E-Book, Deutsch, Band 5, 362 Seiten
Reihe: Martyrium der Vampire
Rack Brichst mein Schweigen, hörst meine Worte
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7565-8159-7
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Martyrium der Vampire
E-Book, Deutsch, Band 5, 362 Seiten
Reihe: Martyrium der Vampire
ISBN: 978-3-7565-8159-7
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Claudia Rack wurde 1979 in Sachsen-Anhalt geboren und wohnt heute mit ihrem Mann und ihren 3 Katzen in Hessen. Die Autorin schreibt u.a. im Genre Fantasy-Romance. Aktuell schreibt sie an ihrer neuen Buchreihe 'Martyrium der Vampire'.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1
Kapitel 1
Quinn sah zu der Frau mit den langen schwarzen Haaren und runzelte die Stirn. Hatte sie sich gerade verhört? »Ich habe keine Schwester. Du musst dich irren.«
»Wir haben denselben Familiennamen. Perkins …, du bist Quinn Perkins, meine Schwester«, sagte Zoe mit Nachdruck. Immer noch lagen ihre Hände an der Tür hinter ihr. Sie presste sich mit dem Rücken dagegen und drohte umzufallen. Das konnte nicht wahr sein? Da hatte es Jack geschafft, dass sie aus ihrer Bewusstlosigkeit erwachte und jetzt erinnerte sie sich nicht an ihre eigene Schwester? Das konnte nur ein übler Scherz sein. Ein Stöhnen ließ ihren Kopf zu ihm herumfahren. Jack regte sich. Gebannt starrte sie auf seine Gestalt, die am Boden lag. Wenige Minuten zuvor war er komplett ausgerastet. Niemals zuvor hatte sie jemanden so laut und voller Qual brüllen hören. Dieses Bild würde sie niemals vergessen. Die Tatsache, dass sie nicht wusste, weshalb er so ausgerastet war, tat sein Übriges. Was zum Teufel ging hier vor?
»Ich erinnere mich nicht daran. Wo bin ich?«, fragte Quinn und sah sich im Zimmer um. Als Jack sich langsam erhob und ein tiefes Knurren ausstieß, sah sie direkt zu ihm. Seine grünen Augen durchdrangen sie. Quinn verspannte sich augenblicklich, als sein stechender Blick sie traf. Sie wollte seinen faszinierenden Augen ausweichen, doch sie konnte nicht wegsehen. Es schien, als ob er ihr bis auf den tiefsten Grund ihrer Seele blickte. Sie schluckte. Als er den Mund aufmachte, erkannte sie die Stimme sofort.
»Du bist wach. Das ist gut«, sagte er schwankend. Er hielt den Blickkontakt mit ihr aufrecht. Seine Miene drückte Unglaube und Faszination aus.
»Du …, du hast zu mir gesprochen«, wisperte Quinn stirnrunzelnd.
»Ja, ich habe mental mit dir kommuniziert, um dich zurückzuholen.«
»Wieso?« Fragend sah sie ihn an. Ihre Nackenhaare stellten sich auf. Es musste einen Grund dafür geben. Obwohl sie ihn attraktiv fand, spürte sie die Gefahr, die von ihm ausging.
Jack stützte sich mit einer Hand an der Wand ab und wechselte mit Zoe einen Blick. »Das kann ich dir noch nicht sagen. Das sollten wir unter vier Augen besprechen«, sagte er.
Quinn versteifte sich und sah ihn ungläubig an. Ihr Blick wechselte zu Zoe. Sie verstand kein Wort. »Es war nicht nur deine Stimme, oder? Was hast du noch getan?« Anklagend begegnete sie seinem Blick. Sie nahm seine Erscheinung Stück für Stück in sich auf. Grüne, stechende Augen, die sie schwindeln ließen. Breite Schultern, lange sehnige Beine, kurzes braunes Haar und diese schmeichelnde Stimme. Ihr Herz flatterte, desto länger sie ihn in Augenschein nahm. Schnell sah sie auf ihre Hände herunter, die auf der Bettdecke ineinander gefaltet da lagen. Leichte Röte überzog ihre Wangen. Sie spürte das verräterische Brennen in ihrem Gesicht. Sie musste damit aufhören, schalt sie sich.
»Du hast von meinem Blut getrunken«, sagte er. Es kam so lässig über seine Lippen, als ob es das Normalste auf der Welt wäre.
»Ich habe ihn dazu gedrängt«, mischte sich Zoe ein. »Du wolltest einfach nicht aufwachen. Ich konnte das nicht länger mit ansehen. Und Jack war nicht er selbst, er …, nun ja, da gibt es etwas …, vielleicht solltest du dir das anhören, bevor du dir ein Urteil bildest.«
»Wovon zum Teufel sprichst du?« Quinn starrte sie ratlos an.
»Ich sagte, das klären wir noch. Woran erinnerst du dich?«, meinte Jack herrisch und warf Zoe einen tadelnden Blick zu.
»An nichts. Da ist absolut nichts. Ich erinnere mich nur an deine Stimme, die ich hörte«, antwortete Quinn nachdenklich.
Jack seufzte schwer und nickte stumm. »Ich bin Jack. Zoe, deine Schwester kennst du ja. Die anderen wirst du früh genug kennenlernen. Vorerst solltest du dich ausruhen. Eventuell kehren die Erinnerungen zurück, wenn du dich etwas erholt hast.«
»Wieso dein Blut?«, fragte sie ihn erneut. Die Skepsis war in ihren hellblauen Augen zu erkennen. »Sag es mir«, flehte sie ihn an.
»Später«, meinte er nur und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Gerade, als er etwas ergänzen wollte, wurde die Tür aufgerissen, sodass Zoe weiter in das Zimmer stolperte.
»Was ist hier los?«, fragte Gerard ungeduldig und sah einen nach dem anderen an. Sein Blick blieb länger auf Quinn liegen, bis er sich an Zoe wandte und die Stirn runzelte. »Was ist passiert? Wieso bist du so nervös?« Er erkannte sofort ihren Gemütszustand. Sein warnender Blick schoss zu Jack. »Was hast du getan?«, fragte er direkt in seine Richtung.
»Das geht dich nichts an, Gerard. Ich habe gehandelt, ganz einfach«, zischte Jack ungehalten.
Quinn sah zwischen den beiden hin und her, als diese sich mit ihren Blicken regelrecht aufspießten. Ihr schwirrte der Kopf. Wo zum Teufel war sie? Und wer waren diese Leute? Sie strengte sich an, um sich zu erinnern. Doch da war nichts. Nichts außer Leere. Dunkle, schwarze Leere, die sie umgab und nichts hindurch ließ. Der Umstand, dass sie ständig zu Jack schielte und einfach nicht den Blick von ihm abwenden konnte, verunsicherte sie. Kannte sie ihn? Dieses Gefühl in ihrer Brust gefiel ihr nicht. Er sprach mit ihr, als ob sie ihm gehörte. Oder als ob sie seinen Befehlen Folge leisten musste. Das war doch nicht normal, oder? Und ihre angebliche Schwester? Sie himmelte den anderen blonden Mann an, der gerade eingetreten war. Dieser Mann schien sich ernsthaft um sie zu sorgen. Von daher war Quinn sofort klar, dass die beiden ein Paar waren. Und Jack schien sich nicht gut mit dem blonden Mann zu verstehen. Die Fragen in ihrem Kopf wurden nicht weniger. Als Kopfschmerzen sich ankündigten, stöhnte sie auf. Sofort richteten sich diese grünen Augen auf sie. Wie konnte jemand nur so faszinierende Augen haben? Gänsehaut überfuhr sie, als er sie erneut direkt ansah. Als ein weiterer Mann ins Zimmer stürmte, schien er es nicht wahrzunehmen. Er sah sie weiterhin an. So als ob sie beide allein wären.
»Gerard, wir müssen sofort los«, sagte Erik, als er eintrat und sich kurz stirnrunzelnd im Zimmer umsah. »Oh sie ist wach. Sehr gut«, meinte er noch erstaunt. Sein fragender Blick schoss zu Jack. Er inspizierte ihn von oben bis unten, nur um sicherzugehen, dass er nicht jeden Moment den Vampir herausklingen ließ. Erik wusste über seinen Gemütszustand Bescheid. Er konnte seine Sorge um Jack nicht verschleiern.
»Worum geht es?«, fragte Gerard und zog Zoe an seine Brust. Er brauchte den Körperkontakt mit ihr. Sie schien aufgelöst zu sein. Er wollte alles andere als jetzt gehen. Irgendetwas war hier geschehen. Etwas, was Zoe nervös machte und Jack wie ein wachsames Raubtier auftreten ließ. Er ließ Quinn nicht aus den Augen. Konnte es sein, dass er sie markiert hatte, und Zoe hatte es mitangesehen? Er brauchte Antworten.
»Die Soldaten greifen an. Ich habe gerade eine Nachricht von Valerius erhalten. Sie sind auf seinem Anwesen. Er braucht Hilfe. Sie schießen mit dem Serum um sich, statt mit Kugeln«, sagte Erik nervös.
Gerard wirbelte zu ihm herum. »Was? Zur Hölle, sind es die verwandelten Soldaten?«
Erik nickte und presste die Lippen aufeinander. Eilig flogen seine Finger über die Tastatur seines Handys, als er eine Nachricht schrieb.
»Verdammt! Schick André und Caleb eine Nachricht. Sie sollen direkt zu Valerius fahren.« Er wandte sich an Zoe. Seine Hände strichen über ihre Oberarme, als er sie eindringlich ansah. »Kommst du zurecht? Ich will alles hören, was passiert ist. Aber das muss leider noch warten.«
Zoe nickte und versuchte sich an einem Lächeln. »Ja, es ist alles in Ordnung. Ich bleibe bei Quinn. Bitte sei vorsichtig.«
»In Ordnung. Ich werde aufpassen, keine Sorge. Jack, kommst du?«, meinte er direkt zu ihm. Seine Tonlage duldete keinen Widerspruch.
Jack nickte Quinn stumm zu. Seine Kiefermuskeln spannten sich an, als er sich von ihr abwandte und Gerards Befehl nachkam. Quinn starrte ihm nach, bis er mit den anderen beiden Männern das Zimmer verließ. »Das war merkwürdig«, meinte sie leise.
»Was meinst du?«, fragte Zoe und ging um das Bett herum. Sie ließ sich auf der Bettkante nieder.
»Nichts, schon gut«, antwortete Quinn und schüttelte den Kopf.
»Wir werden dir alles erklären, versprochen«, beruhigte Zoe sie und legte ihre Hand auf ihre Schulter. »Hast du Hunger? Ich kann dir etwas bringen.«
Ihr Magen knurrte und ersparte ihr damit eine Antwort. Zoe nickte wissend und erhob sich. Als sie an der Tür stand, schenkte sie ihr noch ein Lächeln, bevor sie aus ihrem Sichtfeld verschwand. Quinn ließ sich in die Kissen zurücksinken und starrte an die Decke. Die Kopfschmerzen wurden stärker, sodass sie die Augen schloss und versuchte, sich zu entspannen. Sofort blitzte eine Erinnerung auf. Abrupt fuhr sie in die Höhe und riss die Augen auf. Sie hatte sein Blut getrunken. Es war wahr. Sie sah es klar vor sich, wie sie sein Handgelenk an ihrem Mund spürte und den metallischen Geschmack auf ihrer Zunge schmeckte. Das hätte sie niemals freiwillig getan. Oder? Hatte er sie manipuliert? Stirnrunzelnd ratterten die Fragen durch ihren Kopf und sorgten nicht gerade dafür, dass sie entspannte. Was zum Teufel war er? Mit Sicherheit kein gewöhnlicher Mensch. So viel war ihr klar. Wieso fühlte sie sich so zu ihm hingezogen? Hatte er noch etwas anderes mit ihr angestellt? Sie sah die Fangzähne aus seinem Mund aufblitzen. Sie schnappte nach Luft. Oh mein Gott! Er war ein Vampir. Das durfte nicht sein. Das war völlig unmöglich. Obwohl sie keinerlei Erinnerungen aus ihrem früheren Leben hatte, spürte sie instinktiv tief in ihrer Brust, dass das ein Problem für sie war. Sie...




