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E-Book

E-Book, Deutsch, 348 Seiten

Pfeil Vergiss die Olle

(K)ein Liebesroman?
4. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7407-7856-9
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

(K)ein Liebesroman?

E-Book, Deutsch, 348 Seiten

ISBN: 978-3-7407-7856-9
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Markus, ein Malocher unterm Herrn, dem es schwerfällt, seiner Gattin Simone, die erfolgreich ein Schuhgeschäft führt, wenigstens ab und zu die ach so gern gehörten drei Worte zu sagen. Ehrlicherweise hat er das schon seit Jahren nicht mehr getan und sie hört eh kaum hin, sollte er mal etwas von sich geben. Sie geht eher mit ihrer Freundin shoppen, wenn er müde nachhause kommt, und am Wochenende ist für ihn Fußball wichtiger als alles andere. Was sie jedoch gemeinsam haben, ist ihr Sohn Matthias, den sie abgöttisch lieben und ihre westfälische Dickköpfigkeit. Haben Sie zufällig Bekannte und Nachbarn wie diese beiden? Dann sollten Sie das Buch lesen, denn ausgerechnet bei ihnen passiert das, wovor sich jeder insgeheim fürchtet. Ein Arbeitsunfall bringt Markus ins Krankenhaus, wo seine Frau Simone dem zwielichtigen Arzt Dr. Brinkmann nicht widerstehen kann. Da trösten ihn auch nicht die Worte seines neuen Freundes Alfonso, den er Rocker nennt: "Vergiss die Olle" Einfacher gesagt als getan.

Werner Pfeil wurde im März 1957 in Paderborn geboren. Gemeinsam mit drei Brüdern erlebte er eine unbeschwerte Kindheit bei den Eltern in Hövelhof, die er oft genug zur Weißglut brachte. Seine Schulzeit war von Kurzschuljahren und einer Portion Faulheit geprägt und endete mit dem Hauptschulabschluss. Mit einer abgeschlossenen Lehre zum Dreher und einigen Jahren als Geselle trat er 1978 als Wehrpflichtiger in die Bundeswehr ein. Bis hin zum Berufssoldaten durchlief er an diversen Standorten im gesamten Bundesgebiet und bei unterschiedlichen Truppengattungen seine Ausbildung in der Feldwebellaufbahn. In dieser Zeit holte er in Hamburg die Hochschulreife nach, die ihn für die Offizierslaufbahn qualifizierte. Die Karriere mit ihren vorprogrammierten Umzügen hatte gegenüber Heimatnähe keine Chance. Trotz einiger Standortwechsel fühlt er sich in der Heimat Hövelhof, am Tor zur Senne, zu Hause. Zwei erwachsene Kinder und drei Enkelkinder, die zusammen mit ihm und seiner Mutter ein Mehrgenerationenhaus bewohnen, tragen dazu bei. 2010 begann ein neuer Lebensabschnitt, denn nach 32 Dienstjahren schied er nicht nur aus der Bundeswehr aus, sondern lernte eine Frau kennen, mit der er in einer Wochenendbeziehung lebt. Sie führt ihn abwechselnd nach Rinteln ans Ufer der Weser und an die Quellen der Ems. Seither nennt er sich, bedingt durch die vielen Auslandseinsätze im Rahmen der Bundeswehreinsätze auf dem Balkan und Afghanistan zwischen 1994 und 2008, heute zu Recht Pensionär und Veteran. Er ist der Region Ostwestfalen-Lippe immer eng verbunden geblieben und bedankt sich durch viel Lokalkolorit in seinen Büchern bei seiner Heimat. Er ist Mitglied im Syndikat, Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur und dem Papyrus Autoren Club und schreibt seit Jahren schauplatzorientierte Regionalkrimis von denen bisher sieben Senne-Krimis, ein Taschenbuch mit Kurzgeschichten, einen Reisebericht zum Jakobsweg und ein Sachbuch, das in drei Kategorien regelmäßig Bestplatzierungen erreicht, erschienen sind.

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»Markus!«, schallte es laut durch den Garten der Familie Bracht: »Schon mal auf die Uhr geschaut? Mach hinne. Heute Abend muss hier draußen alles picobello sein. Habe morgen früh weder Bock noch Zeit, mir eure kreative Gartengestaltung anzuschauen. Kümmere dich bitte«, flötete Simone ihrem Mann über die Schulter ins Ohr, nachdem sie den Rasenschnitt begutachtet hatte und kopfschüttelnd vor der Abschussrampe eines Feuerwerks stehengeblieben war. Eine Sekunde nur dauerte es, dann antworten gleich ein halbes Dutzend Stimmen synchron, so laut, dass es in der Nachbarschaft zu hören war. »Ja, Boss, wir kümmern uns«, begleitet von einem Lachen, dass Simone mit einem Kopfschütteln quittierte. »Und denkt daran. Es muss perfekt sein. Der Garten soll etwas Besonderes ausstrahlen, wie gemacht für eine Party, die in die Geschichtsbücher dieses Dörfchens eingeht! Wehe, ich sehe morgen Abend missgelaunte Gäste an undekorierten und wackligen Stehtischen, die ihr aufgesetztes, gezwungenes Grinsen zur Schau stellen. Ich will niemanden, der nur simuliertes Interesse an Spaß, Tanz und Musik hat und stattdessen säuft und Geschäftliches bequatscht. Ist das klar?!« Drohend hatte sie ihren Zeigefinger gehoben und schulmeisterlich in Markus Richtung gelächelt, so, wie nur sie lächeln konnte. Er war jedes Mal hin und weg. Er hustete, um einen seiner gefürchteten Lachanfälle zu unterdrücken, denn im Rücken seiner Frau, machte Matthias, ihr Sohn, Sperenzchen. »Ist ja schon gut. Kriegen wir alles hin … nicht wahr?«, er blickte über die Schulter zu den eifrig arbeitenden Freunden im Garten, die ambitioniert nickten. »Mach dir keine Sorgen, sieh lieber zu, dass es im Haus läuft, und lass deine Mädels nicht warten.« Er küsste sie flüchtig auf die Wange, bevor sie den Rückzug antrat ihm aber im Weggehen zurief: »Du weißt ja. Es ist keineswegs eine Halloweenparty. Leg dir was Vernünftiges zum Anziehen raus.« Sie hörte nicht, wie er die Hacken zusammenknallte und grinsend salutierte. Genau genommen war es nicht ihre Art, mit harter Hand zu delegieren, doch wusste sie, sobald sie ihrem Markus und den Helfern im Garten den Rücken zudrehte, würden diese wie Sprungfedern reagieren. Leider nicht in die gewünschte, sondern in die entgegengesetzte Richtung schnellen ... von den aufzuhängenden Girlanden zur Kiste Bier und zum Radio, wo eine Fußballübertragung lief. Dafür war heute keine Zeit. Sie bereiteten ja letztlich nicht irgendeine Party vor. Nein, weiß Gott nicht! Von dieser sollten die Leute bis in alle Ewigkeit reden, weil sie etwas Besonderes werden würde. Es erschien ihr unerlässlich, dass sie die Zügel in der Hand behielt und nicht schleifen ließ und sich jeder ins Zeug legte ... auch sie. »Läuft doch«, ertönte eine Bassstimme hinter dem Rhododendronbusch. Sie gehörte einem Mann, der im Rollstuhl sitzend, mit einer langen Stange versuchte, den Winkel der Raketenabschussrampe so auszuloten und zu fixieren, dass eine abgeschossene Rakete den Weg definitiv in den Himmel fand und nicht am Giebel des Nachbarhauses zerschellte. »Fall aber nicht von der Leiter, denn bis ich meinen bockigen Rolli gewendet habe, zappelst du wie`n Maikäfer auf dem Rücken. Weißt doch am besten, wie das mit runterfallen geht.« Die letzten Worte wären fast im brüllenden Lachen untergegangen. »Kümmer dich lieber um das Brennholz, anstatt Sprüche zu klopfen. Die Scheite müssen an die Feuerstellen gebracht und gestapelt werden oder willst du dir morgen den Arsch abfrieren?« »Du bist ja sowas von witzig. Ehrlich. Ist längst erledigt. Dein Sohnemann persönlich hat geholfen. Und, nebenbei bemerkt Schlauauge, haben wir die Gasheizstrahler ebenfalls verteilt und die Gaskartuschen angeschlossen. Was ist los alter Sack. Überblick verloren?« »Rocker, du redest wie immer nur verwirrtes Zeug. Hab alles im Griff, komm bitte her und halt die Leiter.« Er kannte den Mann erst seit ein paar Monaten und wusste, dass er sich auf seine Art ausdrückte. Sie hatten nicht durch viele Worte Freundschaft geschlossen. Sie verband etwas, wofür es keine gab und andererseits, was konnte man von einem im Rollstuhl sitzenden, langhaarigen Bombenleger verlangen. Er wankte auf der obersten Sprosse, hatte nicht den idealen Stand, trotz alledem konnte er nur so an den Zweig gelangen, an der er die letzte Girlande befestigen wollte. Von oben betrachtet dachte er, sieht es gut aus. Sollte reichen und grinste wie ein Honigkuchenpferd. Draußen, in seinem Territorium, herrschte angespannte Erwartung darüber, was noch zu tun sein würde. Wie es dagegen im Haus aussah? Keine Ahnung, aber hundertpro würde drinnen der absolute Punk abgehen. Vieles deutete darauf hin, dass die Damen aus dem Freundeskreis und der Nachbarschaft im Schlafzimmer auf die Frau einredeten, die er liebte. Jeder würde versuchen, an ihrem Kleid zu zerren. An dem Fummel, den er nicht einmal sehen durfte und für das er ein mittleres Vermögen locker gemacht hatte. Letztlich war es ihm egal, denn er wusste, sie würde darin umwerfend aussehen. »Sei vorsichtig, hier steht überall was rum«, rief er seiner Nachbarin Hilde zu, die über den frisch gemähten Rasen tänzelte wie auf einem Catwalk und dabei ein Tablett mit winzigen Einmachgläsern und Teelichtern balancierte, um sie auf den Stehtischen mit den weißen Hussen zu platzieren. Sie war keine kleine, unscheinbare Person, schon gar nicht zart oder leise, sondern ebenso mollig wie laut und energisch mit nicht unbedenklichen Haaren, die sie momentan durch Strähnchen aufzuwerten suchte. »Pass du lieber auf, dass du nicht ein weiteres Mal auf deinem knackigen Arsch landest«, grinste sie unverschämt. Ihre Tochter, die, nachdem sie von ihrem Lover rausgeschmissen wurde, wieder zuhause wohnte, schaute Kaugummi kauend über den Zaun. »Kommst du rüber. Ich glaube, im Haus wird jede helfende Hand benötigt«, rief ihre Mutter, aber sie verdrehte nur die Augen und widmete sich erneut einem grässlichen Hula-Hopp Reifen, den sie gekonnt um ihre dürren Hüften kreisen ließ. »Bei der Auferstehung des Fleisches bleibt die doch liegen und die gehört eindeutig zu denen, die auf der Feier morgen nur eine kurze Rede auf die Reihe kriegt, weil sie Angst hat, das Essen könnte verwelken. Was meinst du?« Mittlerweile war der Mann im Rollstuhl bedrohlich nahe an die Leiter, auf der Markus stand, gefahren. »Oh Menno, dein Sprachgebrauch würde jeder Feministin den Boden unter den Füßen weghauen.« »Kommt die Morgen zur Party?« Mit dem Kopf deutete er auf das Nachbargrundstück. »Eingeladen ist sie, warum?« »Nur so. Denke, dass du die Brocken, die sie vom Buffet nimmt, ausgekotzt auf dem Kompost finden wirst. Ist doch so bei den jungen Dingern, die sich nicht zwischen Bulimie, Karriere als Model, Studium und Versenkung im Ehedilemma entscheiden können«, stellt er nüchtern fest und entsprach damit keinesfalls die Meinung des Mannes, der versuchte, die Leiter herunter zu steigen. Als er es stöhnend geschafft hatte, blieb er stehen und betrachtete sein Meisterwerk. »Gar nicht so übel!« »Meinst du. Komm, lass uns eine quarzen.« »Du rauchst wieder?« »Jap. Seit eben.« Fest legte er seine Hände, die zuzupacken gewohnt waren, auf die Griffstücke des Rollstuhls und schon ging es los. Eine Runde durch den wunderschönen Garten, der am Folgetag die große Bühne für einen Polterabend sein sollte. »Ludos potest incipere«, brabbelte er sich in den Dreitagebart. »Was sülzt du da für`n geistigen Dünnschiss. Hab mich hilfreich höher geschult. Außer Deutsch und Spanisch, kann ich nix.« »Und das leider nur auf deine Art du alter Kulturbanause. War Latein und bedeutet im übertragenen Sinne, dass die Spiele beginnen können.« »Ach so, dachte schon, du sagst was Versautes«, grinste er schelmisch: »Aber mal was anderes, etwas, was mir seit Tagen auf dem Stumpf, der einmal ein Bein war, brennt und was ich dich die ganze Zeit fragen wollte.« »Ja los ... raus damit!« »Wer ist morgen überhaupt Herr der Ringe? Seh zwar nicht aus wie Frodo Beutlin, zumindest unten rum … du weißt schon, haarige Füße und so, allerdings denke ich, das wär ein Job für mich. Einen, sie zu knechten, ins Dunkel zu treiben.« »Du überrascht deine Mitmenschen in einer Tour. Alter Schlawiner, hast du Tolkien gelesen?« »Ne, den Film hundert Mal gesehen.« »Ich hab’s durchgelesen und gebannt im Kino gehangen und mir eine andere, wichtigere Zeile gemerkt.« »Die da lautet?« »Sie ewig zu binden«, sagte Markus und dachte wehmütig an die letzten Monate. »Klappt selten. Hast du doch selbst erlebt.« »Die...



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