E-Book, Deutsch, Band 1, 416 Seiten
Reihe: Supernova
Reichert Supernova
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7562-3487-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Tödliche Lügen
E-Book, Deutsch, Band 1, 416 Seiten
Reihe: Supernova
ISBN: 978-3-7562-3487-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die 18-jährige Leyla Dean lebt das unscheinbare Leben einer vorbildlichen Schülerin. Sie ist mit einem loyalen Freundeskreis, einer fürsorglichen Familie und ihrem hingebungsvollen Freund Luke beschenkt. Als sie jedoch den Geburtstag ihrer besten Freundin feiern möchte, erschüttert ein mysteriöses Ereignis ihre Welt, welches im weiteren Verlauf als "Supernova" betitelt wird. Nachdem sie ahnungslos in einem Lager aufwacht, welches die überlebenden Menschen aufgenommen hat, begibt sie sich unversehens auf die Suche nach ihrer Familie und ihren Freunden. Dabei wird sie mit rätselhaften und erschütternden Ereignissen konfrontiert, weshalb sie beginnt, die vorherrschende Hierarchie in dem Lager zu hinterfragen. Nach einiger Zeit findet sie eine ihrer Freundinnen Tony und überzeugt sie, zusammen mit deren Freund Tobi zu fliehen. Gemeinsam wollen sie herausfinden, wo sich Leylas kleiner Bruder Tommy aufhält, da er sich nicht in demselben Lager befindet. Nach ihrer erfolgreichen Flucht sind die Freunde in der ausgestorbenen Außenwelt zunächst auf sich alleine gestellt und versuchen ihren Verfolgern aus dem Lager zu entkommen. Während ihrer Reise werden sie von einer fremden Menschengruppe abgefangen, welche sich als Widerstandsgruppe entpuppt. Ihr Ziel ist es, dem wahren Grund der Supernova nachzugehen. Unvermittelt schließen sich Leyla und ihre Freunde der Gruppe an, wobei die Protagonistin den attraktiven, aber kühlen Ashton kennenlernt. Zusammen beschließen sie das Überlebenslager aufzusuchen, in dem Tommy sich aufhält, und die anderen Überlebenden über die wahren Gründe ihrer Gefangenschaft aufzuklären. Jedoch steht die Lüftung des Geheimnisses um die Supernova nicht nur im Weg der Liebe, sondern dreht sich auch um Leben und Tod.
Lena Reichert ist Studentin und wohnt in München. Sie spricht vier Sprachen und bereist gerne die Welt, was ihrer Begeisterung für die Literatur zugute kommt. Mit 17 Jahren hat sie bereits ihr erstes Buch "Supernova - Tödliche Lügen" verfasst.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1
6 Tage vor der Supernova
„Leyla, da bist du ja! Oh mein Gott, ich muss dir was erzählen!“ Ich nehme mürrisch meine Kopfhörer heraus, damit ich die Stimme identifizieren kann, von der das gerade kam. Es ist Montagmorgen und ich hatte noch keinen Kaffee. Und meine Freunde wissen eigentlich, dass man mich um diese Zeit lieber noch nicht anspricht. Dennoch sehe ich Tony grinsend auf mich zukommen, während sie eine ihrer violetten Strähnen um den Finger zwirbelt, was sie einige Jahre jünger aussehen lässt. Wie kann man denn an einem frühen Morgen, noch dazu an einem Montag, so euphorisch sein? Sie setzt sich gegenüber von mir auf den freien Platz in der Bahn und schaut mich erwartungsvoll an. „Erzähl schon, bevor ich es mir noch anders überlege und lieber weiter Musik höre.“ Sie überhört meinen genervten Tonfall. „Also…ich war ja am Wochenende bei Sam zu Hause…und er hat mich endlich gefragt, ob wir unsere Beziehung öffentlich machen wollen…und wie soll ich sagen, ich bin ganz offiziell nicht mehr Single!“ Sie betont jedes einzelne Wort, während sie mich mit ihren weißen Zähnen breit angrinst, was meine Laune schlagartig verbessert. Doch tatsächlich überrascht mich diese Nachricht, weil ich eigentlich gedacht habe, dass Sam zu der Art von Jungen gehört, die keine richtigen Beziehungen eingehen wollen. Er ist aber trotzdem von der guten Sorte. „Bist du dir sicher, dass er das ernst meint mit dir?“, entgegne ich also. „Sonst hätte er mich nicht gefragt, oder?“, antwortet Tony, anscheinend enttäuscht von meiner Reaktion. „Tut mir leid, du hast recht, natürlich freue ich mich für dich, lass dich knuddeln!“ Sie wirft sich in meine Arme und nachdem ich mich von ihr wieder löse, höre ich jemanden neben mir sich räuspern. „Da wird man ja schon fast eifersüchtig.“ Luke beugt sich zu mir hinunter und gibt mir einen Guten-Morgen-Kuss. „Guten Morgen, Babe“, lächle ich ihn an, als er sich neben mich setzt und meine Finger mit seinen verschränkt. „Na hoffentlich werden Sam und ich nicht so ein kitschiges Pärchen wie ihr, das ist ja nicht auszuhalten. Aber dass ihr nach zwei Jahren Beziehung immer noch ausseht wie frisch verliebt, bewundere ich.“ Tony schaut uns grinsend an, was mein Freund und ich nur mit einem Lachen erwidern. Tatsächlich sind wir schon fast zwei Jahre zusammen, dabei fühlt es sich an, als hätten wir uns eben erst kennengelernt. Es ist manchmal kaum zu fassen, wie schnell die Zeit vergeht. Als wir kurz darauf an der Schule ankommen, sehen wir auch schon Sam, Loo und Tobi und begrüßen alle mit motivierenden Worten, wie „Willkommen zurück in der Hölle.“ Die Raily-High, mein zweitliebster Ort nach Friedhöfen, um die ich immer einen großen Bogen mache. Nur, dass ich die Schule nicht meiden kann, weshalb ich zumindest versuche das Beste daraus zu machen und sie einfach hinter mich zu bringen. Wir machen uns durch die langen, von Schülern überströmten, Korridore auf den Weg zum Unterricht. Heute steht bei mir eine wichtige Physikklausur an, allerdings bin ich gut darauf vorbereitet und mache mir wenig Sorgen. Man könnte fast meinen, ich sei eine Streberin. Zumindest bezeichnen mich meine Freunde als eine, ich meinerseits hasse diese Bezeichnung. Ist es so abwegig, gut Noten haben zu wollen, um anschließend das Leben finanzieren zu können, von dem man träumt? Ich kann schließlich nichts dafür, dass sich unsere Gesellschaft an Leistungen misst. Doch auf dem Weg zum Klassenzimmer wird mir auf einmal ganz schwindlig und ich lege mir eine Hand an den Kopf. Am besten ich werde jetzt auch noch krank, dann würde ich am Nachmittag nicht mit Luke in die Stadt gehen dürfen. Hervorragend. Aber nach ein paar Schlücken Wasser geht es mir wieder besser und betrete gemeinsam mit Loo den Klassenraum, in dem unser Physiklehrer Mr. Pilansky bereits die Prüfungsbögen ausgeteilt hat. Die Nervosität der Schüler scheint ihm zu gefallen, da er sich lässig in seinen Stuhl am Pult fallen lässt und uns erwartungsvoll angrinst. Als wir uns nach zwei nervenzerreißenden Stunden alle zusammen in der Mittagspause zum Essen treffen, müssen Sam und Loo komischerweise auch gestehen, dass sie kurz vor der Prüfung Anzeichen von Übelkeit hatten. „Lag sicher an der Nervosität“, versuche ich sie zu beruhigen. „Babe, wie lief es bei dir?“, fragt mich Luke darauf, der soeben eine Präsentation in Biologie halten musste. Ich bin wirklich froh, dass ich jenes Fach abwählen konnte. „Ganz gut, und bei dir? Lass mich raten, du hast erst gestern angefangen dich für dein Referat vorzubereiten.“ „Vorgestern. Aber ich glaube, ich habe es ziemlich vergeigt…“ „Mal wieder“, witzele ich woraufhin ich mir einen leichten Schlag gegen die Schulter einfange. „Okay Leute, wir sehen uns dann morgen, Tony und ich gehen später noch ins Einkaufszentrum“, ergreift Sam das Wort. Ich schmunzle Tony mit hochgezogenen Augenbrauen an und verabschiede mich von den beiden mit einem Kuss auf jede Wange. Ist bei uns eine Art Tradition. Loo ergreift die Gelegenheit der Redepause. „Ich hoffe doch sehr, dass ihr euch das Wochenende frei genommen habt. Schließlich brauchen wir etwas, worauf wir uns freuen können, nicht?“ Das hatte ich vor lauter Stress fast vergessen: Meine beste Freundin wird am Samstag auch 18, bedeutet wir können endlich zusammen in die angesagteren Clubs hier in Philadelphia gehen. Die anderen sind noch zu jung, aber so sind wir dann immerhin zu zweit. „Was planst du denn Schönes?“, frage ich schließlich. „Lasst euch überraschen…“, erwidert sie augenzwinkernd. „Was denkst du, sollen wir Loo schenken?“, frage ich meinen Freund, als wir nach der Schule zusammen in der Stadt im Café sitzen und einen Cappuccino trinken. Mein erster Kaffee des Tages, endlich. „Weiß nicht so ganz, ist doch deine beste Freundin. Aber vielleicht irgendetwas aus Schokolade? Sie kann ohne das Zeug nicht leben“, meint er. „Haha. Nicht so kreativ gleich. Ich dachte eher an so etwas wie ein Fotoalbum. Du weißt schon, weil ich sie seit der ersten Klasse kenne, da wäre doch eine Sammlung an Bildern echt schön“, schlage ich vor. „Gute Idee, aber du machst es. Das wäre mir zu viel Aufwand.“ „Alles klar, Faulpelz, dann bezahl du mal die Getränke und ich gehe nach Hause und fange an. Wir sehen uns morgen!“ Ich gebe ihm beim Gehen einen kurzen Kuss und mache mich auf den Weg nach Hause.
1 Tag vor der Supernova
Der Rest der Woche vergeht ziemlich ereignislos und langweilig, wie immer. Als es dann endlich Freitag ist, kann ich es kaum erwarten nach Hause zu kommen und mich ins Bett zu legen. „Leyla, es gibt Mittagessen!“, ertönt es von unten. „Komme gleich!“, rufe ich zurück. Eigentlich habe ich heute aus irgendeinem Grund keinen Hunger, aber ich schlendere trotzdem nach unten. „Wo ist denn Tommy?“, frage ich unten angekommen meine Eltern, als ich merke, dass mein kleiner Bruder nicht am Esstisch sitzt. „Er hat sich irgendetwas eingefangen. Etwas geht anscheinend gerade rum, mir ging es die letzten Tage auch nicht sonderlich gut“, antwortet mir meine Mutter mit besorgtem Blick. „Komisch…“, murmele ich vor mir hin. „Wie war dein Schultag so, Ley?“ Ein Spitzname, den ich nicht mehr hören kann, aber mein Vater besteht immer noch darauf ihn zu verwenden. Er kommt gerade aus der Küche und sieht mich liebevoll an, aber ich merke, dass er müde ist. Die Falten an seiner Stirn lassen ihn mit einem Mal viel älter aussehen. „Normal, wie immer. Habe meinen Mathetest rausbekommen. Volle Punktzahl.“ „Wir sind so stolz auf dich, das weißt du, oder?“, loben mich meine Eltern wie im Chor, als hätten sie diesen Satz schon geübt. Ich höre ihn jedes Mal, wenn ich etwas Vorbildliches mache. Mich langweilt ihre Reaktion mittlerweile. Nicht, dass ich nicht stolz auf meine Leistungen wäre, aber auf mich wirkt das so, als würden sie mich auf meine Noten reduzieren. „Was gibt es zu essen?“, frage ich also, um das Thema zu wechseln. „Spinatlasagne natürlich. Es ist Freitag“, antwortet meine Mutter begeistert. Das lässt mich dann doch vergessen, dass ich eigentlich nichts essen wollte, und sogar der Frust verfliegt. Nach zwei ausgiebigen Portionen Lasagne und einem Eis als Nachtisch, schreibe ich meinen Freunden, um sie zu fragen, ob sie Lust hätten etwas zu unternehmen. Schließlich ist Wochenende. „Wie wäre es mit dem neuen Club um die Ecke? Wir sollten ihn einweihen und man darf schon mit 16 rein“, bekomme ich von Sam zurück. Alle stimmen ihm zu und wir verabreden uns für den Abend. Trotzdem mache ich mich jetzt schon fertig, weil Loo vorher noch zu mir kommt, damit wir zusammen dorthin fahren können. Wenig später klingelt es auch schon an der Tür und kurz darauf öffne ich diese meiner weinenden besten Freundin, die total aufgelöst aussieht. „Loo, was ist los? Ist etwas passiert?“ Ich nehme sie in die Arme, während sie sich schluchzend an mich lehnt. „Komm mit, lass uns erstmal hochgehen und dann erzählst du mir alles in Ruhe, in Ordnung?“ Sie nickt auf den Boden schauend,...




