Radtke | A Beautiful Scandal | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 321 Seiten

Radtke A Beautiful Scandal

Roman | New Adult Romance am Regency-Filmset: Große Gefühle treffen auf das Trendthema »Mental Health«
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-423-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman | New Adult Romance am Regency-Filmset: Große Gefühle treffen auf das Trendthema »Mental Health«

E-Book, Deutsch, 321 Seiten

ISBN: 978-3-98952-423-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Nach ihrem Zusammenbruch nimmt Sam, Hauptdarstellerin der Regency-Soap »Silver Lines«, eine Auszeit auf der Isle of Skye. Dort trifft sie den geheimnisvollen Autor Rory und lässt sich unter falschem Namen auf einen Flirt mit ihm ein - in dem Glauben, ihn nie wiederzusehen. Zurück am Filmset steht Sam mehr denn je unter Druck: Vor allem Showrunner Dave macht ihr das Leben zur Hölle. Als plötzlich seine Vertretung beim Dreh auftaucht, fällt Sam aus allen Wolken: Es ist Rory. Er führt insgeheim im Writers' Room die Feder, während Dave die Lorbeeren einheimst. Die Anziehung ist ungebrochen, und beide erkennen, dass sie gemeinsam ein Statement gegen die Oberflächlichkeit der Branche setzen könnten - aber für jeden von ihnen steht nicht nur beruflich viel auf dem Spiel. Und hat eine Beziehung, die auf Lügen aufbaut, überhaupt eine Chance? Band 2 der romantischen Silver-Lines-Dilogie ist als Printausgabe und Hörbuch bei SAGA Egmont erhältlich sowie als eBook bei dotbooks.

Ria Radtke sieht im Schreiben die Magie unserer Zeit. Dieser Zauber geht auch von ihren erfolgreichen Fantasy- und Liebesromanen aus. Die Website der Autorin: riahellichten.de/ Die Autorin bei Facebook: Riahellichtenautorin/ Die Autorin auf Instagram: ria_schreibt/ Bei dotbooks veröffentlichte Ria Radtke ihre »Aconite Institute«-Reihe mit den Romanen »Spirit Dolls« und »Matching Souls«. Auch bei dotbooks erscheint ihre »Silver Lines«-Reihe zu denen die Bände »A Beautiful Flaw« und »A Beautiful Scandal« gehören. Die Romane sind auch als Printausgaben und Hörbücher bei SAGA Egmont erhältlich.
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Kapitel 1


Manchmal, wenn ich es nicht mehr aushalte, stelle ich mir vor, ich wäre nur eine Figur in einer Geschichte.

SAM

Jesus war fast sechs Wochen lang in der Wüste, mir stehen immerhin nur drei bevor.

Außerdem wird es mir hier an Wasser nicht mangeln. Es regnet seit Stunden; das Erste, was mir an Skye aufgefallen ist, war der Matsch, und jetzt versinke ich schon auf dem Weg vom Taxi zur Haustür des Hotels knöcheltief darin. R.I.P, meine geliebten Fendi-Designer-Sneaker aus weißem Leder. Vielleicht hätte ich auf Vic hören und die Wanderstiefel einpacken sollen, die Granny mir gefühlt vor Jahrzehnten zum Geburtstag geschenkt hat – oder zumindest am nächsten Shoppingcenter anhalten und mir eine vernünftige Ausrüstung zulegen. Aber irgendwie hätte es sich falsch angefühlt, gleich an meinem ersten Tag hier alles abzustreifen, was zu der »alten Sam« gehört. Selbst wenn ein großer Teil von mir sie verabscheut, weiß ich nicht, wer ich ohne sie wäre.

Abgesehen davon bin ich froh, nach den vergangenen Wochen, die ich in verschiedenen Rehakliniken verbracht habe, überhaupt wieder Schuhe tragen zu können und nicht nur Badelatschen. Jetzt kommt mir der Versuch, zumindest ein bisschen Glamour in meine Auszeit im Nirgendwo hinüberzuretten, ziemlich erbärmlich vor. Man könnte auch sagen, es war eine vollkommen hirnrissige Idee, denn bereits in Glen Coe setzten sturzbachartige Regenfälle ein und die Landschaft unter Wasser.

Mit zusammengebissenen Zähnen steige ich die wenigen Stufen zur blau gestrichenen Haustür der Myrtle Lodge hinauf – Treppen sind dank meiner Beinverletzung immer noch eine Qual. Nicht nur wegen der Schmerzen, sondern auch weil ich selbst hier, fernab der roten Teppiche, nicht möchte, dass jemand etwas von meinem Unfall mitbekommt. Ich schäme mich. Für das Humpeln, für den Unfall, für die Steine, die ich Sam und den Menschen, die mir wichtig sind, in den Weg gelegt habe. Für mich selbst. Für alles eigentlich. Ob sich das jemals ändern wird?

Ich atme tief durch, bis der Schmerz nachlässt, und werfe einen Blick über die Schulter zurück zum Fahrer, der gerade Anstalten macht, mein Gepäck auszuladen. »Wir warten auf einen Trolley«, sage ich schärfer als beabsichtigt und frage mich, wie überhaupt jemand auf die Idee kommen kann, einen Koffer auf dem morastigen Untergrund abstellen zu wollen. Die Schotterpiste, die anstelle einer Straße zur Lodge hinaufführt, ist kurz davor, vollends davonzuschwimmen, und der Wind peitscht mir Regentropfen ins Gesicht, zusammen mit dem modrigen Geruch nach Algen und feuchter Erde.

Die Lodge ist zwar idyllisch gelegen, mit Blick über den Hafen von Portree, doch ich bezweifle, dass ich hier in den kommenden Wochen alle Annehmlichkeiten meines Londoner Lebens genießen werde. Das aus Lehm und Bruchstein gemauerte Gebäude wirkt mit seinen hölzernen Sprossenfenstern und den schmalen Gauben im schiefergedeckten Dach ein bisschen aus der Zeit gefallen und nicht wie ein hipper Geheimtipp, auch wenn Patty mir versichert hat, dass hier regelmäßig wichtige Politiker und CEOs diverser Weltkonzerne absteigen, um in der unberührten Landschaft der Insel unerkannt Kraft zu tanken.

Statt einer elektrischen Klingel hängt neben der Tür ein Glockenzug. Kaum dass ich ihn betätigt habe, öffnet mir eine Frau um die fünfzig mit braungrau melierten Haaren und vollen Wangen, die fast ein bisschen zu gut hierher passt. »Oh! Sie müssen Rosie sein, ich bin Bess MacKinnon, aber bitte sagen Sie einfach Bess. Wir haben Sie schon erwartet, ich hoffe, der Flug war angenehm? Bitte, kommen Sie doch herein. Soll ich jemanden schicken, der sich um das Gepäck kümmert?«

»Das wäre sehr nett«, bringe ich verblüfft über so viel Freundlichkeit hervor. Ich bin es gewohnt, dass die Menschen mich mit falscher, aufgesetzter Höflichkeit behandeln, förmlich den Boden unter meinen Füßen küssen, aber Bess’ Lächeln strahlt aufrichtige Wärme aus. Sie erinnert mich ein bisschen an Martha, als sie jünger war. Eilig verdränge ich den Gedanken.

Wahrscheinlich ist es nur der fremde Name, der mich irritiert, denn wenn ich mich in den kommenden Wochen tatsächlich erholen möchte, ist es besser, wenn ich als Rosie Robertson und nicht als Sam Haigh in der Lodge einchecke. Zwar hab ich das Gefühl, dass die Uhren auf Skye langsamer laufen, aber man kann nie vorsichtig genug sein – in nächster Zeit möchte ich weder Autogramme schreiben noch für Fotos mit Fans posieren. Und vor allem will ich nicht mit Reportern sprechen, die gefühlt eine Million Fragen zu meiner Zukunft und noch mehr zu meiner Vergangenheit haben dürften. Ich folge Bess ins Foyer und lasse die Tür hinter mir zufallen, in der Hoffnung, dass der Taxifahrer tatsächlich auf einen Hotelmitarbeiter wartet, statt mein Gepäck einfach in den Schlamm zu wuchten und wegzufahren.

Das Erdgeschoss ist in gedeckten Tönen eingerichtet. Es gibt einen offenen Kamin, in dem ein sterbendes Feuer knistert, und eine karierte Sitzgruppe vor dem Rezeptionstresen aus glänzend poliertem, dunklem Holz.

Mit durchdringender Stimme ruft Bess jetzt nach einem John, der gleich darauf die Wendeltreppe herunterkommt. Er hat schütteres schlohweißes Haar, das elegant nach hinten geföhnt ist, und trägt ein grünes Hemd zu Cordhosen samt Hosenträgern. Offenbar sind die Inhaber der Lodge auf genauso liebenswürdige Weise aus der Zeit gefallen wie der ganze Ort. »Ja, Liebes?«

»Wärst du so gut und würdest Miss Robertsons Gepäck auf das blaue Zimmer bringen?«

Verdutzt sehe ich von John zu Bess und wieder zurück. Ich öffne den Mund, um etwas zu sagen, auch wenn ich noch nicht genau weiß, was. Aber was ich weiß, ist, dass ich den freundlichen alten Herren, der um die siebzig sein muss, auf keinen Fall meine drei Vuitton-Koffer die Treppe hochschleppen lassen werde. Ein Todesfall steht nicht auf der Bucket-List der Dinge, die ich an meinem ersten Tag auf Skye erleben möchte, und mein letzter Erste-Hilfe-Kurs ist auch schon eine Weile her. »Ist schon gut«, stammle ich hastig, doch Bess wirft mir über den Rand ihrer Lesebrille hinweg einen wissenden Blick zu.

Ein ungutes Gefühl überkommt mich zusammen mit dem Gedanken, ob sie vielleicht bemerkt haben könnte, dass ich noch ein wenig humple, um das rechte Bein zu schonen. Dabei drängt sich mir auch die Überlegung auf, was wohl meine Ärzte zu der Idee sagen würden, dass ich mein circa fünfzig Pfund schweres Gepäck selbst trage.

Bess schüttelt lächelnd den Kopf. »Aber er besteht darauf: Mein Mann bringt seit vierzig Jahren das Gepäck der Gäste persönlich auf die Zimmer. Es würde ihn kränken, wenn Sie ablehnen.« Sie dreht sich nach John um. »Nicht wahr, Liebling?«

Doch bevor John etwas erwidern kann – und auch bevor ich mir weitere verzweifelte Argumente aus dem Ärmel schütteln kann, weshalb John mein Gepäck nicht tragen sollte, und zwar ohne ihn zu kränken, wird die Tür hinter mir geöffnet und jemand kommt herein. Ich stehe mit dem Rücken zum Eingang und erkenne lediglich am schweren Schritt, dass er genauso bepackt ist, wie ich es gleich sein werde. Oder John, so ganz ist mir noch nicht klar, wer als Sieger aus diesem Gefecht hervorgehen wird.

Ich drehe mich um und erblicke einen dunkelhaarigen, breitschultrigen, viel zu attraktiven Mann. Mit seinem Flanellhemd und der Trekkinghose ist er definitiv besser auf das Wetter hier vorbereitet als ich. Er zieht etwas hinter sich her, nämlich … meine Koffer.

»Hallo, Rory. Komm doch herein. Das ist Rosie, sie ist gerade angekommen.« Bess wendet sich wieder zu mir und erklärt: »Rory ist einer unserer Stammgäste. Er ist Schriftsteller.« Sie schmunzelt. »Eigentlich gehört er schon zur Familie, deshalb hat er auch einen Schlüssel. Und die anderen beiden lernen Sie bestimmt auch bald kennen.«

Irgendwo in meinem Hinterkopf taucht die Frage auf, was das heißen soll, die anderen beiden. Gibt es im ganzen Hotel etwa nur vier Gäste, mich eingeschlossen? Ob das die Privatsphäre ist, von der Patty gesprochen hat? Andererseits hätte ich mir das wohl denken können, als ich bei meiner Ankunft vor einem schlichten Landhaus statt eines Wolkenkratzers stand. Meine Nackenhaare stellen sich auf und ich versuche erfolglos, mich zu beruhigen, indem ich mir einrede, dass Patty mir dieses Hotel nicht empfohlen hätte, wenn ich hier nicht auch finden könnte, was ich suche: Ruhe, Erholung und Anonymität. Vor allem Anonymität.

Als ich meine Fassung wiedergefunden habe, nicke ich Rory zu. Unsere Blicke kreuzen sich flüchtig. Irgendwie kommt er mir bekannt vor – oder aber er hat schlicht ein Allerweltsgesicht. Ein Allerweltsgesicht, das man in Heimwerker-Werbespots oder Unterwäsche-Kampagnen sehen könnte, spottet die Stimme in meinem Kopf, die sich immer besonders witzig fühlt, wenn ich unsicher oder nervös bin. Als ich genauer hinsehe, fällt mir auf, dass sich eine feine Narbe von der Stirn bis zu seiner rechten Augenbraue zieht. Vielleicht also doch kein Allerweltsgesicht. Woher er wohl …?

So viel zu der Anonymität, die du dir gewünscht hast, Ms Nosy.

»Hallo, Rosie«, sagt Rory, der seine Fassung schneller wiederfindet als ich, und streckt mir die Hand hin. »Schön, dich kennenzulernen. Du wirst dich hier bestimmt wohlfühlen – und fünf Pfund zunehmen, wenn ich ein Anhaltspunkt bin. Bess’ selbst gebackene Oatcakes sind unschlagbar, genau wie ihr Vogelbeergelee.«

»Er übertreibt«, widerspricht Bess, während sich ein verräterischer rötlicher Schimmer auf ihre Wangen legt. So charmant es ist, dass sie errötet, ich hätte ihr am liebsten zugestimmt: Dank meines Berufs erkenne ich es...



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