Proctor | Happy-End auf Mallorca | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Proctor Happy-End auf Mallorca


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-7442-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-7442-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Essen zu zweit in einer Tapas-Bar in Palma de Mallorca - Altstadt-Flair, Sonnenschein, zauberhaft! Säße Beth nicht ihrem Ex gegenüber, dem berühmten Arzt Jaime Caballeros. Sie liebt ihn noch immer, aber er ahnt nicht, warum sie wirklich seine Klinik aufgesucht hat ...

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1. KAPITEL

Alles wird gut werden, sagte Beth Miller sich immer wieder, als die Tür des Arztzimmers hinter ihr ins Schloss fiel. Sie atmete tief durch. Der elegante Stil des Raumes beeindruckte sie. Doch schon fiel ihr wieder ein, was ihr in den letzten Stunden so viele Sorgen bereitet hatte. Auf dem Weg hierher war es ihr gar nicht so schlecht gegangen, obgleich sie natürlich unruhig gewesen war, aber sie hatte sich selbst unter Kontrolle. Jetzt aber war sie dabei, die Selbstbeherrschung zu verlieren.

Sie ging zum Fenster hinüber. Die schmale, hohe Gestalt war in ein einfaches braunes Seidenkleid gehüllt, das goldblonde Haar fiel ihr in sanften Locken auf die Schultern. Nach außen hin schien sie ein erfolgreiches, leicht unterkühltes und wunderschönes Mannequin zu sein, aber in ihr sah es ganz anders aus. Immer wieder fragte sie sich nach den Gründen, warum sie in diese angesehene, schicke Klinik in Palma gekommen war. Palma, die Hauptstadt der Insel, von der sie sich einstmals geschworen hatte, niemals wieder zurückzukehren. Und doch war sie seit fünf Jahren ihre Heimat.

Ihr eigenes Haus war in Pollensa hoch oben im Norden der Insel und nicht hier im Süden, wo ihr nichts vertraut war, wo … Sie brach diese Gedanken ab. Jetzt musste sie sich beruhigen. Sicher ist es der Schock, der mich so verwirrt hat, sagte sie sich entschieden. Es war natürlich umständlich, nicht das örtliche Krankenhaus nutzen zu können, doch diese Klinik hier verfügte über den besten Ruf. Und es musste einfach gut gehen!

„Beth?“

Sie runzelte die Stirn. Wie er diese einzige Silbe ihres Namens ausgesprochen hatte, das erinnerte sie an die schlimmsten Zeiten ihrer Vergangenheit.

„Mein Gott, du bist es wirklich!“

Seine Stimme war sanft und weich und ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Doch muss es sich dabei um Einbildung handeln, sagte sie sich, als sie sich umdrehte … Es war ein unglaublicher Schock, als sie endlich verstand, doch gelang es ihr kaum, einen klaren Gedanken zu fassen.

Sechs Jahre lang war sie dieser Situation aus dem Weg gegangen. Jetzt aber war es so weit. Hinter ihr stand Jaime Caballeros und sprach zu ihr.

Es kam ihr wie ein Albtraum vor, doch war es Wirklichkeit. Jaime ging langsam auf sie zu.

„Als ich den Namen Miller gehört habe, habe ich mir natürlich Fragen gestellt.“ Seine Stimme hatte diesen unverkennbar rauen Tonfall, den sie niemals vergessen hatte. „Aber ich habe mir gesagt, dass es sich wahrscheinlich um einen Zufall handelte.“

Am liebsten hätte sie lauthals protestiert, als sie den Mund öffnete, um ihm zu antworten. Doch dann sagte sie nur:

„Leider ist es für uns beide nicht so.“ Sie schaute ihn lange nachdenklich an. Doch dann kamen wieder die Bilder der Vergangenheit, und sie konnte kaum den Blick abwenden. Die unterschiedlichsten Eindrücke stürmten auf sie ein. Dabei versuchte sie, in seinen Gesichtszügen die Unterschiede zu lesen, die ihn fremd erscheinen ließen. Doch suchte sie umsonst. Er zeigte nach wie vor diese kühle Selbstbeherrschung, die manchmal in offene Arroganz umschlug. Das hatte ihn schon früher außergewöhnlich erscheinen lassen. Und immer noch sah er umwerfend gut aus.

„Warum leider? Ich hoffe, dass es nicht so sein wird.“

Einen kurzen Augenblick lag Ärger in seinen Augen, der sich deutlich von der Ruhe seiner Worte unterschied.

Nein, dachte Beth und hatte das Gefühl, dass sie gleich ersticken würde. Nichts hat sich geändert … Und schon gar nicht seine braunen Augen mit den grünen Punkten, die manchmal nachtschwarz wurden, wenn die Leidenschaft ihn packte. Unwillkürlich schüttelte sie den Kopf, als wollte sie diese Gedanken vertreiben.

„Ich fürchte, ich bin nicht gerade in guter Form.“

Sie spürte selbst, wie unsicher sie klang und wie sehr ihre Stimme zitterte. Immer noch hatte sein Blick diese unglaubliche Wirkung auf sie.

„Ich warte auf einen Arzt.“

„Ich weiß“, gab er ruhig zurück. „Deshalb bin ich ja hier.“

Sie hatte das Gefühl, dass ihr gleich die Knie wegknicken würden. Und dann spürte sie, wie er ihr die Hände auf die Schultern legte.

„Am besten setzt du dich“, sagte Jaime und führte sie zu einem Ohrensessel, der neben einem flachen Tisch in der Ecke des Raums stand. Nachdem sie Platz genommen hatte, setzte er sich neben sie.

Beth atmete tief durch und versuchte, sich zu beruhigen, doch war sie vollkommen durcheinander.

„Möchtest du etwas trinken? Vielleicht einen Kaffee?“

Sie schüttelte den Kopf. Ihre Bewegungen waren hart und verkrampft.

„Ich möchte gar nichts!“, rief sie angespannt aus. „Alles, was ich wissen will, ist, ob sich Dr. Perez’ Diagnose auf Blinddarmentzündung bestätigt hat.“

„Ja, leider“, gab Jaime zurück. „Die Untersuchung deines Sohnes, als er eingeliefert worden ist, hat ergeben, dass die Diagnose vollkommen richtig war.“

„Muss er operiert werden?“, flüsterte Beth. Fast hätte sie gesagt „dein Sohn“, da diese Worte immer wieder in ihrem Kopf hallten. Ob er wohl eigene Kinder hatte? Unzählige Male hatte Beth sich diese Frage gestellt. Vielleicht mit jener Frau, deren Namen sie niemals erfahren hatte.

„Ja. Vermutlich morgen Nachmittag“, antwortete er. Die professionelle Art, mit der er sprach, beruhigte sie ein wenig. „Beth, ich bin sicher, dass dein Arzt dir alle nötigen Auskünfte gegeben hat, aber ich verstehe natürlich, dass eine Mutter sich große Sorgen um ihr krankes Kind macht. Deshalb bin ich hier, um dir auf alle möglichen Fragen so gut ich kann zu antworten.“ Er machte eine kurze Pause und musterte sie nachdenklich. „Wenn du aber mit einem anderen Arzt sprechen möchtest, kann ich das natürlich einrichten.“

„Es stört mich nicht, mit dir zu tun zu haben“, sagte Beth. Es schwindelte ihr, so groß war die Anstrengung, die Gedanken in eine logische Reihenfolge zu bringen. „Mich interessieren nur die Tatsachen.“

Jaime nickte und begann, mit ruhiger, sachlicher Stimme die wichtigsten Teile aus dem Arztbericht vorzulesen. Dabei übersetzte er manchmal die Fachausdrücke, wenn er das Gefühl hatte, dass sie ihn nicht verstand.

Da von seinen Worten etwas abhing, das ihr mehr als ihr eigenes Leben bedeutete, gelang es ihr eine Zeit lang, sich zusammenzureißen und sich darauf zu konzentrieren, was er sagte. Immer wieder aber gingen ihre Gedanken in eine ganz andere Richtung.

Sie erkannte jetzt, dass die Zeit doch nicht spurlos an ihm vorbeigegangen war. Als junger Mann hatte er fast weiche Gesichtszüge gehabt, die jetzt strenger waren. Mit sechsundzwanzig war er sehr attraktiv gewesen, jetzt mit zweiunddreißig gab ihm die dunkle Gefahr, die in seinen Augen aufblitzte, ein noch unwiderstehlicheres Aussehen. Beth wurde auch bewusst, dass sie sich selbst verändert hatte.

Vor sechs Jahren wäre sie unfähig gewesen, den eleganten Schnitt seiner dunklen Hose zu schätzen oder die außergewöhnliche Qualität des Seidenhemdes. Nein, vor sechs Jahren kannte sie nichts von diesen unwichtigen Dingen, die sie in der Zwischenzeit erlernt hatte … Damals hatte sie ihn einfach nur geliebt. Mit ihrem Körper und ihrer Seele und allem, was sie zu geben hatte.

Als er den Vortrag beendet hatte, machte er eine Pause.

„Gibt es noch etwas, das du wissen möchtest?“

„Nein, es war sehr ausführlich.“

„Gut, falls dir später noch etwas einfällt, zögere nicht, es mich wissen zu lassen.“

„Das ist sehr nett von dir“, gab Beth steif zurück. „Vielen Dank.“

„Ich nehme an, dass sich die Großmutter des Kindes um ihn kümmert.“

Beth fühlte erneut einen unglaublichen Schrecken. Das durfte doch einfach nicht wahr sein!

„Ja.“

„Sie ist dir sicher eine große Hilfe.“

„Ich wüsste nicht, was ich ohne sie tun sollte“, antwortete Beth kühl. Hatte er etwas bemerkt? Was wusste er?

„Normalerweise hätte ich deinen Sohn selbst untersucht, bevor ich mit dir gesprochen habe, aber es gab einen Notfall, und ich bin erst vor Kurzem zurückgekommen.“ Er sprach, als ob er auf eine Frage antworten wollte, die sie gar nicht gestellt hatte. „Ich hatte gerade genug Zeit, mit dem Kinderarzt zu sprechen, der deinen Sohn behandelt. Es tut mir leid, aber ich weiß nicht einmal, wie alt er ist und wie er heißt.“

„Jacey“, stieß sie hervor, und dabei gelang es ihr kaum, einen feindlichen Ton in der Stimme zu unterdrücken.

Jaime Carlos, so hieß ihr Sohn, da sie ihn nach seinem Vater benannt hatte.

„Ein ungewöhnlicher Name.“

„Vielleicht“, entgegnete sie und versuchte, den Gedanken zu verdrängen, dass das alles nur ein Albtraum war. „Aber das ist nun einmal sein Name.“

„Und wie alt ist er?“

„Fünf, im April hatte er Geburtstag“, sagte sie und schaute ihm direkt ins Gesicht.

Bestimmt war ihm aufgefallen, wie sie alle Muskeln des Körpers zusammengezogen hatte und wie ihr das Blut in die Wangen geschossen war. Schnell versuchte er, den Zorn, der in seinem Blick brannte, zu verdrängen, doch es war schon zu spät. Beth hatte es genau gesehen … Die gleiche Wut hatte damals in seinen Augen gelegen. Damals vor sechs Jahren. Die Erinnerung daran wurde fast unerträglich.

„Ich kann dir versichern, Beth, dass dein Sohn die bestmögliche Pflege erhält.“

„Da bin ich sicher“, murmelte Beth mit weichen Knien. Natürlich würde man in dieser Klinik alles für ihren Sohn tun, schließlich war das doch kein...



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