Buch, Deutsch, 208 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 203 mm, Gewicht: 376 g
Reihe: Ritter Literatur
Buch, Deutsch, 208 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 203 mm, Gewicht: 376 g
Reihe: Ritter Literatur
ISBN: 978-3-85415-671-0
Verlag: Ritter Verlag
Ronald Pohls Roman „Der gewendete Handschuh“ komplettiert mit dem Gedichtband „Signor Mongibello“ und mit der Erza¨hlung „Donna Malerba“ (in: „Der Vaghals“) eine Trilogie, in deren Zentrum der A¨tna steht. Zum guten Teil werden die verwickelten Geschichten um Landadlige, Provinzhonoratioren sowie dem aus Norddeutschland zugereisten Fotografen und Brautwerber von Gloeden aus dem letzten Buch wieder aufgenommen, erza¨hlt nun allerdings in umgestu¨lpter Perspektive: aus der Ich-Position der ehelos gebliebenen Malerba, aus der ihres Vaters bzw. von deren Antipoden.
Die Verstrickungen in Hochzeitsha¨ndel, Mitgiftjagd, To¨chterschacher und „-entsorgung“ bleiben ebenso undurchsichtig wie die profitable Teilhabe einiger Akteure am faschistischen Regime. Fu¨r ein solches Milieu der Ra¨nke und Verstellung kreiert der Autor eine Sprachform von ho¨chster Ambivalenz: Eine regelrechte Explosion von Metaphern erweist dem „Signor Mongibello“ benannten Vulkan seine Reverenz, erlesene Wo¨rter und Phrasen fru¨herer Epochen bedecken die Erza¨hlung gleichsam mit einer schwefeligen Nebel-Schicht, und allerorten spreizen Einschu¨be die wuchernde Syntax auf. Kaum ein Satz bleibt ohne rhetorischen Schmuck: Wo es um Vertuschen und Ta¨uschen geht, entpuppt sich der „uneigentliche“ Ausdruck als Herrschaftsinstrument. Ronald Pohl zeigt sich mit seinem Roman „Der gewendete Handschuh“ einmal mehr als Meister der augenzwinkernden Umprogrammierung historischer und zeitgeno¨ssischer Stilregister.




