E-Book, Deutsch, 456 Seiten
Pflug Finnley
2. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7392-7131-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Erde
E-Book, Deutsch, 456 Seiten
ISBN: 978-3-7392-7131-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Gymnasiastin Julia Pflug, geboren 2002 in Mainz lebt heute in Ingolstadt. Schon in frühen Jahren faszinierte sie das Schreiben von Geschichten. Mit jungen 11 Jahren hatte sie die Idee, eine Fantasy Trilogie zu schreiben. Den ersten Band der Trilogie "Finnley" veröffentlichte sie kurz vor ihrem 13. Geburtstag. Ein Jahr später konnte sie ihren zweiten Band textlich fertig stellen und hofft nun, dass es ein ähnlicher Erfolg werden wird wie der erste Teil. Die Ideen für den dritten Band sind bereits alle vorhanden und werden als nächstes Projekt umgesetzt.
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Prolog
Eine riesige Raumschiffflotte schwebt über der Erde. Das schwarze Weltall ist still. Nur ein kleiner Raumgleiter, der von der Erde kommt, nähert sich ihm, sonst regt sich nichts. Zwei weiße Soldaten sitzen in dem Raumgleiter, im hinteren Teil liegt eine alte Frau, die Hände schützend über den Kopf gelegt.
Nachdem sie an der Flotte angedockt haben gehen die zwei Soldaten eilig zur Brücke und betreten sie durch eine große Tür, zwischen sich schleifen sie die alte, abgemergelte Frau über den Boden. Sie ist ohnmächtig und ihr Kopf schwankt von einer Seite zur anderen. In der Mitte der Brücke steht ein großer Thron auf der eine Gestalt mit einem schwarzen Kapuzenumhang sitzt. Neben der Gestalt stehen weitere Soldaten in weißen Rüstungen. Sie tragen allesamt eine Schusswaffe und einen silbernen Stab, der am stumpfen Ende mit mehreren hauchdünnen blauen Fäden bespannt ist und leise surrt. Hinter dem Thron sind Steuerpulte mit vielen Knöpfen und blinkenden Monitoren an die Stahlwände montiert. Einige weißgekleidete Soldaten stehen vor ihnen und betrachten die Monitore. Die Gestalt auf dem Thron sieht auf und dabei rutscht ihre schwarze Kapuze ein wenig nach hinten, sodass man ihren Mund sehen kann. Die Lippen sind weiß und runzelig. „Comander, hohl sie!“, ruft die Gestalt. Es ist eine Frauenstimme, die weder fröhlich oder lieblich klingt. Sie ist eiskalt. Der einzige in Rot gekleidete Soldat verbeugt sich vor dem Thron, setzt sich sofort in Bewegung und verschwindet durch eine große Tür. Es wird wieder still und die Gestalt legt die Fingerspitzen ungeduldig aneinander. Langsam kommt die alte Frau zu sich. Sie sieht wie ein Mensch aus, doch wenn man in ihre Nähe kommt spürt man, wie die Luft um sie vibriert. Als die Frau die Gestalt auf dem Thron sieht stockt ihr der Atem. „Du!“, flüstert sie und starrt entgeistert und etwas ängstlich auf die Gestalt. Diese mustert die alte Frau kurz, dann wendet sie sich wieder der großen Tür zu, diese geht geräuschlos auf und der Comander kommt mit fünf Kisten hindurch. Als er sie vor dem Thron abstellt ertönt ein helles, schrilles Schreien. Der Soldat stellt sich wieder neben den Thron. Langsam streckt die Gestalt die Hände aus, öffnet eine Kiste nach der anderen und sieht gierig hinein. In jeder Kiste liegt, auf einer dünnen Schicht Erde, ein Mädchen im Alter von einem Jahr. Die Soldaten sehen sich durch ihre Helme verwirrt an. Was soll so besonderes an Kleinkindern sein? Als die Gestalt ihren weißen, langen Finger nach dem ersten Kind ausstreckt, fängt die alte Frau an zu zittern, die immer noch von den zwei Soldaten gehalten wird. „Keine Angst Namilla.
Ich tue ihnen nichts.“, sagt die kalte Stimme, ohne aufzublicken. Jetzt berührt die Gestalt das erste Kind mit rotem Haar und glühend roten Augen. Die bräunliche Haut brennt förmlich wie Feuer. Schnell zieht die vermummte Gestalt den Finger zurück und mustert ihn. An der Stelle, wo sie das Kind berührt hat, ist die Haut versenkt und schrumpelig. Interessiert streckt sie den Finger dem zweiten Kind in der nächsten Kiste entgegen. Es hat gelbe Augen und die grellgelben Haare stehen, wie elektrisiert, vom Kopf ab und kleine grellgelbe Fäden fliegen um das Kind herum. Die Luft um das Kind knistert leise. Als der lange Finger der Gestalt in die Nähe der vielen, sirrenden Fäden gelangt, zuckt ein kleiner Blitz zu ihm hoch. Der Stromschock schüttelt sie und das Kind sieht sie mit großen Augen an. Schnell wendet sie sich dem nächsten Kind zu, das genau so blass wie das vorherige ist. Es hat silbernes, volles Haar, das langsam um ihren kleinen, runden Kopf schwebt, als ob der Wind hindurch fahren würde. Die silbern glitzernden Augen des jungen Mädchens sind außergewöhnlich. Durch sie scheinen Verwirbelungen zu schweben, als ob ein Sturm in ihnen wütet.
Die Gestalt macht sich auf etwas gefasst und streckt abermals den Finger aus, doch sie kommt nicht weit. Eine Luftschicht umgibt das Kind und drückt den Finger weg. Die Gestalt wendet sich der nächsten Kiste zu und nimmt ein Glas Wasser, das in der Kiste steht, in die Hand. Vorsichtig hält sie das Glas an die Lippen des nächsten Kindes. Es hat dunkelblaue Augen und kräftiges dunkelblaues Haar. Plötzlich fängt das Glas an zu zittern und das ganze Wasser flieg in die Luft und dann auf die vermummte Gestalt zu. Geschickt weicht sie dem Wasserstrahl aus und er landet klatschend auf dem Boden. Das letzte Kind hat auch bräunliche Haut, braune Augen und braune, lockige Haare, doch als die Gestalt sich über sie beugt fliegt die ganze Erde in der Kiste auf sie zu. Sie kreist um ihren Kopf und dringt in Nase und Mund. Die Gestalt tritt entsetzt ein paar Schritte zurück, dabei rutscht die Kapuze vollständig von ihrem Gesicht. Ihre schwarzen, fettigen Haare fallen ihr strähnig ins weiße Gesicht, die Augen hängen tief in den Höhlen. Ihre Wangen sind eingefallen und ihre blasse Haut hängt schlaff von ihren Wangenknochen herab.
Gemächlich setzt sie sich wieder auf ihren Thron. Sie ignoriert die verblüfften Mienen der Soldaten, winkt mit ihrer Hand und die Soldaten lassen Namilla los. Sie starrt weiter auf den Boden. „Sind das alle? Alle von dieser Macht?“, fragt sie Namilla. Die alte Frau hat immer noch den Kopf gesengt, die Hände im Schoß gefaltet. „Herrin?“, fragt ein Soldat vorsichtig und verbeugt sich. „Ich glaube kaum, dass sie uns weiter hilft.“
Die Gestalt zieht eine dünne Augenbraue hoch. „Ach wirklich, das denkst du?“
Der Soldat nickt. „Nun dann will ich dich mal aufklären! Es gibt eine Prophezeiung von fünf Kindern die magische Kräfte haben. Die hier“, sie macht eine große Handbewegung zu den Kindern, „sind die fünf. Sie sind von der gleichen Art wie Namilla. Sie weiß genau Bescheid!“, erklärt die große Frau auf dem Thron. „Nun, fahren wir fort.“, sie sieht Namilla eindringlich an, doch sie hebt immer noch nicht den Kopf. Die kalte Frau nickt einem Soldaten zu, der auf Namilla zuschreitet. Er zieht den Stab aus seinem Gürtel und presst ihn der alten Frau feste gegen die Rippen. Der Stab beginnt hellblau zu leuchten und die hellblauen Fäden verbanden sich mit dem Körper der alten Frau. Sie schlängeln sich über ihre Haut. Sofort fängt sie an zu schreien und zu zappeln, denn ein starker Stromstoß durchfährt sie. „Sind das alle von der Macht? Ist die Prophezeiung wahr oder gibt es noch mehr?“, fragt die kalte Frau abermals, als Namilla auf gehört hat zu schreien. „Ja! Das sind alle.“, krächzt sie mit brüchiger Stimme. Die weißen Lippen der Gestalt kräuseln sich zu einem hässlichen Lächeln. „Soldaten, bringt sie fort! Die Kerker warten schon auf sie.“, ruft sie. Die Soldaten neben dem großen Thron schreiten auf die alte Frau zu, die zusammengesunken auf dem Boden kniet. Namilla hebt den Kopf und sieht zu der Gestalt auf. „Tu das nicht. Du begibst dich auf einen schrecklichen Pfad. Ich kann es fühlen. Dein Ziel wird nur in einer Katastrophe enden.“, meint Namilla flehend. Die kalte Frau erhebt sich von ihrem Thron und macht einen großen Schritt auf Namilla zu. „Du weißt nicht was ich vorhabe. Und keiner kann mich davon abhalten. Ich werde sie beherrschen. Aber von Macht und Größe hast du noch nie etwas verstanden. Nicht wahr, Schwesterchen?“, die Stimme der Frau wirkt gleichgültig, doch ihre Augen blitzen.
Namillas Augen füllen sich mit Tränen. Die Frau nickt den Soldaten zu und sie heben Namilla hoch, die hilflos auf ihre grausame Schwester starrt. Diese lacht freudlos auf und faltet die Hände vor ihrem Bauch. „Du hast keine Ahnung was du da tust.“, krächzt Namilla, bevor die große Tür hinter ihr zu schwingt und somit ihre Sicht versperrt. Die große Frau schlendert gelassen zurück zu ihrem Thron und lässt sich langsam auf ihn sinken. „Comander, nimm Kurs ...“, fängt die kalte Frau an, doch sie wird von einem jungen Soldaten unterbrochen. „Aber sie könnte doch lügen, um die restlichen zu schützen falls es ...“, die kalte Frau hebt die Hand und der Soldat verstummt. „Ja, sie könnte lügen. Aber sie sollte es lieber bleiben lassen! Und falls sie gelogen hat, werde ich es herausfinden. Ich spüre, wenn es starke Mächte gibt! So, und weil du mich so rüde unterbrochen hast …“, sie wendet sich wieder dem Comander zu, „bring mir das Schwert!“
Entsetzt ringt der Comander nach Luft. „Aber er ist noch so jung!“, protestiert er. „Das Schwert!“, fordert die kalte Frau abermals. Widerstrebend macht sich der Comander auf, um das Schwert zu holen. Die große Tür schwingt wieder auf und der Comander kommt wieder herein. Er trägt ein großes, silbernes Schwert. Bei dem Anblick reißt der junge Soldat ängstlich die Augen auf. Der Comander überreicht der kalten Frau das Schwert und verbeugt sich. Sie nimmt die Klinge ganz genau in Augenschein. Als sie es hebt fängt es an zu surren, wie eine Biene. Der Soldat schreit auf. Mit voller...




