Pomej | Weihnachtsgift | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 261 Seiten

Pomej Weihnachtsgift


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7543-4149-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 261 Seiten

ISBN: 978-3-7543-4149-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kriminellen ist nicht einmal Weihnachten heilig! Mit vergifteten Weihnachtskeksen kommen drei Burschen zu Tode. Noch dazu irrtümlich, da sie das toxische Gebäck gestohlen haben. Ein Fall für Jonas Jericho, der zur Lösung des kniffligen Falles wieder die nötige Hilfe von Agatha Christie aus dem Geisterreich erhält und selbst in Verdacht gerät. Daneben gibt dieser Who-done-it-Krimi noch heitere Einblicke in die feine englische Gesellschaft, den Journalismus und das Musicbiz...

S. Pomej hat aus Interesse an der menschlichen Natur Psychologie studiert und lässt die erlernten Störungen plus eigener Erfahrung mit kranken Zeitgenossen, die immer wieder unerwünscht auftauchen, in spannende Bücher und Kurzgeschichten sowie lustige Comic einfließen. Website: pomej.blogspot.com

Pomej Weihnachtsgift jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2. Kapitel: Abenteuer im Schloss
2. Kapitel: Abenteuer im Schloss Aus den Lautsprechern des Einkaufszentrums tönte der neue Hit einer hierzulande prominenten Sängerin. Kein Zweifel, erkannte Jonas, dieses Weihnachtslied hatte das Zeug zu einem Evergreen, der es jedes Jahr in die Hitparade schaffen würde, immer zur Weihnachtszeit. Schon ertappte er sich, den Text mit zu singen: "Someone will wait for me - nearby the Christmas tree! To give me all I need -nearby the Christmas tree!I seem to be forgotten, but now it's clear to see: Somebody is waiting for me - nearby the Christmas treee! Let's see what's there for me - nearby the Christmas tree! Nothing else is bothering me - nearby the Christmas tree! I always had so much heartache but now it's time to feel free - nearby the Christmas tree! I guess Mr. Right soon is next to me - nearby the Christmas tree! I don't need expensive presents or other mystery - I only need somebody who takes good care of me - nearby the Christmas tree! So let's see what's Santa's Gift for me! Last year it wasn't what I need but this year it's fun to see - you my Darling, nearby the Christmas tree! A long time nobody watched over me but now on christmas eve the right one's here for me - nearby the Christmas treeee!" Wahrlich, mit diesem Happy Sound konnte man den größten Griesgram hinter dem Ofen hervorlocken. Seine momentane Situation sah - vor allem finanziell - leider nicht so enthusiastisch, sondern eher trist aus, da er seine ganzen Ersparnisse in einen Schrebergarten mit Rohbau für seine Oma investiert hatte. Ihre Ersparnisse wiederum reichten gerade für den Verputz, die Einrichtung und den Umzug. Nun residierte sie zwar im Grünen, doch er lebte nun mehr ins Blaue hinein. Das erste, was er als Journalist lernte, war, sich von der Planbarkeit des Lebens zu verabschieden. Dauernd umdisponieren und neue reißerische Themen auftun müssen, wurde ihm zur Gewohnheit. Der Song endete und ein Werbesprecher verkündete: "Das war Penny Plenty mit ihrem neuen Hit 'Nearby the Christmas tree'. Wir möchten unsere werten Besucher darauf hinweisen, dass sich im ersten Stock ein Süßigkeiten-Shop befindet, der heute alles um zehn Prozent günstiger anbietet. Wir wünschen guten Appetit!" Mit einer Tüte gebrannter Mandeln in der Hand verließ Jonas gegen Ende des nächsten Songs das Geschäft, wanderte wieder zum Ausgang in die kühle Luft der schönen Landschaft der englischen Stadt hinaus. Ostentative Ziellosigkeit bewog ihn dazu, ein wenig in der pittoresken Ortschaft am Hafen nahe des Marinestützpunktes Devonport herum zu schlendern. Seinen Trolley, den er bei Müdigkeit auch als Sitzgelegenheit nutzte, hinter sich her ziehend, überlegte er sich dabei, dass es wohl besser wäre, sich schnellstens bei diesem Lord einzuschleimen, anstatt sich hier ein billiges Zimmer zu suchen. So beschloss er also, sich nach des Lords Adresse bei seiner lieben Kollegin Lisa Plochl in Wien via iPhone kundig zu machen, da diese voriges Jahr zufällig über englischen Adel berichtete. Nach kurzer Recherche konnte sie ihm Highgrove 66, South Harris als Ziel nennen. Zuvor kehrte er noch in einer Druckerei ein, wo er sich zehn exquisite Visitenkarten drucken ließ. Die 13 Pfund, die man ihm dort abverlangte, schienen ihm hervorragend investiert zu sein. Nur nicht am falschen Platz sparen, sagte er sich, da er wusste, dass der erste Eindruck zählte. Und für diesen gab es leider keine zweite Chance. Nach kurzer Zugfahrt kam er an seinem Ziel an. Zu seinem Erstaunen lag vor ihm ein hochherrschaftliches Anwesen, wie er es nur aus den englischen Filmen kannte. Der Butler - ein stämmiger Kerl in Livree, welcher auch als Rauswerfer in einem Nachtclub hätte arbeiten können - empfing ihn mit überheblichen Blicken und nahm seine frisch gedruckte Visitenkarte eher widerwillig entgegen. Man schien hier Fremden gegenüber ein gerüttelt Maß an Misstrauen zu hegen. "Bitte melden Sie mich seiner Lordschaft. Ich habe ihm ein wichtiges Angebot zu machen." Der Butler entfernte sich, es war nur das leise Ticken des Pendels einer Standuhr in der Halle zu vernehmen. Es dauerte eine halbe Stunde, Jonas stellte seinen Trolley neben die breite Eingangstür, an deren anderer Seite bereits ein ungeschmückter Weihnachtsbaum auf seinen späteren Einsatz zu warten schien, und stand noch immer an derselben Stelle, an der ihn der Diener verlassen hatte, bewunderte den Kristalllüster, der wie ein Damoklesschwert über ihm schwebte. Naja, dachte er sich, der dicke Butler ist nicht mehr der Jüngste und wird wohl erst ein passendes Tableau suchen müssen, auf dem er meine Karte dem Lord standesgemäß servieren kann. Die Zeit schien sich zu dehnen, das Ticken der Uhr erfolgte scheinbar in längerem Intervall. Ach ja, dachte er sich wehmütig in einer Art innerer Einkehr, Weihnachten: Ein besonderer Tag der Völlerei, der Trunksucht, Gefühlsduselei, Annahme von Geschenken, öffentlichem Stumpfsinn und häuslichem Protzen gewidmet, sagte schon Ambrose Bierce, ein amerikanischer Schriftsteller, der von 1842 bis 1914 lebte. Wie recht der doch damit hatte, fand Jonas und ließ einige Weihnachtsfeste Revue passieren: 1997: Papa poliert die Weingläser, poliert dabei so heftig, dass er den Stiel abbricht, ihn sich in die Hand rammt, wie ein Schwein blutet und im AKH genäht werden muss. 1998: Katze Miezilein frisst wieder mal Lametta und speit es hemmungslos in Mamas neue High Heels. 1999: Der Adventskranz begeht Selbstmord durch Kerzenbrand und verraucht die gesamte 3-Zimmer-Wohnung. 2000: Oma torkelt mit Eierlikör und Blutdrucksenkern intus in den Christbaum und reißt ihn samt den teuren mundgeblasenen Kugeln aus Murano ins Verderben. 2001 fiel ins Wasser: Vater und Mutter machten aus ihm ein Scheidungskind, bzw. einen Scheidungs-Twen. Endlich tauchte der Diener wieder auf und unterbrach Jonas' depressiven Gedankengang. "Seine Lordschaft lässt bitten!" Verhaltenen Schrittes folgte Jonas dem Butler die breiten Marmorstufen hinauf in den ersten Stock, weiter durch einen langen Gang - sogar ein Speisenaufzug war hier eingebaut und flitzte leise summend, wohl mit exotischen Köstlichkeiten bestückt, auf und ab - weiter durch ein getäfeltes Vorzimmer über teure Teppiche in den Salon, wo ein soignierter Herr in einem Tweed Anzug auf einem wuchtigen Lederfauteuil thronte. Der Butler blieb an der Tür stehen, während Jonas ein gewinnendes Lächeln aufsetzte und in den ungefähr 80 m 2 großen Raum eintrat, an dessen Wänden Gemälde der Ahnen des Schlossherrn prangten und zahllose Kunstgegenstände herumstanden. Das Sonnenlicht fiel durch große Fenster, an denen Brokatvorhänge den exzellent stilsicheren Geschmack eines Innenarchitekten verrieten. Neben dem Lederfauteuil stand ein Tischchen, auf dem sich ein Schachspiel mit grünen Jadefiguren befand. Der Schlossherr schien hier alles gesammelt zu haben, was gut und teuer war. Hier und jetzt, in diesem altertümlichen Ambiente eines Feudalschlosses im neugotischen Stil, kam er sich wie ein verarmter Verwandter aus der sowjetischen Tundra vor. Vor allem als er in das strenge faltendurchfurchte Gesicht des Lords blickte, dessen buschige weiße Augenbrauen sich leicht zu senken schienen. "Schönen guten Tag, eure Lordschaft, mein Name ist Jonas Jericho", stellte er sich mit leichter Verbeugung vor, "Journalist und Ghostwriter, wie Sie schon meiner Karte entnehmen konnten, empfohlen von Ihrem Freund Mr. Fountainbleu." "Fountainbleu?" Der Lord machte ein ratloses Gesicht. Das folgende Schweigen schien ohrenbetäubend, ehe er endlich aufklärte: "Sie meinen wohl Fountainberry." "Ja, natürlich! Mr. Gregory Fountainberry", stimmte er schnell zu, wischte sich automatisch über die Stirn, "den ich per Zufall im Zug kennenlernte und ihm von meiner Tätigkeit erzählte." "Der alte Gregory, gibt immer jovial-überheblich für viel Geld vor, ein Adliger zu sein." "Das hat er mir gegenüber nicht getan. Wir sprachen ganz zwanglos miteinander. Da empfahl er mir Sie, werter Lord Ravenough, wofür ich ihm dankbar bin, denn leider kam der Deal mit meinem ursprünglichen Kunden für sein Buch nicht zustande." "Das bedaure ich zu hören. Liegt es daran, dass Sie eventuell zu teuer sind?" "Naja", druckste Jonas herum und hoffte inständig nun keine zu hohe Summe zu nennen. "30.000 Euro finde ich durchaus angemessen für meine Zeit." "Ich werde mir das in Pfund umrechnen. Nehmen Sie inzwischen Platz und erzählen Sie mir von sich." Aus der Jackentasche seines Sakkos zog er sein Mobiltelefon und nutzte augenscheinlich dessen Rechner. "Danke!" So elegant wie möglich ließ sich Jonas auf den Fauteuil gegenüber dem Lord nieder und versuchte mit sprachlicher Brillanz zu punkten. "Ich entstamme einem Wiener Gemeindebau, dem man die Notwendigkeit darin Menschen unterzubringen deutlich ansah, anstatt die Begeisterung, einem aufstrebendem Autor Quartier zu bieten. Meine frühe Jugend verbrachte ich jedoch im feinen Landhäuschen meiner Großmutter, was einen vorteilhaften Kontrapunkt zum üblichen Vroom-Vroom-Rhythmus der Großstadt darstellte. Nach der mittleren Reife studierte ich Journalistik, Medientechnik und Englisch, fand einen interessanten Job bei der 'Kleinen Zeitung' und konnte erst kürzlich einem Ihrer Landsleute, einem sehr angesehenen Professor, seine Lebenserinnerungen zu...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.