Pomej | Der 4. Versuch | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 242 Seiten

Pomej Der 4. Versuch


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7562-5488-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 242 Seiten

ISBN: 978-3-7562-5488-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Astronaut Frank Askin hat alles, was sich ein Mann wünschen kann: Geld, Ruhm, eine schöne Frau - und seit dem letzten Einsatz leider auch PTSD. Seine Frau will die Scheidung, sein Arzt geheime Informationen und sein Vorgesetzter seine Frau, was sein Trauma weiter anheizt. Diesem Teufelskreis will Frank durch den nächsten Raumflug entrinnen, doch es kommt noch schlimmer! Der Landgang auf dem fremden Planeten wird zum Albtraum...

S. Pomej hat aus Interesse an der menschlichen Natur Psychologie studiert und lässt die erlernten Störungen plus eigener Erfahrung mit kranken Zeitgenossen, die immer wieder unerwünscht auftauchen, in spannende Bücher und Kurzgeschichten sowie lustige Comics einfließen. Website: https://pomej.blogspot.com/

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1_Verdacht
20.3.2118 Ein Blick in seine Augen lässt mir das Herz einfrieren. Ich beginne langsam, ihn zu hassen. Jeden Tag ein wenig mehr. 22.3.2118 Seit er zurück ist, überkommt mich die Panik, sooft ich ihn sehe. Äußerlich unverändert, mit einer Miene, als wäre er aus tiefem Schlaf gerissen worden und darüber sehr erbost, starrt er mich an wie ein Hypnotiseur. 24.3.2118 Im Schlaf spricht er eine Sprache, die ich weder verstehe, noch jemals gehört habe - und ich bin weit gereist. Ich nahm einige Sätze auf und ließ sie durch den Übersetzer laufen. Die Ausbeute zeigte sich lückenhaft: Kontrolle gewonnen - woher kommt - was ist gewesen - warum folgt - ihr - wo? 30.3.2118 Heute wollte er ein Gericht, das wir noch niemals zuvor gemeinsam gegessen haben. Der Computer brauchte einige Zeit, bis er alle Zutaten zusammensammelte und an den Herd die genaue Backzeit und Temperatur übermittelte. Er wurde sehr ungeduldig, sah mich an, als wolle er mich gleich auffressen. 2.4.2118 Stunde um Stunde denke ich über die fehlenden Worte nach. Die folgende Lösung fiel mir ein: Wir haben über ihn die Kontrolle gewonnen. Woher kommt seine Rasse? Was ist gewesen, bevor er zu uns kam? Warum folgt er seinen Anweisungen? Ihr seid wo? Er ist mir unheimlich. "Haben Sie das Journal gelesen?", fragte Frank ungeduldig. "Ja, es widerstrebt mir zwar, fremde Tagebücher zu lesen, aber ich konnte mich überwinden." "So fremd ist Ihnen meine Frau gar nicht, in unseren Sitzungen habe ich Ihnen doch schon von ihr erzählt." "Ja, das ist wohl richtig, aber Ihre Frau ist nicht meine Patientin, Sie sind mein Patient, Frank", erinnerte er ihn unnötigerweise und beobachtete eine verärgert hochgezogene Augenbraue bei ihm. "Da diese Einträge allerdings anscheinend auch Sie betreffen-" Scharf unterbrach ihn Frank: "Wieso anscheinend? Es ist absolut klar, dass sie mich meint! Wenn mir auch noch nie aufgefallen ist, im Schlaf zu sprechen." Seine Sitzhaltung verkrampfte sich, seine Hände umklammerten beide Armlehnen und verfärbten sich an den Fingerknöcheln weiß. "Hat sie Sie nie darauf angesprochen?" "Nein, seit meiner Rückkehr hat sie immer häufiger Migräne, wenn Sie wissen, was ich damit meine." Seine Mundwinkel senkten sich verächtlich nach unten, die Hände entspannten sich etwas. "Jaja... Sie haben nur die wichtigsten Auszüge daraus kopiert?" "Nein, das Luder hat einen Kopierschutz eingebaut, den ich nicht ganz überbrücken konnte." "Hm, kommen wir wieder zu Ihrem Beruf, was passierte auf dem Planeten?" "Unterliegt der Geheimhaltung", antwortete er gehetzt. Der Doktor ließ eine Pause entstehen, lehnte sich in seinem hellbraunen Ledersessel zurück, sodass ein quietschendes Geräusch entstand, das Frank automatisch kurz leicht zusammenzucken ließ. "Wieso fragen Sie nach meinem Einsatz, es geht doch um den wachsenden Hass meiner Frau gegen mich." "Das könnte etwas mit Ihrem Einsatz zu tun haben." "Kann ich mir nicht vorstellen." Franks Augen schweiften vom fleischigen Gesicht des Doktors ab und wanderten ein wenig seitlich, um einen Blick durch das Fenster zu erhaschen, wo gerade einige Schäfchenwolken vom Wind vorbeigetrieben wurden. "Ihre Frau wollte sich doch schon vor Ihrem Abflug von Ihnen scheiden lassen." "Stimmt, aber das konnte ich ihr ausreden." "Interessant. Mit welchen Argumenten?" "Mit Versprechungen." "Welcher Art?" "Monetärer." "Sie sind etwas einsilbig, Frank." "Meinen Sie, Ivy wollte sich scheiden lassen, weil ich zu wenig mit ihr rede?" Sein harter Blick heftete sich wieder an das großflächige Gesicht eineinhalb Meter vor ihm. "Das könnte sein. Vielleicht empfindet sie auch Ihre lange Abwesenheit als inakzeptabel." "SO? Anfangs hatte sie damit kein Problem." "Die Menschen ändern sich mit der Zeit, Frank. Vor allem die Frauen. Sie sind schon wegen ihrer Fähigkeit, Leben zu gebären, viel reflektierter als wir. Und auch Männer ändern sich, wenn es in ihrem Beruf zu Konflikten kommt. Offenbar merkte Ivy bei Ihnen eine Veränderung, die sie nicht mag." Da sein Patient beharrlich schwieg, fügte er hinzu: "Eine Veränderung, die sie feststellte, nachdem Sie zurückgekehrt sind. Und das bringt sie offenbar mit dem Einsatz auf dem Planeten in Verbindung." "Dort passierte nichts, was eine Veränderung in mir ausgelöst hat", behauptete er in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete. "Bei vielen Paaren ist es einfach der banale Alltag, der zu einer aufgestauten Wut und damit zu einem Trennungswunsch führt." "Sie sagten mir doch, für eine funktionierende Partnerschaft müssen einer negativen Situation fünf positive folgen." "Schön, dass Sie sich das gemerkt haben, viele Ehemänner vergessen das sehr schnell wieder", freute sich der Doktor. "Ich kaufte ihr nach meiner Rückkehr eine Flugscheibe, ließ ihr im 39. Stockwerk unserer Wohneinheit einen Balkon bauen, ..." Bei der Aufzählung ließ er immer Platz für das "HM!" des Doktors. "Also, was soll ich noch alles für die reflektierte Frau Gemahlin tun?" "Sie haben nur materielle Zuwendungen aufgezählt, keine ideellen, wie Liebe, Aufmerksamkeit und so weiter." "Für Ivy zählen nur materielle Dinge." "Hm. Frauen sind sehr emotional." "Den Sex hat sie mir doch verweigert!" Mit einer ausholenden Geste zeigte er kurz Richtung Tür. "Wie oft?" "Pfff, hab' nicht mitgezählt... schätze, es waren schon ein Dutzend Male." "Verweigerung ehelicher Pflichten ist noch immer ein Scheidungsgrund. Warum wollen Sie also mit ihr verheiratet bleiben?" "Wie sagen die Franzosen so treffend: Le coeur a ses raisons que la raison ne connait point." Dem Doktor, der ebenfalls der französischen Sprache mächtig war, entkam ein seltenes Schmunzeln. "Ja, das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt. Trotzdem..." "Es klingt irgendwie kindisch, aber ich habe sie ins Herz geschlossen. Und ich kann sie mir noch nicht herausreißen." "Sie äußerten zu Beginn unserer Sitzung einen Verdacht", erinnerte sich der Doktor. "Warum denken Sie, Ihre Frau will Sie töten?" "Na, weil sie mich offenbar hasst!" Seine dunklen Augen funkelten nun, als brannte dahinter ein Feuer. "Und Sie wissen auch warum", stellte der Doktor fest. "Nicht wegen des Betrugs. Schnee von gestern! Sondern, weil sie denkt, ich wäre von dem Flug verändert zurück gekommen." "Ich hatte also recht mit meiner Vermutung." "Zum Teil. Sie denkt es, aber es ist nicht so!" Die letzten fünf Worte sprach er mit Nachdruck aus. "Hat Ivy schon einen Anschlag auf Ihr Leben unternommen?" "Nein, sicher steckt sie noch in der Planphase." "Bestimmt irren Sie sich. Denken Sie doch an die Kinder!" "Die Kinder sind bei meiner Ex-Frau." "Ach ja, Sie sind ja zum zweiten Mal verheiratet." "Zum dritten Mal", korrigierte er unwirsch. "Die Zweite starb bei einem Unfall." "Was die Sätze betrifft, die sich Ivy in ihrem Journal so einfach zusammengereimt hat,..." "Was ist damit?" "Solche Übersetzungsprogramme geben nicht zu, dass sie einer Sprache nicht mächtig sind. Sie lokalisieren im Text Ähnlichkeiten mit bekannten Sprachen und übersetzen dann deren Bedeutung." "Das heißt, dass die Übersetzung falsch ist", folgerte er mit sichtlicher Erleichterung. "Nicht unbedingt. Es würde helfen, wenn ich selbst mit Ivy reden könnte." "Was erwarten Sie sich davon?" Misstrauen und aufkeimende Eifersucht drangen aus seinen Worten. "Aufklärung! Sie beschuldigen Ivy schließlich eines bevorstehenden Verbrechens, das ich eventuell verhindern kann." In Franks kantigem Gesicht spielten sich ersichtliche Regungen ab, die auf einen komplizierten Denkprozess schließen ließen. "Ich kann mir vorstellen, was Sie jetzt denken", offenbarte ihm der Doktor. "So?" Anzeichen von Unglauben tauchten in seiner Mimik auf. "Ja, Sie denken, ich könnte den Worten Ihrer Frau entnehmen, dass sie bei Ihnen eine Wesensänderung wahrnahm, die Ihnen selbst noch nicht aufgefallen ist." "Pah, wie soll mir eine Wesensänderung bei mir entgehen?" "Sie würden sich wundern, was ich schon bei meinen Patienten alles erlebt habe. Manche entwickelten auf langen Raumflügen Paranoia, die sie auch bei der Rückkehr nicht ablegten, ohne sie als solche wahrzunehmen. Einer erklärte mir, es sei nur seine angeborene Vorsicht, die ihn immer dazu veranlasse, sich bei jedem Ausgang aus seinem Haus einen fünf Seiten langen Plan zur Vorsicht zu entwerfen." "Haha!" Franks Lachen war herzhaft und die erste angenehme Reaktion in der heutigen Sitzung. Es hallte richtig in den klinisch weißen Wänden der Praxis nach. "Freut mich, dass Sie sich amüsieren." "Haha, hieß Ihr Patient vielleicht Jason Wenthworth?" "Ich werde Ihnen keinen Namen nennen. Das tue ich niemals. Ist dieser Wenthworth ein Kollege von Ihnen?" "Ja, ein richtiger Pedant. So ein Verhalten könnte auf...



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