Petermann / Eid | Handbuch der Psychologischen Diagnostik | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band Band 4, 806 Seiten

Reihe: Handbuch der Psychologie

Petermann / Eid Handbuch der Psychologischen Diagnostik


1. Auflage 2006
ISBN: 978-3-8409-1911-4
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

E-Book, Deutsch, Band Band 4, 806 Seiten

Reihe: Handbuch der Psychologie

ISBN: 978-3-8409-1911-4
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



"Heute bietet die Psychologische Diagnostik ein großes Spektrum von Erhebungsverfahren an, die Vorgehensweisen der Befragung und Beobachtung genauso umfassen wie den Einsatz psychometrischer Tests und physiologischer Methoden. Alle Methoden tragen dazu bei, diagnostische Entscheidungen zu verbessern, Interventionen gezielter zu planen und in allen Phasen der Informationserhebung die Qualitätskontrolle zu optimieren.

Die Inhalte und Verfahren der Psychologischen Diagnostik werden immer stärker nachgefragt. Das vorliegende Handbuch greift diese Entwicklung auf und bietet einen aktuellen Überblick über die Grundlagen und vielfältigen Anwendungsgebiete dieser zentralen Disziplin der Psychologie. Moderne Erfassungsmethoden wie bildgebende Verfahren werden ebenso behandelt wie neue Entwicklungen in der Psychometrie. Die Anwendungsgebiete reichen von der Klinischen Diagnostik über die Pädagogische Diagnostik bis hin zur Diagnostik in der Betriebs- und Organisationspsychologie. Durch die kompakte Aufbereitung der Inhalte gibt der Band Experten, Praktikern und Studierenden eine optimale Orientierung. "

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Weitere Infos & Material


1;Inhalt;6
2;Vorwort;12
3;I Grundlagen und Rahmenbedingungen der Psychologischen Diagnostik;14
3.1;Aufgaben, Zielsetzungen und Strategien der Psychologischen Diagnostik;16
3.2;Historische, gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen;27
3.3;Wissenschaftstheoretische und erkenntnistheoretische Grundlagen;36
3.4;Messtheoretische Grundlagen der Psychologischen Diagnostik;47
3.5;Entwicklungspsychologische Grundlagen der Psychologischen Diagnostik;58
3.6;Differentialpsychologische Grundlagen der Psychologischen Diagnostik;68
3.7;Kognitionspsychologische Grundlagen der Psychologischen Diagnostik;79
3.8;Diagnostischer Prozess;90
4;II Datenquellen und Methoden der Datenerhebung;98
4.1;Grundprinzipien multimethodaler Diagnostik;100
4.2;Fragebogen;110
4.3;Psychologische Leistungstests;119
4.4;Projektive Tests;128
4.5;Selbstbericht;136
4.6;Fremdbericht;144
4.7;Beobachtungsmethoden;152
4.8;Psychophysiologische Methoden;161
4.9;Biochemische Methoden;169
4.10;Bildgebende Verfahren;178
4.11;Ambulatory Assessment – Computerunterstützte Selbstbeobachtung im Feld;188
4.12;Textanalyse;197
4.13;Nicht-reaktive Verfahren;204
4.14;Implizite Maße;212
4.15;Internetbasierte Methoden;219
4.16;Computerisierte Methoden;227
4.17;Experimentelle Erfassungsmethoden;234
4.18;Anamnese und Exploration;243
4.19;Soziometrie;252
5;III Methoden der Item- und Testanalyse;260
5.1;Item-Response-Theorie;262
5.2;Latent-Class-Analyse;276
5.3;Klassische Testtheorie;289
5.4;Faktorenanalyse;305
5.5;Profilanalyse;319
5.6;Multitrait-Multimethod-Analyse;333
5.7;Latent-State-Trait-Theorie;347
5.8;Einzelfalldiagnostische und -analytische Ansätze;359
5.9;Methoden zur Bestimmung der Beurteilerübereinstimmung;370
6;IV Datenintegration und Gütekriterien;382
6.1;Regeln der Datenintegration;384
6.2;Psychologische Begutachtung;397
6.3;Teststandards;408
6.4;Gütekriterien;421
6.5;Testökonomie;435
7;V Ethische Aspekte und besondere Anwendungsbedingungen;448
7.1;Testdurchführung und -auswertung;450
7.2;Testung sprachlicher Minderheiten;458
8;VI Merkmale/Konstruktbereiche;466
8.1;Eigenschaftsdiagnostik;468
8.2;Situationsbezogene Diagnostik;477
8.3;Verhaltensdiagnostik;486
8.4;Intelligenzdiagnostik;495
8.5;Aufmerksamkeitsdiagnostik;504
8.6;Motivationsdiagnostik;512
8.7;Aggressionsdiagnostik;523
8.8;Angstdiagnostik;532
8.9;Depressionsdiagnostik;541
8.10;Wohlbefindensdiagnostik;551
8.11;Psychologische Schmerzdiagnostik;559
8.12;Sprachdiagnostik;568
8.13;Diagnostik motorischer Fähigkeiten;577
9;VII Anwendungsgebiet – Pädagogische Psychologie;586
9.1;Familiendiagnostik;588
9.2;Entwicklungsdiagnostik;595
9.3;Frühdiagnostik;604
9.4;Hochbegabungsdiagnostik;612
9.5;Diagnostik von Lernstörungen;619
9.6;Behindertendiagnostik;627
9.7;Beratungsdiagnostik;634
10;VIII Anwendungsgebiet – Klinische und Medizinische Psychologie;644
10.1;Neuropsychologische Diagnostik;646
10.2;Klinische Diagnostik;655
10.3;Rehabilitationsdiagnostik;666
10.4;Forensisch-psychologische Diagnostik;674
10.5;Diagnostik in der Psychologischen Gerontologie;686
10.6;Diagnostik in der Gesundheitspsychologie;700
10.7;Diagnostik in der Verhaltensmedizin;708
11;IX Anwendungsgebiet – Betriebs- und Organisationspsychologie;716
11.1;Berufseignungsdiagnostik;718
11.2;Organisationsdiagnostik;731
11.3;Management-Diagnostik;740
11.4;Diagnostik von Stress und Belastung in der Arbeit;748
12;Die Autorinnen und Autoren des Bandes;756
13;Abkürzungsverzeichnis der zitierten Testnamen;766
14;Autorenregister;774
15;Sachregister;794
16;Mehr eBooks bei www.ciando.com;0


(S. 383-384)

Manfred Schmitt & Tobias Gschwendner

Wenn Menschen im alltäglichen Leben wichtige Entscheidungen treffen, etwa eine Familie zu gründen oder den Beruf zu wechseln, berücksichtigen sie eine Vielzahl von Informationen und Überlegungen. Diese müssen gewichtet und integriert werden, damit klar wird, für welche der erwogenen Alternative insgesamt am meisten spricht. Entscheidungstheorien beschreiben die kognitiven und motivationalen Elemente solcher Prozesse mit dem Anspruch wissenschaftlicher Exaktheit. Rational Choice-Theorien nehmen beispielsweise an, dass Menschen für jede Alternative die Wahrscheinlichkeiten all ihrer Konsequenzen mit den Werten multiplizieren, die diese Konsequenzen haben, die so gebildeten Produkte aufsummieren und sich für die Alternative mit der höchsten Produktsumme entscheiden (Dawes & Corrigan, 1974). Ob wir tatsächlich in jedem Fall so vorgehen, kann im Moment dahingestellt bleiben. Wesentlich ist zunächst nur, dass Menschen Informationen integrieren müssen, wenn sie ein vernünftiges Urteil fällen und sich begründet entscheiden wollen.

Parallelen zwischen alltäglichen Entscheidungen und professioneller Diagnostik Professionelle Diagnostiker sind mit der gleichen Situation konfrontiert wie Laien im Alltag. Auch sie müssen eine Vielzahl von Informationen und Überlegungen zu einem Urteil oder einer Entscheidung verdichten:

• Welche Ursache haben die schlechten Schulleistungen (Schulpsychologe)?
• Ist die Zeugenaussage glaubhaft (Rechtspsychologe)?
• Wird die Klientin die Konfrontationstherapie abbrechen (Klinische Psychologin)?
• Ist der Körperbehinderte fähig, ein Kraftfahrzeug sicher zu führen (Verkehrspsychologin)?
• Wird der Straftäter rückfällig werden (Psychologe im Strafvollzug)?
• Ist die Bewerberin für die ausgeschriebene Stelle geeignet (Personalpsychologin)

Die Klärung solcher Fragen erfolgt in der Regel auf der Basis einer Menge von Daten. Beispielsweise wird die Personalpsychologin ihr Urteil auf Zeugnisse, die Berufserfahrung der Bewerberin, Testergebnisse und ihre Eindrücke aus einem Vorstellungsgespräch stützen (? Berufseignungsdiagnostik). Die Regeln, die sie bei der Auswahl und Zusammenfassung solcher Informationen beachten sollte, sind Gegenstand dieses Kapitels. Dessen Struktur ergibt sich aus sechs prinzipiellen

Fragen:

1. Nach welchen Gesichtspunkten sollten diagnostische Daten erhoben werden?
2. Nach welchen Regeln sollte aus einer Fülle von Daten eine begrenzte Auswahl getroffen werden?
3. Nach welchen Regeln sollten Daten verknüpft werden?
4. Wann ist es sinnvoll, diagnostische Information gleichzeitig zu berücksichtigen, wann sollten sie sequenziell in die Urteilsbildung einfließen?
5. Wie sollten die diagnostischen Einzeldaten gewichtet werden?
6. Welche Typen richtiger und falscher Diagnosen gibt es und wie lassen sich derenWahrscheinlichkeiten bewerten und beeinflussen?

1 Auswahl diagnostischer Informationen

Diagnostische Daten müssen geeignet sein, die diagnostische Fragestellung bestmöglich zu klären. Außerdem sollten die Daten möglichst sparsam zu gewinnen sein. Während sich die Sparsamkeit der Datengewinnung relativ leicht bemessen lässt, etwa in der Anzahl von Stunden, die ein Diagnostiker aufwenden muss, ist die Beurteilung der Eignung diagnostischer Information schwieriger. Prinzipiell gibt es zwei Strategien, die sich idealer Weise ergänzen sollten. Erstens sollte sich die Information theoretisch begründen lassen. Zweitens sollte ihr diagnostischer Wert empirisch belegt sein.



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