Beyer, Hartmut
Hartmut Beyer ist Mittel- und Neulateiner, Kulturhistoriker und Wissenschaftlicher Bibliothekar an der Herzog August Bibliothek (HAB) in Wolfenbüttel. Er promovierte an der Universität Münster zu politischen Bezügen in lateinischen Tragödien des 14. und 15. Jahrhunderts. An der HAB leitet er die Abteilung Alte Drucke, die neben der Erschließung des lokalen Bestands die retrospektiven Erwerbung im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke 1601–1700 leistet sowie die Funktion eines Kompetenzzentrums für die Erschließung Alter Drucke wahrnimmt. Er forscht zur Bestandsgeschichte der HAB einschließlich des ehemaligen Bestands der Universität Helmstedt sowie aktuell zur frühneuzeitlichen How-to-Literatur. Darüber hinaus engagiert er sich in der Anwendung digitaler Methoden zur Erschließung und Erforschung frühneuzeitlicher Überlieferung. So war er maßgeblich an der Leitung des DFG-Projekts zu professoralen Karrieremustern beteiligt, in dem biografische Daten frühneuzeitlicher Gelehrter für die moderne Forschung digital nutzbar gemacht wurden. Weitere Projekte beschäftigten sich mit der Rekonstruktion historischer Bibliotheken (LibReTo) und der Entwicklung einer Bildähnlichkeitssuche für druckgrafische Porträts (PortApp).
Riechert, Thomas
Thomas Riechert ist Professor für Informationssysteme und Datenmanagement an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Er promovierte an der Universität Leipzig und war Mitbegründer der international anerkannten Forschungsgruppe AKSW (Agile Knowledge Engineering and Semantic Web). Diese hat die Entwicklung semantischer Technologien in Deutschland maßgeblich mitgeprägt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Semantic Web, Linked Open Data und dem Management von Wissensgraphen. Diese ermöglichen es, große Mengen heterogener Daten in maschinenlesbare Strukturen zu überführen. Ein wesentliches Merkmal seiner Arbeit ist die interdisziplinäre Anwendung dieser Technologien. Thomas Riechert leitet und forscht in zahlreichen Drittmittelprojekten, insbesondere im Bereich der Digital Humanities. Hier entwickelt er innovative Lösungen zur digitalen Erschließung und Analyse historischer und geisteswissenschaftlicher Datenbestände, beispielsweise im Kontext von Professorenkatalogen oder biografischen Datenbanken. Als Studiendekan für Medieninformatik engagiert er sich zudem für die Weiterentwicklung der Informatik-Studiengänge an der HTWK Leipzig.
Marx, Edgard
Edgard Marx ist Informatiker mit internationaler Forschungserfahrung. Er ist Experte für semantische Technologien, Linked Data und Wissensmanagement und hat an der Universität Leipzig in Kooperation mit der HTWK Leipzig promoviert. In seiner Arbeit verbindet er Informatik und innovative Datenintegration, um durch semantische Verknüpfung komplexe Datenmodelle nutzbar zu machen. Als langjähriger Forscher im Umfeld der AKSW-Gruppe arbeitete er maßgeblich an der Schnittstelle von Knowledge Graphs und künstlicher Intelligenz. In seiner aktuellen Tätigkeit als Knowledge Engineer entwirft und implementiert er zukunftsweisende Architekturen für die automatisierte Wissensverarbeitung. Sein Portfolio umfasst dabei die gesamte Kette der Datenwertschöpfung: von der Konzeption semantischer Datenarchitekturen über die Implementierung von Linked-Data-Schnittstellen bis hin zur Entwicklung KI-gestützter Analysewerkzeuge.
Blanke, Jennifer
Jennifer Blanke ist Historikerin und Pädagogin mit Schwerpunkt auf Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte. Nach ihrem Studium an der Universität Potsdam arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Potsdam und der Georg-August-Universität Göttingen sowie an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. In ihrer Forschung spezialisierte sie sich auf die frühneuzeitliche Gelehrtengeschichte, insbesondere auf die Analyse professoraler Karrieremuster und die Erforschung gelehrter Lebenswelten. Heute bringt sie ihre fundierte akademische Expertise als Lehrkraft im niedersächsischen Schuldienst ein. Dabei verbindet sie aktuelle historische Forschungsinhalte und Methoden mit moderner Pädagogik, um Schülerinnen und Schülern ein tiefgreifendes Verständnis für gesellschaftliche Entwicklungen zu vermitteln.