gästezimmer. Dann schloss sich die Balkontüre.

Beim gemeinsamen Frühstück hatte man sich, unter dem Jubel der Kinder, dazu entschieden, auch diesen Tag noch gemeinsam zu verbringen. Nachdem Holger seinen Trekkingrucksack mit sämtlichem Picknickzubehör gefüllt hatte und auch die letzte Getränkeflasche unter dessen Kopftasche verschwunden war, ging es an die Küste. Über die gelangten die Freunde schließlich zu der Sehenswürdigkeit „ die auf einem Felsen, direkt am Meer thronte.

Lenne setzte sich auf einen größeren Stein, und war gerade dabei, eine Wasserflasche aus seinem Rucksack zu kramen, als...



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