E-Book, Deutsch, Band 1, 352 Seiten
Reihe: Plain Daisy Ranch
Rayne The One I Left Behind
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98978-034-7
Verlag: Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman | Der spicy Auftakt der neuen Small-Town-Romance-Trilogie von Piper Rayne
E-Book, Deutsch, Band 1, 352 Seiten
Reihe: Plain Daisy Ranch
ISBN: 978-3-98978-034-7
Verlag: Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
PIPER RAYNE ist das Pseudonym zweier USA Today-Bestsellerautorinnen. Mehr als alles andere lieben sie sexy Helden, unkonventionelle Protagonistinnen, die sie zum Lachen bringen, und viel heiße Action. Und sie hoffen, du liebst das auch!
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Ben
Die Schiebetüren des Flughafens öffnen sich, doch es ist nicht die Junihitze Nebraskas, die mich schockiert. Vielmehr sind es mein Vater und meine beiden Brüder, die in einem alten schwarzen Pick-up sitzen, an dessen Seite das Logo der Plain Daisy Ranch zwischen Schmutzspritzern hervorlugt.
»Das wurde aber auch verdammt noch mal Zeit!«, schreit Emmett, der seinen Oberkörper aus dem offenen Fenster des Rücksitzes geschoben hat.
Mein Vater ist kein emotionaler Typ und mein älterer Bruder Jude auch nicht. Ich bin überrascht, dass sie nicht einfach nur Emmett geschickt haben, um mich abzuholen.
Mein Vater geht hinten am Truck vorbei, nimmt meinen Koffer und wirft ihn auf den Rücksitz. Kein Schulterklopfen oder eine Umarmung. Wir sind in der Noughton-Familie nicht sehr liebevoll.
Dads Anwesenheit lässt ein riesiges rotes Licht in meinem Gehirn aufleuchten. So eins wie über den Spielautomaten, das anzeigt, dass man gewonnen hat. Irgendetwas stimmt da nicht. Sie behandeln mich zu nett. Was ist seit ihrem Besuch vor ein paar Monaten passiert, als ich meinen Rücktritt vom Football bekannt gab?
»Das hätte ich auch selbst machen können«, sage ich, öffne die Tür, aus der Emmett halb heraushängt, und schubse ihn leicht, damit er rüberrutscht.
Er stöhnt, als wäre er wieder sechs Jahre alt, und ich würde ihn wie damals herumkommandieren. Wenn Jude und ich gewusst hätten, dass Emmett größer werden würde als wir beide, hätten wir es vielleicht unterlassen, ihn so oft zu ärgern. Wobei … wahrscheinlich auch dann nicht.
»Willkommen zu Hause!« Mein Vater klettert auf den Fahrersitz des Trucks.
Das einzige Mal, dass wir ihn herumfahren durften, war, als wir mit sechzehn Jahren für unsere Führerscheinprüfung übten. Und sogar da hatten wir zuvor schon einige Fahrerfahrung auf der Ranch gesammelt.
»Danke«, murmle ich.
Aufregung ist nicht das erste Wort, das ich benutzen würde, um meine Gefühle für die Rückkehr in meine Kleinstadt zu beschreiben. Liebe ich, wo ich aufgewachsen bin? Aber ja doch. Liebe ich meine Familie? Ohne Frage. Und ich vermisse die Ranch. Die Kühe, die Pferde, alle meine Cousins und Tanten und Onkel. Es ist zwar nicht Kansas, aber wie Dorothy sagte, es gibt keinen Ort wie zu Hause.
Doch im Laufe der Jahre habe ich mich an mein Leben in San Francisco gewöhnt. An das Leben eines Profifootballers, der gut bezahlt wird – in Dollarscheinen wie Frauen. Die Leute sprachen mich an, als wäre ich Gott höchstpersönlich, obwohl ich nur den Sport ausübte, den ich liebte.
»Keine Klimaanlage?«, frage ich.
Jude wirft einen Blick über seine Schulter. »Hast du die Benzinpreise gesehen?«
»Mein letzter Stand war, dass es der Ranch gut geht.«
In den vierzehn Jahren, seit ich die Ranch verlassen habe, um aufs College zu gehen und Profifootballer zu werden, hat sich die Plain Daisy Ranch ganz schön verändert. Es ist eine Rinderfarm, aber mit der Hilfe meiner Tanten, Onkel und Cousins haben sie unsere über fünfhunderttausend Hektar in mehrere professionelle Unternehmen für alle verwandelt.
»Das tut es auch, solange wir nicht unser Geld verschwenden. Es ist erst Juni, warte bis Juli.« Dad wirft einen Blick in den Rückspiegel.
Er hat noch immer diesen rauen Rancher-Look. Ein bisschen schäbig, als hätte er sich seit ein paar Tagen nicht rasiert, mit ein paar grauen Strähnen und tiefen Falten um die Augen. Doch unter seinem karierten Hemd und den Jeans verbirgt sich auch heute noch sein von der täglichen, körperlich anstrengenden Arbeit schlanker, muskulöser Körper.
Ich lehne meinen Kopf an das Fenster und lasse mir den warmen Wind ins Gesicht wehen. Wir fahren aus der Stadt heraus, die hohen Gebäude werden zu Maisstängeln, die nicht einmal kniehoch sind. Die sanften mit Mais und Sojabohnen bewachsenen Hügel führen uns in Richtung unserer Stadt Willowbrook. Ich erwarte, das rostige alte Willkommensschild mit dem Slogan »Nichts geht über das Kleinstadtleben« zu sehen.
Der Pick-up rast vorbei, und ich erkenne gerade noch meinen Namen auf dem neuen »Willkommen in Willowbrook«-Schild.
»War das …?« Ich zeige mit dem Daumen auf das Schild.
Emmett bricht in Gelächter aus.
Jude grunzt.
Dad richtet sich in seinem Sitz auf. »Jap. Neues Schild. Du bist das Beste, was diese Stadt hervorgebracht hat. Du hast es dir also verdient.«
Ich drehe mich zu Emmett um. »Stand da wirklich ›Heimat von Ben Noughton, San Francisco Kingsmen‹?«
Er lehnt sich näher zu mir und senkt seine Stimme, als ob Jude und unser Vater ihn über das Tosen des Fahrtwinds hören könnten. »Warte ab.«
»Was?« Meine Augenbrauen heben sich, und er lacht wieder und schüttelt den Kopf.
Ich weiß, dass er auf ein zweites Nachfragen nicht reagieren wird. Dieser Wichser wird mir einen Scheiß sagen.
Abgesehen von dem Schild hat sich nichts geändert. Es gibt immer noch eine Menge Farmen, Scheunen und Zäune mit kleinen Familienhäusern, die von einer Generation an die nächste weitervererbt werden. Ich bin die Ausnahme in dieser Stadt. Einer der wenigen, die es raus geschafft haben. Die typische Geschichte des Landkindes, das etwas aus sich gemacht hat.
Die Bauernhöfe werden immer kleiner, je näher wir dem Stadtzentrum kommen. Und als wir die äußeren Grenzen erreichen, fühlt sich mein Körper an, als würde er in Treibsand versinken. Beim Anblick der Straße vor uns dämmert es mir langsam. Falls ich dachte, das Schild sei schon schlimm gewesen, habe ich mich getäuscht.
Dad hupt.
Emmett streckt seine Faust aus dem Fenster.
Jude schüttelt den Kopf.
Familien campieren am Straßenrand, haben Stühle und Decken ausgebreitet, als gäbe es eine Parade. In Gedanken gehe ich den Kalender durch, in der Hoffnung, auf eine andere Möglichkeit zu stoßen ? aber es ist weder der vierte Juli noch der Memorial oder Labor Day. Dann entdecke ich es. Mrs. Webster hält ein »Willkommen zu Hause«-Schild hoch, handgeschrieben und mit Sternen, die zu den Ausstanzungen ihres Blaubeerkuchens passen.
»Was zum Teufel …?«
Emmett bricht in Gelächter aus. »Das ist deine ›Willkommen zu Hause‹-Parade!«
Ich setze mich auf und strecke meinen Kopf zwischen Jude und meinen Dad. »Eine Parade?«
»Die Stadt wollte dir zeigen, wie stolz sie auf dich ist.« Das Grinsen meines Vaters verrät, dass er etwas damit zu tun hat. Und meine Tanten – seine Schwestern – wahrscheinlich auch.
»Dad.« Ich jammere wie damals, als ich fünfzehn Jahre alt war und eines Morgens meine Englischlehrerin im Hemd meines Vaters in der Küche vorfand.
»Komm schon. Du bist das Größte, das je aus dieser Stadt kam. Sie wollen deinen Erfolg feiern. Was ist daran so schlimm?« Dad parkt auf dem Parkplatz des örtlichen Lebensmittelladens, , was ich immer für falsch halte, denn wenn man wirklich etwas Frisches vom Bauernhof will, kann man einfach einen der zahlreichen Bauernhöfe dieser Stadt besuchen.
Es gibt Festwagen, Cabrios, Flaggen und riesige Schilder. Alle im Scharlachrot und metallischen Gold der Kingsmen.
Ich stöhne und lasse mich zurück in meinen Sitz sinken.
Dad macht die Zündung aus, und er und Jude steigen aus. Mein Vater beginnt sofort ein Gespräch mit jemandem über die Fahrt zum und vom Flughafen.
»Hör auf, dich wie ein Kind zu benehmen, und steig endlich aus dem Wagen aus.« Jude schlägt mit der Hand auf die Tür.
Emmett folgt seinem Beispiel, und nun bin ich der Einzige, der noch im Wagen sitzt, als plötzlich drei Cheerleader vor meinem Fenster auftauchen. Ich schrecke zurück und starre sie mit großen Augen an.
»Das ist er«, sagt die Blondine mit der riesigen Schleife auf dem Kopf.
Die Brünette rollt mit den Augen. »Er ist in dem Truck der Plain Daisy, natürlich ist er es.«
Die Rothaarige starrt mich, ohne zu blinzeln, unheimlich an.
»Ähm … hallo?« Ich schenke ihnen ein fades Lächeln.
»Ich bin Kait.« Die Blondine winkt grinsend mit den Fingern.
»Und ich bin Rey.« Die Brünette holt ihren Lipgloss hervor und verteilt ihn auf ihren Lippen, bevor sie sie zu einem Kuss verzieht.
Kait zeigt auf das rothaarige Mädchen. »Das ist Colette. Sie ist schüchtern.«
Colette sagt nichts.
Das sieht nicht gut für mich aus. Drei junge, beeindruckte Mädchen, die sich um mein Fenster scharen, als wäre ich der einzige Bulle auf der Ranch.
Ich rutsche auf die andere Seite des Trucks. »Schön, euch alle kennenzulernen. Ich muss los.«
Ich fliehe aus dem Truck, bevor ich noch an der Kanarienvogelwand unten in der Bar lande. Gerade als ich denke, dass ich endlich frei bin, laufe ich direkt in Brooks Watson hinein. Zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass er es ist. Er hat sich sehr...




