Purcell | Irische Sehnsucht | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 668 Seiten

Reihe: Die große Béara-Saga

Purcell Irische Sehnsucht

Roman: Die große Béara-Saga 2 - Ein altes Geheimnis und eine neue Liebe
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98690-585-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman: Die große Béara-Saga 2 - Ein altes Geheimnis und eine neue Liebe

E-Book, Deutsch, Band 2, 668 Seiten

Reihe: Die große Béara-Saga

ISBN: 978-3-98690-585-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Flüstern der Vergangenheit: Der berührende Familiengeheimnisroman »Irische Sehnsucht« von Deirdre Purcell jetzt als eBook bei dotbooks. Für die meisten Menschen scheint das kleine, irische Dorf Béara das Paradies auf Erden zu sein - nur Francey Sullivan kann das ruhige Idyll nicht genießen: Seit er sich erinnern kann, sehnt er sich danach, mehr über seine wahre Herkunft zu erfahren. Voller Entschlossenheit verlässt er Béara, um im weit entfernten Dublin seinen leiblichen Vater zu finden. Zu Franceys Überraschung empfängt dieser ihn mit offenen Armen - und schon bald lernt er auch seinen undurchsichtigen Halbbruder Colin und dessen Frau Fleur kennen, deren rätselhafte Schönheit ihn wie magisch anzieht. Zunächst ist Francey wie geblendet von der glänzenden Fassade seiner neugewonnenen Familie, die ihm ein Leben in Luxus und Reichtum verspricht ... doch in welche Welt gehört er am Ende wirklich? »Deirdre Purcell ist eine unserer talentiertesten Schriftstellerinnen.« Irish Independent Review Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der ergreifende Irland-Roman »Irische Sehnsucht« von Bestseller-Autorin Deirdre Purcell ist der zweite Band ihrer großen Béara-Saga, die alle Fans von Maeve Binchy begeistern wird. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Deidre Purcell ist in Dublin geboren. Bevor sie ihre Karriere als Autorin begann, arbeitete sie als Schauspielerin am irischen Nationaltheater sowie als TV- und Pressejournalistin. Bisher veröffentlichte die Autorin zwölf Romane, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre berührenden Irland-Romane: »Irischer Traum: Die große Béara-Saga 1« »Irische Sehnsucht: Die große Béara-Saga 2« »Irisches Vermächtnis: Die große Béara-Saga 3« »Ein Sommer in Kilnashone Castle« »Das Geheimnis von Whitecliff« »Die Frau aus Inisheer« »Das Flüstern der grünen Insel« »Das Leuchten eines Augenblicks«
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Kapitel 1


»Jesus, Maria und Josef, bist du groß!« Hazel Slye schützte ihre Augen gegen das gleißende Neonlicht, das den Ballsaal erstrahlen ließ. Mit Franceys Hilfe kletterte sie von der Bühne auf die Tanzfläche herunter. Die Spitzen ihres blonden hochaufgetürmten Haares zitterten irgendwo zwischen Franceys Bauchnabel und seinem Brustbein, so daß sie den Kopf nach hinten werfen mußte, um ihm in die Augen zu sehen. »Du bist ja ein Riese!«

Francey grinste. »Ich weiß – und bevor du danach fragst, das Wetter ist gut hier oben. Lange nicht gesehen. Ich habe mir gedacht, ich komme mal vorbei und sage guten Tag.«

»Das ist erstaunlich.« Die Augen der Sängerin, eines grün, eines blau, die durch zwei dicke Kajalstriche noch aufsehenerregender wirkten, waren weit aufgerissen. »Wie kannst du dich daran erinnern? Du mußt fünf oder sechs gewesen sein.«

»So in etwa.« Francey lag es auf der Zunge, zu sagen, daß er diese Augen nicht vergessen konnte, aber damit sie seine Motive, sich ihr zu nähern, nicht mißverstand, widerstand er dieser Versuchung. »Dieses Kompliment könnte ich erwidern«, entgegnete er statt dessen. »Du scheinst dich auch an mich zu erinnern.«

»Jesus, wie könnte ich dich übersehen! Abgesehen von deinem Haar, bist du das genaue Ebenbild –« Sie schien sich eines Besseren zu besinnen. »Ich fasse es nicht!« sagte sie. »Der junge ... em ...«

Francey erkannte, daß er sie an seinen Vater erinnerte, aber sich auch an seinen Namen zu erinnern, wäre zuviel verlangt. »Francey«, half er ihr, »Francey Sullivan.«

»Sullivan? O ja, natürlich.« Hazel zögerte, faßte sich dann aber. »Der junge Francey, so wahr ich hier stehe ... Nur so aus Neugierde, wie groß bist du genau?«

»Einssiebenundneunzig oder so.« Daran war Francey gewöhnt.

»Mein Gott! Warte«, die Sängerin zupfte am Saum ihres kurzen, straßbesetzten Kleides, »ich hole meinen Mantel, und wir gehen dann etwas trinken und plaudern ein bißchen.«

»Ist es nicht ein wenig spät?« Das war nicht Franceys Absicht gewesen, dem bewußt war, daß nur noch einige wenige Pence in seiner Hosentasche klimperten. »Mußt du nicht mit der Band losziehen?«

»Mit denen?« Hazel macht eine abfällige Handbewegung. »Die kann ich jederzeit sehen. He, Vinnie«, schrie sie über die Schulter, »wartet nicht auf mich.«

»Wie du möchtest.« Der Saxophonist, der die Showband geleitet hatte, schaute nicht in ihre Richtung. »Dann bis morgen auf den Quays. Komm, um Himmels willen, nicht zu spät, Queenie, ich warne dich.«

»Warte hier auf mich.« Hazel ignorierte die Ermahnung und klopfte auf Franceys Unterarm. »Ich brauche nur einen Augenblick. Mein Mantel ist hinter der Bühne.«

Francey fühlte sich im grellen Neonlicht, das beim letzten Ton der Nationalhymne eingeschaltet worden war, bloßgestellt und versuchte das Unbehagen, das er in Situationen wie dieser stets empfand, zu unterdrücken. Nur mit großer Willensanstrengung hatte er sich dazu gezwungen, zur Bühne zu gehen, um Hazels Aufmerksamkeit zu erregen. Aber als er zufällig das Werbeplakat gesehen hatte, das den Auftritt der Showband mit Hazel als Leadsängerin ankündigte, wußte er: Dies war die Gelegenheit, auf die er seit Jahren gewartet hatte. Obwohl es die einzige Möglichkeit in Dublin war, Mädchen kennenzulernen, besuchte er kaum Tanzveranstaltungen. Im Gedränge der Körper hatte er aufgrund seiner ungewöhnlichen Größe das Gefühl, so auffällig zu sein wie eine Giraffe in einer Herde Rotwild.

Abgesehen von seiner Größe, bestand Franceys Hauptschwierigkeit im Leben darin, daß er mit fünfundzwanzig noch keine Umgebung gefunden hatte, in der ihm behaglich war. Obwohl er seine Familie und besonders seine Mutter liebte und die wilde und herrliche Landschaft der Halbinsel Béara in West Cork, wo er zu Hause war, bewunderte, war für ihn in Lahersheen kein Platz. Sein Stiefvater war ein guter fleißiger Farmer, aber der Landbesitz war zu klein, um zwei erwachsene Männer voll zu beschäftigen. In Wahrheit war Francey froh darüber. Farmarbeit interessierte ihn nicht im geringsten, besonders wenn Emigranten, die aus Städten in aller Welt zu einem Urlaub in die Heimatgemeinde zurückkehrten, aufregende und abenteuerliche Neuigkeiten berichteten.

Aber nachdem er schließlich den Absprung geschafft hatte, fand Francey im Dublin der frühen Sechziger wenig Abenteuer – eingepfercht in eine billige Bude mit fünf anderen und tyrannisiert durch Regeln, zum Beispiel wieviel heißes Wasser jeder zum Rasieren brauchen durfte und auf den schäbigen Möbeln keine Ringe von den Teetassen zu hinterlassen. Und obwohl er in einem großen Geschäft für Bauhandwerkerbedarf eine regelmäßige und für einen unqualifizierten Arbeiter gutbezahlte Arbeit hatte, fand er sie langweilig und verdummend. Falls es in Dublin etwas Aufregendes gab, dann nur für andere – er hatte bis jetzt noch nicht herausgefunden, wo.

Manchmal, wenn er sein einsames Bier im Pub trank und die rauhe Kameradschaft der bierbäuchigen Dockarbeiter, Maurer und Arbeiter der Dublin Corporation beobachtete, hatte Francey sich von ganzem Herzen gewünscht, auch er hätte weniger große Ansprüche und nicht die Schulbildung, die ihn in engem weißem Kragen hinter der Verkaufstheke in Ledbetters Eisenwarenabteilung landen ließ.

Er hatte das Internat gehaßt und, um der von der Klingel bestimmten Langeweile der täglichen Routine zu entkommen, eine Vorliebe für Bücher entwickelt, Krimis, Liebesromane, Klassiker, selbst Comics und auch sonst alles, was ein Tagesschüler – die Internen durften nicht in die Stadt – ihm aus der öffentlichen Bücherei besorgen konnte, verschlungen. Er hatte Methoden entwickelt, um seine Leidenschaft zu verbergen, da die Priester die Angewohnheit hatten, jedes Buch zu konfiszieren, das nicht auf dem Lehrplan des Erziehungsministeriums stand. Im Augenblick las er gerade ein Buch erneut. Die eselsohrige Taschenbuchausgabe von David Copperfield befand sich in der Innentasche seines Jacketts.

Er berührte sie wie zur Vergewisserung, während er die armen Nachzügler beobachtete, die keinen Erfolg gehabt hatten und jetzt so taten, als hätten sie sich draußen mit jemandem verabredet. Francey kannte den Gesichtsausdruck nur zu gut, den verzweifelten Blick der erneuten Niederlage, der sich als unbekümmerte Sorglosigkeit zu geben versuchte. Ausnahmsweise, dachte er dankbar, gehörte er nicht zu ihnen. In den Augen der anderen war seine Verabredung sogar die Eroberung des Abends, die Sängerin der Band.

Francey, der nicht von Natur aus schüchtern war, sondern mehr aus Gewohnheit und aufgrund der ungläubigen Blicke, die ihm wegen seiner Größe zugeworfen wurden, entschloß sich, seinen öffentlichen Erfolg, so flüchtig er auch sein mochte, zu genießen. Er richtete sich zu voller Größe auf und sonnte sich in den neugierigen Blicken der traurigsten Nachzügler, der Frauen, die noch vor der Bühne herumhingen und hofften, eines der Bandmitglieder anzulocken, da immer noch Instrumente und Notenständer abgebaut wurden.

Als er einem jungen Burschen Platz machte, der einen Berg von Zigarettenkippen und Bonbonpapieren auf dem Boden mit einem breiten Besen vor sich herschob, fiel sein Blick auf einen glitzernden Haarkamm im Dreck. Da er in einem Haushalt voller Mädchen aufgewachsen war, fragte Francey sich, wie viele Stunden die Besitzerin des Kammes gebraucht hatte, um sich für diesen Abend fertigzumachen. Illusion war alles, dachte er. In einem Augenblick hatte sich das Märchenreich der Möglichkeiten verwandelt in einen Schutthaufen voller falscher Träume, auf dem es krachte und widerhallte, während die Trommel weggepackt und Stühle aufeinandergestapelt wurden. Jetzt konnte man erkennen, daß die pflaumenblauen Wände, die im rosafarbenen und roten Scheinwerferlicht so gemütlich und einladend aussahen, vor Dreck starrten, zum ersten Mal fielen Francey die Kunstlederbezüge der Stühle auf, die in Streifen an Sitzflächen und Rückenlehnen herunterhingen, und die abgewetzten Oberflächen an den Resopaltischen. Die sich drehende Kristallkugel, die Regenbogen über Gesichter und Schulter blitzen ließ, war nur eine leblose Kugel, an der Facetten fehlten, und selbst die silberblauen Sterne, die an der Bühnenverkleidung geblinkt hatten, wirkten stumpf, die schwarze Farbe darunter wies graue Streifen auf.

»Ich sterbe für ein Glas Bier«, Hazel war zurück, »und ich möchte alles über deine Mutter und die Mädchen und alle hören. Wir gehen zu Collins.«

»In Ordnung.« Francey fragte sich, ob er das Geld für einen Drink, geschweige denn zwei hatte. Normalerweise hätte er nicht im Traum daran gedacht, am Abend vor dem Zahltag auszugehen. Um überhaupt zu der Tanzveranstaltung gehen zu können, hatte er sein Glück beim Kartenverkäufer am Eingang versuchen müssen. Er wußte nämlich, daß Männer, besonders »anständige« junge Männer, bei Tanzveranstaltungen in Dublin stets rar waren und man sie deshalb oft zum halben Preis einließ, wenn sie zu spät kamen.

»Augenblick noch.« Hazel wandte sich von ihm ab und neigte den Kopf mit der Zigarette in ihrem Mund über die Flamme eines Feuerzeuges. »So ist es schon besser«, seufzte sie. Wie sie so zwei Rauchwölkchen durch die Nasenlöcher hervorstieß, erinnerte Francey an einen exotischen kleinen Drachen. »Komm jetzt.« Sie dirigierte ihn durch das gekachelte Foyer des Ballsaales auf die Straße. »Wie lange bist du schon hier?«

»Ungefähr drei Jahre.« Sein eigener Atem verdampfte im Oktobernebel. Francey ließ es zu, am Arm abgeschleppt zu werden. »Ich konnte mich nie an Farmarbeit gewöhnen.«

»Das mache ich dir nicht zum Vorwurf. Schon allein das Wetter dort!« Hazel erschauerte.

»So...



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