Der Schriftsteller Horst Bienek ist eine der zentralen Figuren in der literarischen Auseinandersetzung, welche die Bemühungen um eine deutsch-polnische Verständigung begleitet. Mit der Gleiwitz-Tetralogie in den 1970er Jahren begann eine neue, auf Verständigung bedachte Phase im deutsch-polnischen Dialog. Vor allem mit diesem Werk hat Bienek eine neue Perspektive eröffnet, seine Heimatstadt Gleiwitz zum Modell des Untergangs Mitteleuropas erhoben und in einem breiten epischen Gemälde die Lebensgeschichten ihrer Bewohner hin zum Moment des Untergangs geführt. Umso erstaunlicher ist es, dass bis heute keine systematische Studie über Bienek erschienen ist und sein Nachlass lange Zeit weder gesichtet noch bearbeitet wurde. Diese Lücke wird mit der vorliegenden Monografie geschlossen. Die sorgfältig aus den Quellen erschlossene Studie bietet die Grundlagen für eine neue Beschäftigung mit Bieneks gesamtem Werk. Sie fragt nach den Bedingungen seiner Autorschaft, seiner öffentlichen Rolle und jenen Traumata, die schon mit seiner Verhaftung in der DDR und der Einweisung in das sowjetische Straflager Workuta 1951 begannen.
Pietrek
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Daniel Pietrek ist wissenschaftler Mitarbeiter am Institut für Germanistik der Universität Opole/Oppeln und Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Technischen Universität Dresden. 2004 promovierte er mit einer Arbeit über die "Rezeption von Witold Gombrowiczs Dramen in den deutschsprachigen Ländern". Sein wissenschaftliches Interesse gilt dem polnischen und deutschen Drama des 20. Jahrhunderts (Witold Gombrowicz und Peter Weiss) und der schlesischen Literatur. Von 2002 bis 2011 erforschte er den Nachlass Horst Bieneks im Horst-Bienek-Archiv der Gottfried Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek.