Pick / Scott | Die Chroniken von Canongate | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 561 Seiten

Pick / Scott Die Chroniken von Canongate

Band 1 und 2
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-384-32532-7
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 1 und 2

E-Book, Deutsch, 561 Seiten

ISBN: 978-3-384-32532-7
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wer kennt nicht 'Ivanhoe', 'Rob Roy', 'Waverley' oder 'Das Herz von Midlothian'? Gewiss ließe sich die Reihe von Sir Walter Scotts berühmten Werken noch um etliche ergänzen. Die 'Chroniken von Canongate' sind eher unbekannt, bilden jedoch thematisch keine Ausnahme von Scotts Arbeiten. Sie bestehen aus den beiden Erzählungen 'Die Hochland Witwe' und 'Die zwei Treiber'. Erzählungen, die in besonderer Weise den Charakter der stolzen, in ihren seltsamen Prinzipien-Vorstellungen gefangenen, Hochland-Schotten eindrucksvoll zeichnen. Daneben, und dies erschien mir gleich wertvoll, beinhaltet der Band Erklärungen über den Anlass, als Sir Walter Scott sich erstmals zum Autor der 'Waverley'-Romane bekannte und eine Rahmenhandlung, in der die beiden Erzählungen eingebettet sind und die über die literarischen Versuche von Crystal Coftangry berichten sowie über das alte Canongate, einem Stadtteil der Hauptstadt Schottlands. Der Übersetzer war bemüht, den zuweilen eigentümlichen Stil Scotts, der manchmal recht langatmig erscheinen mag, nicht zu zerstören.

Michael Pick wurde Ende des letzten Jahrtausends im Mecklenburgischen geboren. Der Fall der Mauer bereitete seiner Jugend ein jähes Ende. Die abgeschlossene Ausbildung zum Werkzeugmacher schreckte Pick nicht davor ab, einige Jahre lang zur See zu fahren. Kurze Landgänge nutzte er um zu heiraten und Vater zu werden. Folgerichtig gab Pick das unstete Seemannsleben auf und wurde Verwaltungsbeamter; ein Zeitvertreib, dem er noch heute frönt. Vielschreiberei setzte ein und die Chancen auf Heilung stehen schlecht.
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Anhang zur Einleitung
(Es wurde dem Autor nahegelegt, einen ausführlichen Nachdruck der öffentlichen Veranstaltung seines Bekenntnisses aufzunehmen, die in den Zeitungen der damaligen Zeit wiedergegeben wurde - worauf in der Einleitung verzichtet worden war - dem Leser jetzt aber anhand eines Auszuges aus dem Edinburgh Weekly Journal vom Mittwoch, 28. Februar 1827, nachgereicht wird.)
„Bevor wir mit unserem Bericht des interessanten Festivals – so muss es benannt sein – beginnen, ist es unsere Pflicht, dem Leser ein Schreiben des Vorsitzenden vorzulegen.
An den Redakteur des Edinburgh Weekly Journal
Mein Herr, ich bedauere zutiefst, dass ich nicht die Muße gefunden habe, die Ablichtung des Berichtes über jenen Abend der Gründung der Theater-Stiftung, die sie mir sandten, zu berichtigen. Ich bin kein großer Redner und sage bei solchen Gelegenheiten nur so viel, wie erforderlich ist. Wie auch immer, ich hoffe Ihr Reporter ist bei anderen Gelegenheiten genauer, als bei der meinigen. Ich habe eine Passage korrigiert, in der ich ungehörig und erregt über die Achtung und die Meinungen derjenigen gesprochen haben soll, die nicht Befürworter der Theaterkunst sind. Ich habe nur das angegeben, was ich gesagt und gemeint habe, dass ich jeden Einwand achte und respektiere, der auf dem Gewissen beruht und das ist meine Meinung und so soll es auch behandelt werden. Andere Fehler die ich fand, sind unwichtig oder unsinnig bezogen auf den Zweck der Zusammenkunft. Ich bin, mein Herr, Ihr gehorsamer Diener, Edinburgh, Montag, Walter Scott.
Das Abendessen zur Gründung der Theater-Stiftung fand am Freitag in den Versammlungsräumen statt und war von einem erhabenen Geist erfüllt.
Der Vorsitzende, Sir Walter Scott, war neben seinen anderen großen Qualitäten, für die Unterhaltung hervorragend eingestimmt. Sein Benehmen war äußerst locker und seine Sprache einfach und natürlich und doch voll von Lebhaftigkeit und Betonung. Er hatte die Art, wenn es seine Art war, entspannt zu wirken, ohne ein Teil seiner Würde zu verlieren.
Auf diese Weise führte er durch die feierlichen Formalitäten, die zu einem solchen Treffen dazugehören und seine leichte und anmutige Vertrautheit verlieh der Veranstaltung den Charakter einer privaten Unterhaltung.
Neben Sir Walter Scott saßen der Earl of Fife, Lord Meadowbank, Sir John Hope of Pinkie, Bart., Admiral Adam, Baron Clerk Rattray, Gilbert Innes, Esq., James Walker, Esq., Robert Dundas, Esq., Alexander Smith, Esq., etc.
Der Vorhang wurde entfernt und die Herren Thorne, Swift, Collier und Hartley sangen „Non nobis, Domine“.
Danach wurden die folgenden Trinksprüche vom Vorsitzenden gegeben – „Dem König zur Ehre“ – „Dem Duke of Clarence und der königlichen Familie“.
Der Vorsitzende schlug den nächsten Trinkspruch vor, den er in feierlicher Stille zu trinken wünschte. Er wollte damit an einen betrauerten Prinzen erinnern, den wir vor kurzem verloren hätten. Jedem Einzelnen war bewusst, auf wen er anspielte.
Er hatte nicht vor, auf die militärischen Ehren anzuspielen. Diese waren im Senat gesagt worden, sie wurden an anderer Stelle wiederholt und wenn jemals Soldatentum das Thema war, war sein Name nie weit davon entfernt.
Aber es war hauptsächlich die Verbindung zum Zweck des heutigen Treffens, zu dem sich seine Königliche Hoheit herabließ, sie auf besondere Weise zu fördern. Für diese Nächstenliebe hat er viel seiner geringen Freizeit und Muße geopfert, die ihm ob seiner wichtigen Geschäfte verblieb. Er war immer bereit, zu solchen Gesellschaften wie der heutigen zu erscheinen und deshalb schlug der Vorsitzende vor, – in feierlicher Stille - auf die Erinnerung seiner verstorbenen Königlichen Hoheit, den Duke of York zu trinken.
Der Vorsitzende bat dann die Herren ihre Gläser zu füllen während er noch einige wenige Wörter zu sagen hätte. Er sei es gewohnt, Sprache zu hören und er wusste um die Gefühle, mit denen sie betrachtet würde. Er war sicher, dass es völlig unnötig sei, weiter in die Erläuterung der dramatischen Kunst hineinzugehen, für die beizustehen sich alle hier versammelt hatten. Er zog vielmehr in Betracht, zu dieser passenden Zeit und bei dieser passenden Gelegenheit einige Wörter über die Liebe zur Darstellung zu verlieren, die doch ein angeborenes Gefühl des Menschen wäre.
Sie ist das erste Vergnügen eines Kindes. Sie nimmt zu, wenn der Mensch älter wird und nimmt der Lebensfaden ab, gibt es kaum ein größeres Vergnügen, als wenn eine Erzählung körperlich erzählt wird. Das Vergnügen unseres eigenen überheblichen Charakters bei anderen einen eingebildeten Charakter vorauszusetzen ist nur allzu menschlich. Es ist unserer Natur eingepflanzt, Vergnügen bei diesen Darstellungen zu empfinden, zu passenden Zeiten und bei passenden Gelegenheiten.
In all der Zeit ist die Theaterkunst mit der Entwicklung der Menschheit vorangeschritten; auch mit der Entwicklung des Schreibens und der schönen Künste. Als man aus der ungebildeten Phase der Menschheit fortschritt, nahm die Liebe zur dramatischen Darstellung zu und alle Arbeiten dieser Kunst haben sich verbessert sowohl in Charakter und Aufbau.
Man wende nur die Augen auf die Geschichte der antiken Griechen, obgleich ich nicht behaupte, allzu bewandert mit dem antiken Drama zu sein. Der erste tragische Dichter befehligte ein Kommando von Truppen in der Schlacht von Marathon. Sophocles und Euripides waren Männer von Rang in Athen, als Athen am berühmtesten war. Sie erbebten Athen mit ihren Aufführungen und ihr Theaterschaffen erbebte das Theater selbst.
Man wende sich dem Frankreich Ludwig des XIV. zu – die klassische Epoche des Landes – und man wird finden, dass alle Franzosen, diese Zeit als das goldene Zeitalter des Dramas bezeichnen.
Und auch im England zu Zeit Königin Elisabeth war das Drama auf dem höchsten Punkt angekommen, als die Nation begann, Tiefe und Weisheit in der allgemeinen Politik von Europa zu beeinflussen und nicht nur Gesetze von anderen erhielt, sondern Gesetze an die Welt gab und die Rechte der Menschheit feststellte. (Beifall)
Doch wurde zu verschiedenen Zeiten die Kunst der Dramatik unterdrückt. Professoren haben sie stigmatisiert und Gesetze haben sie angepasst, nicht zur Ehre der Staatsmänner, die diese Gesetze vorschlugen und nicht zur Ehre für den Gesetzgeber, der sie erlassen.
Was geschah zu diesen Zeiten, als solche Gesetze beschlossen wurden? Das konnte kein Kunstverstand sein, der es uns als moralische Pflicht auferlegte, auf die Vergnügungen der dramatischen Kunst zu verzichten. War es nicht gleich so, als wenn der Geistlichkeit durch gerichtliche Verfügung auferlegt wurde, nicht mehr keusch sein zu dürfen oder der Laienschaft verboten würde, Bibeln zu lesen?
Er vermutete, dass es ein Vorschlag von Buße war, als sie das Theater als einen Platz der Lästerlichkeit erbauten und vom Theater wie von Zelten der Sünde sprachen.
Er konnte nicht bestreiten, dass viele hervorragende Personen, deren Meinung er allerdings nicht teilen mochte, jede noch so kleine Vorstellung abwehrten und sie mit Bigotterie und Heuchelei belegten.
Er gab ihnen volles Guthaben für ihr zartes und einfühlsames Gewissen und brachte deshalb diese Einwände vor, obgleich sie ihm nicht sachdienlich erschienen.
Aber diese Personen waren, glaubte er, Männer von Bedeutung und Frömmigkeit und er war sicher, dass der Zweck dieses Treffens eine Entschuldigung in der Ansicht der Anwesenden für diesen Fehler erhält.
Sie mögen dieser Ansicht zustimmen, auch wenn sie sich in anderen Punkten unterscheiden. Sie mögen dem Theaterbesuch nicht zustimmen, aber keiner kann behaupten, dass das Theater überflüssig oder nicht erforderlich und nicht nützlich für die Erleichterung von Kranken, für das Beistehen von Betagten und für den Trost der Geplagten wäre (lauter Beifall).
Die Schauspieler, deren Vortrag zu unserem Vergnügen, sie zu einer Zierde unserer Gesellschaft machen, sind in besonderer Weise zu betrachten, wenn sie im hohen Alter oder in beschämenden Leid.
Ihre Kunst ist so zart und zerbrechlich und von unsicherer Natur. Lange bevor sie ihre Genialität erlangen, müssen sie erst die Mechanik des Theatergeschäftes erlernen. Sie schmachten in Unbekanntheit, bevor sie ihre natürlichen Begabungen nutzen können. Um sie zu nutzen, haben sie nur eine kurze Zeitspanne, in der sie fähig sind, Vorsorge für ihr Alter treffen können. Es dauert lange, bis sie diesen Zustand erreichen und wenn sie es geschafft haben, ist die Zeit begrenzt.
Ihre Gliedmaßen erlahmen – sie verlieren ihre Zähne – und sie verlieren ihre Stimme und die Gabe, andere zu unterhalten. Die Öffentlichkeit muss hier großzügig sein und sie verdienen reichlichen Schutz. Es ist schwierig abhängig zu sein von einer Bevorzugung, oder, sagte er deutlich, von der öffentlichen Laune und dieses gilt um viel mehr für eine Gruppe von Personen, deren Charakter nicht Umsicht ist.
Jeder Herr mag sich selbst bedenken und über die Möglichkeiten sinnen, die noch nicht ausgeschöpft und der Summen von Geld gedenken, die verschwendet werden; lasst jeden Herren in seine Brust schauen, ob nicht diese Verhältnisse seine Gefühle erweichen und nicht sein Mitgefühl erwecken.
Er sagt dies zu jeder großherzigen Brust – zu jedem besseren Gefühl – wie trostvoll es für die Zeit des Alters ist, wenn Vorkehrungen getroffen wurden (lauter Beifall).
Bisher hatte er von dem Theater der Berühmten und der Stars gesprochen, doch gibt es auch etliche, die nicht berühmt oder bedeutend geworden sind. Es gibt demnach noch eine weitere Gruppe von Menschen, die leidend...



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