Buch, Deutsch, 238 Seiten, Format (B × H): 112 mm x 177 mm
Reihe: Bibliothek Suhrkamp
Roman | 75 Jahre Bibliothek Suhrkamp
Buch, Deutsch, 238 Seiten, Format (B × H): 112 mm x 177 mm
Reihe: Bibliothek Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-24450-0
Verlag: Suhrkamp Verlag
Am Rand einer großen Stadt heben Arbeiter eine riesige Grube aus, um ein 'gemeinproletarisches Haus' zu errichten. Vom Kriegsinvaliden über den Handlanger bis zum Ingenieur bildet sich unter den freiwilligen Sklaven eine Hierarchie, die den sozialen Verhältnissen in Stalins Sowjetunion ähnelt. Mit Nastja, dem Waisenkind, das sich nach seiner bourgeoisen Mutter sehnt, ist der 'neue Mensch' bereits unter ihnen. Doch am Ende wird es in der Baugrube beerdigt, dem kollektiven Grab, das sich die 'Paradieserbauer' (Brodsky) geschaufelt haben.
Andrej Platonows Helden setzen alle ihre Kräfte ein, die glückliche Zukunft der Menschheit durch ihrer Hände Arbeit herbeizuführen – und werden doch von der Wucht dieser Aufgabe erdrückt: Sie versinken in Schwermut, leiden an Erschöpfung und Grübelsucht oder gehen zugrunde, weil es in der neuen Ordnung der Dinge keinen Platz mehr für sie gibt. Die Sprache kann mit dem utopischen Denken nicht Schritt halten, der Boden entgleitet ihr unter den Füßen.
Wie kein zweiter Autor lässt Platonow die Atmosphäre einer Epoche spüren, die voll war von Utopien und Prophezeiungen einer künftigen Welt. Die russische Revolution, die alle Bereiche des Lebens in diesem riesigen Land erfasste, der Kampf um einen 'neuen Himmel und eine neue Erde', findet in seinem Werk einen unerhörten Ausdruck.
Auf der Grundlage der 2000 in Sankt Petersburg erschienenen, erstmals edierten gültigen Originalausgabe hat Gabriele Leupold, gerühmt für ihre Übersetzungen von Andrej Belyjs Petersburg und Warlam Schalamows Erzählungen aus Kolyma, eine neue deutsche Fassung des als unübersetzbar geltenden Buches erarbeitet.
Dieses Buch ist Teil der Reihe '75 Jahre Bibliothek Suhrkamp': Willy Fleckhaus hatte für die Bibliothek Suhrkamp ein ikonisches Coverdesign und eine eigene visuelle Ordnung geschaffen. Mit '30 Farben für Willy Fleckhaus' (2026) greift Olaf Nicolai diese Gestaltung auf und aktualisiert die scheinbar zeitlose Gestaltungsgrammatik. Mit deren mathematisch berechneten Kombinationen bespielt er dieses Raster und verändert unseren Blick auf Fleckhaus’ Arbeit: Was ursprünglich als funktionaler Entwurf gedacht war, wird jetzt als konzeptuelle Struktur sichtbar. Nicolai erzeugt so eine neue Aufmerksamkeit für die Reihe als Form, er konserviert sie nicht, er aktiviert sie, er zeigt die Bibliothek Suhrkamp als eine höchstlebendige Struktur.
Weitere Infos & Material
Die Baugrube
Am Proletariat herrscht heute ein Manko oder Wie die Baugrube gemacht ist
Gefährliche Lektüre Andrej Platonows Baugrube
Editorische Notiz und Dank
Anmerkungen
Bildnachweis
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Editorische Notiz und Dank
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Bildnachweis




