Rack | Forderst dein Recht, unser Schicksal ein Geflecht | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 503 Seiten

Rack Forderst dein Recht, unser Schicksal ein Geflecht

Martyrium der Vampire
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7598-8779-5
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Martyrium der Vampire

E-Book, Deutsch, 503 Seiten

ISBN: 978-3-7598-8779-5
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



'Es wird Zeit mein Recht einzufordern, denn du gehörst zu mir' Esteban Fairrier hielt sich von ihr fern, so lange es ihm möglich war. Doch die Zeit ist gekommen, sein Recht einzufordern. Lydia, Anführerin des Hexenzirkels, ist alles andere als begeistert, sobald er vor ihr steht. Immerhin war es ihre Mutter, die sie ausdrücklich vor Esteban warnte. 'Einem Vampir ist nicht zu trauen, hüte dich vor Esteban Fairrier', das waren ihre Worte. Ausgerechnet dieser Vampir ist ein Mitglied des Vampirrates. Ihr Wort ist Gesetz! Er ist attraktiv, einflussreich und äußerst anziehend. Esteban konfrontiert Lydia mit der Wahrheit über ihrer beider Schicksal. Ihre Prinzipien und Ziele drohen einzustürzen, sodass sie beschließt in die Vergangenheit zu reisen. Wird ihre Zeitreise die Antworten offenbaren, die sie dringend benötigt? Spricht Esteban die Wahrheit oder täuscht er ihr nur etwas vor, um seine Ziele zu erreichen? Und wieso rast ständig ihr Herz so, sobald er vor ihr steht?

Claudia Rack wurde in Sachsen-Anhalt geboren und wohnt heute in Hessen. Die Autorin schreibt in den Genres Fantasy, Romantasy und Dystopie. Aus ihrer Feder sind bisher die Buchreihen 'Martyrium der Vampire' und 'Rebellen des Himmels' erschienen.
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Kapitel 1


Jack riss die Augen auf. Es dauerte einen Moment, bis er sich bewusst wurde, dass er in seinem Bett lag. Doch erst, als er ihren Herzschlag hörte, beruhigte er sich. Er sah zur Seite. Dieses Mal war Quinn nicht geflohen. Sie schlief friedlich neben ihm in seinem Bett. Erleichtert ließ er den angehaltenen Atem langsam entweichen. In seinem Traum war sie erneut vor ihm davon gelaufen. Die Angst, sie für immer zu verlieren, hatte ihn aufschrecken lassen. Nachdem sie am gestrigen Abend miteinander gesprochen hatten, konnte er nicht mit Gewissheit sagen, ob Quinn sich für ein Leben an seiner Seite entschieden hatte. Sie war bei ihm geblieben. Sie hatte ihn nicht von sich gestoßen, als er sie küsste. Jack wertete es als ein gutes Zeichen. Dennoch blieb eine Spur von Ungewissheit. Das Wissen, dass er ohne sie dem Blutrausch verfallen würde, hinterließ einen dumpfen Schmerz in seiner Brust. Hinzu kam, dass er weiterhin keine Erinnerungen an die Nacht hatte, in der er sie markierte. Den Kopf auf seiner Hand abgestützt, lag er auf der Seite und betrachtete sie. Als seine grünen Augen auf Wanderschaft gingen, blieb sein Blick an ihrem Hals hängen. Seine Bissspuren waren noch zu erkennen. Die Erinnerung daran, wie er letzte Nacht von ihr getrunken hatte, kam in ihm auf. Zum ersten Mal war es einvernehmlich und bewusst geschehen. Und sie hatte es genossen. Quinn hatte sich in seine Arme geschmiegt und sich ihm anvertraut. Sie hatte sich ihm hingegeben. Das überraschte ihn immer noch. Er musste nur daran zurückdenken, wie sie sonst aufeinandergetroffen waren. Sicher, die Anziehung zwischen ihnen war unverkennbar. Sie hatten die Finger nicht voneinander lassen können. Jeder von ihnen hatte mit seinen Ängsten und Zweifeln gekämpft und sich gegen das gesträubt, was so offensichtlich zwischen ihnen lag. Sie jetzt vor sich zu sehen, wie sie friedlich schlief und ihren betörenden Duft in seine Bettlaken verteilte, zauberte ein Lächeln in sein Gesicht. Er wollte das jeden Morgen sehen. Er wollte nicht mehr allein in diesem Bett schlafen. Er fragte sich, ob sie das genauso sehen würde. War sie bereit? Oder würde sie ihres Weges gehen, sobald sie aufwachte? Würde er das zulassen? Ein leises Schnauben entrang sich seiner Kehle. Er wusste nicht, ob er das noch konnte. Allerdings war er kein Mann, der eine Frau zwingen wollte, bei ihm zu bleiben. Sie musste es aus freien Stücken tun. Alles andere war für ihn nicht hinnehmbar. Dennoch spürte er, dass er sie gänzlich für sich beanspruchen wollte. Nicht nur als Mensch, sondern als Vampir. Als er das Ziehen in seinem Mund spürte, schloss er kurz die Augen. Seine Fangzähne fuhren aus. Er konnte nur noch daran denken, sie zu seiner Frau zu machen. Er wollte sie verwandeln. Hier und jetzt. Schwer atmend rang er mit sich und kämpfte, um seine Beherrschung. Das Tier in ihm brüllte auf und verlangte nach Quinn. Er drängte es konsequent zurück und ließ die Verwandlung nicht zu. Wenn er sich jetzt in seiner Vampirgestalt zeigte, könnte er sich nicht zurückhalten. Froh darum, dass sie es nicht mitbekam, sprang er vom Bett auf und eilte ins angrenzende Bad. Eine kalte Dusche würde reichen müssen. Absichtlich ließ er den kalten Wasserstrahl auf seinen nackten Körper prasseln, sobald er unter der Dusche stand. Den Kopf gesenkt, die Hände auf den Fliesen vor sich abgestützt, hing er seinen Gedanken nach. Kurz erinnerte er sich an seine Schwester, die er verloren hatte. Das Band zwischen ihnen war stark gewesen. Nach ihrem Tod hatte er sich keine tiefer gehenden Gefühle mehr erlaubt. Für niemanden. Zu groß war die Angst davor, erneut so einen Verlust erleben zu müssen. Insgeheim wusste Jack, dass er das nicht konnte. Die Gefühle, die er für Quinn hegte und die sich kontinuierlich steigerten, machten ihm Angst. Er hatte keine Ahnung, was er tun würde, sollte Quinn ihren Plan New York zu verlassen weiterhin in Betracht ziehen. Sie hatte zwar angedeutet, dass sie das nicht mehr wollte, aber vielleicht hatte sie das nur im Affekt gesagt. Ihr Gespräch war aufwühlend gewesen. Jack zischte leise, sodass das Wasser um seinen Mund sprudelte. Er hasste seine Gedanken und die Zweifel in ihm. Ein Geräusch ließ ihn den Kopf anheben. Er musste nicht hinsehen. Ihren Geruch würde er jederzeit erkennen. Ein Tapsen verriet ihm, dass ihre Füße auf den Fliesen sich bewegten. Im nächsten Moment spürte er ihren warmen Körper, der sich an seinen Rücken schmiegte. Jack spannte sich an und zog scharf den Atem ein. Er konnte ihre Konturen wahrnehmen und war sofort hellwach. Ihre Brüste drückten sich gegen seinen Rücken, ihre Hände fuhren an seinem Bauch entlang und ihr Mund hinterließ hauchzarte Küsse auf seiner Schulter. 

»Guten Morgen«, erklang ihre wohltuende Stimme hinter ihm. Erst jetzt bemerkte er, dass das Wasser wärmer wurde. Doch das war nicht die Erklärung dafür, dass ihm heiß wurde. Es war ihre Anwesenheit. Als ihre Hände weiter nach unten wanderten und seinem Schaft gefährlich nahekamen, wirbelte er herum. Seine Hände umfassten ihr Gesicht, sodass er sie direkt ansehen konnte. Im nächsten Moment lagen seine Lippen auf ihren. Quinn seufzte auf und schmiegte sich dichter an ihn. Seine Hand fuhr in ihren Nacken, die andere legte er auf ihren Rücken, um sie an sich zu pressen. Sein Kuss drückte die Verzweiflung aus, die in ihm innewohnte. Wild und leidenschaftlich machte er sich über ihren Mund her, als ob er sie verlieren könnte. Quinn ließ ihn gewähren. Sie vertraute ihm und schien zu spüren, dass er genau das jetzt in diesem Augenblick dringend brauchte. Die Gewissheit, dass sie bei ihm war. Egal, was er mit ihr anstellte. Nach einer gefühlten Ewigkeit unterbrach Jack nur zögerlich den Kuss und öffnete die Augen. Mit dem Daumen fuhr er über ihre angeschwollenen Lippen. Stirnrunzelnd schüttelte er den Kopf. »Tut mir leid«, sagte er zu ihr.

»Das muss dir nicht leidtun, Jack.«

»Ich war zu grob. Das habe ich nicht gewollt«, klagte er und mied ihren Blick.

»Doch das hast du. Sei so ehrlich und stehe dazu«, meinte sie leicht verärgert. Quinn nahm sein Gesicht in die Hände und zwang ihn damit, sie direkt anzusehen. Das Wasser perlte kontinuierlich über ihre Körper. Dampf bildete sich um sie. Es schien, als ob ihnen nicht bewusst war, dass sie unter der Dusche standen und diskutierten. »Was ist los?« Sie sah ihn fragend an, sich dessen bewusst, dass ihn etwas quälte.

Jack seufzte leise und umgriff mit den Händen ihre Handgelenke. Seine Stirn presste sich gegen ihre. Er inhalierte ihren Duft. »Ich weiß, dass du noch nicht bereit bist, Quinn. Ich versuche, mich zurückzuhalten. Es ist verdammt schwer.« Eingehend betrachtete er sie.

»Ich verstehe nicht. Wovon redest du? Ich bin hier, oder nicht?«

»Das bist du«, antwortete er sofort.

»Aber das reicht dir nicht, nicht wahr?« Quinn sah ihn unsicher an. Sie spürte, dass da etwas zwischen ihnen stand, was ihr Angst machen sollte. Sie schluckte und blieb tapfer vor ihm stehen. Sie würde nicht erneut den Fehler begehen und weglaufen. Das hatte sie in der Vergangenheit zu Genüge getan. Sie hatten sich gestern endlich ausgesprochen, auch wenn vieles noch im Unklaren lag, was ihre Zukunft anging. Sie war überzeugt davon, dass es eine Chance gab. Allerdings schien Jack mit etwas zu hadern. Er litt. Sie konnte es ihm ansehen und das stimmte sie traurig. Sollte er nicht froh sein? Sollte er nicht erleichtert sein, dass sie ihre Differenzen beiseite gelegt hatten und auf einem guten Weg waren zueinanderzufinden?

»Wir sollten das nicht jetzt besprechen«, wehrte er ab und nahm Abstand von ihr. Bevor sie etwas sagen konnte, stellte er die Dusche ab und verließ die Kabine. Er hörte ihren schweren Seufzer, als er sich abtrocknete und anzog. Er war auf dem Weg zur Tür, als er innehielt. Er sah zu ihr und begegnete ihrem Blick. Stocksteif stand sie nackt unter der Dusche und sah ihn verängstigt an. Ihre blauen Augen schimmerten und zeugten von den Tränen, die sich bilden wollten. Zerknirscht umklammerte er den Türgriff fester. Er hatte es vermasselt. Schon wieder. »Wir holen das nach, Quinn. Versprochen«, meinte er noch zu ihr, bevor er das Badezimmer verließ. 

Quinn starrte fassungslos auf die Tür, die sich hinter ihm schloss. Mit der Hand wischte sie sich verärgert die Tränen von der Wange. Wie hatte sie annehmen können, dass er sich ihr mit allem anvertraute, was ihn bewegte? Es war zu früh. Zu frisch war ihre Zweisamkeit, als das er sich dazu herabließ, mit ihr zu reden. Der Schmerz darüber fraß sich in ihr Herz. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Zum einen gab sie sich die Schuld daran. Sie hatte ihm übel mitgespielt, als sie ihm die Erinnerungen nahm. Das war ihr bewusst. Doch das war es nicht, was ihn quälte. Da war sie sicher. Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie sich ruhig verhielt, bis er sich dazu bequemte, den Mund aufzumachen. Die Frustration schlug in Wut um. Mit raschen Bewegungen wusch sie sich, bevor sie ihre Morgendusche beendete und sich eilig anzog. Sie entschied sich für eine Jeans und einen schwarzen Cashmere Pullover mit einem Rollkragen. So verdeckte sie die noch frischen Bissspuren. Ihre Haare band sie zu einem Zopf zusammen. Ihr Spiegelbild betrachtend, verzichtete sie auf Make-up. Sie hatte nicht vor auszugehen. Außerdem fühlte sie sich nicht danach, sich zu schminken und schick zurechtzumachen. Ihre gute Laune war verflogen, sobald er den Mund aufgemacht hatte. Sie holte tief Luft und wandte sich von ihrem Spiegelbild ab. Das Knurren ihres Magens sagte ihr überdeutlich, dass sie hungrig war. Sie hatte seit gestern Nachmittag nichts mehr gegessen. Also steuerte sie direkt die Küche des Hauses an. Sie hob überrascht eine Augenbraue an,...



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