Pomej | Gefährliche Gefährtin | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 174 Seiten

Pomej Gefährliche Gefährtin


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7578-6632-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 174 Seiten

ISBN: 978-3-7578-6632-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die unverhoffte Begegnung mit einer verstörten jungen Frau, die seine Hilfe erfleht, reißt Jonas aus seinem Journalisten-Alltag. Kurzentschlossen nimmt er sie mit nach Hause, worauf sein Chef, der ihn unbedingt als Betriebsspion bei einem Konkurrenzblatt einschleusen will, Zweifel an den ehrlichen Absichten der Unbekannten schürt. Tatsächlich stellt sich bald deren Gefährlichkeit heraus, die jedoch nichts mit ihrem Charakter zu tun haben scheint. Bald überstürzen sich die Ereignisse, jemand trachtet ihr nach dem Leben...

S. Pomej hat aus Interesse an der menschlichen Natur Psychologie studiert und lässt die erlernten Störungen plus eigener Erfahrung mit kranken Zeitgenossen, die immer wieder unerwünscht auftauchen, in spannende Bücher und Kurzgeschichten sowie lustige Comics einfließen. Website: https://pomej.blogspot.com/

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2. Wiener Brut Wien sah selten so aus wie es auf Ansichtskarten gezeigt wurde. Zäher Verkehr, vollgestopfte Kreuzungen und natürlich überall rote Ampeln, wie hasste Jonas die Stadt, wenn er es gerade eilig hatte. Nach der Nachricht über den heiklen Auftrag, brauchte er erst einmal eine kleine Aufmunterung und fuhr dazu mit dem Bus wieder in seine Wohnung, um dort ein wenig Promille zu tanken. Kaum daheim schenkte sich Jonas einen Gin pur ein, um sich kurz selbst zu finden. Natürlich blieb es bei seinem Selbstfindungsprozess nicht nur bei dem einen Glas. Stunden später erwachte er im Bademantel, der Nacken tat ihm weh - wahrscheinlich wieder ein Nerv eingeklemmt -, zwischen Küchentisch und Hocker hängend. Auf seinem iPhone waren sieben Nachrichten von seiner Oma, die chronologisch immer unfreundlicher wurden, bis auf die Allerletzte. Da ging sie davon aus, dass ihm echt etwas ganz Schlimmes passiert sein musste, weil sonst… sie machte sich Sorgen. Sein Gefühl der Ohnmacht wieder einmal alles falsch gemacht zu haben, war raumfüllend, er füllte das Ginglas erneut, besann sich allerdings rechtzeitig, es nicht auszutrinken und überlegte sich, mit welcher plausiblen Ausrede er seine Oma bedenken könnte, da er sich eine Woche nicht bei ihr gemeldet hatte. Er ließ die unterschiedlichen Szenarien seinen Kopf durchlaufen: 1. Autounfall! Der müsste aber sehr schwer gewesen sein und weder sein Auto noch er hatten sichtbare Verletzungen, vor allem, weil sein fahrbarer Untersatz noch in der Werkstatt stand. 2. Im Aufzug stecken geblieben, aber etliche Tage lang... unglaubwürdig. 3. Er sei verhaftet worden, weil??? Ausgeschlossen, denn für ihn hätte keiner Kaution hinterlegt, ging also auch nicht! Schließlich gewann die ebenfalls schwache Ausrede, dass ihn jemand ganz unabsichtlich im Keller eingesperrt hatte und sein Klopfen bis jetzt ungehört blieb. - Aber seine Oma hatte zu viel Lebenserfahrung und kannte ihn zu gut, als dass sie ihm das geglaubt hätte. Er verflüssigte diese Erkenntnis mit einem großen Schluck Gin und dachte: Es heißt, wer es nicht schafft loszulassen, versucht mit Trinken diesen Zustand zu verflüssigen. Es ist nicht Wasser oder Tee gemeint, es funktioniert nur mit Alkohol. Also prost! Nach einem Glas voll Promille gab er sich einen Ruck und rief sie zurück, die eben dringend wissen wollte, was denn mit ihm los sei und spontan log er: "Liebeskummer! Sie fehlt mir so! Sie fehlt mir so und ich will eigentlich nur bei ihr sein. Der Engländer nennt es 'frantic scramble'. Ich wollte mich schon entleiben, aber es gibt noch so viel zu erleben, so viele Schmerzen noch zu erleiden. Einer muss ja, … für die Sünden der Welt, du verstehst." "Na Gott-sei-Dank", sagte sie erleichtert, "ich dachte schon, du hast berufliche Schwierigkeiten oder finanzielle, so wie ich, denn mein Zahnarzt hat mir nämlich die Summe eines BMWs abgeknöpft. Aber über deinen Rückfall in die Pubertät brauch ich mir keine Sorgen machen." Hast du eine Ahnung, dachte er bedrückt, wenn du wüsstest, dass man mich eben zu einem Spion befördert hat, dann würdest du kein Auge vor Angst um mich zutun können. "Also ist nichts los bei dir, Burli?" "Kaum, außer, dass ich wieder mal vergessen habe, Kaffeefilter zu kaufen." "Ich gebrauchte anstatt eines Kaffeefilters schon mal den Hochzeitsschleier meines alten Brautkleides", ätzte Oma. "Ja, sowas hab ich leider nicht daheim." "Na, dann heirate doch eine nette junge Frau", schlug sie vor. "Nein danke, da kaufe ich mir lieber so eine Kapsel-Kaffeemaschine." Schnell entschloss er sich zu einem Themenwechsel. "Und, was treibst du so, Oma?" "Ich konnte gestern nicht schlafen und machte einen langen Spaziergang. Dabei kam ich mit einigen verlorenen Seelen ins Gespräch. Man glaubt ja gar nicht, welche Geschichten mitten in der Nacht auf der Straße erzählt werden." "Und die willst du mir jetzt nacherzählen?", fragte er ziemlich desinteressiert. "Nein, wie kommst du da drauf?" "Tja, also Oma, was wolltest du denn von mir?" "Och nichts, wollte nur nachforschen, ob eh alles in Ordnung ist bei dir", bekannte sie fröhlich. "Und denk nimmer an die Tussi, die dir das Herz gebrochen hat." "Bestimmt nicht, ich mache einen langen Spaziergang in der Natur, bis später, Oma!" Im Prater suchten einige Leute gern mit Metalldetektoren nach alten Patronen aus dem zweiten Weltkrieg Am Donaukanal trieben sich neuerdings viele Magnetfischer herum, angelten verrostete Revolver, E-Bikes, Fahrräder und Einkäufswägen heraus, während in England aus der Themse sogar ein Toter in Handschellen auf diese Weise zum Vorschein geholt wurde. Trotzdem, in Wien hat man nur zwei Wahlmöglichkeiten: sich entweder vom Stephans- oder vom Donauturm zu stürzen, überlegte sich Jonas, als er durch seine Heimatstadt spazierte. Da erblickte er eine alte Dame, die auf einen Stock gestützt die Schüttelstraße überqueren wollte. Sofort eilte er zu ihr. "Darf ich Sie hinüber führen, gnä' Frau?" Empört starrte sie ihn an wie einen Handtaschenräuber: "NEIN! Wollen Sie mir meine Hilflosigkeit demonstrieren?" "Pardon, ich wollte Ihnen nur über die Straße helfen", entschuldigte er sich. "DAS BRAUCHEN SIE NICHT! Kaufen Sie sich einen Hund! Den können Sie führen!" Voll Ingrimm entfernte er sich schnell, wobei sich ein innerer Dialog in seinem Gehirn entspann: Ach, wie gern hätte ich ein aufregendes Leben, so wie meine Kollegen in den USA. Stattdessen schaffe ich es nicht einmal, eine alte Dame über die Straße zu schleifen. Bald würde er sich nach dem langweiligen Leben, das er zu führen glaubte, sehnen... Daheim erlaubte er sich, sich einen Tee mit reichlich Rum zu genehmigen. Schließlich hielt er es nicht länger aus, zückte sein iPhone und berichtete seiner Oma, seiner einzigen Vertrauensperson, dass er für seine Zeitung bei einer andern spionieren sollte und bereits eine Bewerbung abgesandt hat. "Ja mein Gott", seufzte sie auf. "Wir müssen uns halt immer nach der Decke strecken! Erinnerst dich noch, wie du dich einmal beschwert hast, dass ich keinen Almdudler daheim hab? Da hab ich dir einen Tropfen 4711 in ein Glas Wasser gemischt und du hast gesagt, so einen guten Almdudler hast noch niemals nicht getrunken!" Nun musste er herzhaft lachen. "Oma, du bist eine Wucht!" "Jaja, Burli, du musst nur ein bisserl erfindungsreich sein und einen Unternehmungsgeist haben, dann kriegst du den Auftrag schon hin und dein wohlverdientes Salär! Jetzt schau dir an, wie sich die Gesellschaft, Industrie, Lebensumstände in 2000 Jahren geändert und immer wieder angepasst hat. Und wie hat die Kirche darauf reagiert? Die Geistlichen haben ihr Tafelsilber geputzt und sitzen wie die Glucken auf ihren Reichtümern, ohne sich einen Millimeter zu bewegen, und lassen den Herrgott einen guten Mann sein. So musst du's auch machen." "Na gut, Oma, ich melde mich wieder." Wann ist eine Meldung eine Meldung - oder genauer ausgedrückt: Wann wird sie zu einer? Diese Frage muss sich ein guter Journalist immer wieder stellen. Als solcher wusste Jonas noch aus seiner Zeit an der Uni: Kein Toter im Stadtpark ist erst dann eine Meldung, wenn sonst jeden Tag ein Toter im Stadtpark liegt. Außer man schreibt für ein Satireprojekt. Auf seiner Suche nach einer guten Story für seine Zeitung - so lange er noch bei dieser angestellt war -, stieß er auf dem Blog einer Labortechnikerin, den er gerne las, auf den Hinweis, dass sie ihren Arbeitsplatz total verwüstet vorgefunden hatte. Kurzentschlossen rief er sie an, die Telefonnummer fand er neben einer Adresse unter Kontakt auf dem übersichtlich gestalteten Blog. "Schönen guten Tag, Frau Anna-Molly, mein Name ist Jonas Jericho von der Kleinen Zeitung", stellte er sich vor. "Ich bin großer Fan Ihres Blogs Oraimlabora. Heute schreiben Sie etwas von Verwüstung, da dachte ich, wir könnten einen Artikel darüber schreiben." Ihre Stimme klang von verpöntem Nikotin kratzig: "An und für sich wäre ich dafür, allerdings mein Arbeitgeber dagegen." "Für wen arbeiten Sie eigentlich? Das haben Sie bisher Ihren Fans und Followern verschwiegen." "Aus gutem Grund, denn mein Arbeitgeber legt eher Wert darauf, in meinen Beschwerden über die teils schwierigen Arbeitsbedingungen im Labor nicht namentlich genannt zu werden." "Ja, das glaub' ich schon, da Sie in einem Post auf Ihrem Blog beschrieben haben, auf der Waagschale für die Hirnmasse komischerweise Zellen von Geschlechtsorganen gefunden zu haben, oder so ähnlich", verwickelte er sie in ein längeres Gespräch. "Hihi, so ähnlich war das", gab sie zu. "Da ist auch nichts dran erfunden. Trotzdem kann ich dazu kein Interview geben." "Waren Sie es etwa selbst, die ihm Frust über ungerechte Bezahlung weiblicher Angestellter die Einrichtung demoliert hat?", wagte er in scherzhaftem Unterton zu fragen. "Sicher nicht! Ich für meinen Teil habe hoch gepokert und werde leistungsgerecht entlohnt", behauptete sie glaubwürdig. "Und die...



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