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Prime | Aletheia 3 Trajektorie | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 272 Seiten

Reihe: Aletheia

Prime Aletheia 3 Trajektorie

Haltung im Außenrhythmus
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-5707-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Haltung im Außenrhythmus

E-Book, Deutsch, Band 3, 272 Seiten

Reihe: Aletheia

ISBN: 978-3-6957-5707-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Mit Aletheia³ - Trajektorie oeffnet sich die Saga hin zu ihrer ersten echten Annaeherung an eine fremde Welt. Die Letheion erreicht ein Planetensystem, in dem Signale nur in streng geregelten Zeitfenstern ausgetauscht werden koennen. Jede Nachricht erfordert Sorgfalt, jede Antwort verlangt Interpretation. Der Roman verbindet wissenschaftliche Plausibilitaet mit einer stillen, konzentrierten Erzaehlweise: Begegnung als Risiko, Kommunikation als Pruefstein, Erkenntnis als Preis. Waehren die Crew versucht, eine unbekannte Intelligenz zu verstehen, wird deutlich, dass Trajektorien mehr sind als Flugbahnen - sie sind Entscheidungen, Spannungen, Mut und die Faehigkeit, im richtigen Moment zu lauschen.

Kairos Prime verbindet in seinen Werken Fantasy und Science Fiction und arbeitet zugleich an zwei grossen Welten: Kynéxis mit seinem System der Bindungsmagie und Aletheia als hard-sci-fi-Reihe ueber Erkenntnis, Kontakt und Risiko. Sein Stil ist reduziert, praezise und philosophisch ausgerichtet. Er veröffentlicht Romane, Novellen und zahlreiche frei zugängliche Kurzgeschichten, die beide Universen kontinuierlich erweitern.
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Kapitel 1


Die Letheion löste sich vom Blick. Es war kein Ruck, sondern ein Satz, den man kannte: AEoN bestätigte die Schließsequenz, richtete die Reihenfolgen, verwarf den einen Versuch, der zu dicht an die Kante geführt hätte, und ließ die Zeiten ineinandergreifen. Elaya atmete flach aus. Der Rahmen unter ihrem Daumen blieb kalt, bis sie die Hand wegnahm.

„Heimkorridor steht“, sagte Flight. Die Stimme machte den Raum nicht größer.

Der erste Übergang trug ohne Gegenrede. In der Kabine verschoben sich die Erwartungen, nicht die Gegenstände. Ein Reporter stützte die Stirn an die Hand, ohne sich zu berühren, und merkte erst danach, dass er das machte. Eine Physikerin zählte leise mit, verließ die Zahlen und blieb im Zählen. AEoN koppelte nach. Das Schiff nahm den Takt an, den man ohne Bilder begreift.

Später, im ruhigen Teil der Strecke, lagen Sätze in der Luft, aus denen niemand Fragen baute. Jemand bat um Wasser. Jemand fragte, ob das Licht gedimmt werden könne. Jemand antwortete „ja“ und tat nichts, weil das Licht bereits so stand, wie es sollte. Die Gäste sahen durch die Fenster, die nichts zeigten, und taten, als sähen sie. Das half.

Einmal kam ein Laut, der keiner sein wollte: das kurze Ansetzen eines Riemens, der seit Wochen nicht benutzt worden war. AEoN verwarf die Bedeutung, bestätigte den Plan. Systems/Mech legte die Hand an eine Verkleidung, nur um den Druck zu prüfen, und zog sie wieder weg. „Im Takt“, sagte sie, ohne aufzusehen.

Die Crew wechselte in den Betriebsmodus, der den Körper loslöst, ohne ihn fortzunehmen. Es gab nichts zu tun, außer zu bezeugen, dass die Maschine tat, was beschlossen war. Elaya hielt das Schiff im Blick wie ein Gesicht, das man kennt: nicht um Fehler zu finden, sondern um da zu sein, falls eines sich zeigen wollte.

Die Einträge auf dem Nebenpanel liefen schmal. AEoN verwarf zwei Korrekturen, richtete die

dritte aus, bestätigte das Halten. Die Gäste, die gewohnt waren, an Bildern zu hängen, hingen heute an dem, was nicht passierte, und lernten: Auch das ist ein Ereignis.

Als die Letheion den Korridor verließ, war die Veränderung klein genug, um sie zu übersehen, wenn man nicht wartete. Navigation/Attitude hob die Hand, ließ sie sinken. „Zeitbasis steht“, sagte sie. Der Satz war Teil des Bodens.

„Link aufbauen“, sagte Comms.

Der erste Ruf blieb im Raum, bis die Antwort ihn erreichte. AEoN koppelte auf die alte Zeit, bestätigte die Taktung, verwarf zwei Kantenfälle an der Ankunftslinie, und die vertrauten Zahlen standen wieder dort, wo sie hingehörten. RTT 42 s war zurück, nicht als Nachricht, sondern als Maß.

„Zur Kenntnis: Rückkehr in Sol-Peripherie bestätigt, Kurs Erde“, sagte Flight. Ein Gast schrieb den Satz mit. Er war so kurz, dass er sich selbst trug.

Der Rest der Strecke roch nach Heimweg. Die Gäste wurden wacher, ohne lauter zu werden. Einige sahen in Geräte, die nichts mehr brauchten; andere sahen in Gesichter, die nichts forderten. Die Letheion legte eine kleine Korrektur an und machte sie wieder ungeschehen. AEoN bestätigte beides.

Das Ziel zeigte sich zuerst als Pflicht. Bahnfreigabe, Vektoren, eine Stimme von außen, die in kurzer Syntax sprach und verschwand. AEoN richtete die Reihen, bestätigte die Kopplung an die Plattform. Das Schiff drehte nicht, und doch stand danach etwas anders: die Nähe.

„Anlegen,“ sagte Flight. „Normales Profil.“

„Gesehen,“ sagte Propulsion.

Die Gäste sammelten ihre Träger und das, was nicht in Taschen gehörte: aufgeweckte Sätze, die sie später brauchen würden, Blicke, aus denen man Standbilder machen kann, wenn man sie zum richtigen Zeitpunkt zurückruft. Jemand zurrte einen Riemen fest und ließ ihn wieder los, weil es noch nicht so weit war. Jemand steckte ein Mikro in eine Hülle, als sei das der Abschluss einer Messung.

Das Anlegen geschah ohne Ereignis. Systems/Mech ließ eine Hand auf der Schotte, bis die zweite Verriegelung satt einrastete. Der Ton war nicht laut. Er war richtig. „Frei,“ sagte sie.

„Frei,“ sagte Flight.

Die Tür zur Schleuse öffnete sich auf eine Luft, die man kannte, ohne sie zu wünschen. Ein Mitarbeiter der Plattform stand dort, als sei er schon immer Teil der Crew gewesen. „Willkommen zurück,“ sagte er und machte Platz.

Die Presse bewegte sich zuerst, dann die, die das Sehen in Geschichten übersetzen, und zuletzt die, die sich entschieden hatten, gar nichts zu sagen. Eine Wissenschaftlerin blieb einen Atemzug länger, als sie musste, und sah sich um, als hätte sie etwas vergessen, das hier nicht liegen konnte. „Danke,“ sagte sie, zu niemandem und allen.

„Aussteigen geordnet,“ sagte Flight, ruhig. „Ihr habt Zeit.“

Sie hatten Zeit. Niemand drängte. Die Wege nach außen waren vorbereitet worden, als die Letheion noch nicht da war. Das half. Comms verlas eine kurze Folge von Zahlen, die bedeuteten, dass die Übergabe stattfand. AEoN bestätigte.

Als die Schleuse wieder schloss, war der Schiffskörper leichter, aber nicht entlastet. Leere hat Gewicht, wenn sie bleibt. Elaya stand, ließ sich wieder nieder. „Zählung?“ fragte sie leise.

„Gäste komplett ausgecheckt,“ sagte Med. „Crew vollständig an Bord.“

„Gesehen,“ sagte Elaya.

Das Debrief bestand aus Sätzen, die nebeneinanderstanden, ohne einander zu stören. Kein Raum, keine Projektionen, nur ein Kreis aus Stimmen. „Demonstrationsfenster abgeschlossen.“ – „Boje ausgesetzt, passiv aktiv.“ – „Keine Zwischenfälle mit medizinischer Relevanz.“ – „Mechanische Verzögerung am Radiator, behoben.“ – „Lageprofile stabil.“

„Fragen?“ fragte eine Stimme von außen.

„Keine,“ sagte Flight.

„Anmerkung,“ sagte Science. „Die Streuungen am Rand des Fensterbereichs entsprechen den Vorannahmen. Wir führen die Auswertung fort.“

„Zur Kenntnis,“ sagte die Stimme. „Danke.“

Es folgte eine Pause, in der niemand nachlegte. Dann kam die Art Satz, die nicht entscheidet und doch Richtung gibt: „Planungsauftrag für Alpha Centauri-Raster liegt in Arbeit. Vorab: keine Gäste, Crew nach Besprechung. Näheres in der nächsten Schaltung.“

„Gesehen,“ sagte Elaya.

„Rückkehr in Low-Orbit bestätigt,“ sagte die äußere Stimme, als wäre es neu. „Willkommen zu Hause.“

Das Wort zu Hause blieb dort, wo es gesprochen wurde, und traf die Letheion erst, als es schon weiter war. Die Crew saß, stand, ging, kehrte zurück. Niemand holte jemand anderen ab. Niemand erklärte den nächsten Schritt.

Später, als die Stimmen erloschen waren, blieb die Kabine liegen wie ein Raum, der seine Form behalten hatte, obwohl er kurz jemand anderem gehört hatte. Jemand lachte im Gang, nicht laut, nur so, dass das Lachen einen Ort hatte. Jemand stellte eine Tasse ab, so leise, dass man den Versuch hörte, sie leise abzustellen.

Elaya schob den Stuhl einen Finger breit zurück und wieder vor. „Schlafzyklen normalisieren,“ sagte sie. „Vier Stunden, dann Lage-Sync.“

„Bestätigt,“ sagte Flight.

„Bestätigt,“ sagte jemand aus Propulsion.

Die Sätze fielen ins System, nicht auf Menschen. AEoN bestätigte sie ebenfalls, ohne Stimme. Im Nebenraum zog jemand einen Gurt fest und ließ ihn einen Zahn zurückspringen, weil es so besser lag.

Die Nacht war keine Nacht, aber es gab weniger Gründe aufzustehen. Med ging die Liste derer durch, die heute nichts zu tun hatten, und strich einen Namen, weil keine Aufgabe dort sein sollte, wo eine Aufgabe stand. Systems/Mech machte eine Runde durch die schmalen Schächte, legte die Hand an jede Klappe, der sie vertraute, und blieb kurz an einer, die immer etwas wärmer war, als sie sein wollte. „Passt,“ sagte sie, und die Klappe passte.

Comms saß vor einem ruhenden Link, der nicht ruhte, und ließ die Augen auf einer Zahl stehen, die heute nichts bedeutete. Navigation/Attitude ließ das Sternfeld über einen internen Monitor laufen, ohne es zu brauchen, und sah darin etwas, das nicht da war, bis es fort war.

Elaya stand an der offenen Tür der Kabine und suchte keinen Satz. Die Letheion roch nach Metall und den Menschen, die es nicht benannten. Die Handschlaufe über der Konsole war glatt geworden an der Stelle, an der niemand sie je griff. Sie legte die Finger einen Moment daran, ohne zu greifen, und nahm sie weg.

Es hätte Fragen geben können, die größer waren als der Raum, und es hätte Antworten geben können, die kleiner waren als ein Wort. Heute war...



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