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E-Book

E-Book, Deutsch, 356 Seiten

Pust Strip this Heart

Roman. Eine New-Adult-Romance
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-492-98741-7
Verlag: Piper Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman. Eine New-Adult-Romance

E-Book, Deutsch, 356 Seiten

ISBN: 978-3-492-98741-7
Verlag: Piper Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Manchmal muss man alles verlieren, um sich selbst zu finden - eine humorvolle und romantische Liebesgeschichte im windigen Chicago »Wir haben alle einen zerbrochenen Traum, Brooke. Die Frage ist nur, was du aus den Scherben machst.« Eigentlich hatte Brooke geplant, nur einen Sommer in Chicago zu bleiben. Als sie auf dem Junggesellinnenabschied ihrer besten Freundin Juliette auf den Stripper Nate trifft, sprühen die Funken. Wie die windige Stadt schleicht auch er sich langsam aber sicher in ihr Herz - doch das gehört bereits Brookes großem Traum, der Ivy League und einem Studium an einer der renommiertesten Universitäten Amerikas ... ach, lies selbst. Wenn du Lust hast, dich in Chicago zu verlieben und vielleicht in einen Stripper, solltest du dieses Buch lesen. »Eine Story mit tollen Charakteren, dem gewissen Knistern und einer Menge Romantik geht immer. Ich brauche definitiv mehr aus Chicago und würde mich sofort freiwillig melden zum Lesen!«  ((Leserstimme auf Netgalley)) »Ich liebe diese Geschichte, die mich mit vielen kleinen Dingen überzeugt hat. Ja bitte mehr davon. Und für euch: Unbedingt merken und  auf die Wunschliste setzen!«  ((Leserstimme auf Netgalley)) »Ich hoffe auf jede Menge weiteren Glitzer aus Chicago und gebe eine ganz klare Leseempfehlung und die volle Anzahl Glitzersternchen!«  ((Leserstimme auf Netgalley))

Justine Pust ist ein typisches Küstenmädchen, tanzt zu Songs aus den 80ern und verliert sich in mitreißenden Geschichten. Sie hat das Schreiben früh entdeckt und teilt ihre Lesesucht auf ihrem Blog und auf Instagram.
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Autoren/Hrsg.


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2. Nice And Slow


Brooke


Das Licht bricht sich durch die großen Fenster der Wohnung und funkelt auf dem Lake Michigan, als sei er aus purem Gold. Noch ist das Tosen des Windes nicht zu hören, doch die Bäume wiegen sich im Wind des Frühlings. Dieser Nachmittag könnte fast idyllisch sein, würde meine beste Freundin nicht vor mir stehen und mich daran hindern, mein Buch zu lesen.

»Du musst mehr ausgehen«, fährt Juliette mich an und stützt die Hände in die Hüften, als würde sie bereits üben, ihren zukünftigen Kindern die Hölle heißzumachen.

»Ich war doch gerade erst aus«, entgegne ich, ohne auch nur von meinem Buch aufzusehen. Mit meinem grünen Tee, der Kuscheldecke und den gestrickten Socken meiner Großmutter fühle ich mich gerade sehr wohl. Außerdem fällt es mir schon schwer genug, mich mit dem aktuellen Wartemodus meines Lebens abzufinden. Da möchte ich mich nicht noch zusätzlich bestrafen.

»Das war vor zwei Wochen«, schnaubt sie und schüttelt den Kopf, bevor sie sich zu mir auf das Sofa wirft. Es ist eines dieser Designer-Möbelstücke, auf denen man nur eine einzige bequeme Position findet, die aber auf Instagram immer einen guten Eindruck machen. »Du bist doch nicht immer noch deprimiert, weil Mr. Glitter sich nicht gemeldet hat?«

Danke, Juliette. Mitten in die Wunde.

»Nein«, dementiere ich einen Tick zu schnell und knirsche mit den Zähnen. Offenbar hat in meinem Leben gerade das Kapitel Ablehnung begonnen. Ohne meine beste Freundin anzublicken, blättere ich die Seite um, obwohl ich nicht ein Wort gelesen habe. Das Letzte, was ich möchte, ist, an ozeanblaue Augen zu denken, die mich nicht beachten. Obwohl mich natürlich nicht seine Augen ignorieren. Die können nichts dafür. Der Vollidiot, dem sie gehören, ist das Problem.

Mist.

Jetzt denke ich wieder an ihn, dabei habe ich wirklich keine Lust, mich schlecht zu fühlen, nur weil er dumm genug war, mich sausen zu lassen. Ich bin vielleicht nicht reich, ein Model oder kann es auf sexy Art mit einem Fußboden tun, aber ich bin ein verdammter Hauptgewinn, und wenn er das nicht erkennt, ist er kein Verlust.

»Nein?«, hakt Juliette unbarmherzig wie immer nach.

»Hörst du schlecht?«, frage ich mit einem süßen Grinsen.

»Nicht so schlecht, wie du lügst.«

»Ich werde mich nicht vom nächsten Dach stürzen, nur weil ein Kerl mich nicht anruft«, stelle ich entschieden fest und stecke meine Nase wieder demonstrativ in das Buch.

»Meine Güte, du bist manchmal echt anstrengend.« Juliette rollt mit den Augen, ehe sie sich erhebt und zum Telefon schlendert. »Hat sich inzwischen eine der Unis gemeldet?«

Und zack, die nächste Wunde wird mit Salz bestreut.

»Nein.«

So ist das mit den Träumen. Jahrelang habe ich von nichts anderem geredet, als Geschichte zu studieren und später einmal selbst in Harvard zu dozieren. In meinem Kopf existiert diese starke Frau voller Wissen und Esprit, die nichts lieber tut, als genau dies an junge Menschen weiterzugeben. Doch diese Version meiner selbst ist ein Ideal, das ich vielleicht nicht erreichen kann – und das macht mir verfluchte Angst.

Juliette sieht mich kurz an. Sie scheint abzuwägen, ob es besser ist, dieses Gespräch fallen zu lassen oder mir noch mehr aus der Nase zu ziehen. Dann nickt sie, als hätte sie sich selbst die Antwort auf eine Frage gegeben, die mir verborgen bleibt. Betont gelassen tippt sie eine Nummer ins Telefon.

»Was tust du da?«

»Da du weiterhin so tust, als seien wir in unseren Fünfzigern, bestelle ich jetzt Sushi und viel zu viel Wein, bevor wir einen Filmmarathon starten«, erwidert sie entschlossen.

Als habe er gehört, dass es ums Essen geht, kommt Tom aus dem Schlafzimmer.

Tom.

Der Inbegriff eines Traummannes.

Gut aussehend, riecht wie ein junger Gott und gibt jedem im Raum das Gefühl, plötzlich etwas kleiner zu sein. Na ja, zumindest gibt er mir dieses Gefühl. Meine beste Freundin strahlt jedes Mal wie ein Stern, sobald er den Raum betritt. Also halte ich mich zurück. Wenn Juliette glücklich ist, bin ich es auch. Obwohl ich ihm wohl nie verzeihen werde, dass sie keinen Hund halten darf. Wie kann man denn Hunde nicht mögen?

»Was ist euer Plan?«

»Mädelsabend.« Juliette blickt ihn so verliebt an, dass ich fast würgen muss.

»Oh, tut mir leid, dass ich den verpassen werde. Hattest du nicht ein Vorstellungsgespräch, Brooke?«

»Keiner von uns will dich hier haben«, kommentiert Juliette feixend, schlingt aber die Arme und seinen Hals. »Also geh und betrinke dich mit deinen Jungs in einer schrecklichen Sportbar.«

»Du kennst mich so gut«, raunt er ihr zu und küsst ihren Nacken.

Nun muss ich doch leise Würgegeräusche von mir geben, da ich sonst unfreiwillig Zeuge einer vorgezogenen Hochzeitsnacht werde. Juliette lacht, aber Tom wirft mir einen tadelnden Blick zu. So richtig werde ich mit ihm nicht warm, obwohl er schon seit zwei Jahren mit meiner besten Freundin zusammen ist. Er wirkt so perfekt, tadellos und irgendwie … glatt.

»Also?«, will er wieder an mich gewandt wissen.

»Ja, am Mittwoch«, antworte ich und versuche mich an einem ehrlichen Lächeln. »Ich habe mir sogar eins dieser hübschen Kostüme von Carmen besorgt, damit ich aussehe, als sei ich die Kompetenz in Person.«

»Es ist Mittwoch«, sagt er und richtet sein Hemd wieder.

Gerade will ich nicken, da wird mir bewusst, dass etwas nicht stimmt. Ich muss mich verhört haben, doch sein Blick sagt mir, dass ich falschliege.

»Was hast du gesagt?«, rufe ich plötzlich aus und springe vom Sofa. Tom zuckt zusammen. »Verdammt, es ist Mittwoch?«

Das Paar nickt. Mir bleibt keine Zeit, ihre verwirrten Gesichter genauer zu betrachten, ich sprinte ins Gästezimmer.

»Verfluchte Scheiße«, wettere ich vor mich hin und wünsche mir, ich hätte die Zeit, um mich selbst zu ohrfeigen. Wie kann man nur so völlig planlos einundzwanzig Jahre überleben?

Während ich meine Turnschuhe anziehe, stolpere ich fast, und Juliette erscheint im Rahmen der Tür.

»Das Vorstellungsgespräch«, höre ich meine eigene Stimme sagen, während ich mir eine Bluse überstreife und die Haare zu einem Knoten zusammenbinde. »Mittwoch, 17 Uhr. Ich muss mit den Tagen durcheinandergekommen sein. Warum hast du mir nicht gesagt, dass Mittwoch ist?«

»Ich …«, beginnt sie, scheint es sich aber anders zu überlegen. »Durch die verdammte Prüfung in Wirtschaft war ich selbst völlig durch den Wind.« Sie packt stellvertretend für mich die Handtasche, die auf dem Stuhl vor der Kommode steht. Dann hält sie plötzlich inne. Juliettes Augen weiten sich, und sie blickt auf ihre Armbanduhr. »Shit. Dreißig Minuten.«

Mein Herzschlag setzt einen Augenblick aus. »Das trifft es genau.«

Mir ist jetzt schon bewusst, dass meine Chancen, pünktlich zu sein, gegen null gehen, aber mir bleibt keine andere Wahl, als es wenigstens zu versuchen. Auch wenn der Selbsthass in mir inzwischen so groß ist, dass ich am liebsten den Kopf in den Sand stecken würde.

»Ich rufe dir ein Taxi«, murmelt Juliette und geht, während ich panisch meine restlichen Sachen zusammensuche und zur Tür laufe.

»Kein Taxi«, rufe ich, obwohl ich schon halb aus der Tür bin.

Verdammt noch mal, wie konnte ich ausgerechnet diesen Termin vergessen?

Nate


Das Laufen hilft mir beim Denken.

Ich erhöhe mein Tempo, konzentriere mich ganz auf meine Atmung und warte darauf, dass sich das vertraute High, das jeder Läufer kennt, endlich einstellt. Doch heute ist keiner der guten Tage.

Nur noch wenige Menschen spazieren durch den Park oder sitzen an einem der Springbrunnen. Der Frühling ist noch immer frostig in Chicago, und der Wind sorgt wie üblich dafür, dass die Bäume knarren und Zeitungen zwischen den Parkbänken aufgewirbelt werden.

Und plötzlich ist er wieder da, dieser eine Gedanke, den ich seit Tagen versuche, aus dem Kopf zu bekommen.

Tannengrüne Augen.

Hellblondes Haar.

Verruchtes Lachen.

Fuck.

Egal, wie sehr ich es versuche, Brooke will mir einfach nicht aus dem Kopf gehen. So etwas ist mir bisher noch nie passiert. Ich dachte, sie hätte den Funken auch gespürt. Dieses Prickeln auf der Haut, diesen neuen Takt in der Brust und diese Flammen, die vielleicht zu einem Feuer werden könnten, wenn wir sie nur nicht im Keim ersticken.

Allerdings habe ich mich da offensichtlich getäuscht.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Frau während der Show Interesse an mir bekundet und dann merkt, dass ein Stripper doch nicht zu ihren Lebensplänen passt. Es wäre einfacher, wenn ich ihr deswegen böse sein könnte, doch alles, was ich fühle, ist der leise Stich des Bedauerns. Ob es mir gefällt oder nicht, ich bin ein Sex-Arbeiter. Ein Stripper.

Und es gefällt nun einmal nicht jedem, dass ich mich gegen Geld ausziehe und Fantasien anheize. Ich habe keine Ahnung, was mich geritten hat zu hoffen, dass es bei dieser Frau anders ist. Für sie war ich nur ein glitzerndes Unterhaltungspaket, nicht mehr und nicht weniger. Die Frage ist nur, warum, zur Hölle, mich dieser Gedanke plötzlich so sehr stört. Ich mag meinen Job. Es gefällt mir, begehrt zu werden, ohne dass sich dabei eine tatsächliche Bindung aufbaut. Warum bekomme ich also diese Augen einfach nicht aus meinem Kopf?

Etwas mürrischer als vorher und mit beginnendem Seitenstechen, weil ich zu sehr an Brooke und zu wenig an meine Atmung gedacht habe, biege ich um die Ecke.

In den letzten Tagen habe ich sämtliche soziale Medien nach ihr durchsucht, ohne Erfolg. Ein paar Mal dachte ich sogar, ich hätte sie im...



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