Rice | Hohelied des Blutes | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 461 Seiten

Rice Hohelied des Blutes

Ein Roman aus der Chronik der Vampire
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95824-816-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein Roman aus der Chronik der Vampire

E-Book, Deutsch, 461 Seiten

ISBN: 978-3-95824-816-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sind Sie bereit für einen dunklen Rausch der Sinne? 'Das Hohelied des Blutes' von Bestsellerautorin Anne Rice jetzt als eBook bei dotbooks. 'Ich liebe dich, wie ich nie zuvor geliebt habe, mehr als allen Glanz des Bösen, mehr als Blut.' Sie soll das Erbe ihres Geschlechts antreten - doch weder Magie noch Reichtum können die todkranke Hexe Mona Mayfair retten. Ihr bleibt nur eine Hoffnung: Wird Lestat, der mächtige Fürst der Finsternis, sie zur Vampirin machen? Doch dies ruft den erbitterten Widerstand ihrer Familie hervor, der Lebenden wie der Toten. Und während Lestat erkennt, welches düstere Geheimnis die Mayfairs hüten, gerät er in größte Gefahr - auch, weil er sich nicht gegen seine Gefühle für die schöne Hexe Rowan wehren kann ... Liebe und Rache, Loyalität und Vergeltung - ein opulentes Lesevergnügen, in dem Anne Rice ihre weltberühmten Chroniken der Vampire mit der Saga um die Mayfair-Hexen verbindet. 'Obwohl Rice viele Elemente ihrer vorherigen Romane in diesem vereint, werden sich neue Leser sofort zurechtfinden und die alten begeistert sein, wie sie die verschiedenen Fäden miteinander verknüpft.' Booklist Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Das Hohelied des Blutes' von Bestsellerautorin Anne Rice. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Anne Rice, geboren 1941 in New Orleans, studierte in San Francisco Englisch, Kreatives Schreiben und Politikwissenschaften. 1976 wurde sie mit ihrem Debütroman 'Interview mit einem Vampir' weltberühmt. Mehr Informationen finden sich auf ihrer Website: www.annerice.com Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/annericefanpage Bei dotbooks veröffentlichte Anne Rice die Romane 'Jesus Christus - Rückkehr ins Heilige Land' (auch erhältlich unter dem Titel 'Der junge Messias') und 'Jesus Christus - Die Straße nach Kanaa'. Weitere eBooks sind in Vorbereitung.
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Kapitel 2


BLACKWOOD FARM: IM FREIEN, ABEND

Ein kleiner, ländlicher Friedhof am Rande eines Zypressensumpfes, mit etwas über einem Dutzend alter, zementierter Grabstellen, die meisten Namen darauf längst verblichen, und eine dieser rechteckigen, etwas erhöhten Grabplatten ist von einem kürzlichen Feuer rußgeschwärzt. Das kleine Geviert der Grabstellen ist von einem niedrigen Eisengitter und vier riesigen Eichen umgeben, Eichen mit schweren, tief hängenden Ästen. Der Himmel darüber ist in den schönsten Fliederfarben getönt, und die schmeichelnde Sommerwärme ist wie ein Streicheln, und –

– und wetten, dass ich meinen schwarzsamtenen Gehrock trage (Nahaufnahme: auf Taille geschnitten, Messingknöpfe) und die bekannten Motorradstiefel und ein nagelneues Leinenhemd mit Spitzen an Hals und Ärmeln (bemitleiden wir den armen Hinterwäldler, der deswegen über mich lächelt!), und ich habe meine schulterlange blonde Mähne heute Nacht nicht geschoren, was ich sonst zur Abwechslung schon mal tue, und ich habe die violett getönten Gläser weggelassen, denn es interessiert hier keinen, dass meine Augen Aufmerksamkeit erregen, und meine Haut ist immer noch intensiv gebräunt von meinem Jahre zurückliegenden Versuch, in der Sonnenglut der Wüste Gobi Selbstmord zu begehen, und ich denke –

– Zauber der Finsternis, ja, wirken wir dieses Wunder, sie brauchen dich da oben im Herrenhaus, dich, den flegelhaften Prinzen, dich, den Prunk liebenden Herrscher unter den Vampiren; Schluss mit dem düsteren Brüten und der Trauer, pack’s an, da oben im Haus wartet eine ziemlich knifflige Situation – und

ES WIRD ZEIT, IHNEN ZU ERZÄHLEN,

WAS GESCHAH, ALSO HIER, BITTE:

Ich hatte mich gerade aus meinem geheimen Versteck erhoben und schritt aufgewühlt hin und her, in bitterer Trauer um einen anderen Bluttrinker, der auf ebendiesem Friedhof von uns gegangen war, verschlungen in einem riesigen Feuer dort auf der erwähnten geschwärzten Grabplatte. Ohne die geringste Warnung hatte sie uns gestern Nacht verlassen, Merrick Mayfair, die erst seit drei Jahren oder sogar weniger zu den Untoten gehörte, und ich, ich hatte sie hierher nach Blackwood Farm eingeladen. Sie sollte uns helfen, einen bösen Geist zu exorzieren, von dem Quinn Blackwood schon seit seiner Kindheit verfolgt wurde. Quinn besaß das Blut der Finsternis noch nicht lange; er war zu mir gekommen, um mich wegen dieses Geistes um Beistand zu bitten, der ihn nach seiner Umwandlung vom Sterblichen zum Vampir nicht etwa verließ, sondern im Gegenteil noch stärker und boshafter wurde und sogar den Tod des Menschen bewirkt hatte, dem Quinn besonders innig zugetan war – seiner fünfundachtzigjährigen Großtante Queen. Dieser bösartige Geist namens Goblin hatte den tödlichen Sturz der alten Dame verursacht, und ich hatte um Merricks Hilfe ersucht, um ihn für immer zu vertreiben.

Merrick Mayfair war, ehe sie sich dem Blut der Finsternis verschrieb, sowohl Gelehrte als auch Hexe gewesen, weshalb ich davon ausging, dass sie die nötigen Kräfte besäße, uns diesen Geist vom Hals zu schaffen.

Also kam sie her und löste das Rätsel um Goblin. Aber nachdem sie auf einer der Grabplatten einen Altar aus Holz und Kohlen aufgetürmt und angezündet hatte, verbrannte sie nicht nur den Leichnam des bösen Geistes, sondern ging mit ihm zusammen in die Flammen. Der Geist verging, doch Merrick ebenso.

Natürlich versuchte ich, sie dem Feuer zu entreißen, aber ihre Seele war schon aufgestiegen, und ich konnte sie nicht ins Leben zurückholen, soviel von meinem Blut ich auch auf ihre verkohlten Überreste fließen ließ.

Während ich nun auf und ab schritt und zornig den Staub des Friedhofs mit den Füßen aufwirbelte, überlegte ich, dass Unsterbliche, die das Blut der Finsternis unbedingt wollen, wesentlich leichter ihr Leben zu lassen schienen, als die unter uns, die nicht darum gebeten hatten. Vielleicht gibt uns der Zorn über die uns zugefügte Gewalt die Kraft, die Jahrhunderte zu überstehen.

Aber wie gesagt: Etwas ging in dem großen Haus vor.

Ich dachte die ganze Zeit: Zauber der Finsternis, ja, der Dunkle Zauber, einen neuen Vampir schaffen.

Nur, wie kam ich dazu, das überhaupt in Erwägung zu ziehen? Ich, der ich mir doch heimlich wünsche, ein Heiliger zu sein? Bestimmt schrie Merricks Blut nicht aus dem Grab heraus nach einem neuen Vampir, die Vorstellung kann man vergessen. Und diese Nacht war eine von denen, in der auch der winzigste meiner Atemzüge mir wie ein kleines metaphysisches Unglück erschien.

Ich schaute hinüber zum Herrenhaus oben auf dem Hügel, mit seinen zwei Stockwerke hohen weißen Säulen und den vielen erhellten Fenstern, der Ort, der in den letzten Nächten der Sitz meines Schmerzes und meines Glückes war, und überlegte, wie ich diese Sache angehen sollte – zum Wohl aller Beteiligten.

Blackwood Manor wimmelte von ahnungslosen Sterblichen, die mir trotz kurzer Bekanntschaft sehr lieb geworden waren, und mit ahnungslos meine ich, sie hegten nicht den mindesten Verdacht, dass ihr geliebter Quinn Blackwood, Herr des Hauses, und sein mysteriöser neuer Freund Lestat Vampire sein könnten; und Quinn wünschte von ganzem Herzen, dass es auch dabei blieb und kein Unheil geschah, denn hier war sein Zuhause, und wenn er auch ein Vampir war, so wollte er doch dieses Band nicht reißen lassen.

Unter diesen Sterblichen Jasmine, die begabte schwarze Haushälterin, umwerfend gut aussehend (mehr davon später, denn das kann ich mir nicht verkneifen) und Quinns einstige Geliebte, sowie ihr kleiner Sohn Jerome, den Quinn gezeugt hatte, natürlich bevor er zum Vampir wurde. Jerome ist jetzt vier, er rennt gerade, seine Füße in Turnschuhen, die viel zu groß an seinem kleinen Körper wirken, vergnügt die gewundene Treppe hoch und runter; dann lebt dort Big Ramona, Jasmines Großmutter, eine königliche schwarze Lady mit weißem Haarknoten, die kopfschüttelnd mit sich selbst redet, während sie in der Küche für weiß der Himmel wen Abendessen zubereitet; schließlich ihr Enkel Clem, ein sehniger Schwarzer, der wie in seine katzengeschmeidige Haut hineingegossen wirkt; mit schwarzem Anzug und Binder angetan steht er innen vor dem Portal und schaut die Treppe hinauf, nicht unbegründet misstrauisch wegen der Dinge, die in Quinns Schlafzimmer vor sich gehen. Clem war der Chauffeur der kürzlich verstorbenen Hausherrin, Tante Queen, um die alle noch immer schmerzerfüllt trauern.

Ebenfalls im oberen Stockwerk sitzt in seinem Zimmer am Ende des Flurs Quinns ehemaliger Lehrer Nash Penfield zusammen mit dem dreizehnjährigen Tommy Blackwood vor einem ungeheizten Kamin. Tommy ist ein beeindruckender Jüngling, genau genommen Quinns Onkel, tatsächlich aber eher sein Adoptivsohn. Er weint immer noch leise über den Tod der alten, großen Dame, von der ich eben sprach. Tommy reiste mit ihr drei Jahre lang quer durch Europa, was seine Persönlichkeit geprägt hat.

Im hinteren Teil des Grundstücks sitzen abwartend die Stallburschen Allen und Joel in einem offenen, erleuchteten Teil des Stallgebäudes; sie lesen die Weekly World News und lachen immer wieder laut, während der Lärm eines Football-Spiels aus dem Fernseher dröhnt.

Was das Herrenhaus angeht, lassen Sie es mich detailliert beschreiben. Ich liebe es. Ich finde, dass es perfekt proportioniert ist, was man nicht immer von amerikanischen neoklassizistischen Gebäuden sagen kann, aber dieses hier, das stolz oben auf dem terrassenförmig abfallenden Grundstück prangt, ist mit seiner langen, mit Pekannuss-Bäumen bepflanzten Auffahrt und seinen herrschaftlichen Fenstern mehr als nur ansprechend und einladend.

Das Innere? Was Amerikaner riesenhafte Räume nennen. Staubfrei, gepflegt. Überall Kaminuhren, Spiegel, Bilder und Perserteppiche, und die unvermeidliche Zusammenstellung von Mahagoni-Möbeln des neunzehnten Jahrhunderts und Möbeln im imitierten Hepplewhite- und Louis-XIV-Stil, die man als traditionell amerikanisch oder antik bezeichnet. Über dem Ganzen liegt das Summen der auf Hochtouren laufenden Klimaanlage, die nicht nur wie durch einen Zauber kühlt, sondern gleichzeitig durch den konstanten Geräuschpegel bei Gesprächen die Privatsphäre wahrt.

Ich weiß, ich weiß, ich hätte zuerst die Szenerie beschreiben sollen und dann die Menschen. Na und? Ich konnte nicht logisch denken, dazu war ich viel zu sehr ins Grübeln vertieft. Merricks Schicksal nahm mich einfach mit.

Natürlich hatte Quinn behauptet, er habe gesehen, wie das himmlische Leuchten beide umfing, den unerwünschten Geist Goblin und Merrick, und für ihn war diese Szene hier auf dem Friedhof eine Offenbarung gewesen – doch für mich war es etwas völlig anderes, denn alles, was ich sah, war, dass Merrick sich selbst in die Flammen stürzte. Ich hatte geheult, geschrien, geflucht.

Okay, genug von Merrick. Aber vergessen Sie sie nicht, ich werde bestimmt später noch auf sie zurückkommen. Wer weiß? Vielleicht erwähne ich sie, wann immer mir danach zumute ist. Wer schreibt denn dieses Buch? Nein, nehmen Sie das nicht ernst. Ich versprach Ihnen eine Geschichte, also bekommen Sie auch eine.

Wichtig ist – oder war dass ich wegen der Vorgänge im Haus eigentlich gar keine Zeit hatte, Trübsal zu blasen. Merrick für immer verloren, die lebensprühende, unvergessliche Tante Queen auch. Rings um mich nichts als Kummer. Nur war gerade etwas sehr Überraschendes eingetreten, weshalb mich mein teurer Quinn unverzüglich brauchte.

Natürlich zwang mich niemand, an irgendetwas auf Blackwood Farm Anteil zu nehmen.

Ich hätte mich einfach raushalten können.

Quinn, der Zögling, hatte Lestat, den Herrlichen (ja, ich mag diesen Titel), gebeten, ihm dabei behilflich zu sein, Goblin loszuwerden, und da Merrick...


Rice, Anne
Anne Rice, geboren 1941 in New Orleans, studierte in San Francisco Englisch, Kreatives Schreiben und Politikwissenschaften. 1976 wurde sie mit ihrem Debütroman „Interview mit einem Vampir“ weltberühmt.

Mehr Informationen finden sich auf ihrer Website: www.annerice.com
Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/annericefanpage

Bei dotbooks veröffentlichte Anne Rice die Romane „Jesus Christus – Rückkehr ins Heilige Land“ (auch erhältlich unter dem Titel „Der junge Messias“) und „Jesus Christus – Die Straße nach Kanaa“. Weitere eBooks sind in Vorbereitung.



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