Piotrowski | Im Dunkeln der Nacht | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

Piotrowski Im Dunkeln der Nacht


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-96361-189-6
Verlag: Martin Piotrowski
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

ISBN: 978-3-96361-189-6
Verlag: Martin Piotrowski
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der 'Baldeney-Killer' hat wieder zugeschlagen. Sarah Pieters, eine junge Kriminalbeamtin aus der Stadt Essen im Ruhrgebiet, ermittelt in einer Serie von Morden an jungen Mädchen, die allesamt im Baldeneysee im Essener Süden aufgefunden wurden. Und Hinweise deuten darauf hin, dass der Mörder ein weiteres Opfer in seiner Gewalt hat. Sarah Pieters läuft bei der Ermittlung die Zeit davon. Schafft sie es rechtzeitig, das entführte Mädchen zu retten?

Martin Piotrowski ist Jahrgang 1963. Geboren in Essen, lebt und arbeitet er im südlichen Ruhrgebiet. Nach seinem Studium widmete er sich wieder intensiv seiner Leidenschaft, dem Schreiben. Es folgten verschiedene Kurzgeschichten, bevor er sich dem Roman widmete. Sein Hauptgenre ist die Science Fiction, die Fantasy und insbesondere der Thriller und Horror. Die Unterhaltung des Lesers steht hierbei im Mittelpunkt der Geschichten. Der Autor ist über die Email martinpiotrowski@t-online.de für Lob, Kritik und Anregungen erreichbar
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Erstes Kapitel


Stunden zuvor geht Kriminaloberkommissarin Sarah Pieters durch die volle Essener Innenstadt. Langsam schlendert die zierliche rot-blonde Frau über die Kettwiger Straße in Richtung Hauptbahnhof. Sie will Hendrik, ihrem Freund, zu seinem heutigen Wiegenfest ein Geschenk kaufen. Sarah hat an diesem Samstag frei und genügend Zeit für die Suche nach etwas Besonderem. Was soll man schon einem Mann schenken, der von »Beruf Sohn« ist?

Hendriks alter Herr ist mit seiner jungen Freundin, die Sarahs ältere Schwester sein könnte, wieder verreist. Irgendwo in der Karibik, Kuba, oder so. Hendrik und Sarah wollen daher Hendriks Geburtstag allein im Haus seines Vaters in Bredeney, einem der teuersten Stadtteile Essens, verbringen. Sarah seufzt und geht in der Mitte der Fußgängerzone auf Kaufhof zu. Der Blick aus ihren grünen Augen ist unbestimmt nach vorne gerichtet, so als ob sie die entgegen kommenden Passanten nicht wahrnimmt. An ihren Wangen bilden sich kleine Grübchen beim Lächeln. Der psychologische Trick der Dozentin von der Polizeischule klappt immer noch.

Die Leute vor ihr scheren nach den Seiten aus. Sarah grinst jetzt. Wie ein Eisbrecher durch das Packeis, kommt es ihr in den Sinn. Sie erreicht den Kaufhof, der gegenüber dem Essener Hauptbahnhof liegt und geht gemächlich durch das Erdgeschoss. In der Parfümabteilung befinden sich fast ausschließlich Frauen. Sarah schlendert umher und schnuppert an dem einen oder anderen Duft. Normalerweise trägt sie kein Parfüm und kaum Make-Up. Sie findet es für ihren Beruf nicht angemessen. Als Kriminalbeamtin bei der Essener Polizeiinspektion kann sie gut auf diese Dinge während des Dienstes verzichten.

Zur Feier des Tages gönnt sie sich ein kleines Fläschchen Duftwasser, von dem sie meint, dass es angenehm riecht und Hendrik gefällt. Sie packt die dünne Pappschachtel mit der Parfümflasche an der Kasse in ihre linke Tasche der kurzen Jacke und den Bon in ihre Brieftasche, die in die Innenseite ihrer dunklen Oberbekleidung verschwindet. Suchend blickt sie umher. Dann geht sie zu den Rolltreppen, die sich in der Mitte des Geschäftes befinden. In der zweiten Etage ist die Herrenabteilung. Sarah steigt vorsichtig mit ihren sportlichen flachen Schuhen auf die fahrende Treppe. Sie verzichtet auf den Handlauf, der, übersät mit menschlichen Keimen, sie auf den Weg nach oben begleitet.

Während die stählernen Treppenstufen sie gemächlich aufwärts tragen, blickt sie gewohnheitsmäßig umher. Vor und einige Stufen über ihr steht ein Mann, der nur wenige Jahre älter als sie scheint. Der etwa 30-jährige trägt geputzte Halbschuhe ohne abgelaufene Absätze, Bluejeans, die ihrem Namen gerecht werden und eine kurze helle Jacke, die an seinem knackigen Gesäß endet. Sarah blickt von seinem Hintern hinauf. Sein markanter Kopf dreht sich geschäftig und er überschaut die Personen in seiner Umgebung. Seine Hände hat er locker an den Seiten anliegen. Die Haare sind gepflegt und kurz geschnitten. Der Mann dreht sich zu ihr und sieht ihr Sekunden direkt in die Augen. Seine braunen Augen mustern Ihre Grünen professionell. Sarah hält dem Blick stand und lächelt freundlich hinauf, als ob sie einen alten Bekannten getroffen hätte. Der Mann beendet die Visite von Sarah mit einem breiten Grinsen und dreht sich dann anderen Personen zu. Sarahs Herzschlag ist angestiegen, als die braunen Augen des fremden Mannes in ihr Innerstes zu blicken schienen. Nervös wischt sie sich ihre Haare aus dem Gesicht und beobachtet ihrerseits den Mann auf der aufsteigenden Rolltreppe.

Der Mann interessiert sich nicht für die ausgestellten Waren und Artikel und trägt keine Einkaufstaschen. Sarah vermutet, dass es sich um den Kaufhausdetektiv handelt. Sie wechseln beide in der ersten Etage auf die weiter nach oben führende Rolltreppe zur Herrenabteilung.

Ein junger Typ steht fünf Meter vor dem mutmaßlichen Detektiv auf der aufwärts fahrenden Treppe. Sarah stellt sich so, dass sie an dem mutmaßlichen Detektiv vorbei sehen kann. Nervös trommelt der etwa 20 Jahre alte Mann vor seinem Beobachter auf den Handlauf und sieht sich unruhig um. Er trägt eine weite Jacke, die schon bessere Zeiten gesehen hat. Die Jeanshose ist verblichen und an einigen Stellen zerschlissen. Die dünnen Turnschuhe waren ehemals weiß. Sein Gesicht hat etwas Falkenähnliches. Die lange Nase ist gekrümmt und die kleinen, dunklen Augen blicken stechend. Seine längeren dunklen Haare sind ungewaschen und liegen fettig an der Stirn, als wären sie dort angeklebt. Den Rest des Gesichtes verziert ein »Dreitagebart« der seine drei Tage sichtlich überschritten hat. Sarah verzieht die Nase. Könnte ein Junkie sein, denkt sie und runzelt die Stirn.

In der Herrenabteilung gehen die beiden Männer nach links. Sarah tritt von der Rolltreppe herunter und bleibt stehen. Sie beobachtet interessiert, wie der mutmaßliche Detektiv langsam hinter dem jungen Typen her geht. Dann bleibt er stehen und verschiebt an einem Kleiderständer ein paar Jacken. Sarah schmunzelt. Der Blick des Mannes ist dezent auf den fetthaarigen Jungen gerichtet, der sich umsieht, doch seinen Beobachter nicht wahrnimmt. Kopfschüttelnd dreht sie sich herum und schlendert auf einen Stapel T-Shirts von Camp David zu, die auf einem großen Tisch angepriesen werden.

Einige sind heruntergesetzt. Ihr gefällt spontan ein Shirt, welches in Hendriks Größe, XXL, vorhanden ist. Sie wühlt in ein paar Stapeln der ordentlich gefalteten T-Shirts und zieht ein Shirt gleicher Farbe und gleichem Aufdruck in Größe S hervor. Klasse, Partnerlook, denkt Sarah. Sie packt die beiden Shirts und eilt zur Kasse. Für ein paar zusätzliche Cent lässt sie die Ware in eine Plastiktüte packen und geht mit der werbebedruckten Tasche für das Warenhaus in Richtung Rolltreppe.

»HALT!«

Der Schrei lässt Sarah herumfahren. Der fetthaarige Junge stößt seinem Verfolger heftig gegen die Brust, sodass dieser gegen einen Kleiderständer stolpert und mit der aufgehängten Kollektion zu Boden geht. Der Junge rennt auf die Rolltreppe zu und hechtet die Stufen hinab. Der umgestoßene Mann ist tatsächlich der Hausdetektiv, der vor ihr auf der Rolltreppe hinauf gefahren war. Da er noch wie eine Schildkröte in der Kleidung liegt, überlegt Sarah nicht lange und sprintet hinter dem Ladendieb her. Der Junge hat mehrere Meter Vorsprung, doch Sarah holt dank ihrer körperlichen Fitness schnell auf.

Der Ladendieb rempelt Passanten um, die nicht schnell genug aus dem Weg gehen. Sarah springt die letzten Meter von der Rolltreppe und sieht, wie er durch den Haupteingang das Warenhaus fluchtartig verlässt. Sarahs Tasche verheddert sich in der Tür. Fluchend lässt sie die Plastiktüte los und rennt hinter dem Ladendieb her, der auf den Hauptbahnhof zueilt. Die Fußgängerampel zum Hauptbahnhof springt von Grün auf Rot. Sarah ist dem jungen Mann dicht auf den Fersen. Sie rennt über die rote Ampel, während die anfahrenden Autos wütend hupen und quietschend abbremsen.

Der junge Mann blickt panisch nach hinten. Im vollen Lauf stößt er gegen ein Pärchen, welches gerade mit zwei Trollys aus dem Bahnhof zu den Taxen geht. Der Ladendieb stolpert und verschafft Sarah die Zeit, ihn zu erreichen. Sie packt ihn an der Jacke und versucht, seinen Arm festzuhalten. Der Mann schlägt wild um sich und will sich befreien. Aus den Augenwinkeln nimmt Sarah wahr, wie Schaulustige in einem Sicherheitsabstand stehen bleiben, doch niemand kommt ihr zu Hilfe. Typisch, nicht einmischen, denkt sie genervt, während sie den Dieb festhält.

Der Junge schlägt einen rechten Haken in Richtung ihres Kopfes. Sarah duckt sich geistesgegenwärtig und drischt ihre Faust in den Magen des Diebes. Zusammenkrümmend packt er die junge Polizistin und reißt sie zu Boden. Sarah stürzt auf ihre linke Seite. Erschreckt hört sie ein lautes Knacken und fürchtet um ihr Becken. Doch ein intensiver Parfümgeruch dringt aus ihrer Jacke und Sarah atmet auf.

Wie zwei Ringer wälzen sich die Beiden auf dem Boden, bis Sarah dem strampelnden und tretenden Jungen die Arme auf den Rücken drehen kann. Sie biegt die Handgelenke, bis der Fetthaarige vor Schmerz aufschreit und seine Fluchtversuche schwer atmend einstellt. Sarah kniet keuchend mit einem Bein auf seinem Rücken und drückt mit den Händen die Arme des Mannes gegen sein Schulterblatt.

»Lass mich los, verdammte Fotze!«, heult der Fetthaarige auf.

Sarah presst die Lippen kurz aufeinander. »Kommt nicht in Frage«, zischt sie ihm entgegen.

»Na, was geht denn hier ab?«

Sarah blickt auf und sieht zwei uniformierte Bundespolizisten, die aus dem Bahnhof herangeeilt sind.

»Gibt’s hier vielleicht einen kleinen Beziehungsstreit?«

Die beiden Uniformierten sehen sich kurz an und grinsen auf Sarah und dem jungen Mann herunter.

Sarah schluckt ihren Ärger herunter. »Pieters. Kripo Essen. Haben die Kollegen die Güte, mir bei der Festnahme dieses Ladendiebes zu helfen?«

Das Grinsen der beiden Bundespolizisten erlischt. Der jüngere der Beiden zieht ein paar Handfesseln hervor und legt sie mit Sarahs Hilfe dem Jungen an. Sarah blickt auf die stählerne Fessel. »Arretieren sie, sonst verklagt er sie noch wegen Polizeigrausamkeit, wenn sich die Stahlfessel ins Handgelenk schneidet.«

Der jüngere Bundespolizist schaut Sarah kurz an. Dann zieht er einen kleinen Schlüssel hervor und stellt die Sperre der Fessel ein. Der ältere der beiden Polizisten hilft dem Fetthaarigen auf die Beine, während Sarah sich selbst...



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