Pollux | Die Zimtrevolution | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Pollux Die Zimtrevolution

Eine außergewöhnliche Weihnachtsgeschichte von Maximilian Pollux
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96096-973-0
Verlag: Community Editions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine außergewöhnliche Weihnachtsgeschichte von Maximilian Pollux

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-96096-973-0
Verlag: Community Editions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die etwas andere Weihnachtsgeschichte

Der bekannte Podcaster und YouTuber Maximilian Pollux hat sich mit seinem Kinderbuch 'Die Zimtrevolution' einen großen Herzenswunsch erfüllt. Es ist ihm gelungen, ein fantasievolles Weihnachtsbuch zu schreiben, das Kindern ab 7 Jahren eine wichtige Botschaft mit auf den Weg gibt: Setz' Dich für andere ein!



Maximilian Pollux wurde u.a. wegen Raubüberfällen und Drogenhandels zu 10 Jahren Haft verurteilt. Die Zeit im Gefängnis nutzte er, um zu reflektieren und an sich zu arbeiten - und um ein Kinderbuch zu schreiben. Heute engagiert sich Pollux als systemischer Anti-Gewalt-Trainer und arbeitet mit Jugendlichen in Schulen und Jugendhäusern, aber auch in Gefängnissen. In Podcasts und auf seinem YouTube-Kanal spricht er ohne Zurückhaltung über seine kriminelle Vergangenheit.

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Kapitel 1


Das Geheimnis


Der Schnee knirschte leise, als sie sich vorsichtig ein Stück nach vorne schob. Von ihrem verstecktem Platz aus konnte Lea alles ganz genau sehen. Sie hatte die komplette Bühne im Blick. Die Tannenbäume im Hintergrund, die riesigen rotweißen Zuckerstangen, die an den Seiten aufgestellt waren, und vor allem den Ledersessel, der genau in der Mitte stand. In wenigen Minuten musste es so weit sein.

Leas Beobachtungspunkt lag etwa 15 Meter von der Bühne entfernt auf dem Dach eines Glühweinstandes. Als der Besitzer des Standes für einen Moment lang abgelenkt gewesen war, war sie über die Wassertonne aufs Dach geklettert.

Lea war außerordentlich geschickt und alle in der Schule wussten, es gab kein Hindernis, das sie nicht überwinden konnte. Gut, einmal war sie, beim Versuch, den hohen Apfelbaum im Schulhof zu bezwingen, abgestürzt. Die Bruchlandung war furchtbar gewesen, denn Lea war nicht nur genau auf ihrem Hintern gelandet, es hatten auch noch alle gesehen.

Anstatt sich jetzt jedoch zu schämen, klopfte sich Lea den Staub von der Hose und lachte. Der Apfelbaum und sie blieben vorerst Rivalen, aber Lea nahm sich vor, ihn im nächsten Jahr, wenn sie ein paar Zentimeter gewachsen wäre, zu bezwingen.

Auf den Glühweinstand hinaufzukommen, war hingegen kein Problem gewesen. Den Platz hatte Lea sorgfältig ausgewählt. Auf dem ganzen Weihnachtsmarkt gab es keinen Stand, von dem aus man die Bühne besser beobachten konnte, ohne selbst gesehen zu werden. Lea war aufgeregt. Seit über einer Woche beschäftigte sie sich jetzt schon mit diesem ganz bestimmten Thema und heute würde sich hoffentlich alles klären.

Es hatte damit begonnen, dass Ole, einer der besten Schüler der Klasse, damit geprahlt hatte, alle seine Weihnachtsgeschenke bereits gesehen zu haben. Zwar waren sie eingepackt gewesen, doch er behauptete, er habe das Geschenkpapier vorsichtig geöffnet und darunter genau die Spiderman-Actionfigur entdeckt, die er sich zu Weihnachten wünschte. Deshalb wusste er, dass es sich um seine Geschenke handelte.

Der springende Punkt jedoch war, WO Ole dieses Geschenk gesehen hatte.

Nämlich im Schlafzimmer seiner Eltern! Diese waren nicht zu Hause gewesen, und als er und sein Bruder verstecken spielten, hatte Ole zufällig den Haufen Geschenke entdeckt. Verborgen im Schrank seiner Eltern. Diese Nachricht schlug in der Klasse ein wie eine Bombe. Es gab wohl kein Kind, das an diesem Tag nicht das Schlafzimmer seiner Eltern auf den Kopf stellte. Auch Lea wagte sich in das Zimmer ihrer Mutter, als diese abends unter der Dusche stand. Leas Vater war kurz nach ihrer Geburt gestorben, und sie und ihre Mutter bewohnten die kleine Wohnung zu zweit.

Schnell, aber gründlich suchte Lea nach Hinweisen auf die Geschenke. Dabei plagte sie ihr schlechtes Gewissen. Ihrer Mutter würde diese Suche ganz sicher nicht gefallen, aber Leas Neugier war einfach zu groß. Sie nahm sich vor, die nächsten Tage ganz besonders brav zu sein, um diesen kleinen Vertrauensbruch wiedergutzumachen. Mit einem Ohr auf die Dusche achtend, durchsuchte sie das Schlafzimmer.

Nichts!

Enttäuscht musste Lea feststellen, dass ihre Geschenke hier nicht zu finden waren. Obwohl sie den Rest der Dreizimmerwohnung in- und auswendig kannte, suchte sie auch hier in allen möglichen Verstecken.

Nichts!

Der Keller!, fiel ihr ein. Mit der Erklärung, sie müsse noch schnell einen Sticker auf ihr Fahrrad kleben, verließ Lea die Wohnung und rannte in den Keller hinab. Die Antwort ihrer Mutter, die gerade ihr Haar föhnte, hörte sie bereits nicht mehr. Oft war ihr der Keller gruselig vorgekommen, aber heute hatte sie keine Zeit für Furcht. Entschlossen öffnete sie das kleine Vorhängeschloss und die Tür aus Holzlatten glitt quietschend auf. Mit fliegenden Fingern durchstöberte sie jeden Karton und schaute hinter jedes Brett.

Nichts!

Verschwitzt und mit Staubflusen im Haar verließ Lea den Keller. Sie nahm sich vor, Ole am nächsten Tag genauer auszuquetschen. Vielleicht hatte er gelogen. Er war schon öfter wegen kleinerer Flunkereien aufgefallen. Den ganzen Weg zurück in den dritten Stock, wo sie mit ihrer Mutter lebte, schämte sich Lea für das Durchstöbern der Wohnung. Und es war auch noch völlig umsonst gewesen. Sie zog die Nase kraus und nahm sich vor, so etwas nicht mehr zu tun.

Als sie jedoch am nächsten Morgen in die Schule kam, wurde ihre Verwirrung nur noch größer. Drei weitere Kinder, Louise, Hanna und Joshua, hatten ebenfalls ihre Geschenke entdeckt. Joshua im Keller, die anderen beiden auch im Schlafzimmer. Alle anderen Kinder hatten keine Spur ihrer Geschenke gefunden. Das Ganze wurde immer seltsamer.

Wieso waren die Geschenke bereits vor Heiligabend im Haus? Woher kamen sie und was war mit den Kindern, die keine Geschenke zu Hause gefunden hatten?

Es gab eigentlich nur einen, der die Antworten auf all diese Fragen kennen konnte, und auf genau den wartete Lea nun auf dem Dach des Glühweinstandes. Sie wusste leider noch nicht, wie sie ihm ihre Fragen stellen würde, ohne zugeben zu müssen, dass sie das Zimmer ihrer Mutter durchwühlt hatte. Denn was würde der Weihnachtsmann davon halten? Wohl eher nichts. Und sie wollte ihre Aussicht auf Geschenke auf keinen Fall ganz verspielen. Deswegen hatte sie vor, erst einmal zu beobachten, und dann im geeigneten Moment … würde ihr schon etwas einfallen.

Während sie so auf dem Bauch liegend nachdachte, kam plötzlich Bewegung in die Menge, die sich vor der Bühne versammelt hatte. Die Kinder im Publikum reckten die Hälse und tatsächlich raschelte es zwischen den Tannenbäumen hinter der Bühne und der Weihnachtsmann trat hervor. Er trug einen rot-weißen Mantel. Der lange weiße Bart wehte im Wind und mit Mühe zog er einen riesigen, schweren Leinensack hinter sich her. Ein ehrfürchtiges Staunen ging durch die Menge und die Augen der umstehenden Kinder glänzten. Langsam nahm die majestätische Gestalt auf ihrem Ledersessel Platz.

Lea kaute nervös auf ihrer Unterlippe. Jetzt brauchte sie nur noch eine gute Idee, wie sie dem Weihnachtsmann ihre Fragen stellen konnte.

Mitten auf dem Tisch stand ein kleines, in silbern glänzendes Papier eingewickeltes Päckchen. An dessen Oberseite war eine rote Schleife befestigt. Sie gab dem kleinen Paket ein feierliches Aussehen und machte klar, dass es sich dabei um ein Geschenk handelte.

Alle Kinder, und wohl auch die meisten Erwachsenen, hätten an diesem Anblick ihre Freude gehabt. Doch wie gesagt, wohl nur die meisten Erwachsenen. Der Erwachsene, der im Moment auf das Päckchen auf seinem Schreibtisch starrte, gehörte nicht zu ihnen. Sein Name war Siegbert Zwickenpflug und er war der oberste Steuerbeamte in der Hauptstadt.

Düster blickte er das Päckchen über den Rand seiner runden, schwarzen Brille hinweg an.

„Schon wieder!“, knurrte er gerade. „Mit mir kann man es ja machen. Tja, falsch gedacht! Dieses Jahr werde ich das Ganze zu verhindern wissen!“ Siegbert Zwickenpflug schnaubte.

Mit der flachen Hand schlug er auf den Tisch, um dem Päckchen zu zeigen, wie ernst er es meinte. Während seines Wutausbruchs zitterte nicht nur sein dünner Schnurrbart, auch sein Toupet verrutschte, sodass man seine Glatze sehen konnte. Sie glänzte mit dem Päckchen um die Wette. Nervös rückte Zwickenpflug sein Toupet wieder zurecht. Dabei blickte er sich verstohlen um. Zum Glück hatte niemand etwas gesehen. Das war nicht wirklich eine Überraschung, schließlich war er ja ganz allein in seinem Büro. Nur er und das kleine, silberne Paket.

Heute war der 23. Dezember und morgen würde unter jedem Weihnachtsbaum ein solches oder ähnliches Geschenk liegen. Ein Gedanke, der ihm Übelkeit verursachte. Ihm wurde so heiß, dass er seinen geliebten Pullunder auszog.

„Ich werde persönlich dafür sorgen, dass es dieses Jahr anders kommt“, brummte er fest entschlossen, während er seine Brille, die ihm fast von der Nase gerutscht wäre, wieder zurückschob. Siegbert Zwickenpflug war wahrscheinlich (ganz sicher!) nicht der netteste Mensch auf dem Planeten. Er hielt ganz offensichtlich nichts von Geschenken. Süßigkeiten drehten ihm den Magen um und mit Musik konnte man ihn jagen. Tiere mochte er nur gebraten und wenn es etwas gab, was er wirklich verabscheute, dann waren das Kinder.

Einen Sympathiepreis würde er wohl nie gewinnen und Freunde wollte er keine. In einer Sache war Siegbert Zwickenpflug jedoch hervorragend – und zwar im Rechnen. Schon als Kind, obwohl er selbst sicher abstreiten würde, je ein Kind gewesen zu sein, war er gut in Mathe gewesen. Er schrieb nur Einsen und gewann sogar den Schulwettbewerb im Kopfrechnen.

Manche behaupteten, Zwickenpflug hatte nur so gut rechnen gelernt, weil er unglaublich geizig war. Das war natürlich...


Pollux, Maximilian
Maximilian Pollux wurde u.a. wegen Raubüberfällen und Drogenhandels zu 10 Jahren Haft verurteilt. Die Zeit im Gefängnis nutzte er, um zu reflektieren und an sich zu arbeiten - und um ein Kinderbuch zu schreiben. Heute engagiert sich Pollux als systemischer Anti-Gewalt-Trainer und arbeitet mit Jugendlichen in Schulen und Jugendhäusern, aber auch in Gefängnissen. In Podcasts und auf seinem YouTube-Kanal spricht er ohne Zurückhaltung über seine kriminelle Vergangenheit.

Maximilian Pollux wurde u.a. wegen Raubüberfällen und Drogenhandels zu 10 Jahren Haft verurteilt. Die Zeit im Gefängnis nutzte er, um zu reflektieren und an sich zu arbeiten - und um ein Kinderbuch zu schreiben. Heute engagiert sich Pollux als systemischer Anti-Gewalt-Trainer und arbeitet mit Jugendlichen in Schulen und Jugendhäusern, aber auch in Gefängnissen. In Podcasts und auf seinem YouTube-Kanal spricht er ohne Zurückhaltung über seine kriminelle Vergangenheit.



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