Phillips | Der Tag der Träume | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 384 Seiten

Reihe: Rick Chandler

Phillips Der Tag der Träume

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-14143-1
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 2, 384 Seiten

Reihe: Rick Chandler

ISBN: 978-3-641-14143-1
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Frauen von Yorkshire Falls werfen sich Rick Chandler an den Hals. Doch der attraktive Polizist will nach einer missglückten Ehe nie wieder heiraten. Als ihm eines Tages Kendall, eine waschechte »runaway bride«, über den Weg läuft, knistert es heftig auf beiden Seiten. Doch auch Kendall liebt ihre Freiheit über alles.

Carly Phillips, eine New-York-Times- und USA-Today-Bestsellerautorin, hat über 50 prickelnde Liebesromane geschrieben, mit heißen Männern, starken Frauen und den emotional fesselnden Geschichten, die ihre Leser*innen inzwischen erwarten und lieben. Sie ist glücklich verheiratet mit ihrer Collegeliebe, hat zwei fast erwachsene Töchter und drei verrückte Hunde, die auf ihrer Facebook-Fan-Page und ihrer Website zu bewundern sind. Carly Phillips liebt die sozialen Medien und steht in engem Kontakt mit ihren Leser*innen.
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Erstes Kapitel


Officer Rick Chandler stellte seinen Streifenwagen vor einem friedlichen Haus in der Fulton Street ab und stieg vorsichtig aus. Yorkshire Falls war eine kleine Provinzstadt des Staates New York, die ungefähr 1725 Einwohner zählte. Die Kriminalitätsrate war im Vergleich zu den Großstädten relativ niedrig, aber die Leute hier verfügten über eine lebhafte Fantasie. Bei dem letzten größeren Verbrechen hatte es sich um den Diebstahl von Unterwäsche gehandelt, und Ricks jüngerer Bruder Roman war, so lächerlich es auch klang, als Hauptverdächtiger im Gespräch gewesen.

Lisa Burton, die Frau, auf deren Notruf hin er jetzt hier war, war eine Hauptschullehrerin, die weder zu Übertreibungen noch zu Überängstlichkeit neigte, und obgleich Rick nicht mit Schwierigkeiten rechnete, nahm er das nicht als gegeben hin. Eine flüchtige Überprüfung der Umgebung bestätigte ihm, dass alles ruhig war, also ging er auf den Vordereingang des Hauses zu und stieg die Sandsteinstufen hoch. Die Tür war verschlossen, also klopfte er energisch dagegen. Das Rollo am Seitenfenster bewegte sich, und ein wachsames Augenpaar spähte hinaus.

»Polizei!«, rief er laut, woraufhin sich ein Schlüssel im Schloss drehte und die Tür einen Spalt breit geöffnet wurde. »Ich bin’s, Officer Chandler«, sagte er etwas leiser, vorsichtshalber die Hand auf den Griff seiner Waffe gelegt.

»Gott sei Dank, dass Sie da sind.« Er erkannte die Stimme der Hausbesitzerin. »Ich warte schon seit einer Ewigkeit auf Sie.«

Lisas Stimme klang atemlos und heiser, was ihn nicht überraschte. Er wusste, dass sie trotz ihrer konservativen Lehrermentalität hinter ihm her war wie der Teufel hinter der armen Seele. Sie hatte ihm schon mehrfach eindeutige Anträge gemacht, und obwohl Rick ihr nicht unterstellen mochte, die Polizei grundlos gerufen zu haben, stellten sich seine Nackenhaare hoch, als er das verführerische Schnurren hörte. »Sie haben eine Ruhestörung gemeldet?«, fragte er sachlich.

Die Tür wurde weit aufgerissen. Er trat ein und zögerte zunächst, weil sie sich immer noch nicht hinter dem Schutz des massiven Eichenholzes hervorgewagt hatte.

»Ich habe die Polizei gerufen.« Mit einem Fußtritt schloss sie die Tür hinter ihm. »Einen bestimmten Polizisten, um genau zu sein. Sie.«

Sein Instinkt sagte ihm, dass er hier auf die üblichen Sicherheitsmaßnahmen verzichten konnte, und er nahm die Hand von der Waffe im Holster weg. Doch er blieb auf der Hut, und als ihm der Geruch schweren Parfüms in die Nase stieg, bestätigten sich seine Befürchtungen. Schlagartig setzten all seine männlichen Abwehrmechanismen ein. Das, was sie vermutlich für ein starkes Aphrodisiakum hielt, brannte in seiner Kehle, und er musste husten. Stark mag es ja sein, dachte er grimmig, aber der Frau, die den Notruf getätigt hatte, stand nichtsdestotrotz eine Enttäuschung bevor. Alles, was hier angemacht werden würde, war das Licht.

Er knipste den Lichtschalter im selben Moment an, als Lisa in Sicht kam. Eigentlich hätte ihn ihr Anblick schockieren müssen, aber vermutlich wunderte er sich nach den jüngsten Ereignissen über gar nichts mehr. Die hausbackene Lehrerin hatte sich in einen männermordenden Vamp verwandelt. Ihre ganze Aufmachung, von den schenkelhohen schwarzen Lederstiefeln über das knappe Lederbustier bis hin zu dem wild zerzausten dunklen Haar schien ihm entgegenzuschreien: Nimm mich, hier und jetzt, auf dem Boden, an der Wand, egal wo und wie.

Rick schüttelte den Kopf. Obwohl er die Antwort kannte, fragte er dennoch: »Was zum Teufel ist hier los?«

Sie lehnte sich mit der Schulter gegen die Wand und verzog schmollend die Lippen. »Das sollte Ihnen doch inzwischen klar sein. Sie haben so ziemlich jeder Frau in der Stadt einen Korb gegeben, meine Wenigkeit mit eingeschlossen. Ich habe vor, das zu ändern. Ich mag zwar nicht so wirken, aber ich kann äußerst unkonventionell sein, wenn Sie verstehen, was ich meine.« Sie richtete einen rot lackierten Fingernagel auf ihn. »Kommen Sie, ich zeige Ihnen meine Spielzeugsammlung.«

Als Antwort brachte Rick nur ein müdes Heben der Augenbrauen zu Stande. Dann seufzte er tief, denn eines wusste er mit Sicherheit – dass seine sich ständig einmischende Mutter Raina hinter Lisas ständigen, immer schamloseren Attacken steckte.

Raina hatte jeder Frau in der Stadt den Floh ins Ohr gesetzt, dass ihr mittlerer Sohn eine Familie gründen würde, wenn ihm nur endlich die richtige Frau über den Weg laufen würde; eine, die ihn in ihren Bann schlug und an der er jeden Tag neue Seiten entdeckte. Diese Worte waren scheinbar bei Lisa und bei zahlreichen ihrer Geschlechtsgenossinnen auf fruchtbaren Boden gefallen. Nun lag Raina mit der Annahme, dass für Rick nicht jede x-beliebige Partnerin in Frage kam, zwar durchaus richtig, aber sie irrte sich, wenn sie meinte, er würde je wieder heiraten und vielleicht auch noch Kinder haben. Seine Mutter kannte die schlechten Erfahrungen, die er in seiner ersten Ehe gesammelt hatte; sie sollte es wirklich besser wissen.

Warum sollte er noch einmal sein Herz aufs Spiel setzen, wo es doch Frauen genug gab, mit denen er Spaß haben konnte, ohne zu riskieren, tief verletzt zu werden? Obwohl er fand, dass sein Ruf als Casanova stark überbewertet wurde, traf es zu, dass er ein Frauenliebhaber war. Oder es gewesen war, ehe die weibliche Bevölkerung von Yorkshire Falls einen Großangriff auf ihn gestartet hatte.

»Hast du Lust, mich zu fesseln?« Lisa ließ ein Paar mit Fell ausgefütterte Handschellen vor seinen Augen baumeln.

Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort und Himmel, bei einer anderen Frau wäre er vielleicht durchaus in Versuchung geraten. Aber zwischen Lisa und ihm stimmte die Chemie nicht, und ihre Tricks verfingen bei ihm nicht. Also verschränkte er die Arme vor der Brust und wiederholte, was er auch auf ihre letzten beiden Verführungsversuche mehr oder weniger deutlich erwidert hatte. »Tut mir Leid, aber ich bin nicht interessiert.«

Sie zwinkerte; ein Hauch von Verwundbarkeit blitzte in ihren Augen auf. »Das macht nichts. Ich werde dein Interesse schon noch wecken.« Sie lächelte, wobei sie weiße Zähne entblößte. Ihre Worte straften den Eindruck von Sanftheit Lügen, den er einen Moment lang von ihr gewonnen hatte.

»Nicht jetzt, Lisa.« Er rieb sich über die schmerzenden Schläfen. »Nie, um ehrlich zu sein.« Die Worte kamen ihm nicht leicht über die Lippen. Trotz ihres aggressiven Verhaltens wollte er ihre Gefühle nicht verletzen. Immerhin hatte ihn seine Mutter zu einem Gentleman erzogen. Aber er hätte wetten können, dass Raina trotz all ihrer Bemühungen nicht ahnte, wie weit die Frauen von Yorkshire Falls gehen würden, um auf sich aufmerksam zu machen.

Wenn Lisa Leder Spitze vorzog, war sie vermutlich hart im Nehmen. Außerdem hatte sie wissen müssen, dass sie mit einem derartigen Auftritt eine Zurückweisung herausforderte, so wie er wusste, dass er nicht weich werden durfte, wenn er keine Wiederholung dieses Vorfalls riskieren wollte. So etwas war ihm schon öfter passiert, nicht nur mit Lisa. Andere Frauen, andere gewagte Maschen. Dies war bereits der dritte Verführungsversuch in dieser Woche.

Lisa zuckte die Achseln und wandte den Blick ab. Scheinbar hatte die Abfuhr sie stärker getroffen, als sie zugeben mochte. Doch sie fasste sich sofort wieder und fuhr mit der Zunge über die glänzenden Lippen. »Eines Tages kriege ich Sie doch noch rum.«

Rick bezweifelte das. Er ging zur Tür, drehte sich dann aber noch einmal um. »Sie sollten nicht vergessen, dass Sie sich strafbar machen, wenn Sie ohne triftigen Grund die 911 wählen.« Eigentlich sollte er eine Anzeige in die Zeitung setzen, aber wozu Papier und Druckerschwärze verschwenden, wenn die Frauen nicht zur Vernunft zu bringen waren? Woran wieder seine Mutter die Schuld trug, die unbedingt Enkelkinder wollte und die es dabei wenig kümmerte, welcher Sohn zuerst eines produzierte.

»Ich sehe Sie dann beim Lehrerkurs für das DARE-Programm«, flötete Lisa, ehe sie die Tür hinter ihm schloss.

»Ich kann’s kaum erwarten«, murmelte er.

Eine Stunde später, als seine Schicht fast vorüber war, nutzte Rick die Zeit, um einen Bericht zu schreiben, in dem er allerdings entscheidende Punkte seines letzten Einsatzes verschwieg. Er sah keinen Grund, Lisa in Schwierigkeiten zu bringen, indem er den Vorfall als etwas anderes als falschen Alarm hinstellte. Aber er hoffte, dass die Lehrerin es sich nach dieser Abfuhr künftig zweimal überlegen würde, die Polizei grundlos zu rufen.

Er griff nach einem Gummiband und zielte damit quer durch den Bereitschaftsraum. Früher hatte er sich über seine Mutter und das Frauengeschwader, das sie auf ihn hetzte, amüsiert, aber inzwischen war ihm das Lachen vergangen. Er musste einen Weg finden, die heiratswilligen Damen in die Flucht zu schlagen, aber der Teufel sollte ihn holen, wenn er wusste, wie er das anstellen sollte. Er kniff die Augen zusammen und schoss die Gummifletsche ab. Sie traf ihr Ziel, ein zerfetztes Zeitschriftenfoto eines dümmlich grinsenden Brautpaares, das an der schmuddeligen beigefarbenen Wand hing. »Voll ins Schwarze!«

»Lass das bloß nicht Mom sehen.«

Rick drehte sich um, als sein älterer Bruder Chase auf ihn zukam und sich auf der Kante seines Schreibtisches niederließ.

Chase lachte, aber Rick konnte die Bemerkung nicht witzig finden. Rainas Zielstrebigkeit brach alle Rekorde. Noch nicht einmal ihr schwaches Herz konnte sie dazu bewegen, einen Gang zurückzuschalten. Es reichte ihr nicht, dass sie ihren jüngsten Sohn Roman bereits verheiratet hatte, nein, in ihrer Besessenheit, endlich...


Phillips, Carly
Carly Phillips, eine New-York-Times- und USA-Today-Bestsellerautorin, hat über 50 prickelnde Liebesromane geschrieben, mit heißen Männern, starken Frauen und den emotional fesselnden Geschichten, die ihre Leser*innen inzwischen erwarten und lieben. Sie ist glücklich verheiratet mit ihrer Collegeliebe, hat zwei fast erwachsene Töchter und drei verrückte Hunde, die auf ihrer Facebook-Fan-Page und ihrer Website zu bewundern sind. Carly Phillips liebt die sozialen Medien und steht in engem Kontakt mit ihren Leser*innen.



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