Rawlins | Geträumte Sünden | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Rawlins Geträumte Sünden


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1697-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-1697-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Heiß und kalt wird es der ernsthaften Studentin Emma, als ihr der Frauenheld Nick seine wilden sinnlichen Träume beichtet. Oh, Mann! Diese Fantasien sind echt preisverdächtig. Scheinbar ungerührt schreibt sie alles für ihre Doktorarbeit auf. Aber Nick kann das brennende Verlangen in ihren Augen sehen, als er ihr immer intimere Liebesszenen schildert. Fast hat er ein schlechtes Gewissen, dass er sie mit seinen erotischen Storys so sehr erregt, denn es sind nicht seine echten Träume, sondern Sex-Fantasien aus Männermagazinen, die er ihr erzählt. Hoffentlich findet sie das nie heraus. Doch genau das passiert! Jetzt fühlt sie sich von ihm hintergangen und lächerlich gemacht. Um sich zu rächen, bindet sie ihn bei der nächsten Sitzung an seinem 'Traumstuhl' fest und lässt ihn allein. Nun kann er seine geträumten Sünden bereuen!



Endlich daheim - so fühlt Debbi Rawlins sich, seit sie mit ihrem Mann in Las Vegas, Nevada, lebt. Nach viel zu vielen Umzügen beabsichtigt sie nicht, noch ein einziges Mal den Wohnort zu wechseln. Debbie Rawlins stammt ursprünglich aus Hawaii, heiratete in Maui und lebte danach u.a. in Cincinnati, Chicago, Tulsa, Houston, Detroit und Durham, North Carolina. Selbst wenn sie aus Las Vegas wegziehen wollte, wäre es unmöglich: Ihre vielen Freunde würden es nicht zulassen! Das Gästezimmer steht selten leer, denn ihre Freundinnen - darunter viele Autorinnen - sind äußerst gesellig und lieben Las Vegas. Eine sehr gute Freundin kam vor einem Jahr mit ihren drei Katzen zu Besuch und wohnt noch immer bei Debbi Rawlins!

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1. KAPITEL

„Er hat keine Telefonkonferenz. Er guckt sich das Spiel der Lakers an. Sagen Sie ihm, Nick Ryder will ihn sprechen, und er soll gefälligst seinen Hintern zum Telefon bewegen!“ Nick schob sich den Telefonhörer zwischen Kinn und Schulter zurecht, lehnte sich auf dem Bürostuhl seiner Schwester zurück und machte es sich bequem.

Am anderen Ende der Leitung stammelte die Vertretungskraft irgendetwas Unverständliches. Nick seufzte, weil sie ihm leidtat. Wenn sie die ständige Sekretärin seines Vermögensverwalters gewesen wäre, hätte sie nur gelacht, ihm den neuesten schmutzigen Witz erzählt und ihn dann zu Marshall durchgestellt.

„Sagen Sie ihm einfach, dass ich am Telefon bin, ja?“

„Natürlich, Mr. Ryder. Einen Moment, bitte.“

Er schielte aus dem Fenster, in der Hoffnung, er würde Brenda auf der Straße entdecken. Aber es war nichts von ihr zu sehen. Also schob er auf dem Schreibtisch zwei der Stapel mit Brendas Studienunterlagen auseinander und wuchtete dann seine Füße auf die freie Stelle.

„Was fällt dir ein, mich mitten im Spiel anzurufen?“

Nick grinste, als er die unfreundliche Stimme seines Freundes am Telefon hörte. Sie kannten sich schon aus der Zeit, bevor sie beide an der Yale-Universität studiert hatten. Nach dem Abschluss hatte Marshall noch zwei Jahre weiterstudiert. Nick dagegen war heilfroh gewesen, es endlich geschafft zu haben. Nicht, weil das Studieren ihm schwergefallen war, sondern weil es zu leicht gewesen war. Der Lehrplan hatte ihn fürchterlich gelangweilt.

„Deinem freundlichen Ton entnehme ich, dass ich die Wette gewonnen habe.“

„Irgendwann demnächst wirst du mal mächtig auf die Schnauze fallen, Ryder!“

Nick gab ein verächtliches Schnaufen von sich. „Weißt du was? Ohne auch nur zu fragen, wie es überhaupt steht, gebe ich dir noch vier Punkte drauf.“

„Du selbstgefälliger Schnösel!“

„Was denn? Das ist der Dank dafür, dass ich dir quasi dein Geld zurückgebe?“

Marshall lachte auf, verfiel dann aber in Husten. Nick verzog das Gesicht, als er das hörte. Wenn der Kerl doch bloß endlich aufhören würde zu rauchen, wie es ihm seine Ärzte geraten hatten!

„Ich hab ‚nen Tipp gekriegt. Restaurantkette. Die Aktien sollen bald raufgehen, und ich will fünfhundert davon, bevor das passiert.“

„Du weißt, Restaurants sind immer ‚ne unsichere Kiste.“

„Ja, aber ich hab ein gutes Gefühl dabei.“

Marshall holte tief Luft. „Wie käme ich dazu, irgendwas anzuzweifeln, wenn du dabei ein gutes Gefühl hast. Irgendwie landest du immer auf den Füßen, egal, worum es geht.“

„Ohne ein bisschen Risiko wäre das Leben doch öde.“

Marshall murmelte irgendwas, das Nick nicht verstehen konnte. Aber er wollte es auch gar nicht wissen. Nick hatte es ziemlich satt, dass er sein Glück immer wieder vorgehalten bekam. Natürlich meinte Marshall das nicht so, und neidisch war er auch nicht, im Gegensatz zu ein paar anderen, die sie noch aus der Schule kannten.

Was konnte Nick dafür, dass er sich für die Prüfungen nie anzustrengen brauchte? Dass er einen guten Riecher gehabt und in die richtigen Aktien investiert hatte? Er war jetzt neunundzwanzig und beinahe Millionär. Keine Kinder, kein stupider Bürojob.

Er war doch kein Narr! Wenn es darauf ankam, dann verließ er sich nur auf genau berechnete Risiken, die gute Aussicht auf Erfolg boten. Und hatte er sich einmal zu einer Investition entschlossen, dann blieb er dabei. Er war dann überzeugt, dass es gar nicht schief gehen konnte. Überhaupt achtete er immer sorgfältig darauf, dass alles nach seinen Vorstellungen ablief, sowohl geschäftlich als auch persönlich.

Nachdem er die Aktiendaten durchgegeben hatte, legte er auf. Im gleichen Moment hörte er, wie die Wohnungstür aufgeschlossen wurde.

Seine Schwester war kaum eingetreten, da warf sie einen zornigen Blick auf seine Füße. „Runter mit den Botten! Wie oft muss ich dir das noch sagen?“

„Guck mal“, er hob die Schnürschuhe, in denen seine Füße steckten, ein Stück an, „ich hab extra was drunter gelegt.“

Brenda schüttelte den Kopf, doch in ihren Mundwinkeln war ein verstecktes Lächeln zu sehen. „Was machst du überhaupt hier?“

Nick stand auf und nahm ihr die beiden prall gefüllten Einkaufstüten ab. „Ich muss mit dir reden.“

„Ich hab dir den Schlüssel nur für Notfälle gegeben.“

„Dies ist definitiv ein Notfall.“ Er trug die Tüten in die Küche und holte ein eingeschweißtes Hähnchen heraus. „Kühlschrank oder Tiefkühlfach?“

„Kühlschrank.“ Brenda begann, die andere Tüte auszupacken. „Du hättest doch auch anrufen können.“

„So ist es aber einfacher, mich selbst zum Abendessen einzuladen.“

„Was?“ Brenda warf ihm einen ihrer amüsierten Blicke zu, mit denen sie ihn manchmal zur Weißglut treiben konnte. „Keine Verabredung?“

„Tiffany arbeitet heute länger.“

„Du hast echt eine Freundin, die nicht nur ganz normal arbeiten geht, sondern ihren Job auch noch ernst nimmt?“

„Schrecklich, nicht? Dauernd predige ich ihr, dass es nicht der Sinn des Lebens sein kann, jeden Tag acht Stunden die Knie unter einen Schreibtisch zu quetschen.“ Er zog eine Tüte mit Salatmischung hervor und schnitt eine Grimasse. Es war eine Zusammenstellung von Blättern wilder Pflanzen. Unkraut, jedenfalls in seinen Augen. Brenda mochte dieses Zeug, während man ihn damit jagen konnte.

„Mülleimer?“, fragte er.

„Wag es, du Clown!“

Er warf die Tüte in den Gemüsekorb. Als Nächstes brachte er ein Bier zum Vorschein. „Was gibt es denn nun zum Abendessen?“

„Woher willst du eigentlich wissen, ob nicht ich heute Abend verabredet bin?“

„Guter Witz.“ Er öffnete die Flasche. „Willst du auch eins?“

Brenda seufzte. „Das tut weh.“

Nick starrte seine Schwester an, verwirrt von ihrem verletzten Ton. „Komm schon, Bren, du weißt, wie ich das gemeint habe. Entweder gehst du arbeiten, oder du lernst für deine Diplomarbeit. Es ist ja nicht so, dass keiner mit dir ausgehen will.“

Sie bestrafte ihn eine ganze Minute lang mit Schweigen, bis er sich endlich wie der letzte Lump vorkam. Dann grinste sie plötzlich. „Ausgetrickst!“

„Du freche Göre!“

Sie war zwei Jahre jünger als er, aber eindeutig reifer. Zumindest nahm sie das Leben ernster, schon weil er sich weigerte, endlich erwachsen zu werden. Und das war nicht lustig.

„Pasta mit Hühnchen.“ Sie schlüpfte an ihm vorbei zum Gewürzregal. „Du könntest schon mal Wasser aufsetzen, anstatt hier im Weg rumzustehen.“

„Ja, Ma’am. Ach, ehe ich es vergesse, da hat jemand für dich angerufen. Eine … Emma. Sie muss eure Verabredung für morgen absagen. Ihr letzter Kandidat ist auch abgesprungen. Sie meinte, du wüsstest schon, was das heißt.“

„Oh, nein.“ Brenda stellte den Gewürzstreuer mit Knoblauchsalz beiseite. Sie sah auf einmal ganz niedergeschlagen aus. „Das kann doch nicht wahr sein. Klang sie sehr bedrückt?“

„Eher sachlich, wie mir schien.“ Nick bückte sich und rumorte in einem der Küchenunterschränke herum, bis er endlich einen großen Topf gefunden hatte. Er stand auf und stellte fest, dass Brenda sich in der Zwischenzeit nicht von der Stelle gerührt hatte und immer noch besorgt aussah.

„Wer ist das denn?“, erkundigte er sich.

„Eine Freundin.“

„Ach was. So viel hatte ich schon begriffen.“

„Ich meine, eine wirklich gute Freundin. Sie hat mir schon x-mal aus der Patsche geholfen. Sie hat unheimlich was auf dem Kasten. Wenn ich später mal groß bin, möchte ich so sein wie sie.“

„Als wenn es jemals dazu kommen könnte.“

Endlich war es ihm gelungen, ihr ein winziges Lächeln zu entlocken.

„Und das von dir!“, antwortete sie, sah dann aber gleich wieder bekümmert aus.

„He, mach doch nicht so ein Gesicht. Deine Freundin wird das schon alles hinkriegen.“

„Ja, ich weiß. Es ist nur irgendwie nicht fair, finde ich. Sie schreibt schon über ein Jahr an ihrer Diplomarbeit über Traumdeutung.“

„Ah, verstehe. Noch eine deiner Mitstudentinnen. Andere Leute scheinst du ja auch gar nicht zu kennen.“

„Hör auf, Nick. Emma ist anders. Für sie ist das alles nicht so leicht. Sie hat keine Eltern, die ihr die Ausbildung bezahlen. Sie hatte nur ein Teilstipendium und musste ein Studentendarlehen aufnehmen. Neben dem Studium arbeitet sie als Kellnerin, und außerdem ist sie Lehrstuhlassistentin für Professor Lyster.“

Nick gähnte.

„Weißt du, manchmal bist du ein richtiger Idiot.“

„Bitte? Kann ich was dafür, dass Omas Treuhandfond unsere Ausbildung bezahlt hat? Und du hast dich auch nicht beschwert, wenn ich mich nicht irre.“

Brenda funkelte ihn an. „Du könntest aber etwas Mitgefühl zeigen!“

„Meine Güte, viele Leute haben es schwer, das Studium durchzustehen. Was ist da schon Besonderes dran?“

„Kann ja sein, aber mit Emma ist es was anderes. Sie muss sich doppelt so viel anstrengen, weil sie als Kind mal eine Lese- und Rechtschreibschwäche hatte.“

Nick hielt den Topf unter den Wasserhahn und ließ Wasser hineinsprudeln. „Wie viel soll ich hier reinmachen?“

Sie antwortete nicht. Als er sich zu ihr umwandte, stand sie ganz in Gedanken versunken da und starrte aus...



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