E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Rawlins Ein zauberhaftes Lächeln
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-5722-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-5722-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Umwerfend männlich und attraktiv! Adam Knight ist genau der Mann, der Gracies Exfreund Dwight so eifersüchtig machen könnte, dass dieser zu ihr zurückkehrt. Das glaubt ihre Freundin Zoey und bittet den Bauunternehmer, mit Gracie zu flirten. Adam findet das verrückt, doch als er ein Foto von Gracie sieht, ist er total hingerissen. Ihr Lächeln verzaubert ihn völlig. Er muss sie unbedingt kennen lernen. Aber was passiert wenn sich beide wirklich ineinander verlieben?
Endlich daheim - so fühlt Debbi Rawlins sich, seit sie mit ihrem Mann in Las Vegas, Nevada, lebt. Nach viel zu vielen Umzügen beabsichtigt sie nicht, noch ein einziges Mal den Wohnort zu wechseln. Debbie Rawlins stammt ursprünglich aus Hawaii, heiratete in Maui und lebte danach u.a. in Cincinnati, Chicago, Tulsa, Houston, Detroit und Durham, North Carolina. Selbst wenn sie aus Las Vegas wegziehen wollte, wäre es unmöglich: Ihre vielen Freunde würden es nicht zulassen! Das Gästezimmer steht selten leer, denn ihre Freundinnen - darunter viele Autorinnen - sind äußerst gesellig und lieben Las Vegas. Eine sehr gute Freundin kam vor einem Jahr mit ihren drei Katzen zu Besuch und wohnt noch immer bei Debbi Rawlins!
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2. KAPITEL
Gracie stellte eine Stunde zu spät fest, dass sie verrückt geworden sein musste. Was war nur in sie gefahren, dass sie Zoey freie Hand gelassen hatte?
Sie musterte sich im Spiegel des Schönheitssalons und schnitt eine Grimasse. Zum dritten Mal tupfte sie den korallenroten Lippenstift ab. Es nützte nichts. Die Farbe blieb hartnäckig leuchtend und aufsehenerregend.
Das Augen-Make-up war allerdings gar nicht schlecht. Sogar ohne Kontaktlinsen wirkten ihre Augen durch den pflaumenfarbenen Lidschatten eher blau als grau.
„He, halt still. Sonst werde ich nicht rechtzeitig fertig und wir kommen zu spät zum Konzert.“ Zoey drückte Gracies Knöchel und nahm eine bequemere Position auf dem Sitzkissen ein, bevor sie mit dem Lackieren der Zehennägel fortfuhr.
Gracie spähte hinab zu ihren Füßen. „Was ist das für eine Farbe?“
„Malve.“
„Scheußlich.“ Gracie zog den Fuß zurück, und der Pinsel bemalte drei Zehenspitzen.
„Wenn du nicht endlich stillhältst, kommen wir zu spät.“
„Wir sind fertig.“
Zoey seufzte. „Du bittest mich, dich blond zu färben, und dann regst du dich über etwas Glitzer hier unten auf, wo es niemand sieht.“
„Ich sehe es. Und es sieht billig aus.“
Zoey warf ihr einen bösen Blick zu, denn ihre Nägel waren in derselben Farbe lackiert.
„Es passt einfach nicht zu mir, okay? Mir wäre es lieber, du würdest mich blond färben.“
„Dein Haar ist zu hübsch, wie es jetzt ist. Normalerweise verlange ich hundert Dollar für diesen honigfarbenen Ton“, entgegnete Zoey und rieb deftig den Lack von Gracies Zehen.
„Aua! Da ist Haut darunter!“
„Stell dich nicht so an. Wir kommen wirklich noch zu spät.“
„Seit wann kümmert dich das?“
„Dank deiner Zappelei kann ich nur eine Schicht auftragen. Wir treffen uns in fünf Minuten mit Brian und Dwight.“
„Ich verstehe immer noch nicht, warum wir sie hier im Café treffen.“ Gracie runzelte die Stirn, als ihr plötzlich bewusst wurde, dass Dwight annehmen könnte, sie habe sich für ihn so herausgeputzt. „Hoffentlich kommt er nicht.“
Zoey entgleiste der Pinsel, und ein Lackspritzer breitete sich auf den schwarz-weißen Bodenfliesen aus. „Wer?“
„Dwight. Wer sonst?“
„Oh.“ Zoey wischte mit einem Lappen über den Boden. „Fertig. Warum willst du, dass er nicht kommt?“
„Ich kann mir die Schuhe noch nicht anziehen. Sonst verschmiert der Lack.“
„Ich trage sie für dich. Du kannst sie im Café anziehen. Meinst du, dass er nicht kommt?“
„Ich kann nicht barfuß herumlaufen.“
„Du hast doch gesagt, dass du abenteuerlustiger werden willst.“ Zoey verdrehte die Augen, wirbelte herum und zog Gracie am Arm aus dem Salon.
„Dwight wird denken, dass ich das alles für ihn getan habe, und das passt mir nicht.“
„So verändert siehst du gar nicht aus.“
„Ich trage nie korallenroten Lippenstift und auch nicht so kurze Röcke“, protestierte Gracie. Doch dann lachte sie, als ein Paar mittleren Alters auf ihre Füße starrte. Es wirkte seltsam befreiend, in nichts weiter als einem kurzen Jeanskleid und malvenfarbenem Nagellack durch das Einkaufszentrum zu latschen. Die alte Gracie hätte das nie getan. „He, ich trage sogar Sandaletten im September.“
Grinsend ließ Zoey die bronzefarbenen Riemchenschuhe baumeln. „Nur, wenn ich sie dir zurückgebe“, neckte sie und schlüpfte durch die Glastüren des Cafés.
Gracie folgte ihr. Der schmale Raum war beinahe voll. Seit acht Jahren arbeitete sie im Einkaufszentrum, und seitdem waren sie Stammgäste im Café. Zweimal hatte der Besitzer gewechselt. Vor Kurzem war es als In-Lokal für Yuppies bekannt geworden. Sie vermisste die Zeit, als man noch in Ruhe einen Kaffee hatte trinken können. Sie seufzte. In letzter Zeit schien sich alles zu ändern.
„Zoey!“, raunte sie von der Tür her.
Drei andere Gäste drehten sich prompt zu ihr um, nicht aber Zoey, die zunächst den Blick durch den Raum schweifen ließ, bevor sie Gracie zu sich winkte.
„Ich kann so nicht hereinkommen. Wahrscheinlich verstößt es gegen die sanitären Vorschriften.“
Zoey blickte sich erneut um. „Darlene wirft uns schon nicht raus. Wir sind ihre besten Gäste. Setz dich an den Tisch bei der Tür, wenn dir da wohler ist.“
„Der Lack ist bestimmt trocken. Ich kann sie jetzt anziehen.“
Doch Zoey reckte trotzig das Kinn vor. „Es ist noch zu früh. Ich hole uns einen Cappuccino. Darlene scheint beschäftigt zu sein“, sagte sie und schlüpfte davon.
Gracie setzte sich auf einen der beiden Stühle am letzten freien Tisch, der zum Glück in einer Ecke bei der Tür stand. Sie lehnte sich zurück, streckte die Beine aus und starrte auf ihre Füße. Sie wackelte mit den Zehen, und der Lack schimmerte im Schein der Deckenlampe. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie sich zum letzten Mal eine Pediküre gegönnt hatte.
Es war erstaunlich, wie wenig Zeit sie sich in den vergangenen fünf Jahren für sich selbst gegönnt hatte. Sie war völlig auf Dwights Bedürfnisse, Stimmungen und Gefühle konzentriert gewesen. Es erleichterte sie, dass dieses Kapitel ihres Lebens zu Ende war.
Sie seufzte und blickte mit einem glücklichen Lächeln auf ihre schimmernden Zehen. Es war nicht bloß eine Schicht malvenfarbener Nagellack, sondern das Symbol ihrer neuen, befreiten Persönlichkeit, ihres neuen Selbst, das von nun an ein wenig egoistischer und mutiger sein würde.
Diese Vorstellung gefiel ihr ungemein. Vermutlich sah sie ihn deshalb nicht kommen.
Alles ereignete sich ganz schnell. Der Tisch klapperte, als er sich daran festhielt, während er ihren ausgestreckten Beinen auszuweichen versuchte. Die Stahlkappe seiner Arbeitsstiefel streifte ihr Schienbein, und sie verzog das Gesicht eher vor Schreck als vor Schmerz.
Er schwankte, als der Tisch unter seinem Gewicht kippte, und landete beinahe auf ihrem Schoß. Stattdessen wirbelte er behände herum und glitt schwungvoll auf den leeren Stuhl ihr gegenüber, so als hätte er von Anfang an dort Platz nehmen wollen. Mehrere Zuschauer applaudierten. Er nickte ihnen zu, während es um seinen Mundwinkel zuckte.
Als er schließlich Gracies Blick begegnete, zog er die dunklen Brauen zusammen. Ob vor Überraschung oder Verärgerung, vermochte sie nicht zu entscheiden.
Sie spürte ihre Wangen erglühen. Hastig zog sie die Beine an und öffnete den Mund, um sich zu entschuldigen. Doch es hatte ihr die Sprache verschlagen, und sie brachte nur ein klägliches Krächzen hervor.
Der Mann grinste. Gebräunte Haut kräuselte sich in den Winkeln seiner samtbraunen Augen. „Danke, dass Sie mir einen Platz freigehalten haben“, sagte er augenzwinkernd. „Haben Sie schon bestellt?“
Gracie hatte die Sprache noch nicht wieder gefunden und nickte daher nur.
„Adam Knight.“ Er reichte ihr die Hand.
„Gracie. Gracie … Tölpel.“
Er lächelte erneut und zeigte vollkommene weiße Zähne. „Es freut mich, Sie kennenzulernen, Gracie … Tölpel. Stört es Sie, wenn ich hier sitze?“
„Na ja …“ Sie drehte sich um und sah Zoey hinter dem Tresen mit Darlene lachen und auf die Kaffeemaschine hämmern. „Ich habe eine Freundin bei mir“, sagte sie, während sie sich wieder an ihr Gegenüber wandte. Sie musste sich zwingen, das Atmen nicht zu vergessen.
Er lehnte sich auf dem Stuhl zurück und wirkte völlig entspannt. Sein hellblaues T-Shirt spannte sich über seiner breiten Brust. Es war eigentlich nicht zu eng außer an den Ärmeln, die von Muskelpaketen gedehnt wurden. Er gehörte nicht zu den Yuppies, die das Café frequentierten, und sie bezweifelte, dass er sich diese Muskeln in einem schicken Fitnessstudio zugelegt hatte.
„Treiben Sie Sport?“, erkundigte sie sich.
Er strich sich über die Brust, während er über die Frage nachzudenken schien.
Sie atmete tief durch und lächelte strahlend. „Ich frage nur, weil hier im Einkaufszentrum ein Aerobic-Studio ist. Ich unterrichte dort zweimal pro Woche. Ich tue es nur nebenbei, weil es mir Spaß macht.“ Entsetzt über ihr Geplapper zuckte sie hilflos die Schultern. „Ich gehe lieber meiner Freundin Zoey helfen“, sagte sie und sprang auf.
„Lassen Sie mich lieber“, entgegnete er, während er aufstand und bedeutungsvoll auf ihre Füße blickte.
Sie folgte seinem Blick. „Oh. Habe ich Ihnen schon gesagt, dass es mir leidtut, Ihnen ein Bein gestellt zu haben?“
„Ich dachte, Ihre Einladung hätte das erledigt.“
„Welche Einladung?“
„Zur Teilnahme an Ihrem Aerobic-Kurs“, erwiderte er und eilte zum Tresen.
Zoey warf einen verstohlenen Blick zu Gracie, als er sich näherte. „Tun Sie so, als würden Sie mich nicht kennen“, flüsterte sie und drehte sich wieder zur Kaffeemaschine um.
Er reichte ihr die Hand. „Adam Knight“, sagte er ruhig. „Ich bin ein Bekannter von Gracie.“ Er drehte sich um und winkte ihr zu. Sie hob nervös eine Hand, doch anstatt zu winken, strich sie sich die Haare aus dem Gesicht. Er wandte sich wieder an Zoey. „Kann ich etwas an den Tisch bringen?“
„Ja. Bringen Sie Gracie bitte die hier.“ Sie reichte ihm ein Paar Sandaletten und einige Servietten. „Ich bringe den Cappuccino, sobald ich diese verdammte Maschine in Gang gebracht habe.“
„Okay.“ Er steckte sich die Sandaletten in die Gesäßtasche seiner Jeans und...




