Rick | Meine Valentina | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

Rick Meine Valentina

Lesbische erotische Erzählungen
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-88769-952-9
Verlag: konkursbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Lesbische erotische Erzählungen

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

ISBN: 978-3-88769-952-9
Verlag: konkursbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sinnlich, sanft, sexy. Aber auch hemmungslos und sehr prickelnd. Jede Kurzgeschichte dreht sich um eine selbstbewusste Frau, die mitten im Leben steht. Die bekannte Wiener Autorin Karin Rick beherrscht es, Liebe und vor allem die damit verbundene Intimität und Lust zwischen Frauen so klar zu schildern, dass ein konkretes Bild der aufregenden Szenen in der Fantasie des Lesers entsteht. Diese Kurzgeschichtensammlung quillt über vor erotischen Abenteuern, schnellem Sex und unvorhergesehenen, spannungsgeladenen Situationen. Auch die charmanten Charaktere der Hauptakteure ziehen den Leserinnen in ihren Bann. Da gibt es beispielsweise die starke Wienerin in den Medien, die sich auf ihrer Geschäftsreise nach Hamburg auf einen Flirt einlässt, oder die kokette Ehefrau, die sich regelmäßig, aber heimlich, mit Frauen einlässt. Auch von Beziehungen und dem damit verknüpften Alltagsleben ist die Rede. Diese Kurzgeschichtensammlung bietet Lesestoff, der anregt und Lust auf mehr macht. 'Niemand kann heimliche, heftige Sexszenen zwischen Frauen so schön beschreiben wie die Wiener Autorin Karin Rick.' (L-Mag) 'Eine der großen Stärken von Karin Rick: Sie kann Ambivalenzen der Lust messerscharf erkennen, mehr noch: sich an ihnen ergötzen ...' (lespress)

Die Wiener Autorin schreibt seit vielen Jahren über Liebe, Sex und Macht. Ihre Romane verschränken grenzgängerisch sexuelle Freizügigkeit mit innigen Gefühlen. Sie studierte Kommunikationwissenschaft und Kunstgeschichte. Dolmetscher- und Übersetzerstudium an den Universitäten Wien und Paris, Studien- und Lehraufenthalte in Frankreich, Belgien und Spanien.

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Meine Valentina
Für Donnerstag hat Ela Theaterkarten organisiert, eine Opera picola zu dem Text „Die Humanisten“ von Ernst Jandl, Musik von Olga Neuwirth, im Porgy & Bess. Finde ich gut, von selbst hätte ich mir das Stück nicht angeschaut, aber Ela liebt es, Veranstaltungen für uns beide zu planen und das gefällt mir~ dass es eine Kontinuität zwischen uns gibt, dass sie umtriebig ist, dass man sich auf Dinge mit ihr freuen kann. Wir wollen vorher ins Ramien essen gehen, Ela hat es sogar als „Ausgehen zum Valentinstag“ deklariert. Davor trifft sie sich noch mit der halbwüchsigen Tochter einer ihrer Freundinnen. Wir vermuten, dass diese Tochter lesbisch ist, kurz vor ihrem Coming-out steht und Tipps von Ela will. Der Abend beginnt chaotisch, das kenne ich von Ela schon. Das Mädchen wartet statt am Gürtel in der Babenbergerstraße. 1. Und beide gehen, kurz bevor ich zu ihnen stoße, der Einfachheit halber ins Café Sperl, das ich nicht leiden kann, was ich ausdrücklich gesagt habe. Nun muss ich doch hin, zumindest um Ela abzuholen. Während Ela sich mit dem Mädchen unterhält und es in dem Gespräch tatsächlich darum geht, welche Frauenlokale dieses Gör aufsuchen kann, um jemanden kennenzulernen, sitze ich auf Nadeln. Die junge Frau ist nett, aber weltfremd und auf uns angewiesen. Sie bestellt nichts ahnend auch noch einen Toast, nun müssen wir warten, bis er serviert wird und sie damit fertig ist. Ich will in diesem ungemütlichen Scheißcafé nichts konsumieren, sondern nur weg und eigentlich mit Ela allein sein. Ela spürt meinen stummen Vorwurf, ist konfus und verunsichert. Sie überspielt das, indem sie mich beschwichtigt. Meine Unbehaglichkeitsgefühle spielt sie herunter, versucht, mich ruhigzustellen, was ich wiederum nicht leiden kann. Unvermittelt kommen auch Sätze wie: „Ich bin so stolz auf dich, dass du wieder ein neues Buch geschrieben hast.“ Oder, als das Girl auf der Toilette ist: „Ich war so aufgeregt, als du zur Tür hereingekommen bist, ich wäre am liebsten mit dir allein gewesen.“ Diese schmeichelnden Worte machen mich natürlich weicher, aber sind sie nicht auch ein klein wenig Bestechung, um mich von der von ihr verursachten beklemmenden Situation abzulenken? Danach bringt sie die Tochter der Freundin noch zu einer U-Bahnstation, weil die sich in Wien gar nicht auskennt, findet ihr Auto nicht und ich werde ungeduldig und gehe allein ins Ramien vor. Ich habe Kopfschmerzen, der Beginn einer Migräne, ich habe ja zu Mittag mein neues Buch knapp vor dem vereinbarten Abgabetermin fertiggestellt und der damit verbundene Leistungsdruck hat prompt einen Anfall ausgelöst. Nun fürchte ich, dass der sich zuspitzt, wenn ich vor dem Opernabend im Porgy & Bess nichts esse. Ich habe bereits zwei Migradon genommen, das sind 500 Milligramm Paracetamol, nicht gerade wenig. Ela erscheint erst um zehn nach sieben im Ramien, als ich mit dem Essen fast fertig bin, uns bleiben noch zwanzig Minuten bis zum Beginn der Vorstellung. „Vor Aufregung bin ich jetzt auch noch in die Glastür des Lokals hineingerannt“, ruft sie, als sie auf mich zukommt. „Ich hab sie nicht gesehen, wer rechnet auch schon mit einer zweiten Tür nach der ersten?“ Das Migradon beginnt zu wirken, ich fühle mich wehrlos, von einer zähen Flüssigkeit hin- und hergeschubst, die immer wieder an meine Schmerzzonen stößt, und als wir zum Auto gehen, geraten wir uns in die Haare, weil sie mir schon wieder nicht zuhören kann, ohne sofort einen von mir gesponnenen Faden in ihrem Sinne, mit ihren Erlebnissen, weiterzuspinnen, so dass von meiner Erzählung dann am Ende nichts übrig bleibt. Das macht mich wütend und ich schreie: „Ich weiß jetzt überhaupt nicht mehr was ich sagen wollte, ich werde von dir mundtot gemacht“, und sie: „Dann passen wir halt nicht zusammen“, und ich: „Dann passt du aber zu niemandem, denn das lässt sich ja niemand gefallen.“ „Dann passe ich halt zu niemandem!“, ruft sie trotzig, während sie wie eine Verrückte durch die engen Gassen des ersten Bezirks donnert. Wir haben bereits zwanzig Minuten Verspätung und finden die Riemergasse nicht, bei diesem Tempo auch nicht verwunderlich, ich mache keinerlei Anstalten, ihr beim Suchen zu helfen. Sie sagt: „Jetzt findest du mich sicher noch unmöglichen weil ich nicht einmal in der Lage bin, diese Gasse zu finden.“ „Nein, die hätte ich auch nie und nimmer gefunden, nur dass du so gänzlich uninteressiert bist an meinen Geschichten, vertrage ich nicht.“ „Ich bin nicht uninteressiert an deinen Geschichten“, ruft sie alarmiert und auffahrend, weil ich sie kritisiere. Manchmal kriege ich ihren schrillen Tonfall nicht mit oder überhöre ihn, wenn ich gut drauf bin oder gerade sehr verliebt. Wenn ich aber Kopfweh habe und in einem viskosen Migränesee schwimme, nervt er mich und ich begehre auf. Ich werde ebenfalls hysterisch und grantig, so wie jetzt. Auf der Straße vor dem Porgy & Bess packt sie mich mit melodramatischem Schwung an den Schultern, presst mich an sich und ruft: „Ich höre aber zu, wenn du etwas sagst!“ „Das merke ich nicht!“, rufe ich zurück. „Es interessiert mich, was du erzählst!“ „Das teilst du mir aber nicht mit!“ Dann füge ich trotzig hinzu: „Du sagst immer, dass wir nicht zusammenpassen, nur damit du dir schnell eine andere suchen kannst!“ Dann drehe ich mich um und laufe ihr voraus, als wir das verlassene Treppenhaus zum Veranstaltungssaal des Porgy & Bess hinuntereilen. Da schnappt sie mich wieder und dreht mich brüsk zu sich. „Glaubst du, ich gebe dich so schnell auf? Niemals!“ „Werden wir ja sehen.“ Es herrscht also dicke Luft zwischen uns, als wir in den Saal gelangen, in dem das Stück seit geraumer Zeit spielt und die Leute in ehrfürchtiger Erstarrung den Geschehnissen auf der kleinen, improvisierten Bühne folgen. Natürlich gibt es keinen Sitzplatz mehr. Zuerst stellen wir uns hinter das Mischpult genau der Bühne gegenüber, nehmen damit aber den Leuten, die hinter uns sitzen, die Sicht, dann findet Ela einen freien Platz am Rand, hinter all den Tischen, an denen die Leute in alter Kabarettmanier sitzen. Wir lehnen uns an die Wand, sie nimmt mich von hinten um die Taille und in diesem Moment kippt die Welt, um in einen Vexierspiegel zu fallen, in dem Traum und sexuelle Wirklichkeit sich ineinander verweben. Ihre Berührung nach so langer Zeit und nach unserem Streit im Auto ist wie Samt und Seide, wie Föhnwind mitten im Winter. Ich halte still und lasse mir von ihr Zärtlichkeiten einträufeln, wie milde Wassertropfen, von Sekunde zu Sekunde mehr, ich vollziehe einen Schritt nach dem anderen in den weichen, lauwarmen Sand der Berührungen. Vor uns auf der Bühne spielt das Jandlstück und die Musik geigt sich mit atonaler Wucht zwischen seine genialen Wortverballhornungen. Angespannt und reglos sind die Leute auf das Spektakel gerichtet, in einer dem Wiener Kulturpublikum eigentümlichen Asexualität, Verhärtung und Kopflastigkeit. Zu dumm und zu feige sind diese Menschen, um die schneidende Jandl-Gesellschaftskritik, die scharfen Wortfelsen unterhalb der gefälligen Wasseroberfläche der Musik, die Zinken und reißenden Kanten der Sprache nackt und bloß in sich aufzunehmen, denke ich. Sie halten es in diesem Saal nur aus, wenn von dieser Sprache durch Klänge abgelenkt wird und die Schauspielerei sie so aufbereitet, dass jeder, der sich dagegen auflehnt, selbst mit der Kritik gemeint zu sein, damit gerade noch zurechtkommt. Ela und ich sind von diesen Wahrnehmungsprozessen jedoch sowieso ausgenommen. Nicht einmal die Spiegelung gesellschaftlichen Seins, wie sie auf der Bühne gerade stattfindet, kommt an uns heran. Die Wollust schlingt ihre tausend Feuerarme langsam um uns beide, weil ich mich enger an sie lehne und Küsse wie Butterflocken meine Wange berühren, so dass ich zusammenzucke, erotisierende Berührungen wie Pfefferkörnchen an mir entlangrieseln. Mein Aufzucken ist von außen unmerklich, nur an ihrem Körper verbreitet es sich wie ein Stromstoß. Als Antwort presst sie mich wieder etwas mehr an sich. In meinem Migräne-Medikamente-Schwindelanfall bin ich noch empfindlicher als sonst und koste wacher denn je jedes Detail dieses Näherkommens aus, nämlich wie auf einmal ihre Fingerkuppen und Fingerknöchel spürbar werden, als hätte ich diese bis jetzt noch nie ertastet, als hätte ich von ihnen noch gar nichts gewusst. Spüre, wie ihre Hände mehr Druck ausüben und von mir Gegendruck bekommen. Die Haut ihres Handrückens gewinnt an Deutlichkeit, als hätte ich in meinem Leben noch nie kühle Handhaut gespürt. „Witzenschaften“, röhren auf der Bühne zwei Männer, zwei rot bekappte Stützen der Gesellschaft, zwei Weißhemdheinis, Burschenschaft er wohl, an einem weiß gedeckten Tisch mit den Resten eines opulenten Buffets sitzend. Das Publikum lacht erstmalig laut auf, diesem Sprachwitz kann es sich nicht entziehen, und ich mich Elas taufrischer Erotik nicht, ihrer kühlen, doch heißen Berührung. Hilflos sind wir beide in unserer Erregung, der lautlosen Lust, die uns zusammenschweißt. Im Hintergrund eines Raumes, der eigentlich der kastrierten Wiener Kulturbürgermasse gehört, sind wir die Antithese der Theaterbesucher, lüstern an der rot tapezierten Wand lehnend, aufrührerisch angetörnt voneinander. „Fritzenlösung“, schreit eine hoch gewachsene Frau im weißen Abendkleid, die auf die beiden Rotkappler des Festbanketts zustakst. „Die ist ein Mann eigentlich, oder?“, flüstert mir Ela zu. Gut, ja, der Schauspieler ist ein Mann, doch in einer Frauenrolle. Was will uns der Regisseur damit sagen? Vermutlich nichts von Belang, das falsche Geschlecht ist als Symbol zu aufgesetzt. Die Sprache allein hätte auch genügt, denn sie ist...


Die Wiener Autorin schreibt seit vielen Jahren über Liebe, Sex und Macht. Ihre Romane verschränken grenzgängerisch sexuelle Freizügigkeit mit innigen Gefühlen. Sie studierte Kommunikationwissenschaft und Kunstgeschichte. Dolmetscher- und Übersetzerstudium an den Universitäten Wien und Paris, Studien- und Lehraufenthalte in Frankreich, Belgien und Spanien.



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