E-Book, Deutsch, Band 2, 480 Seiten
Reihe: Schachbrett des Todes
Richardson Schachbrett des Todes
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-6399-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Band 2 - Valerie
E-Book, Deutsch, Band 2, 480 Seiten
Reihe: Schachbrett des Todes
ISBN: 978-3-7597-6399-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau Florence schöpft Henri Wenzel wieder neuen Lebensmut. Hierzu trägt seine neue Hamburger Lebenspartnerin Corinna bei, von deren zwielichtigen Geschäften Henri noch nichts ahnt. Durch die illegalen Aktivitäten von Corinna gerät Henri dabei erneut in den Morast krimineller Machenschaften von Politik, Geheimdiensten und Waffenhändlern. Hierbei kreuzt wieder die französische Polizistin Valerie Durant seinen Weg. Die emotionale Annäherung zwischen den beiden wird jedoch einstweilen durch die Suche nach dem Mörder von Henris Frau behindert. Als die Ereignisse eskalieren, droht alles in einem erbitterten Showdown zu enden.
Seit 2017 veröffentlicht unter dem Pseudonym Marc Richardson ein bekannter Sachbuchautor, freier Journalist und Unternehmer seine Lebenserinnerungen in einer Roman-Trilogie. Diese bildet den Auftakt für weitere spannende Romane, die noch folgen werden. Hier folgt auf die komplette Überarbeitung des 1. Bandes der 2. Band.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1
Spätherbst an der Elbe (Hamburg, 3. November 2011, 07.30 Uhr) Als sich Henri unter der warmen Bettdecke ausstreckte, traf sein Fuß unbeabsichtigt das Bein von Corinna, die noch völlig entspannt schlafend neben ihm im Bett lag. Corinna schlug durch Henris abrupte Bewegung verschlafen die Augen auf, strich sich ihre blond gelockten Haare aus dem Gesicht und drehte sich zu Henri hinüber. Gefühlvoll ließ sie ihre Hand über Henris behaarter Brust gleiten, während sie ihren Kopf schräg an seine muskulöse Brust lehnte. Gefühlvoll streichelte sie seine Brust und wanderte mit der Hand langsam nach unten, wo ihre Finger im nächsten Augenblick sein Glied umschlossen. Mit langsamen Bewegungen begann sie es zu massieren. Bereits Sekunden später konnte sie das Ergebnis ihrer Bemühungen zwischen ihren Fingern erfühlen. Sie schob ihren Kopf leicht an Henris linkes Ohr und raunte ihm mit belegter Stimme ins Ohr: „Komm, lass uns ficken. Ich habe so eine Lust, jetzt von dir verwöhnt zu werden.“ Henri brummte verschlafen etwas vor sich hin und drehte sein Gesicht zum Sideboard rechts neben ihm, auf dem seine Uhr lag. Ein Blick genügte, um ihm zu signalisieren, dass an diesem Morgen für den obligatorischen Sex mit Corinna keine Zeit mehr war. Er drehte sich zu seiner Freundin um und nahm sie zärtlich in seine Arme. „Corinna, Liebes, ich glaube heute Morgen musst du leider darauf verzichten, denn ich muss bereits in einer dreiviertel Stunde in der Werkstatt sein.“ Corinna knurrte protestierend und schlug mit der Faust gegen seinen Brustkorb, während Henri ihr einen innigen Kuss gab. Es war eine nicht alltägliche Beziehung, die sie seit Monaten miteinander lebten. Seit Corinnas Entlassung aus der Klinik vor sieben Monaten lebte Henri die überwiegende Zeit mit ihr in ihrer Hamburger Penthouse Wohnung zusammen, obgleich er für sich ein eigenes kleines Apartment im Hamburger Stadtteil Altona angemietet hatte. Emotional zusammengeführt wurden beide am Anfang des Jahres durch die turbulenten Ereignisse, die durch den Mord an Henris Frau Florence ausgelöst worden waren. Doch nicht nur Henri hatte einen Verlust zu beklagen. Auch Corinna hatte emotional mit den Folgen zu kämpfen, die der Mord an ihrem langjährigen Lebenspartner Robert mit sich brachte. Im Verlauf der Ereignisse geriet Corinna selbst in das Fadenkreuz von Unbekannten. Diese Männer wollten durch sie an Digitalfotos gelangen, die ihr Lebenspartner Robert Neudorf in einer Lounge am Züricher Flughafen unbeabsichtigt von einem geheimen Treffen gemacht hatte, an dem offensichtlich Politiker, Wirtschafts-vertreter und Militärs aus verschiedenen europäischen Staaten teilgenommen hatten. Henri gelangte an diese Information durch Recherchen der französischen Polizistin Valerie Durant, die im Mordfall seiner Frau zunächst gegen ihn ermittelte. Durch einen im Hintergrund agierenden, noch unbekannten Teilnehmer des Zusammentreffens am Züricher Flughafen wurden gewissenlose Handlanger auf Corinna Reiners angesetzt, um an die Digitalaufnahmen von Robert Neudorf zu gelangen. Obgleich sie keinerlei Kenntnis davon hatte, wo sich das iPhone ihres ermordeten Lebenspartners befand, wurde sie von den Männern brutal zusammengeschlagen und vergewaltigt. Infolge der erlittenen Verletzungen war sie gezwungen, einige Wochen im Krankenhaus zu verbringen und sich anschließend in einem Sanatorium von den Folgen ihrer Verletzungen zu erholen. Zwar hatte die deutsche Polizei inzwischen die Ermittlungen zum Tod von Corinnas Lebensgefährten Robert Neudorf ergebnislos eingestellt, doch Corinna als auch Henri waren beide davon überzeugt, dass der Überfall auf Corinna und ihre brutale Misshandlung in einem unmittelbaren Zusammenhang mit den Ereignissen stand. Henris Engagement war es letztendlich zu verdanken, dass durch die Übergabe des Datenträgers mit den Fotos vom Treffen in Zürich nicht nur die lebensbedrohliche Gefahr für Corinna gebannt wurde, sondern auch der kleine Sohn der ermittelnden französischen Polizistin aus der Gewalt dubioser Geheimdienstmitarbeiter befreit werden konnte. Während Corinna ihn mit ihrer Hand erneut zärtlich im rasierten Genitalbereich streichelte, war Henri in seinen Gedanken bereits abgeschweift. Er musste an seine ermordete Frau Florence denken. Obgleich Henri und seine Frau Florence in den letzten Jahren emotional eher wie ein altes Ehepaar zusammenlebten, bedeutet der Tod seiner Frau eine abrupte Zäsur in seinem Leben. Florence war für ihn für fast 25 Jahre seines Lebens die wesentliche mentale Stütze gewesen. Bei Florence hatte es Henri zum ersten Mal zugelassen, dass ein anderer Mensch in das Innerste seines Seelenlebens blicken konnte. Mit Florence konnte er über seine traumatischen Einsätze während seiner Zeit in der Fremdenlegion sprechen. Sie kannte jede Nische seiner Psyche, konnte mit seinen Launen und Eigenarten umgehen und verzieh ihm großzügig seine charakterlichen Schwächen. Obgleich Florence Tod noch kein Jahr zurückreichte, empfand er keine Scham dafür, bereits neben dem warmen Körper einer anderen Frau zu liegen. Mental war er für die dadurch vorliegende Abwechslung dankbar und moralische Zweifel lagen ihm fern. Sexuell fühlte er sich durch das Zusammenleben mit Corinna wie neugeboren, aber das war nur die eine Seite der Medaille. Über die Gefühle, die er Corinna gegenüber aufbrachte, war er sich nach wie vor nicht im Klaren. Zwar war sie etwa 15 Jahre jünger als er, war begehrenswert und sexuell unersättlich, aber konnte sie ihm das bieten, was ihm seine verstorbene Frau Florence durch ihr Verständnis und ihr Einfühlungsvermögen über viele Jahre gab? Auch nach vielen Monaten des Zusammenlebens war Corinna für ihn nach wie vor eine Frau mit vielen Rätseln geblieben. Jeder andere Mann hätte in seiner Situation neugierig Fragen gestellt und dadurch das Leben seiner Geliebten näher ausgeleuchtet, doch Henri zeigte dazu wenig Interesse. Lag es daran, dass er selbst in dieser Situation kaum Einblicke in sein Gefühlsleben zuließ oder war er durch den Verlust von Florence emotional noch zu sehr blockiert? Vielleicht war es so. Aber vielleicht diente ihm die Beziehung mit Corinna auch nur dazu, Abstand von den Ereignissen der letzten Monate zu gewinnen. Auch dieses könnte eine plausible Erklärung für sein Verhalten sein. Im Grunde genommen wusste er es selbst nicht. Henri verdrängte die innere Auseinandersetzung mit dieser Frage und genoss die Tage, die er mit Corinna zusammen war. Je größer der zeitliche Abstand zu den schrecklichen Ereignissen der zurückliegenden Monate wurde, desto stärker wachs der Fatalismus in ihm und die Neigung, auch mit diesem Teil seiner Vergangenheit endlich abzuschließen. Henri wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Corinna damit begann, sein Glied erneut zu massieren. „Hey, Liebes, ich muss jetzt wirklich aufstehen.“ Er legte den Arm um ihre nackte Schulter und streichelte ihren Rücken. Um auf sie nicht irritierend zu wirken, zog Henri sein rechtes Bein hoch und augenblicklich ließ Corinna ihre Hand zurückgleiten. Dafür drehte sie ihrem nackten Oberkörper mit gespreizten Beinen auf ihn, doch Henri entzog sich auch diesem Aufforderungsversuch, indem er Corinna mit einem beidseitigen Griff unter ihre Achseln liebevoll auf ihre Bettseite zurückdrehte. „Pardon, meine Liebe, aber ich bin heute wirklich etwas unter Zeitdruck“, raunte er ihr mit einem etwas genervten Gesichtsausdruck ins Ohr. Mit einer Drehung erhob er sich im nächsten Moment aus dem Bett und ging mit seinem stark erigierten Glied über das glänzende Fischgrätenparkett aus dem Schlafzimmer in Richtung des Badezimmers von Corinnas mondäner Wohnung am Rande der Binnenalster. Corinna musste angesichts des Anblicks grinsen. Seit dem Tod ihres Lebenspartners Robert Neudorf hatte Corinna Reiners eine ganze Reihe von Dingen in ihrem Leben neu organisiert. Unter anderem hatte sie den Kunst- und Antiquitätenhandel ihres verstorbenen Lebenspartners verkauft. Den IT-Service, der ihrem Lebenspartner als Tarnfirma für seine vermeintlichen Drogengeschäfte diente, hatte sie jedoch weiterbetrieben. Da das von ihrem früheren Lebenspartner angemietete Geschäftsobjekt im Hamburger Stadtteil Harburg im März einem Brand zum Opfer gefallen war, hatte sie, mit dem Geld aus der Abwicklung der Brandschadensversicherung, für die Wiederaufnahme der Geschäftsaktivitäten inzwischen eine neue Geschäftsimmobilie im Stadtteil Rothenburgsort angemietet. Henri war zunächst skeptisch, ob es ihr gelingen würde, den IT-Betrieb auf rentable Beine zu stellen, doch bereits nach zwei Monaten war sie überaus euphorisch, angesichts der sich einstellenden nachhaltigen Vertriebserfolge. Dass die vermeintlichen Vertriebserfolge lediglich auf dem Papier bestanden, blieb ihr persönliches Geheimnis. Henri versetzte sie sehr geschickt in den Glauben, dass es ihr in den letzten Monaten erfolgreich gelungen war, anspruchsvolle Kundenadressen zu akquirieren und einen erfolgreichen Versandhandel aufzubauen. Wie lange sie ihr düsteres Geheimnis vor Henri verborgen halten konnte, wusste sie nicht. Zumindest wollte sie mit ihren im Verborgenen...




