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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 204 Seiten

Reihe: Beiträge zur Pallottinischen Forschung (BpF)

Probst SAC Lebensweg eines Glaubenszeugen

Briefe und Dokumente von P. Richard Henkes SAC
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-87614-089-6
Verlag: Pallotti
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Briefe und Dokumente von P. Richard Henkes SAC

E-Book, Deutsch, Band 5, 204 Seiten

Reihe: Beiträge zur Pallottinischen Forschung (BpF)

ISBN: 978-3-87614-089-6
Verlag: Pallotti
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Das von Richard Henkes erhaltene Schriftgut besteht in der Hauptsache aus Briefen und Postkarten sowie aus fünf Berichten bzw. Abhandlungen, von denen zwei gedruckt wurden. Dabei verdienen im Blick auf die angestrebte Seligsprechung des am 22. Februar 1945 im KZ Dachau an Flecktyphus verstorbenen Pallottinerpaters seine fünfundzwanzig erhaltenen Briefe aus dem KZ Dachau besondere Beachtung und Wertschätzung, weil die von ihm selbst stammenden Zeugnisse seines Denkens und Handelns unmittelbaren Einblick in sein Selbstverständnis geben. Will man eine Biografie schreiben, muss man diese persönlichen Dokumente ergänzen durch die Wahrnehmung und Zeugnisse anderer über Richard Henkes. Es gibt davon eine ganze Reihe dank früherer Bemühungen von P. Ludwig Münz SAC, einem Landsmann von P. Henkes, und P. Wilhelm Schützeichel SAC, einem unermüdlichen Wegbereiter der Causa Henkes. Es hat aber seinen eigenen Reiz, eine Persönlichkeit nur aus ihren Selbstzeugnissen kennen zu lernen. Dafür gibt es aus der Literatur nicht wenige Beispiele. So will diese Veröffentlichung einen authentischen Zugang zu dem originellen Menschen und Priester Richard Henkes bieten, der schon von seinem ersten Biographen Georg Reitor als 'Märtyrer der Nächstenliebe' bezeichnet wurde.

Prof. Dr. Manfred Probst SAC, geboren 1939, ist Professor für Liturgiewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) und Postulator der Causa P. Richard Henkes.
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Zielgruppe


Interessierte an der Geschichte des Nationalsozialismus, Interessierte an den Pallottinern,
Kirchenmitglieder, Theologen, Historiker


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Einführung

Das von Richard Henkes erhaltene Schriftgut besteht in der Hauptsache aus Briefen und Postkarten sowie fünf Berichten bzw. Abhandlungen, von denen zwei gedruckt wurden. Dabei verdienen im Blick auf den derzeit in Rom laufenden Seligsprechungsprozess des am 22. Februar 1945 im KZ Dachau an Flecktyphus verstorbenen Pallottinerpaters seine Briefe besondere Beachtung und Wertschätzung, weil die von ihm selbst stammenden Zeugnisse seines Denkens und Handelns unmittelbaren Einblick in sein Selbstverständnis geben. Will man eine Biografie schreiben, muß man diese persönlichen Dokumente ergänzen durch die Wahrnehmung und Zeugnisse anderer über Richard Henkes. Es gibt davon eine ganze Reihe dank früherer Bemühungen von P. Ludwig Münz SAC, einem Landsmann von P. Henkes, und P. Wilhelm Schützeichel SAC, einem unermüdlichen Wegbereiter der Causa Henkes. Es hat aber seinen eigenen Reiz, eine Persönlichkeit nur aus ihren Selbstzeugnissen kennen zu lernen. Dafür gibt es aus der Literatur viele Beispiele. So will diese Veröffentlichung einen originalen Zugang zu dem Menschen und Priester bieten, der sein Leben für andere geopfert hat.

Bücher hat R. Henkes nicht geschrieben. Was hier veröffentlicht wird, sind Briefe und einige wenige kurze Dokumente anderer Art. Dabei folgen wir den Stationen seines Lebens. Es gibt aus seiner Schulzeit eine kurze Abhandlung über ein von seinem Spiritual gestelltes Thema, aus der Zeit des ersten Weltkriegs ab 1917 eine ganze Reihe Briefe an Mitschüler, die Soldaten geworden waren, und Briefe aus seiner eigenen Soldatenzeit vom Juni bis November 1918. Während des Noviziates bei den Pallottinern in Limburg von 1919 bis 1921 veranlasste ihn P. Josef Kentenich, eine Stellungnahme über seinen gefallenen Klassenkameraden Josef Engling zu schreiben. Während seiner Studienzeit belegen eine Reihe Briefe an Josef Kentenich eine tiefgehende geistliche Krise, die sich bis zu seiner Diakonatsweihe hinzog. Neue Zuwendung zu seiner Mitwelt am Ende der philosophisch-theologischen Studien erweist sein gedruckter Nachruf auf den jung verstorbenen Pallottinerpater F.X. Salzhuber und sein Kondolenzbrief an dessen Schwester. Eine umfangreiche Korrespondenz hat P. Richard Henkes mit seinem Provinzial geführt während des Jahres, in dem er im Schwarzwald Heilung von einer schweren Lungentuberkulose suchte. Sie bezeugt eine wichtige innere Reifung. Seine Briefe aus der Pallottinerschule in Alpen an den Provinzial über die Zukunftsausssichten der Schule zeigen einen jungen Priester, der seine Mitverantwortung ernst nimmt. Als Geschichtslehrer im Studienheim Vallendar machte er Studien über das alte Kloster Schönstatt, die er im Heimatkalender des Landkreises Koblenz 1931 zusammenfasste. Die Zeit seines Einsatzes im Osten Deutschlands von 1931 – 1943 erschließen Briefe an seine Familie und an den Provinzial in Limburg. Die letzte Gruppe von Briefen wurde im Gefängnis von Ratibor und im KZ Dachau verfasst. Darunter gibt es solche, die durch die offzielle Zensur gingen und solche, die er mit Hilfe eines Landsmanns aus dem KZ herausschmuggeln konnte.

Predigten oder Predigtskizzen des in ganz Oberschlesien berühmten Predigers sind trotz intensiver Suche nicht gefunden worden. Dasselbe gilt für seine Unterlagen der vielen Exerzitienkurse und Einkehrtage im Exerzitienhaus St. Josef in Branitz, Katscher und anderswo. Dreimalige Nachforschungen des Postulators in Strandorf im Hultschiner Ländchen, wo P. Henkes seinen letzten Wohnsitz vor der Verhaftung durch die Gestapo hatte, blieben in Bezug auf Predigten und Exerzitienvorträge abgesehen von Gruppenfotos ergebnislos. Daher sind die Briefe und Postkarten, die fünf Berichte und ein kurzes Gutachten zu einer Veröffentlichung seines Alpener Rektors P. Maßmann die persönlichen Zeugnisse, die von Richard Henkes erhalten geblieben sind. Diese sollen hier dokumentiert werden. Dabei folgen wir der Entstehungszeit der einzelnen Schriften. Sie sind eingeordnet in die Lebensphasen von Richard Henkes, die mit seinen wichtigsten Aufenthaltsorten gekennzeichnet werden.

Die Briefe und Postkarten

Die uns erhaltenen Briefe und Postkarten von P. Richard Henkes sind gerichtet an Mitschüler des Studienheims, an seine Familie, an seinen Spiritual P. Josef Kentenich, an seine Oberen, an Mitbrüder, an Pfarrangehörige in Strandorf sowie Bekannte und Freunde. 45 Briefe wurden in Vorbereitung der Feier zum 100. Geburtstag von Richard Henkes in seinem Geburtsort Ruppach/Ww. der Öffentlichkeit zugänglich gemacht in einem Privatdruck.1

Bei den folgenden Recherchen wurden eine Reihe weiterer Briefe und Postkarten sowie Fotos gefunden, die für die Kenntnis des Charakters von Richard Henkes durchaus Bedeutung haben:

  • im Archiv der Pallottiner in Limburg/Lahn: bei Luss/Struth und Büscher noch nicht bekannte, von Schüller und Probst gefundene Briefe aus Alpen, aus Katscher und aus Dachau

  • im Archiv zu Olmütz/CR: Brief an Dr. Adalbert Tinz2

  • bei dem Zeugen Johann Malcharek aus Pišt, früher Strahovice (CR)

  • bei Clemens Henkes, einem Neffen von Richard Henkes.

In diese Dokumentation werden alle bisher bekannten Briefe, Postkarten, von P. Henkes versandte Bilder und Berichte einbezogen. Für die angestrebte Seligsprechung dürften die Briefe aus dem Gestapogefängnis Ratibor, auf dem Weg nach Dachau und aus dem KZ Dachau selbst die wichtigsten sein, weil sie die geistliche Entwicklung des Häftlings Nr.  46    932 erkennen lassen, der sich kurz vor Ende des II. Weltkrieges und des damit verbundenen Zusammenbruchs der Nazi-Herrschaft in Deutschland in Kenntnis der militärischen und politischen Großwetterlage3 zum freiwilligen Pflegedienst im typhus-verseuchten Block 17 spätestens Mitte Dezember 1944 entschloss. Um den 17. Februar 1945 hat er sich angesteckt und starb selber an Flecktyphus am 22. Februar 1945, wohl in Block 11 Stube 3.4 Aber auch alle anderen Briefe haben ihre Bedeutung für die Kenntnis des Charakters des Priesters Richard Henkes und für die Beurteilung seiner gläubigen Grundeinstellung. Einige sind z.B. wichtig für seinen Umgang und seine Korrespondenz mit Frauen. Wir geben im Folgenden einen Überblick über die Briefe der verschiedenen Lebensperioden.

1. Briefe aus der Zeit des 1. Weltkrieges

Abgesehen von einem nicht genau datierbaren Brieffragment an den Soldaten Max Brunner beginnt der Reigen in der zweiten Jahreshälfte 1917 mit einem längeren Brief an die auswärtige Abteilung der Missions-Sektion des Studienheims Schönstatt, denn R. Henkes war zu ihrem Obmann gewählt worden. Mit diesem Brief wollte er den Kontakt zu den sogenannten Soldaten-Sodalen herstellen, das waren Mitglieder der Marianischen Kongregation, die in der miltärischen Ausbildung oder bereits an den Fronten des 1. Weltkriegs eingesetzt waren.

Das Gros der folgenden Briefe hat Richard Henkes als Verbindungsmann der Gruppe Norbert Theele in Studienheim Schönstatt geschrieben. Seine Aufgabe war nicht die Leitung der Gruppe – die hatte Norbert Theele – sondern ihren Zusammenhalt zu sichern, Anregungen für das geistliche Leben zu geben, ihre Briefe zu sammeln und Wünsche von P. Kentenich weiter zu geben. In dieser Gruppe spielt die Korrespondenz mit seinem Freund Karl Kubisch eine wichtige Rolle. Nach seiner Einberufung zur militärischen Ausbildung in Darmstadt und in Griesheim hält er Kontakt zu dem Verbindungsmann seiner neuen Gruppe im Studienheim, J. Trampert, mit seinen Gruppenmitgliedern, besonders mit Karl Kubisch, und mit seinem Spiritual P. Josef Kentenich. Die Briefe dieser Zeit lassen seine Enttäuschung am Militärleben und seine Schwierigkeiten erkennen, das hohe Maß geistlicher Übungen zu erbringen, das zur von J. Kentenich entwickelten Schönstattpädagogik gehörte.

2. Die Zeit des Noviziates und der Studien in Limburg (1919 – 1926)

Neben der schon erwähnten Niederschrift über seinen Klassenkameraden Josef Engling, die auch viele Bekenntnisse über sich selbst enthält, sind es die Briefe an seinen Spiritual Josef Kentenich, die eine tiefe geistliche Krise beschreiben und die allmähliche Loslösung von seinem geistlichen Begleiter. Die innere Genesung lassen erkennen seine beiden Schriften über seine Begleitung des früh verstorbenen P. Franz Xaver Salzhuber, den er von der Marianischen Kongregation her kannte und dem er ein bleibendes Denkmal gesetzt hat.

3. Die Briefe als Tuberkulosekranker aus St. Blasien und Menzenschwand

P. Henkes wurde nach Abschluß seiner philosophisch-theologischen Ausbildung in Limburg sofort als Lehrer im Studienheim Schönstatt eingesetzt, wie es seinem Wunsch entsprach. Hier war er mit Eifer und viel Einfühlungsvermögen für die Schüler tätig. Es wurde ihm aber bald eine Prüfung zuteil, die ihm den geliebten Lehrerberuf zu verunmöglichen drohte, da er an einer Lungentuberkulose erkrankte. Die Obern entsandten P. Richard Henkes zu einer ersten Behandlung ins Krankenhaus nach Ahrweiler, weil dort der ehemalige Provinzial und Generalobere P. Max Kugelmann den Dienst als Hausgeistlicher versah. Dessen Anmerkungen zu P. Richard Henkes, wie er ihn erlebt hat, sind wichtige Ergänzungen zu dem einen Brief aus der Zeit in Ahrweiler. Sie zeigen deutlich, dass es dem lebhaften Temperament von R. Henkes sehr schwer viel, sich ganz auf Ruhe und Erholung einzustellen. So wird die Zeit der Kur und Behandlung in St. Blasien und Menzenschwand im Schwarzwald für ihn zu einer harten Geduldsprobe. Der Arzt bescheinigt ihm am 11. Februar 28 „eine...


Probst SAC, Manfred
Prof. Dr. Manfred Probst SAC, geboren 1939, ist Professor für Liturgiewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) und Postulator der Causa P. Richard Henkes.



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