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E-Book

E-Book, Deutsch, 213 Seiten

Phoenix Phönixfeuer

Das Schicksal der Halbgöttin
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7487-9237-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Das Schicksal der Halbgöttin

E-Book, Deutsch, 213 Seiten

ISBN: 978-3-7487-9237-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Leon muss sich seinen Körper mit einem Phönix teilen. Ob ihm das unangenehm ist, fragst du dich? Was man nicht alles für die Rettung der Welt tut ... Denn eine alte Legende berichtet vom baldigen Ende der Welt, ausgehend von einer griechischen Halbinsel, wo der Weltuntergang seinen Anfang nehmen wird. Gemeinsam mit Emma, die heimlich in Leon verliebt ist, muss er eine verschollene Halbgöttin aufspüren, die das tragische Ende der gesamten Menschheit verhindern soll.

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1. Glaube
  »Phoenix Triumphalis. Der Legende nach die vorherrschende Spezies der altehrfürchtigen Königsgarde«, erklärte Leon seinen Studenten. Seine gebräunten Oberarme spannten sich, als er auf die Leinwand hinter sich zeigte. »Siebenhundert vor Christus ließ sich das griechische Götterreich von übermenschlichen Kriegern beschützen.« Er klickte auf die kleine Fernbedienung in seiner Hand. Das Bild eines mächtigen Feuervogels prangte auf der Leinwand. Ein lichterloh brennender Phönix. »Ähm, entschuldigen Sie«, murmelte eine Studentin aus der ersten Reihe, die vorsichtig ihre Hand hob. Es handelte sich um Emma. Eine seiner besten Studentinnen. »Ja, bitte?«, forderte Leon sie auf, ihre Frage zu stellen. »Aber in den Geschichtsbüchern steht über diese Königsgarde nichts geschrieben.« Leon schmunzelte. »Ich präsentiere Ihnen heute die Ergebnisse meiner jahrelangen Arbeit. Ich forsche schon seit einem Jahrzehnt nach einem Beweis für die Existenz der Phönixgarde. Eigentlich wollte ich mit der Bekanntgabe bis zum Ende der Vorlesung warten, aber da es hier sehr ungeduldige Studenten zu geben scheint, weihe ich Sie sofort in meinen Plan ein.« Leon warf der angespannt dreinblickenden Studentin einen herausfordernden Blick zu. »Direkt im Anschluss an diese Vorlesung mache ich mich auf den Weg zu einer Ausgrabungsstätte, die ich höchstpersönlich leiten werde. Ich biete einem meiner besten Studenten an, mir nachzureisen und das Geheimnis der Phoenix Triumphalis der Welt zu offenbaren.« Emma schluckte schwer, ihre Finger zitterten vor Anspannung. »Und wie werden Sie sich für einen Studenten entscheiden?« Leon grinste. Man konnte vor lauter Anspannung seine ausgeprägte Brustmuskulatur erkennen, die sich unter seinem Hemd anspannte. Er schloss die Augen, sagte einen Schüttelreim auf und deutete scheinbar wahllos in die Menge. Dann öffnete er seine Lider. »So wie es aussieht, zeigt das Rad des Schicksals geradewegs auf Sie, Emma.« Die Studentin erschrak. »Ich soll Sie begleiten?« »Betrachten Sie diese Mission als Ihr persönliches Los in die Welt der Archäologie.« Emma blickte Leon in seine tiefbraunen Augen, als suchte sie in seinem Gesicht nach einem Anker, an dem sie sich festhalten konnte. »Meinen Sie … also, sofort?« »Nein, nein«, beschwichtigte Leon sie. »Sie haben eine Woche Zeit, um mir zu folgen. Was sagen Sie? Nehmen Sie die Herausforderung an, die mächtigste Königsgarde Griechenlands zu erforschen?« »Ja … natürlich«, murmelte Emma. Leon schüttelte den Kopf und sein etwas zu langes Haar streifte seinen Nacken. »Wie bitte?« Emma mangelte es offensichtlich an Selbstbewusstsein. »Ja, ich begleite Sie«, sagte sie nun etwas lauter. »Wunderbar, dann sehe ich Sie nach der Vorlesung«, schloss er die Diskussion ab und wandte sich an den gesamten Vorlesungssaal, ohne seine auserwählte Studentin nochmals direkt anzusehen. Leon predigte weiter über seine bisherige Forschung und berichtete über seine jahrelange Suche nach den Phoenix Triumphalis, der wahrscheinlich mächtigsten Rasse der Vorzeit, deren Existenz bis vor Kurzem ein gut behütetes Geheimnis gewesen war. Nun hatte Leon es aufgedeckt. Die letzte Ausgrabung, die er in Griechenland geleitet hatte, brachte erstaunliche Funde zum Vorschein. Er grub schon seit langem nach einem Beweis und dieses Mal würde er ihn mit Sicherheit finden. »Dieses Gewand konnten wir wohlbehalten freilegen«, erklärte er den Studenten, während er auf eine Abbildung in der Präsentation deutete. »Wie Sie sehen, trug die Königsgarde die Kleidung von wendigen Kriegern, die ohne Angst zu kämpfen schienen. Deshalb nehmen wir an, dass es sich eventuell um einen, uns bis dato unbekannten Kriegerstamm handeln könnte. Diese Lederkluft bedeckte nur die wichtigsten Stellen des Körpers und brachte durch das geringe Gewicht wichtige Vorteile im Kampf mit sich.« »Was erwarten Sie, bei der nächsten Ausgrabung zu finden?«, fragte ein Student, dessen Namen er sich nicht gemerkt hatte. »Dieses Mal geht die Reise nach Kreta. Durch die Ausgrabungen in Thessaloniki konnte ich Spuren auf die Insel nachverfolgen. Und so wie es aussieht, schlug dieser Stamm seine Wurzeln bereits Sechstausend vor Christus auf Kreta. Wie Sie daraus schließen können, hat dieser Stamm weit vor der Gründung der Königsgarde existiert. Ich erhoffe mir, einen endgültigen Beweis für die Existenz der Phoenix Triumphalis zu finden, der gleichzeitig die Macht dieser überaus beeindruckenden Spezies aufzeigt. Denn bis jetzt baue ich lediglich Wolkenschlösser, die immer wieder zu Staub zerfallen.« Leon blickte auf die Uhr. »Unsere Zeit ist um, ich danke Ihnen fürs Zuhören. Weitere Berichte erhalten Sie in unserer nächsten gemeinsamen Vorlesung in ein paar Wochen, nachdem ich hoffentlich gefunden habe, wonach ich suche.«   Selten aber doch geschah es, dass sich seine Studenten erhoben und Applaus auf Leon niederregnen ließen. So auch heute. Sie waren beeindruckt von seinem Forscherdrang – davon, wie er um jeden Preis versuchte, seine Theorie über die Königsgarde aus längst vergangener Zeit zu beweisen. Nicht jedem erging es wie seinen fleißigen Studenten. Seine Mutter, ebenfalls Archäologin, hielt seine Mutmaßungen für puren Schwachsinn, behauptete, er hätte sich in ein Hirngespinst verrannt, dem nun seine zukünftige Karriere zum Opfer fiel. Doch Leon wusste, dass er recht behalten würde. Er würde seiner Mutter und der restlichen Welt beweisen, dass er keineswegs falsch lag. Und das würde ihm mit der Hilfe seiner besten Studentin auch gelingen. Natürlich hatte er seine Begleiterin nicht durch reine Willkür ausgewählt. Leon wusste genau, auf wen er letztendlich zeigen wollte. Emma hatte sich bereits letztes Semester durch ihr Talent und ihren Wissensdurst hervorgehoben, als Leon die Klasse seines Vorgängers übernommen hatte. Er unterrichtete noch nicht lange, nicht ganz ein Jahr. Doch seine Studenten vergötterten ihn. Nur ausgerechnet seine beste Studentin schien nicht von Leon überzeugt zu sein. Emma verhielt sich in seiner Gegenwart stets zurückhaltend, als würde sie ihm etwas verschweigen. Als wollte sie Leon nicht spüren lassen, was sie über ihn dachte. Bei dieser Ausgrabung jedoch würde er seiner vielversprechendsten Studentin zeigen, was sie alles erreichen konnte, wenn sie an Leons Seite stand. Emma würde ihn nach ihrer Zeit in Kreta niemals wieder dermaßen zweifelnd ansehen, dessen war sich Leon sicher. »Entschuldigung«, murmelte Emma wie aufs Stichwort in seinen Rücken. Leon wandte sich zu ihr um. Mit zu viel Schwung. Seine Aktentasche knallte gegen Emmas Hüfte. »Oh, Verzeihung«, sagte Leon. Emma schloss die Augen zu einer verkniffenen Grimasse. »Nichts passiert«, nuschelte sie. »Sie haben wirklich eine echt schöne Tasche.« Leon konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. »Na, immerhin wissen Sie jetzt, wie viel Zeug ich mit mir herumschleppe«, lachte er und zeigte auf seine Aktentasche, deren Verschluss nicht zuging. »Glauben Sie mir, die wird bei der Ausgrabungsstätte sicherlich des Öfteren ungeniert Ihre Nähe suchen.« Emma riss ungläubig die Augen auf. »Wegen des Platzmangels«, erklärte Leon. »Oh«, entkam es Emma, »kein Problem.« »Sind Sie ein sehr in sich gekehrter Mensch, nicht wahr?«, fragte Leon ganz offen. »Sie dürfen bei unserer Suche aber nicht so kurz angebunden sein wie hier an der Fakultät, Emma. Wir werden gemeinsam im Dreck wühlen, da sollten wir ruhig offen aussprechen, was wir denken.« Leon kramte in seiner Tasche und überreichte Emma ein Stück Papier. »Das Flugticket.« Dann streckte er ihr die Hand entgegen. »Ich heiße übrigens Leon. Wir werden uns ab sofort die höfliche Anrede verkneifen. Denn nun sind wir gleichgestellte Kollegen, die – wie bereits erwähnt – demnächst gemeinsam im Dreck nach uralten Schätzen wühlen werden.« Emma entwischte ein Lächeln. Das erste, seit sie Leons Vorlesungen besuchte. Dieses Mädchen schien nur selten glücklich zu sein. Das war Leon bis jetzt gar nicht richtig aufgefallen. Doch dieses kleine Lächeln machte ihm diese Tatsache auf einmal ziemlich bewusst. Emma zog meist eine ernste Miene. »Dann freue ich mich auf unsere gemeinsame Ausgrabung, Leon. Und ich verspreche … etwas offener zu sein«, sagte Emma mit stolz erhobenem Kinn. Doch die Hand, die sie ihm reichte, um die Abmachung zu besiegeln, zitterte wie Espenlaub. »Nur zu, Emma. Du bist eine wirklich intelligente und hübsche Frau, die eine große Zukunft vor sich hat. Ein wenig Selbstbewusstsein steht dir sicherlich ausgezeichnet. Du hast keinerlei Grund, dich zu verstecken.« Leon hielt inne. Hatte er seiner Studentin gerade ernsthaft gesagt, sie sei hübsch? Er klopfte Emma in väterlicher Manier auf die Schulter, um seine eigene Verlegenheit zu überspielen. »Wir sehen uns dann in Griechenland«, schloss er seine Ansprache. Emma nickte, lächelte kaum merklich und trottete mit dem Ticket in der Hand davon. Ließ dieses Mädchen tatsächlich ständig den Kopf hängen? Leon wurde schmerzlich bewusst, dass er seine Studenten meistens gar nicht wahrnahm. Sie saßen in den Bänken vor ihm, aufgereiht wie Sardinen in einem viel zu engen Glas, und...



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